Neu: Gedankenmüll zum Wochenende | Zukunft

Hallo ihr Lieben, heute möchte ich euch wieder eine neue Kategorie hier auf der Deponie vorstellen: Den Gedankenmüll zum Wochenende. In dieser Kategorie wird es bunt zu gehen, ihr werdet sehen. Denn hier werde ich ab jetzt immer am Wochenende einen Beitrag schreiben über das, worüber ich mir gerade Gedanken mache, über den ganzen Müll, der in meinem Kopf umhergeistert. Ich lasse euch an meinen Gedanken teilhaben, versuche Gefühle zu beschreiben, denke an vergangene Zeit und lasse die Wörter einfach ihren Lauf finden. Im Idealfall stehe ich mit meinen Gedanken nicht allein da und es entsteht ein Austausch über alles, was mich so beschäftigt. Vielleicht regen meine Gedanken ja auch zum Nachdenken an. Was genau nun eintrifft, wird die Zukunft zeigen. Und damit wäre ich auch schon beim ersten Thema, das mich diese Woche schon ein wenig länger beschäftigt: Zukunft.
Denkt ihr oft darüber nach, was die Zukunft bringt? Plant ihr eure Zukunft? Ich tue beides, muss ich sagen, ersteres aber mehr als letzteres. Manchmal sind diese Gedanken mit Ängsten behaftet. Schaffe ich meine Prüfungen? Werde ich zufrieden sein mit dem, was ich mache? Bis wann muss dies und das unbedingt erledigt sein? Diese und noch viel mehr Fragen beschäftigen mich immer mal wieder und drücken die Stimmung, ist ja klar. Doch wie berechtigt sind Zukunftsängste wirklich? Ich denke, oft macht man sich einfach selbst verrückt.Um sich zu beruhigen hilft mir da immer ein Blick in die Vergangenheit. In der Vergangenheit ist zwar nicht immer alles glatt gelaufen, aber ich bin da angekommen, wo ich jetzt bin, egal was passiert ist, das Leben ist immer weitergegangen. Und das wird es auch in Zukunft tun. warum also den Kopf vorher in den Sand stecken, wenn es vielleicht sogar völlig unbegründet ist?
So schwingen die Gedanken immer hin und her, erst sind die Ängste da, dann kommt der Moment, in dem man wieder beruhigt und frohen Mutes ist, dann nimmt die Angst wieder überhand und immer so weiter. Dieses Spiel unterscheidet sich eigentlich nicht vom Spiel des Lebens, denn auch dort wechseln sich Höhen und Tiefen regelmäßig ab. Und wenn wir bei jedem Tief gleich aufgeben würden, würde kein Mensch dieser Welt jemals wieder etwas Vernünftiges zustande bringen. Für die Zukunft ist also die Vergangenheit eine Art Ventil, aus den Fehlern der Vergangenheit lernen wir für die Zukunft. Aber unser Leben lang lernen wir nie aus, wir werden unser ganzes Leben lang Fehler machen. Das gehört eben dazu, da die Zukunft irgendwann unsere Vergangenheit sein wird.
Das heißt natürlich nicht, dass man nicht vorausplanen soll, im Gegenteil. Es ist nur wichtig, dass man nicht steif diesem einen Ziel folgt, selbst wenn es unerreichbar wird. Ich weiß nicht, ob es eine negative Weltanschauung ist, aber ich glaube nicht uneingeschränkt daran, dass man alles erreichen kann, was man will. Man sieht es ja jeden Tag im Fernsehen. In den diversen Castingshows sind Menschen, die wollen wirklich singen und damit berühmt und erfolgreich werden, doch werden sie es nie schaffen. Das wir ein Ziel erreichen, hängt eben nicht nur von uns selbst ab, sondern auch von den Umständen und äußeren Einflüssen, die uns einschränken oder einen Strich durch die Rechnung machen. Zu einem gewissen Teil kann man dort sicherlich gegensteuern, aber manchmal klappt es einfach nicht, dann ist die Kluft zwischen Anspruch und Realität einfach zu groß.
Was sich zunächst ziemlich deprimierend anhört, sehe ich eher als Chance, denn ich bin überzeugt, dass es für jedermann mehrere Wege zum Glück gibt, dass ja jeder in irgendeiner Weise für sich sucht. Auch mit einem Plan B, C oder D kann man ein glückliches Leben erreichen. Die Zukunft hält uns auch immer mehrere Wege offen, wenn wir uns denn darauf einlassen und nicht aufgeben, wenn wir fähig sind, von einer Sache loszulassen und eine andere in Angriff zu nehmen. Niemand hat gesagt, dass das Leben leicht ist und dass man ohne Probleme hindurchschlüpfen kann. Aber man kann das Leben lernen. Man muss nur annehmen und akzeptieren können, was es einem beschert. Denn dann kann man auch aus schwierigen Situationen erfolgreich hervorgehen.


