Unglaublich, was sich an einem Tag vor der Sperrmüllabholung durch die Müllabfuhr in einer kleinen Gemeinde wie der, in der ich lebe, so abspielt. Ständig hält vor unserem “Gehöft” ein Kleintransporter an, ein bis zwei Personen steigen aus und durchsuchen unsere kaputten Sachen nach Ersatzteilen für eigene Möbel, Bastelmaterial oder Rohstoffen. Stört mich ja im Prinzip nicht, auch wenn es sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit handelt, den Müll zu durchsuchen und gar um Diebstahl, etwas mitzunehmen. Doch richtig dreist wird es meiner Meinung nach, wenn diese Leute dann auch noch klingeln und fragen, ob man nicht noch dieses oder jenes hat, was man wegwerfen möchte. Und dann teilweise in echt unhöflicher Weise ohne Grußwort, etwa so (den Akzent und die Sprachprobleme lass ich jetzt mal weg):
“Haben sie noch alte Elektrogeräte?”
“Nein.”
“Waschmaschine oder so?”
“Nein, wir haben nichts mehr.”
“Fahrrad?”
“Nein, nix mehr. Alles, was weg soll, steht vorne.”
“Vielleicht Autoteile?”
“Nein, hören Sie, alles, was wir wegschmeißen wollen, ist dieser alte, von Holzwürmern zerfressene Schrank, dem 2 Beine fehlen. Den können Sie gerne haben, wenn Sie wollen.”
“Näää näää, sowas will ich nicht.”
“Okay.”
“Hmm. Ich fahr dann mal weiter.”
“Gut, viel Glück und schönen Tag noch.”
“Ja, danke.”
Gut, es sind jetzt nicht alle so und das Beispiel war nun das extremste, aber sehr verwunderlich ist es doch. Das Sperrmüll selbst bei Regen so viele Leute anlockt hätte ich nicht gedacht. An sich ist Sperrmüll aber eine feine Sache: Man wird endlich mal so altes Gerümpel los, das irgendwo vor sich hin modert und kann Platz schaffen. Wenn man das nicht nur alles an die Straße schleppen müsste.
Achso, was ich noch loswerden muss: Ich will hier keine Klischees und Vorurteile schüren, es waren zum Großteil auch Deutsche, die sich das Zeug angeschaut haben, nicht das hier wieder denkt, mein Erlebnis gelte als Paradebeispiel für bestimmte ausländische Mitbürger. Sowas geschieht ja leider viel zu schnell. Wobei ich natürlich auch zugeben muss, dass auch solche da waren.

















13 Kommentare
*hehee* kenn ich – obwohl, geklingelt hat noch keiner bei mir! das sollen die sich auch mal trauen.
ich hatte mal vor kurzem eine garderobe an die strasse gestellt… mit ‘nem zettel: “zur verschenken”. ey das hat keine 5 min. gedauert und weg war der
ratz fatz ging dat – und es war kein sperrmülltag!
Da lob ich mir doch die Kieler Regelung. Anrufen, anmelden, dann bekommste nen Termin gesagt und dann stellst (nur du) deine Sachen an die Starße und die sind nächsten MOrgen dann wech. Und nicht ständig ominöse Leute, die hier um die Ecken schleichen und so
Dieses Speermüll-Schauspiel haben wir auch 2xjährlich in Riesa…da kommen dann viele Polen und Tschechen mit verrosteten Bussen und laden den ganzen Kram ein….aber geklingelt hat bisher auch noch niemand
schau mal ins BGB unter “Aufgabe von Eigentum” irgend ein paragraph bei 2xx rum… ergo kein Diebstahl wenn du mich fragst
@Blog|Rausch: Naja, was willste machen, wenn die bei dir anklingeln? Außer denen die Meinung zu geigen bleibt ja nicht viel, ist ja nicht verboten. Aber stimmt, wenns was umsonst gibt, gehts ganz schnell
@Jenni: Ist natürlich praktisch, lohnt sich aber in ner verhältnismäßig großen Stadt wie Kiel eher als in einer kleinen Gemeinde wie bei uns
@Andi: Ja, bin heute spazieren gegangen und es waren total viele alte Kleinbusse unterwegs
@torschtl: Natürlich würde ich das nicht behaupten, wenn ich mich nicht vorher schlau gemacht hätte. Auf diversen Seiten und Foren (u.a. Wikipedia) steht jedoch deutlich, dass das unerlaubte Entfernen von Sperrmüll ein Diebstahl sei. Das Zeug gehört wohl, so hab ich es verstanden, sobald es an der Straße steht dem Entsorger, also der Müllabfuhr bzw. dem Müllverarbeitungsdienst. Die trennen die Materialien ja auch voneinander und die Rohstoffe sind ja auch was wert.
