Zeit

Heute dreht sich bei mir alles um Zeit. Endlich weiß ich wieder, wie spät es ist. Heute bin ich endlich dazu gekommen, mir eine neue Armbanduhr zu kaufen. Ich hatte es einfach satt, immer auf mein Handy gucken zu müssen, wenn ich wissen will, wie spät es ist. Außerdem kommt es immer schlecht, wenn man das ausstellen muss oder nicht unbedingt rausholen sollte wie in Klausuren zum Beispiel. Die Frau in dem Uhrengeschäft war sehr nett, hat sich sehr viel Mühe gegeben und Zeit genommen, mir alle möglichen Uhren gezeigt und zum Anprobieren geholt und dann auch mehrfach die Armbandgröße korrigiert. Zu der Uhr gabs dann noch einen Batteriewechsel-Gutschein und 2 G-Shock Schweißarmbänder, die ich vielleicht gut für mein Training benutzen kann.

Die zweite Begebenheit mit Zeit fand in einer Filiale der großen Fast Food Kette mit dem großen M statt. Meine liebe Frau Mama, meine Schwester und ich gaben unsere Bestellung auf. Wir bestellten 3x den gleichen Burger, da wir den halt alle am liebsten mögen. Wie man es so gewohnt ist, sind nicht genügend Burger dieser Sorte fertig und muss etwas warten. Meine Schwester hat sich dann schonmal hingesetzt, während meine Mutter und ich noch warteten. Und wir warteten und warteten und wurden dann immer mit einem “gleich” vertröstet. Ich hab meine Mutter dann auch schonmal zum Platz geschickt, ich krieg das auch allein hin. Und ich wartete und wartete und beobachtete dann mal das Treiben an der Kasse. Da bemerkte ich, dass Leute, die 5 und gar 10 Minuten später gekommen waren und dieselbe Art Burger bestellt hatten früher fertig waren als wir. Da nahm ich mir den jungen Mann an der Kasse mal zur Brust und fragte ihn, ob man hier neuerdings redervieren könne oder warum das so lange dauert. Seine Erklärung: “Ja, sie haben ja gleich 3 Stück bestellt, die dauern 5 Minuten, da bekommen erst die, für die schon genug da ist.” Bitte? Meine Mutter kam dann auch noch einmal wieder, sie war nämlich auch schon ungeduldig, denn so viel Zeit hatten wir auch nicht, da sie noch einen Termin beim Arzt hatte, beschwerte sich dann mit mir zusammen weiter. Daraufhin kam dann noch ein anderer Mitarbeiter, der nichts zu tun hatte, denn inzwischen war niemand mehr da, der noch etwas bekommen sollte, hinzu und versuchte die Situation etwas zu beruhigen. Letztlich haben wir ein Getränk umsonst bekommen, aber die verlorene Zeit, die bestimmt schon so an die 20 Minuten ging, kann man uns auch nicht mehr zurückgeben. Kundenfreundlichkeit nenn ich jedenfalls was anderes.

Drittes Zeierlebnis heute hat mit der Vergangenheit zu tun. Mein Vater und sein Cousin, der zur Zeit bei uns zu Besuch ist, waren letztens zusammen auf Ahnenforschung in Schleswig-Holstein und Dänemark. So wie es scheint, sind sie dabei bis zu Vorfahren aus dem 14. Jahrhundert gestoßen. Sehr sehr spannend. Und mein Ur-Ur-Großvater war Zugführer in Preußen. Aus den Akten, die in einem dänischen Archiv liegen, lässt sich ganz viel über seine Person herausbekommen. Dortist alles mögliche verzeichnet, von Statur über Krankheiten bis hin zu Vergehen, die im Dienst vorgefallen sind. Mein Vater arbeitet daran, einen großen, umfassenden Stammbaum zu erstellen. Wenn der fertig ist, wird es wohl meine Aufgabe, ihn in eine elektronische Fassung zu bringen. ;)

Letztes Zeiterlebnis heute, dass eigentlich nicht speziell für heute gilt, ist die Ernüchterung, dass die Semesterferien sich dem Ende neigen. Noch gut 2 Wochen, dann gehts wieder los, dabei könnt ich doch so sehr noch ein paar Wochen mehr frei machen. Naja, dafür wird das Semester vielleicht nicht so anstrengend, da ich um einiges früher nach Hause komme als letztes Semester. Ein bisschen freu ich mich aber auch drauf. Kommt Zeit, kommt Rat. :)

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