China, Kina und Schina
Dialekte sind schon eine feine Sache, man kann darüber endlose Diskussionen führen, die am Ende meist kein konkretes Ergebnis haben. Man könnte fast von einer Aporie sprechen. Gerade eben hatte ich mit meinen hochgeschätzten Freunden Katja und Alex ein kleines Gespräch über das Land des Lächelns. Nein, nicht Deutschland, sondern China und wie man es denn wohl richtig ausspreche.
Das lustige daran ist, dass wir alle drei eine andere Aussprache bevorzugen. Während Katja typisch süddeutsch das “ch” wie ein “k” spricht, fasst der Alex es wie ein “sch” auf, wie es in China selbst auch gesagt wird. Und ich sage es so, dass das “ch” ein ebensolches bleibt. Genauso sprechen die anderen beiden das “S” vom Stil wie ein “sch” aus, während es bei mir ein “S” bleibt. Ist doch immer wieder witzig, wie unterschiedlich man spricht, obwohl es ein und dieselbe Sprache ist.
Und das waren ja alles noch wirklich harmlose Beispiele, schlimmer wird es, wenn es plötzlich um Wörter geht, die je nach Region eine ganz andere Bedeutung haben, man denke da nur an Pfannkuchen. Aber weil ich das gerade so lustig finde, mache ich hier mal eine kleine Blitzumfrage: Wie sprecht ihr China aus? Mit K, Sch oder Ch?


16 Kommentare
Blondes Alien - 18.01.2008 at 1:24
Schnuckelchen, Du hast Chemnitz und den Chiemsee unterschlagen.
Pas - 18.01.2008 at 8:58
ich mach so ein Zwischending zwischen K und Ch, weil ich mir das K abgewöhnen will^^
und die Chinesen sprechen es in etwa so aus: Dschungguo (Zhongguo), also gar nicht so… :p
juliaL49 - 18.01.2008 at 9:15
Pas, da hilft ein Umzug
Ich habe den größten Teil meiner Schulzeit in Baden-Württemberg verbracht und hatte das Kina und Kemie gerade so schön gelernt, da sind wir nach Rheinland-Pfalz gezogen und wenn du dann so spricht, wirst du aufgezogen und ausgelacht und schikaniert und genötigt und zum Klassenclown abgestempelt. So lernt man schnell wieder SCHEMIE und SCHINA zu sagen.
Und auch Grüß Gott gewöhnt man sich schnell ab, wenn man als Antwort immer “Ja, wenn ich ihn seh” bekommt!
cimddwc - 18.01.2008 at 9:43
Als Süddeutscher bin ich natürlich die K-Variante gewohnt… manchmal/ab und zu (naja, man redet eh nicht täglich über 中华) sag ich auch sowas wie “Tchina”, bezugnehmend auf die Qin-Dynastie, auf die ja (möglicherweise) die Bezeichnung “China” zurückzuführen ist…
latita - 18.01.2008 at 12:28
Oh, so wie es aussieht, bleibt ihr dann auch konsequnet bei einer Aussprache?
Bei mir heißt es zwar China und Chemie, aber Kemnitz
Alex - 18.01.2008 at 21:59
so… das wird jetzt erstmal ausdiskutiert, wah!? *lol* ist das nicht völlig egal? wir können es ja auch noch auf die spitze treiben und fragen: wie sprecht ihr könig aus? köniCH oder koniG?
da finde ich dieses von juliaL49 in den raum geschmissene “grüß gott” viel schlimmer! *aaargh* oder die elendigen diskussionen über ossi- und wessi-uhrzeiten-ansage. ihr wisst schon… diese dreiviertel-bla-scheiße und viertel nach/vor.
Pas - 18.01.2008 at 23:28
@Julia: also ich finde Schemie und Schina eigentlich klingt nicht so super….spätestens beim Schamäleon oder Schaos hört der Spaß auf!
und Grüß Gott benutz ich eigentlich kaum.
@latita: Nein, siehe Beispiel oben. Außerdem sag ich auch Kämnitz
und @Alex: ganz klar König^^
Was hast du an Grüß Gott auszusetzen? Das kam von “Grüß dich Gott” und was positiveres gibts doch nicht! Sei von Gott gegrüßt!
uuuund rede jetzt nicht von Ossi-Uhrzeiten. Dreiviertel vier ist ganz normal auch südlich des Mains. Im Grunde genommen ist es ja logisch, ihr sagt ja auch halb 4, weil die 4. Stunde halb vorbei ist, warum dann nicht Viertel (wenn sie 1/4 vorbei ist) und dreiviertel (wenn sie 3/4 vorbei ist)?
Aber ich bin ja tolerant und versuche in Gesellschaft von “Banausen”, diese hässliche viertel-nach- und viertel-vor-Version zu benutzen…
so und der Konna darf auch mal wieder was sagen
konna - 19.01.2008 at 10:51
@Blondes Alien: Bei Chemnitz und Chiemsee waren wir uns aber einig.
@Pas: Ein Zwischending? Wie soll das denn klingen? Oder mal so, mal so?
@julia: Ich persönlich muss ja sagen, dass ich “schina” und “schemie” genauso schlimm finde. Wir könnten es natürlich auch einfach lateinisch machen und “Sina” sagen. Darauf könnte ich mich – wenig überraschend – gut drauf einigen.