Meistens wird aber wirklich nichts dagegen gesagt, vielleicht könnte man es diplomatisch “geduldeten Diebstahl” nennen.
sperrmüll is ne ganz feine sache! zu beachten sind nur die regionalen unterschiede im umgang mit sperrmüll:
- in dem sächsischen kleinstadt-dorf, aus dem ich stamme, ist sperrmüll-tag gleich familien-tag. da ziehen ganze sippschaften durch die straßen auf der suche nach verwertbarem. die kinder wühlen, die väter wählen aus, die mütter meckern. schön!
- in münster, wo ich zuletzt lebte, wird der sperrmüll viel organisierter verwertet. da fahren ganze gangs von kleinen männern auf winzig kleinen moppeds durch die straßen und packen alles auf ihre nicht ganz so kleinen anhänger, was irgendwie nicht völlig wertlos aussieht. die fallen am sperrmüll-tag wie heuschrecken über die stadt und 2 stunden später sind sie (und der sperrmüll) spurlos verschwunden.
- in berlin, meiner neusten heimat, betrachtet man einfach alles als sperrmüll, was auf der straße steht. wird alles eingepackt: möbel, elektrowaren, fahrräder, kinder.
irgendwie verwirrend das alles.
@dasmo: *sign* is echt witzig wie sich die einzigen Regionen unterscheiden.
Is bei meinen Eltern im “bösesten Kaff Deutschlands” aber auch so, alsbald der Sperrmüll draussen stehen, kommen die alten Ford-Transits und haste nich gesehen Transporter. Wenn ich an solchen Tagen dann dort bin muss ich immer ‘n bissl auf mein Auto aufpassen, einer wär mal fast rangefahren, anderer wollte augenscheinlich am liebsten das ganze auto mitnehmen usw. schon komisch was manche Leute sich so denken.
Erinner mich noch daran, dass ich meinen Integralhelm, der nach nem Motorradunfall zwar nur ein paar Kratzer hatte (aber ich wusst ja das er, auf grund des sturtzes, gebrochen sein musste), vor dem Sperrmüll explizit noch mit einer Axt bearbeitet hab, damit keiner auf die dumme Idee kommt, der könnte noch benutzt werden…
@dasmo: Willkommen erstmal! Regionale Unterschiede kenn ich nun nicht, liegt aber daran, dass ich noch nie umgezogen bin. Ist aber echt witzig, so wie du das darstellst.
@chr!s: Ja, so ungefähr läufts hier auch ab, manche Leute nehmen wirklich jeden Müll mit. Die Sache mit dem Helm haste gut mitgedacht, sehr lobenswert
Ich bin immer ganz dankbar, für die Leute, die sich dort bedienen. Wir sind hier mittlerweile sogar so weit, dass auch außerhalb der offiziellen Termine der Müll vor die Tür gestellt wird. Nach zwei drei Stunden ist der größte Teil davon weg (speziell Metalle) und die Abholgebühr spart man sich. Find ich gut
@iza: Ja, ich hab eigentlich auch überhaupt nichts dagegen. Wir wollen es eh nicht mehr haben, dann kanns von mir aus haben, wer es haben will. Nur an der Tür zu klingeln und zu fragen finde ich dreist, das muss nicht sein
Eilmeldung: Fiebig hat gesagt, ich habe Regio bestanden (“Sie haben zwar ne 5, aber es ist ja trotzdem ganz gut… 81 Punkte, ab 59 gibt es einen TN…”).
Ergebnisse sollen ab Donnerstag oder Freitag im Internet (!) stehen und hängen jetzt schon im Institut aus.
Soweit die Nachrichten.
Mhh, 40 km weiter im [nicht so] schönen Neumünster, muss man anrufen, sich einen Termin geben lassen, es nach vorne schleppen und bis zum nächsten Tag warten, dann kommen die netten Herren von der Müllabfuhr und nehmen alles mit. Aber auch hier ist es so, dass sich Scharen, von Menschen auf den Müll stürzen, ihn durchsuchen, klingeln und – und das stört am meisten! – den schön gestapleten Müll total durch “flättern” und ihn total zerstreuen, sodass die netten Jungs von der Müllabfuhr immer etwas “da lassen”…
Woher wissen die Leute, eigentlich, dass wir die Müllabfuhr bestellt haben!? – Mysteriös.
Hach, das Video ist sooo geil!
@basti: Danke für den Hinweis – Glückwunsch zum Bestehen der Klausur
@Domschi: Loool, das Video ist ja mal echt geil! Wie trashig (im wahrsten Sinne des Wortes
). Das muss der neue Sommerhit werden
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