7 Kommentare
latita - 02.02.2008 at 20:40
Das schlimme an den Castingshow-Teilnehmern ist, dass ihnen völlig die Fähigkeit fehlt, ehrlich zu sich selbst zu sein. Ihr Tun so objektiv wie möglich zu reflektieren. Na ja, die sind ein ganz eigenes Thema für sich
Es ist aber schon ein ganz schönes Tunneldenken, sich nur auf ein einziges Ziel zu versteifen, wenn man weiß, dass 100 000 andere Menschen das gleiche wollen. Demut heißt das Zauberwort *lach*
Jenni - 02.02.2008 at 20:49
schöner Beitrag und ein schönes Thema. Ich fahre im Moment glaub ich ganz gut damit, jeden Tag einzeln zu planen. Natürlich weiß ich, dass ich auch die Zukunft planen muss, die weiter weg ist, aber ich halte es damit mittlerweile nicht mehr so steif. Ich überprüfe nur noch, ob meine kleinen täglichen Schritte in die angestrebt Richtung gehen. Ich kenne den Weg vor mir ja nicht und deswegen kann ich im Prinzip nur sagen, ich gehe nach Osten. Ob ich zwischendurch noch einen Bach überqueren muss oder einen Berg umgehen, wer weiß das schon. Ich finde aber deine Blickweise auch interessant und irgendwie auch schön. sicher kann man nicht alles erreichen was man will, nur weil ich selbst fliegen will, werd ich ja noch kein Vogel. Aber ich denke, dass der Spruch auf Ziele zurtrifft, die man sich im Rahmen seiner Möglichkeiten steckt. Man muss eben auch immer die Realitätsanbindung überprüfen… Naja wie schon gesagt, ein interessantes Thema. könnte ich noch länger drüber schwallen
cimddwc - 02.02.2008 at 21:20
Hat nicht jemand mal gesagt “sapiens non pendet ex futuris”, der Weise schaut nicht ängstlich in die Zukunft (oder so ähnlich, aber Genaueres müsstest du ja selber wissen
)? Passt jedenfalls, finde ich.
juliaL49 - 03.02.2008 at 10:44
Oh wenn die Rubrik immer so ehrlich und philosophisch wird, dann freue ich mich sehr darauf
Zu diesem Beitrag kann ich eigentlich nicht viel mehr kommentieren, außer dass du das alles sehr schön ausgedrückt hast und praktisch uneingeschränkt zustimme!
konna - 03.02.2008 at 11:21
@latita: Ja, seh ich auch so. Es ist aber leider so, dass viele den Kopf sofort in den Sand stecken, wenn sie ein Ziel verpassen. Klar, dass man erstmal schlecht drauf ist dann ist ja klar, wäre ich auch, aber wie sagt man immer: “Das Leben geht weiter.”
@Jenni: Natürlich kann ohne Gegenwartsplanung keine vernünftige Zukunftsplanung stattfinden. Denn wenn ich heute nicht die Grundsteine lege, komm ich meinem Ziel ja auch nicht näher – von allein passiert nämlich meistens gar nichts.
@cimddwc: Also das Zitat kannte ich noch nicht und die Übersetzung ist auch etwas freier (was ja normal ist bei solchen Sprichworten). Passt aber wirklich sehr gut. Den Spruch muss ich mir auf jeden Fall merken!
@julia: Also ich wills versuchen, dass die Rubrik so auf dieser Schiene weiterfährt, so in etwa hatte ich mir das am Anfang auch vorgestellt. Manchmal werden die Gedanken zwar bestimmt etwas banaler sein, aber ich versuche, das Niveau zu halten. Es freut mich jedenfalls sehr, dass dir der Beitrag gefallen hat.
cimddwc - 03.02.2008 at 12:56
@Konna: Und dabei hatte ich gehofft, du wüsstest die Quelle und die perfekte Übersetzung.
Ich hab’s jetzt nur teilweise – “…neque pendet ex futuris…” – bei Cicero gefunden. Kann auch sein, dass ich die Sprichwort-Form mal in einem Asterix gelesen habe, aber irgendwie hab ich dabei doch eine vage Erinnerung an den Lateinunterricht. Naja, egal.
Pas - 03.02.2008 at 13:43
@cimddwc: schau doch mal bei comedix nach, ob du was findest, da ist glaub so ein Lexikon^^
@Konna: also irgendwie wirkst du in dem Beitrag etwas pessimistisch…
ich halte es eher so wie Jenni und lebe in den Tag rein, was dann den Nachteil hat, dass ich irgendwann merke, dass ich ja am nächsten Tag ein Referat machen muss und mich nicht vorbereitet hab oder so ähnlich…
halt etwas verplant. Wobei, seit ich am PC einen Kalender führe, geht das auch so halbwegs.
Auf jeden Fall geh ich jetzt nicht mit irgendwelchen Erwartungen in den Tag rein.
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