@cimddwc: Mit “Tch” ? Oha, das wirs ja immer wilder. Die Variante habe ich persönlich noch gar nicht gehört. ^^
@latita: Genauso sieht es auch bei mir aus. Es heißt ja auch von der Aussprache her “Kamäleon”.
@Alex: Natürlich ist das völlig egal, solange man sich versteht. Und natürlich heißt das König, mit “g” am Ende. Mit “ch” nur, wenn man schnell redet
Und das mit den Uhrzeiten ist echt das Schlimmste. Vor allem, weil viele immer versuchen, die andere Form als unlogisch darzustellen. ^^
@Pas: Also für mein Empfinden ist diese “dreiviertel vier”-Aussprache viel kakophoner. Vor allem ist sie eindeutiger. das “Viertel” ist ja einfach nur ein verkürztes “Viertelstunde”, von daher kann es da keine Missverständnisse geben.
Bei der anderen Aussprache habe ich aber meine Probleme, weils nicht so eindeutig ist, denn wenn jemand “dreiviertel vier” sagt, ist für mich nicht unbedingt ersichtlich, ob in einer dreiviertel Stunde vier ist, ob schon dreiviertel um sind, oder ob es gar schon eine dreiviertel Stunde nach vier ist!
Und ja, ich hab so lange nix gesagt, weil ich nicht da war, sorry. ^^
Alex - 19.01.2008 at 12:41
*klugscheißmoduson*
das ist so nicht richtig, konna. In Deutsch-Wörterbüchern findet man für den Laut am Ende von ‘fertig’ oder ‘König’ das Lautschriftzeichen ç, das der Aussprache von ‘ch’ in ‘mich’ entspricht. In der Regel werden deutsche Wörter auf -ig so ausgesprochen. Das gilt aber nicht, wenn danach noch etwas kommt. Z. B. muss man bei ‘Könige’ natürlich das g als solches aussprechen. ‘Erledigt’ spricht man aus wie ‘erledicht’. Und so habe ich es auch damals in der Schule gelernt…
Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie der Lehrer an der Tafel stand mit genau diesen Wörtern drauf und uns erklärte, dass manche Wörter anders ausgesprochen werden als geschrieben!
*klugscheißmodusoff*
cimddwc - 19.01.2008 at 14:51
Also “dreiviertel 4″ (3:45) finde ich wesentlich einsichtiger, da näher bei 4, als “viertel 4″ (3:15) statt “viertel nach 3″.
Was China betrifft: Sagen wir in Zukunft halt alle “Zhōngguó”…
Pas - 19.01.2008 at 17:04
@cimddwc: genau, viele Leute verstehen mich nicht wenn ich “viertel 4″ sag, denn sie denken “viertel vor vier”.
Und mit der Aussprache sind wir uns auch einig
@Konna: naja das Zwischending ist so ein gehauchtes h, manchmal wie kh und manchmal eher kch, also fast schon ch
@Alex: So hab ich das nie gelernt…
Blondes Alien - 19.01.2008 at 17:24
Wir waren uns einig? Wann war das denn?
Zu König, ewig usw. Da hat Alex eindeutig Recht. So habe ich das auch in der Schule gelernt. Gab sogar ein ganzes Kapitel dazu im Schulbuch.
Steht wohl heute nicht mehr auf dem Lehrplan.
Alex - 19.01.2008 at 18:02
@Katja: Danke für die ‘Bestätigung’
.
Ich warte ja nur darauf, dass irgendeiner hier schreibt… “Als Du/Ihr das in der Schule gelernt habt, gab es bestimmt auch noch einen Kaiser in Deutschland!”.
Ey, wenn sich das einer hier wagt, verteile ich Kopfnüsse!
konna - 19.01.2008 at 18:14
@Alex: Du hast natürlich vollkommen Recht, wobei man die Einschränkung machen muss, dass das andere nicht falsch ist. Denn auch hier gibt es wieder regionale Unetrschiede, vor allem zwischen Nord und Süd, das hat sich aber schon vermischt.
In der Schule hab ich das aber nicht gelernt, deswegen war ich mir wohl so unsicher, aber wenn ich genauer drüber nachdenke, ist das mit “-ich” doch gebräuchlicher für mich. Auch wenns im ersten Moment irgendwie merkwürdig ist.
@cimddwc: Ähh… was?
Und zum China-Dingens müsstest du mir bitte die Aussprache verraten. ^^
@Pas: Das ist ja noch widerlicher als Kina ^^
@Blondes Alien: Im TS waren wir uns einig, dass es Kämnitz und Kiemsee heißt.
@Alex: Als du das in der Schule gelernt hast, gab es bestimmt noch… ich lass es lieber.
cimddwc - 19.01.2008 at 18:52
Die englische Wikipedia bietet ein Sound-File für die Aussprache von Zhōngguó, wenn dir das, was Pas ganz oben geschrieben hatte, nicht reicht…
Pas - 20.01.2008 at 0:32
@Konna: ne es hört sich eigentlich fast wie China an, wenn man net gescheit hinhört
@Zhongguo: Dsch (wie Dschungel)ung (wie Dung) guo (aufsteigend und ansonsten wie man es schreibt). Beim Zh musst du die Zunge oben an den Gaumen und leicht nach hinten biegen glaub ich, sonst hört der Chinese bestimmt wieder was anderes
auf jeden Fall nicht mit Tsch!