
“Das Leben ist ein scheiß Spiel – aber mit verdammt geiler Grafik!”
Kennt ihr das auch? Diese Momente, die eine Entscheidung von einem fordern und man hat überhaupt keine Ahnung, welche Entscheidung nun die richtige ist. Am liebsten würde man an diesem Punkt den Spielstand sichern und neu laden, wenn es die falsche Entscheidung war. Doch das geht nicht, das Leben ist kein Spiel, hat man einmal einen Weg eingeschlagen, kann man ihn nur ganz selten wieder rückwärts gehen. Schon oft hatte ich diese Momente und es kommen immer wieder neue dazu. Auch bei Affekthandlungen wünscht man sich oft, man könnte es einfach nochmal versuchen. Einfach einmal einen anderen Weg ausprobieren, einfach einen Fehler korrigieren, der womöglich das ganze Leben verändert. Daraus lernen würde man ja trotzdem.
Wenn ich diese Fähigkeit hätte, ich hätte sie ganz ehrlich schon sehr oft eingesetzt. Ich bin nicht wie die Fielmann-Männer, die fast alles in ihrem Leben noch einmal genauso machen würden. Oh nein, wie anders würde ich in vielen Situationen reagieren! Es gibt so einige Situationen, in denen ich hätte mutiger sein sollen, wo ich mich nicht getraut habe, einen entscheidenen Schritt zu tun, einfach mal ein Risiko einzugehen. Den Spruch “wer nicht wagt, der nicht gewinnt” sollte ich mir auf die Stirn tätowieren lassen. Es ist im Prinzip das ungewollte Motto meines bisherigen Lebens.
Doch gab es auch die ein oder andere Situation, in der ich nicht still sein konnte, in der ich richtig aus der Haut gefahren bin. Dann fallen auch mal Worte, die man hinterher bereut, die aber gesagt wurden und nie mehr ungeschehen sein werden. Ich habe Leuten weh getan, obwohl ich es gar nicht wollte, Leute, die es zum Teil gar nicht verdient haben. Und meistens habe ich mich dadurch selbst ins Abseits geschossen. Manchmal ist Reden eben wirklich nur Silber und Schweigen ist Gold. Das beherzige ich leider immer nur in den falschen Momenten.
Aber was nützt es, sich darüber Gedanken zu machen? Man kann sich nicht einfach in der Zeit zurückversetzen und alles noch einmal neu machen. Ich kann nicht noch einmal mutig sein, ich kann die Worte nicht ungeschehen machen, ich kann nur beeinflussen was ist und kommen wird und versuchen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und noch sehr oft werde ich trotzdem die falschen Wege gehen, ich werde stolpern und mich verlaufen, aber ich werde auch mal Glück haben und auf den rechten Pfad zurückfinden.
Und in gewisser Weise ist das Leben doch ein Spiel: Zwar ohne Extraleben und Speicherfunktion, aber mit einer spannenden, für jedermann individuellen Geschichte und unterschiedlichen Lösungswegen, die Höhen und Tiefen haben. Manche spielen lieber allein, manche zu zweit, manche mit noch mehreren. Jeder spielt das Spiel des Lebens unterschiedlich und jeder macht Fehler, denn das Leben ist das einzige Spiel, für das es keine Spielanleitung gibt. Jeder Spieler muss seine eigene schreiben. Und auch wenn ich manchmal neidisch auf andere Anleitungen schaue, ich würde meine eigene mt keinem tauschen wollen, auch wenn sie noch so viele Fehler enthält…

















7 Kommentare
Du hast mir aus der Sele geschrieben … geht mir sehr oft genauso. Vielleicht liegt ja der passende Life-Controller demnächst unter dem Tannenbaum. aber andershrum, wie würde unser Leben aussehen, wenn wir alles rückgängig machen könnten … Fragen über Fragen.
Gruß,
Jens
ach konna, du weißt gar nicht wie sehr mich diese text “berührt” und irgendwie in mich gedrungen ist (hoffe du verstehst was ich meine). auf irgendeine weise halt, das leben ist kein spiel und doch ist es irgendwie eins. und vor allem ist es kein leichtes spiel.
Das merkt man/ich täglich aufs neue. Und auch das positive zu sehen ist oft einfach viel zu schwierig. Aber ganz ehrlich, wenn du dir einen Punkt aussuchen könntest, und von da an dein Leben noch mal leben würdest, würde es dann besser sein? Und wo würde dieser Punkt sein?
