Filmriss: Der goldene Kompass

Als Ende 2001 ‘Der Herr der Ringe‘ über die Kinoleinwände flimmerte, wurde ein riesiger Boom des Fantasy-Genres ausgelöst. Seither kommen fast jedes Jahr und vor allem zur Weihnachtszeit neue Fantasyfilme in die Kinos, die sich mit Peter Jacksons Epos messen müssen. Auch das Konzept der Trilogie wurde durch Herr der Ringe äußerst populär und so schickt sich diesen Winter Chris Weitz’ ‘Der goldene Kompass’ an, in die Fußstapfen des großen Vorbildes zu treten.

Der goldene Kompass‘Der goldene Kompass’ basiert auf die Romane von Philip Pullman. In einem Paralleluniversum leben die Menschen zusammen mit einem ihnen zugehörigen Dæmon. Diese tiersichen Begleiter sind so etwas wie die Seelen der Menschen. Der Forscher Lord Asriel (Daniel Craig) hat sich zum Ziel gesetzt, das Phänomen des kosmischen Staubes, einer Art Verbindung in andere Universen, zu ergründen, während das Magisterium, das zentrale Verwaltungsorgan, genau dies verhindern will. Eine zentrale Rolle in diesem Zusammenhang nimmt das Mädchen Lyra (Dakota Blue Richards) ein, die im Besitz des namensgebenden goldenen Kompasses ist, der ihr immer die Wahrheit verrät.

Der goldene Kompass kann in Sachen Fantasywelt, Optik, Sound und schauspielerischer Leistung voll und ganz überzeugen. Alles wirkt aus einem Guss und ist sehr stimmig inszeniert. Die Exposition erklärt uns schnell die wichtigsten Fakten und entlässt uns dann in die atmosphärische Welt, die optisch schlicht grandios ist, ob es nun die Städte sind, die vom Stil her einem England der 30er Jahre ähneln oder die Landschaftspanoramen mit weiten Feldern und Eislandschaften. Die Darsteller machen ihre Sache durchweg gut, was bei der Liste der Namen (Daniel Craig, Nicole Kidman, Eva Green) aber auch nicht weiter verwunderlich ist.

Leider haben viele dieser Schauspieler nur verhältnismäßig kurz die Möglichkeit, ihr Können zu zeigen, da die Geschichte doch sehr zentriert auf die Figur der Lyra zentriert ist, die von Dakota Blue Richards zwar sehr gut verkörpert wird, was jedoch den Film doch eher zur Zielgruppe Kinder neigen lässt. Außerdem hat der Film mit einigen Logikfehlern zu kämpfen: Mal trägt der Eisbär Iorek Byrnison seine Rüstung, dann plötzlich wieder nicht oder in einem Kampf mit einem anderen Bären bricht er sich den Arm, kann in der nächsten Szene aber wieder rennen. Diese Fehler sollte man aber verschmerzen können, da man sonst einen sehr unterhaltsamen Fantasyfilm verpasst, der zwar kein der Herr der Ringe, aber zu keiner Zeit langweilig ist und Lust auf die Fortsetzung macht.

Wertung: 7/10 Punkte

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5 Kommentare

  1. latita - 08.12.2007 at 21:19

    Der ist schon seit einer ganzen Weile auf meinen Eisteepackungen angekündigt und ich würde ich total gern sehen… aber wer geht mit mir ins Kino?

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  2. bullion - 09.12.2007 at 12:27

    Um es auch noch einmal hier zu sagen: Schöne Kritik. Kann ich nur voll und ganz zustimmen… :)

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  3. konna - 09.12.2007 at 17:47

    @latita: Ach, wieso hast du keinen, der mit dir ins Kino geht? Kann ihn dir aber nur empfehlen, wenn du Fantasy magst.

    @bullion: Dankeschön, ein Lob vom Meister der Filme liest man immer gern! :)

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  4. latita - 09.12.2007 at 20:49

    Fantasy und ScienceFiction ist das einzige was ich mir (wenn) anschaue. Hingehen ist aber schwer, weil ja irgendeiner das Kindchen hüten muss und ich ihn ungern in fremde Hänfe gebe… Allein ist aber auch blöd :(

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  5. latita - 12.01.2008 at 22:06

    Ich hab mir die drei Bücher dazu bestellt und das erste “Der goldene Kompass” gleich am ersten Tag verschlungen.. sind ja nicht sonderlich dick :D

    Zum Eisbären kann ich inzwischen folgendes sagen: Im Kampf mit dem Bärenkönig tut er nur so, als würde er verletzt sein… Hab den Film ja bisher nicht sehen können… deswegen schätze ich mal, dass es auch im Film die Szene ist, kommt ja sonst kein Kampf Bär gegen Bär vor.
    Das Buch ist bis auf ein paar erzählerische Schwächen jedenfalls sehr gut

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