
Sorry, dass ich mich die letzten Tage nicht wirklich gemeldet habe, ich bin in meinem Praktikum an der Grundschule ziemlich eingespannt und bin vor allem nachmittags immer total kaputt – ich bin es wohl einfach nicht mehr gewöhnt, 5mal die Woche um 6 oder 7 Uhr aufzustehen. Ich geh schon immer recht früh ins Bett und das raubt dann auch nochmal wieder Zeit. Aber ich will euch natürlich nicht gänzlich uninformiert lassen, darum kurz ein paar Eindrücke aus meinem Praktkum.
Als ich am Montag das erste Mal ins Lehrerzimmer kam, musste ich feststellen, dass ich einer von gerade mal zwei Männern in dem Raum war, denn die Schule hat nur einen Lehrer. Das ist aber natürlich überhaupt nicht schlimm, die Lehrerinnen dort sind alle furchtbar nett und man hat mich glaube ich schon recht gut angenommen dort. Die ersten beiden Tage habe ich dann jeweils in zwei Klassen (3. und 4. Klasse) gesessen und mir das Treiben erst einmal angeschaut. Teilweise sind da Unterschiede wie Tag und Nacht! Die eine Klasse still und diszipliniert, die andere chaotisch und laut. Respekt für die Lehrkräfte, die das jeden Tag durchhalten!
Am Dienstag kam dann eine Lehrerin auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht in der vierten Klasse einmal eine Stunde Geschichte vorbereiten möchte, in der ich den Zeitstrahl vorstelle. Dazu muss man wissen, dass die Klasse sich gerade mit dem Thema Mittelalter und Ritter beschäftigt. Okay… ich Grünschnabel soll also eine Stunde vorbereiten und mich vor die Klasse stellen. Gut, erstmal überlegen, wie ich an das Thema rangehe und ein bisschen Stoff vorbereiten. Der gesamte Nachmittag ging dann drauf für die Planung der Stunde, dabei herausgekommen ist eine Folie, ein Arbeitsblatt und Kärtchen mit Ereignissen, die ich noch zusätzlich auf Pappe geklebt habe. Ich war mir äußerst unsicher, ob das alles so in Ordnung war, doch ein Zurück gabs nun nicht mehr.
Am nächsten Morgen bin ich dann los und sollte dann die Sttunde halten (unter Aufsicht der Lehrerin versteht sich). Und was soll ich sagen: Es lief erstaunlich gut, ich bin mit der Zeit fast genau ausgekommen, die Kinder haben super mitgearbeitet, waren auch sehr interessiert und haben allesamt die Aufgabe auf dem Arbeitsblatt gelöst. Sogar die lernschwächeren und langsameren Schüler hatten kaum Probleme. Nach der Stunde habe ich dann ein äußerst positives Feedback erhalten. Ich hätte genau das richtige Maß an Lehrervortrag, Selbsterarbeitung und Lehrer-Schüler-Gespräch gefunden, hätte das Thema sehr gut verständlich formuliert und Ruhe ausgestrahlt. Am meisten gefreut hat mich das Lob, dass ich “die richtige Berufswahl getroffen” habe.
Das gibt mir natürlich Sicherheit und wenn ich will, darf ich nächste Woche noch eine Stunde halten. Diese Chance werde ich natürlich ergreifen, wenn ich denn ein geeignetes Thema finde. Auf jeden Fall sehe ich den Lehrerberuf und die Arbeit dahinter noch einmal ne ganze Stufe anders als vorher. Nicht, dass es mir nicht klar war, dass das viel Arbeit ist, aber die eine einzelne Stunde vorzubereiten war schon sehr zeitaufwändig. Dennoch: Ich habe den Ehrgeiz, das weiter durchzuziehen, die Stunde heute hat mich darin auf jeden Fall bestärkt. Mir hat es jedenfalls sehr Spaß gemacht.

















9 Kommentare
Weiter so, gute Lehrkräfte sind ja leider nicht immer der Standard.. Gratuliere!
Hey das ist ja super gelaufen. Ich wünsche dir, dass es dir weiterhin so viel Spaß macht
Das wunderbare: es lernen beide Seiten
Super konnalein, um jetzt nicht zu sagen, war doch klar, dass du schaffst sag ich nun einfach mal: Mach weiter so!
und verschreck die kleinen Kinder nicht…
Respekt! Lehrer ist ja wirklich mehr Berufung als Beruf und du beeinflusst da ganze Lebensläufe und deshalb solltest du das auch ernst nehmen!
Immer weiter so und viel Erfolg
@lexxa: Danke, ich gebe mir Mühe, aber in anderen Klassen läuft das sicher anders. Naja, ich lerne ja auch noch.
@latita: Stimmt! Docendo discimus, durch das Lehren lernen wir. ^^
@zitrone: Danke und keine Sorge, ich verschreck die nicht, die wollen teilweise schon lieber von mir Hilfe als von ihrer Lehrerin und das ich neben ihnen sitze.
@julia: Klar nehme ich das ernst, ich möchte den Kindern schon etwas vermitteln, was sie dann auch irgendwann einmal brauchen können.
@Konna: jaja, so Leute (Praktikanten etc) fand ich früher auch immer ganz toll^^ Aber was da heutzutage teilweise rumläuft und sich Lehrer nennt… Entweder die haben keine Ahnung und sind super Pädagogen oder sie sind voll die Kenner, haben aber von Pädagogik keine Ahnung.
Und am Anfang strengen sie sich sehr an, werden aber dann nach 2 Jahren voll lustlos und machen nur noch das Mindeste.
Also denn hoffe ich, dass du nicht in dieses Bild von Lehrer passt und wünsch dir viel Erfolg dabei, gegen diesen Lehrertyp durchzuhalten!! (Dass das geht beweisen die Lehrer, die auch wenn sie schon etwas älter sind, noch sehr guten Unterricht machen)
konna der kinder-star ;D
hihi.. das freut mich. Ist schon ne tolle Leistung bei den Kindern sofort anzukommen.
Mein Schulpraktikum hatte ich inner Kita absolviert, zusammen mit ner Freundin. Sie hatte die liebste Gruppe weltweit, während ich mitten in einer Chaostruppe landete. Trotzdem witzig und lehrreich gewesen. Aber so sind sie nun mal die lieben Kleinen abwechslungsreich. Da bedarf es auch flexible Lehrkörper, die es ja heute soo selten gibt. Viel Spaß weiterhin
@Pas: Also natürlich habe ich den Anspruch nicht so zu werden wie die, die du beschreibst. Dann hätte ich die Berufswahl auch falsch getroffen, denke ich.
@zitrone: Ja, echt mal… ich wurde sogar schon nach einem Autogramm gefragt. ^^
@alltagswahn: Danke!
Leider kann man sich die Kinder ja nicht immer aussuchen. *g*
Trackbacks