Treasure & Trash: Coversongs

Coverversionen von Songs sind heutzutage eine beliebte Methode neuer, unbekannter Bands und Künstler geworden, um sich einen Namen zu machen. Ist ja auch ein relativ sicheres Konzept, erfolgreiche Songs noch einmal neu aufzulegen, irgendein Erfolgsrezept haben diese Songs ja und vielleicht kann man so schnell an dem Ursprungserfolg anknüpfen. Manchmal gelingt es sogar, dass das Cover bekannter und berühmter wird als das Original. So gibt es durchaus sehr gute und hörenswerte Coverversionen, die man sich wirklich gerne anhört, die auch gleich ins Ohr gehen. Ebenso gibt es leider auch äußerst schlechte Coversongs, die noch unnötiger scheinen als eine Fliege in der Suppe. Aus beiden Kategorien möchte ich dieses mal bei Treasure & Trash meine Top 5 vorstellen. Zunächst aber eine kurze Erläuterung, was für mich einen guten Coversong ausmacht.
Ein gelungenes Cover spielt den Song nicht einfach nur nach, es muss das Original in ein neues Gewand bringen, sodass es zum Stil des Coverkünstlers passt. Der Künstler oder die Band muss sich schon etwas dabei gedacht haben, weil das Cover sonst sinnloser Ideenklau ist. Am besten wäre es, wenn das Cover mit dem gleichen Text eine andere Aussage beherbergen würde und doch gleichzeitig einen gewissen Tribut an das Original zollt. Übrigens: Oli P. hab ich aus der Liste verbannt, weil der die Flop-Liste komplett besetzen würde. Doch nun genug Vorgeplänkel, auf zu den Listen. Beginnen wir mit den Top5 Coversongs, aufsteigend von Platz fünf bis eins:
Platz 5: Bloodhound Gang – Along comes Mary (Cover / Original)
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten das Original von The Association aus dem Jahre 1966 gar nicht kennen. Die Coverversion der Bloodhound Gang hat mit diesem abgesehen von Textpassagen auch nicht mehr viel gemeinsam. Gut so, denn so wurde der Song zu einem richtigen Kracher, zu dem man doch gerne auf jeder Party abgegangen ist.
Platz 4: Guns ‘n’ Roses – Knocking on Heaven’s Door (Cover / Original)
Hier leider keine Originalvideos. Mir gefällt die Version von Guns ‘n’ Roses besser, weil sie mehr rockt und überhaupt von der ganzen Stimmung besser zum Text passt als das ruhige Original von Bob Dylan, das ich allerdings auch nicht schlecht finde.
Platz 3: Dreadful Shadows – Twist in my sobriety (Cover / Original)
Von diesem Lied gefällt mir schon das Original von Tanita Tikaram sehr gut. Während das Original eher ruhig und traurig ist, gibt sich das Cover recht kraftvoll und bedrohlich. Abgesehen davon gefällt mir die Stimme des Sängers Sven Friedrich, inzwischen Sänger von Zeraphine, unglaublich gut.
Platz 2: Disturbed – Land of Confusion (Cover / Original)
Das Cover von Disturbed punktet vor allem durch die besser zum Text passende musikalische Untermalung und den Gesang, die aggressiver und kraftvoller daherkommen als im (guten) Original von Genesis. Auch das Video punktet hier durch die deutlichere Aussage.
Platz 1: Michael Andrews – Mad World (Original)
Wow! Dieses Cover ist wohl schlicht perfekt. Meiner Meinung nach besser als das Original von Tears for Fears, da in ihm die Emotionen so intensiv sind, dass man fast jedes mal, wenn man das Lied, eine Gänsehaut bekommt und nachdenklich wird. Eine wahrhaft verdiente Nummer 1.
[youtube v52Igdotisk]
Das waren nun also die meiner Meinung nach fünf besten Coversongs. Kommen wir jedoch nun zu den schlechtesten Coversongs aller Zeiten, zumindest aus meiner Sicht:
Platz 5: The Fugees – Killing me softly (Cover / Original)
Ich bin ja jemand, der Rap-Passagen, oder generell gesagt Sprechgesang in Songs nur in wirklichen Ausnahmefällen gut findet. Daher macht das Cover der Fugees für mich das wirklich wunderschöne Original von Roberta Flack einfach nur kaputt, zumal es in meinen Augen um ein vielfaches an Gefühl einbüßt.