Ich würde ihn in meinem Leben nicht finden, der Punkt wo ich Fehler begangen habe und die ich wegmachen will. Was nicht heißen soll, dass ich keine Fehler gemacht habe, aber dass es sich doch alles aneinander reiht und ich demnach bei 5 oder 6 Jahren wieder anfangen müsste. Was für eine gruselige Vorstellung, vor allem wüsste ich selbst im nachhinein nicht, wie ich besser reagiert hätte, zumindest nicht in allen Situationen.
Das Leben geht seinen Weg und nimmt uns mit. Es ist eine Reise. Eine Reise mit dem Ziel Tod. Und diese Reise geht nur in eine Richtung, man kann nicht umdrehen, man kann nur in Erinnerungen manchmal leben.
Traurige Erkenntnis. Gruß traurige/nachdenklich zitrone.
@Niffchen: Hallo und herzlich willkommen auf der Deponie.
So ein Life-Controller wäre wohl wirklich mal praktisch. Aber vielleicht zu praktisch und wenn alle das hätten, würds ja nie weitergehen. ^^
@zitrone: Das freut mich, dass dieser Beitrag so durchgedrungen ist. Wollte dich aber nicht traurig machen. Deswegen sag ich auch nicht mehr als dass ich gerne zur Stelle bin, wenn du mal im Spiel nicht voran kommst, aber das weißt du ja.
Ein wahrlich toller Artikel. Nun mal meine Sicht in aller dargebotenen Kürze… also…
Ich kenne es auch. Diesem Moment, den man gemeinhin als “Point of no Return” kennzeichnen kann. Wenn man eine Entscheidung getätigt, eine Handlung vollführt hat und merkt, dass es nicht gut war, aber das man es nun auch nicht mehr ändern kann. Ist eine schlimme Sache. Zumindest, wenn man dauerhaft darüber nachdenkt und quasi der Situation hinterhertrauert. Man sollte sich bewusst sein, dass man sich falsch entschieden, falsch gehandelt hat und danach die Vergangenheit vergessen, abhaken, als erledigt betrachten. So kann das Leben weitergehen. Schwerer als zuvor, aber es geht. Und alles regelt sich irgendwie, irgendwo und irgendwann von allein. So mehr oder weniger.
Ich habe mein Leben vor 3 Jahren an mir vorbeiziehen sehen (schwere OP; “Nahtoderfahrung” etc.) und dabei gemerkt, dass es keinen Sinn macht “nach hinten zu schauen”. Man muss nach vorne schauen und Fehler vermeiden und nicht nach hinten schauen um aus Unvorsichtigkeit neue zu begehen. Ich hab in der Zeit auch gemerkt, dass manche Dinge nicht schlimm sind. Seitdem bin ich auch so gut wie “nie mehr aus der Haut gefahren”, wie du es so schön sagst. Denn man lernt dazu, wertet anders.
Aber mittlerweile geht es schon viel zu weit weg vom hier gesagten und irgendwie habe ich auch den Faden verloren.
Und nun denke ich: “Passt überhaupt eine Zeile meines Kommentars zum Artikel?” Keine Ahnung… egal xD.
Ja, so ein “Was-wäre-wenn”-Spiel hat man ja sehr oft in seinen Gedanken. Was wäre, wenn ich hier anders reagiert hätte, an der Stelle zugestimmt hätte oder oder oder. Auch sind viele Entscheidungen so wichtig, dass man sich eigentlich nie sicher ist, ob man dabei die richtige trifft, da man dazu am besten keine treffen dürfte. Aber wie du schon sagst, jeder spielt sein eigenes Spiel des Lebens und ich würde meins auch nie tauschen wollen.
Sehr löblich übrigens, dass du als Illustration den altehrwürdigen 6-Button-Controller eines Sega Mega Drives verwendet hast
@Lordy: Ok, in so einer Situation wie du war ich noch nie bzw. war ich da noch ganz jung, da wär ich einmal fast ertrunken (wohl mit ein Grund, warum ich schwimmen und tauchen hasse und beides nicht wirklich gut kann), aber du hast durchaus recht – man sollte nicht zurückschauen, sondern immer nach vorne.
@beetFreeQ: Wahrscheinlich ist es gar nicht so gut, sich darüber Gedanken zu machen. Wär weiß, was eine geänderte Entscheidung für Folgen auf alles Zukünftige gehabt hätte?
Und was das für ein Controller ist, wusste ich gar nicht, ich nahm den einfach, weil der so schön in Szene gesetzt war.
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