Mit Erfolg zum Thema, mit Thema zum Erfolg

Nachdem ich im ersten Teil meiner Serie über Blogstile die verschiedenen Arten von Bloggern vorgestellt habe und im zweiten Teil auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Frauen und Männern in der Blogwelt eingegangen bin, soll es nun um die Wahl der Themen gehen: Spezialisieren oder variieren? Welche Themen sind besonders erfolgreich? Wie erreiche ich erste Erfolge mit meinem Thema? Das sind die drei zentralen Fragen, um die es hier gehen soll.
Dafür müssen wir jedoch vorab eine andere Frage klären: Woran messen wir Erfolg? Dies ist tatsächlich auf verschiedene Weise möglich. Die einen messen ihn anhand der reinen Besucherzahlen, andere sehen eher in Stammlesern und vielen Kommentaren den Erfolg. Dabei ist natürlich jedem selbst überlassen, wie er seine Prioritäten setzt. Natürlich können einem diese Dinge auch komplett egal sein und man schreibt einfach nur für sich oder aus anderen Gründen – in diesem Falle ist die Wahl des Themas natürlich ziemlich egal.
Vor dem Start unseres Blogs steht also zuerst die Frage nach dem Thema – wollen wir möglichst viele Themen bearbeiten bzw. immer das schreiben, was uns gerade in den Sinn kommt oder fixieren wir uns auf ein oder einige wenige Themen, die wir ausführlich behandeln? Beides hat seine Vor- und Nachteile. Eine große Themenvielfalt, vor allem aktuelle Dinge oder immer beliebte Themen wie Politik, Sex und Klatsch ziehen Besucher von Suchmaschinen an wie ein Magnet, die Besucherzahlen schießen in die Höhe. Viele dieser Besucher werden aber nicht wiederkommen, da meist nicht noch mehr oder nur wenig zu diesem Thema vorhanden ist. Anders bei einem Themenorientierten Blog: Wenn wir über die Artenvielfalt in der afrikanischen Savanne schreiben, werden sicher nicht so viele Besucher von Suchmaschinen kommen wie bei den vorher genannten Themen. Jedoch werden diejenigen, die unseren Blog finden und sich über eben dieses Thema informieren wollen, viel eher wiederkommen und auch den ein oder anderen Kommentar hinterlassen.
Wenn wir nun nach einem oder mehreren Themen suchen, über die wir schreiben wollen, sollten wir versuchen, uns darüber klar zu werden, was denn der gewöhnliche Internet-User will. Da wir selbst ebenfalls im Internet unterwegs sind, fragen wir uns an dieser Stelle einfach selbst. Im Grunde sind es doch nur zwei Dinge, die einen dazu führen, im Internet zu suchen: Informationen und Unterhaltung. Für einen erfolgreichen Blog ist es also unsere Aufgabe, diese “Grundbedürfnissen der Internet-User” zu befriedigen. In der Regel nur eines dieser beiden Bedürfnisse, auch wenn es möglich ist, beim Unterhalten zu informieren oder anders herum.
Für unsere Themenwahl sind zwei Überlegungen notwendig: “Welche Themen sind gefragt?” und “worin kenne ich mich aus oder wofür interessiere ich mich und bin ich bereit nachzuforschen?”. Da Letzteres jeder nur für sich selbst beantworten kann, konzentrieren wir uns auf die erste Frage. Grundsätzlich gilt hier, dass es für jedes Thema Interessenten gibt, die Anzahl schwankt jedoch stark. Folgende Gesetzmäßigkeit tritt hier in Kraft: Für Themen mit vielen Interessenten gibt es auch schon relativ viele Seiten (Beispiele: Politik und Sex) , für Themen mit weniger Interessenten sind auch weniger Seiten vorhanden (Beispiele: Sammelleidenschaften, Berufsblogs).
Dieses Gleichgewicht bringt uns in die glückliche Lage, frei wählen zu können. Hier sollte man eine realistische Selbsteinschätzung wagen – wenn man meint, eine bessere Quelle zu sein als viele andere schon existierende Quellen, sollte man sich trauen und den Versuch wagen und in den Konkurrenzkampf um die Leser und die Suchmaschinen-Einträge einsteigen. Wenn man nicht so selbstsicher ist, warum nicht Pionier werden und ein unbekanntes Thema bekannt machen? Die eigenen Vorlieben spielen in diesem Fall eine entscheidende Rolle. Ebenfalls die persönlichen Umstände: Schaffe ich es, immer aktuell zu sein und regelmäßig zu schreiben oder bin ich eher jemand, der nur manchmal Zeit findet und gemächlich ans Werk geht? Mit jeder der beiden Methoden kann man Erfolg haben, dieser kommt nur nicht von allein und ist nicht nur eine Sache des Themas (auch die eigene Aktivität auf anderen Blogs und natürlich Schreibstil und Design spielen eine nicht unerhebliche Rolle).
Ein Spezialfall bei den Themen ist das Private. Wenn man nur über sein Privatleben schreibt, wird man außer den Leuten, die einen kennen, kaum wiederkehrende Besucher anlocken können, wenn man nicht ein wirklich außergewöhnliches Leben führt. Auf der anderen Seite machen an manchen Stellen ein paar eingestreute private Bemerkungen einen Blog lebensnäher, da man etwas über den Autoren erfährt und in gewisser Hinsicht eine persönliche Beziehung zu diesem aufbauen kann.
Es lässt sich also zusammenfassend festhalten, dass es grundsätzlich kein falsches Thema für einen Blog gibt, wenn man es nur richtig zu verkaufen weiß. Mit Einträgen in Suchmaschinen und Blogverzeichnissen bringt man sich selbst schon ein Stück weiter und durch fleißiges Kommentieren auf anderen Blogs wird man schnell bekannter. Sobald man woanders kommentiert, wird zumindest der Betreiber des Blogs einmal neugierig schauen, wo der Neuling auf seinem Blog denn herkommt. Ansteuern sollte man vor allem themenverwandte (wichtig: nicht unbedingt themengleiche) Blogs, da bei diesen generell eher Interesse für die eigene Seite zu erwarten ist. Eine bloggende Nonne wird nicht unbedingt regelmäßig auf einem Sexblog vorbeischauen oder dieses gar verlinken. Die wichtigste Tugend beim Start eines Blogs ist die Geduld, denn Erfolge lassen sich nicht von heute auf morgen erreichen. Ich spreche da aus Erfahrung.
Das war sie also, meine kleine Reihe über Blogstile. Mich würde interessieren, ob sie euch gefallen hat oder wenn nicht, warum? War alles schon bekannt? Decken sich die Aussagen nicht mit eigener Erfahrung? Sind die Beiträge nicht anschaulich genug oder zu langweilig gewesen? Jede Kritik hilft!


1 Kommentar
latita - 28.11.2007 at 20:34
Ich will die ganze Zeit schon was zu diesem Artikel schreiben. Aber du willst ja Kritik hören und die fällt mir nicht ein
Gerade diesem Artikel stimme ich zu, hilft er doch Neulingen sich erst mal zu orientieren. Zu den verschiedenen Schreibstilen hätten mir vielleicht ein paar Beispiellinks gefallen.
Wenn man erst mal angefangen hat mit schreiben gehts los
Bei sehr langen Texten finde ich Zwischenüberschriften gut, wenn ein ganz neuer Gedankengang eingeführt wird, so dass man beim späteren Lesen das Gewünschte schneller findet.
So weit erst mal