Platz 4: Madonna – American Pie (Cover / Original)
Was Madonna dazu bewegt hat, dieses Lied zu covern, weiß ich leider nicht. Ihre Version hat leider überhaupt nichts Besonderes an sich. Ganz anders das Original, das für alle Zeit ein Klassiker bleiben wird. Madonnas Version ist einfach ein stinknormaler Popsong – langweilig.
Platz 3: Ronan Keating – Iris (Cover / Original)
Vielleicht das dreisteste Cover hier in der Liste – denn die Version von Ronan keating wirkt fast 1:1 geklaut, ohne jegliche Nuance einer eigenen Interpretation. Die Goo Goo Dolls Version schafft es dennoch, das Gefühl besser zu vermitteln. Das Cover hat an sich keinerlei Daseinsberechigung.
Platz 2: Atomic Kitten – Eternal Flame (Cover / Original)
Das Original von den Bangles ist ein wunderschönes, romantisches und ehrliches Liebeslied mit Gänsehautfaktor. Das Cover ist nichts weiter als ein seichter Popsong, der einem nichts bietet, außer ein fürs Männerauge ganz nettes Video.
Platz 1: Kelly Osbourne – Papa don’t preach (Original)
Oh – mein – Gott! Wie kann man nur so etwas fabrizieren? Wie kann man nur Madonna covern? Und dann noch so? Das will keiner sehen und keiner hören, das ist ein Verbrechen an der Musik. Das Original ist um Lichtjahre besser. Die Coverversion ist einfach nur vom Inhalt befreiter Krach. Aber hört selbst:
[youtube lBX4hGpF1yE]


13 Kommentare
lars - 03.11.2007 at 10:42
also bei den schlechten covern gebe ich dir völlig recht. bei den guten fehlt mir aber megadeath-paranoid. das ist ein cover vom black sabbath song vom gleichnamigen album. ich finde das original schon gut. aber das cover ist perfekt.
zitrone - 03.11.2007 at 12:23
Michael Andrews – Mad World das lied ist so schön…schnief… aber leider hängen dort nur schlechte erinnerungen dran, dennoch komme ich nie weg von dem lied….
american pie von madonna… das kam raus als ich 11 war oder so zumidnest glaub ich habe ich es da gehört und ich fand das soooo toll als ich dann später das original gehört habe hatte ich mich geschämt.. aber naja.. so ist es wenn man klein ist
konna - 03.11.2007 at 14:49
@lars: Das kannte ich gar nicht. Hört sich nicht schlecht an, beim ersten Anhören finde ich aber das Original noch einen Tick besser.
@zitrone: Ja, also ich find das auch wirklich wunderschön. Und das Video dazu ist auch toll. Ist auf jeden Fall nichts, wenn man gute Laune haben will.
Ich kannte das Original zum Glück schon, bevor Madonnas Version rauskam, weil das auf der Musikkassette drauf war, die wir immer auf unseren Urlaubsreisen nach Dänemark gehört haben. Vielleicht kommt mir auch deswegen nichts über das Original. ^^
Basti - 03.11.2007 at 15:01
Ahaaaa, darum gings also bei dir am gestrigen Abend. Ich verstehe
. Schöner Beitrag…
Das Schockierende an vielen Coversongs ist ja, dass die Generation, die dann die Coverversion vorgesetzt bekommt, oftmals gar nicht weiß, dass der Künstler den Song gar nicht selbst geschrieben hat! Und das ist das eigentliche Problem daran, denke ich.
Da gab es mal vor ziemlich genau 10 Jahren eine Version von Every Breath You Take von Puff Daddy, der damals noch so hieß. Damit ist er erst richtig bekannt geworden. Und schwupps, dachten sie alle, er hätte das Lied geschrieben (oder zumindest schreiben lassen).
Nervig finde ich auch die, ich nenne sie einfach mal so, Neue Deutsche Cover-Welle. Damit meine ich nicht die neue Deutsche Welle, sondern die Tatsache, dass seit ein paar Jahren verhältnismäßig viele Deutsche Acts aus dem Konglomerat Bravo-Viva-Bild versuchen, sich mit Covern zu etablieren. Zum Beispiel “She’s Like The Wind”, vorgetragen von einem talentfreien Dödel. War aber trotzdem in den Charts.
