Filmriss: 300
300 erkennt man es sehr schnell an, dass dieselben Leute daran gearbeit haben, die auch für Sin City verantwortlich gezeichnet hatten, denn wieder gelingt es, einen ganz eigenen Stil zu entwickeln, der aber hervorragend zum Szenario passt: Im Jahre 480 vor Christus drängen die persischen Armeen unter Gottkaiser Xerxes nach Griechenland, um es zu unterwerfen. Die Spartaner unter König Leonidas (Gerard Butler) widersetzen sich jedoch und schicken 300 Krieger zum Pass bei den Thermopylen, wo sie die persische Übermacht so lange wie möglich aufhalten. So weit, so Geschichte.
300 will jedoch kein Historienfilm sein und somit bedient es sich vieler Freiheiten. So treten in den Reihen der Perser viele degenerierte Gestalten und einiges Ungetier zum Kampf an. Wie sich vielleicht vermuten lässt, gibt es viele Schlachtszenen und dementsprechend auch viel Blut und auch abgetrennte Gliedmaßen, also nichts für zarte Gemüter, alle anderen werden jedoch voll auf ihre Kosten kommen, auch wenn es manchmal Wiederholungen gibt. Die Effekte und die Kampfszenen sind absolut gut gemacht. Es gibt einige Momente, die einem im Gedächtnis bleiben. Leute, die die Geschichte nicht kennen, werden das Ende vielleicht nicht so gut finden, aber so war es nunmal.
Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg gut, allen voran Gerard Butler als König Leonidas, der seine Rolle sehr glaubwürdig spielt. Aber auch der Rest macht seine Sache gut. Musik und Soundeffekte sind auch sehr treffend gewählt und komplettieren die besondere Atmosphäre. Ich war jedenfalls die ganzen 117 Minuten sehr gut unterhalten und werde mir den Film auch auf DVD zulegen, sobald er erscheint.
Wer sich noch nicht sicher ist, ob er den Film ansehen soll, der sollte sich den Trailer anschauen, der Lust auf mehr macht:
[youtube 1sbBhoamQek]
Meine Wertung: 8/10
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User-Wertung:
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Weiterführende Links:
Eine wirklich sehr gute und treffende Filmkritik findet ihr hier.


10 Kommentare
Caipi - 09.04.2007 at 23:54
Joah, war schon ein guter Film.
Aber die Dialoge waren schwach, ich wusste an den meisten Stellen was gesagt wird… Und mich hats gestört, dass die meisten Perser als “Degenerierte”, wie du so schön sagst, dargestellt wurden.
Die Gewalt war heftig, aber als Stilmittel eingesetzt sehr gut, soll heißen, es war nicht zuviel^^
konna - 10.04.2007 at 12:08
Genau das sind die Schwachstellen des Films. Viele Phrasen haben sich auch öfter wiederholt, so dass es schon auffällt. Und mir als Geschichtsstudent hätte eine historischere Fassung des Films eben mit “normalen” Persern besser gefallen.
Aber was solls, unterhalten hat der Film trotzdem sehr gut und am Ende wurde zu meiner Freude auch noch Schiller zitiert: “Wanderer kommst du nach Sparta, verkündige dorten du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl” – toll
Caipi - 11.04.2007 at 11:15
Jaaa, aber grad bei dem Spruch war doch klar, dass er kommt^^
Kann dir nur zustimmen, eine ein klein wenig realistischere Version wär schon cooler gewesen. Aber auch so war der ganz gut… Ich frag mich nur immer, was die alle in den Film reininterpretieren, dass sie so darüber diskutieren können.
konna - 11.04.2007 at 16:14
So klar fand ich das nicht ^^
Naja, manche Leute interpretieren das eben so, dass man das auf heute übertragen kann. Sparta als die westliche Welt – glorreich, stark, intelligent und die Perser als der nahe Osten/Arabien etc. – was bei solchen komischen Gestalten ein klarer Affront gegen diese Völker wäre.
Man könnte das sogar noch weiter aufsplitten:
Sparta = USA = Helden/ Retter der Welt (plump ausgedrückt)
Athen = Europa = Feiglinge/ Mitläufer
Persien = Afghanistan/ Irak/ Iran, … = Unheilsbringer/ Kriegstreiber/ Terroristen
Nur um nicht missverstanden zu werden, das ist NICHT meine Meinung als Interpretation zu dem Film.
bullion - 11.04.2007 at 17:11
Wirklich ein gelungener Film. Würde mich allerdings auch einmal über eine historisch korrekte Fassung freuen. Würde mich nicht wundern, wenn in Hollywood da nicht schon jemand dran strickt…
Caipi - 11.04.2007 at 18:45
Wäre auf alle Fälle gut.
Allerdings müsste man dann auch betrachten, dass die Perser ja nicht ganz ohne Grund nach Griechenland kamen… Und dass man Sparta keineswegs mit den USA gleichsetzen kann. Denn die Supermacht damals waren die Perser. Weltreich, quasi unbesiegbare Armee, mehr oder weniger tolerant… Während in Sparta auf einen Spartaner sieben Heloten kamen. Und das waren die rechtlosen Sklaven, auf die die spartanischen Heranwachsenden sogar Jagd gemacht haben als Reifeprüfung.
konna - 11.04.2007 at 19:35
@bullion: Ich weiß nicht, ich glaube in absehbarer Zeit wird da nichts kommen, da es dann wohl als Kopie abgestempelt werden würde und viel mehr Handlung als in 300 würde sich auch nicht einbauen lassen. Aber warum nicht, anschauen würd ich ihn auf jeden Fall. Die antike bietet aber noch ganz viel anderen Stoff zum verfilmen.
@caipi: Das stimmt schon, aber die Spartaner waren technisch und kulturell weiter als die Perser. Gut, man kann das drehen und wenden wie man will. Ich würde diesen Film eh nicht interpretieren. Anschauen, Hirn ausschalten und Spaß haben heißt die Devise
Caipi - 12.04.2007 at 11:56
Sicher, dass sie weiter waren? So nachdem, was ich da mitbekommen habe, waren die Perser zumindest kulturell weiter. Technisch bin ich mir nicht ganz sicher…
Is ja im Endeffekt auch egal, der Film war gut und nun hat sichs^^
konna - 12.04.2007 at 14:50
Naja, ich denke da zum Beispiel an Philosophie und Literatur. Um mir da aber ein fundiertes Urteil bilden zu können, müsste ich mehr Ahnung von der persischen Seite haben und das habe ich nicht.
Schließe mich deinem Schlusssatz voll und ganz an
Georg - 25.12.2009 at 10:43
Ein visuelles Meisterwerk IMO – Noch nie wurde eine griechische Mythe so wunderbar und unterhaltsam umgesetzt (und auch noch so originalgetreu
)
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