Das verdeutlicht, finde ich, nochmal, dass es zumindest bei diesen Leuten wirklich nicht um die Musik geht, sondern ums Geschäft. Das sind ja ganz wirtschaftliche Gedankengänge – Wie etabliere ich mich? Mit einem Coversong. Ein Song, den viele kennen, viele mögen. Also: Man nehme “She’s Like The Wind”, lege den seit Ende der 90er obligatorischen Pop-Beat drunter, entferne alle verwirrenden musikalischen Ideen und stelle einen Dödel vor die Kamera, der die genretypischen Gesten in einem genretypischen Video mit dem genretypischen Gesangsstil verbindet. Das hat mit Kunst nun wirklich nichts mehr zu tun.
Ende.
cimddwc - 03.11.2007 at 15:25
Gute Auswahl.
Zu den schlechten möchte ich noch Kram wie z.B. “Queen Dance Traxx” erwähnen – grau.en.voll.
Aber es überrascht mich, dass es einige gute Rock-Cover von Michael-Jackson-Songs gibt…
Pas - 04.11.2007 at 16:29
Richard Cheese ist zum Teil echt genial, der covert viele Lieder im Jazz-Stil. Aber viele Sachen von dem sind auch richtig schlecht
was ich auch schlimm find ich das Cover von Clocks (Coldplay), was grad dauernd im Radio läuft/lief, ich weiß nicht, wer das gemacht hat, aber das ist eine Entstellung!
Pas - 04.11.2007 at 16:30
oder kennt ihr Guten Tag von +44? Auch geil!
Sebastian - 04.11.2007 at 20:06
Tears for fears sagen selber, dass ihnen die Version von Mad World besser gefällt
Aber am schlimmsten sind U2, die covern live alles und jeden. Ich hasse Bono.
konna - 04.11.2007 at 20:27
@Basti: Ja, die Puff Daddy Version von Every breath you take muss in deinen Augen ja ein unglaubliches Verbrechen gewesen sein. Finde sowas wie du es beschreibst aber auch nervig, ein bisschen mehr Kreativität sollte man ruhig verlangen können.
@cimddwc: Also da weiß man ja schon beim Namen, dass das schlecht sein muss. Aber mit den Michael Jackson Rock Cover gebe ich dir Recht – ich denke da an Beat it von The Unseen. Rockt! ^^
@Pas: Also Jazz ist nun überhaupt nicht mein Metier, genauso wenig Coldplay. Aber wenn du das sagst, wirds wohl stimmen.
Das von +44 kenn ich übrigens auch nicht. Sorry!
@Sebastian: Ach sieh mal einer an, das wusste ich gar nicht. Ist aber auch ne echt gute Version. Passt auch so schön zu Donnie Darko. Zu U2 kann ich nur sagen, dass mir die Musik auch nicht so zusagt, aber Zeraphine haben einen Song von denen gecovert (New Year’s Day), das gefällt mir sehr gut!
Sebastian - 04.11.2007 at 23:03
New Year’s Day ist ja auch einer von 3 guten U2-Songs
konna - 04.11.2007 at 23:21
@sebastian: Wobei ich das Cover aber noch lieber mag, mag aber auch an der Band liegen.
Hirngabel - 06.11.2007 at 13:11
@cimddwc
Ohja, die “Queen Dance Traxx” waren wirklich unterirdisch. Da versammelte sich all das schlechte der 90er-Jahre.
Das Tragischste ist aber, dass ich sogar im Besitz dieser CD bin und sie mir aus Trash-nostalgischen Gründen alle drei, vier Jahre sogar noch mal in den CD-Player schiebe. Aber nur ganz kurz.
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Ein wirklich gelungenes Cover ist auch “The man who sold the world” von Nirvana.
Grundsätzlich mag ich ja am liebsten “Crossover-Cover”, bei denen die Originalsongs in einen anderen (im Optimalfall besseren, sprich gitarrenlastigeren) Kontext gebracht werden.
“Mad World” ist auch aus meiner Sicht ein absolut würdiger Gewinner.
Pas - 07.11.2007 at 15:25
+44 Guten Tag: http://www.youtube.com/watch?v=MCRldzTIZfc auf jeden Fall ne coole Interpretation, ganz im Blink-Style^^ find ich besser als andersrum When your heart stops beating von den Helden ( http://www.youtube.com/watch?v=yvRor3IBLhM )