Fazit vom Grundschulpraktikum

Zwei Wochen, was ist das schon? An sich ist das eine wirklich kurze Zeit, aber in zwei Wochen kann man viel erreichen und lernen. Heute ist mein Praktikum an der Grundschule zu Ende gegangen und ich kann eigentlich nur Positives berichten. Ich habe im Vergleich zum rein theoretischen Pädagogikunterricht an der Uni sehr viel mitnehmen können aus dem Praktikum. Und das Praktikum hat auf jeden Fall sein Ziel erreicht: Ich wurde in meinem Berufswunsch, Lehrer zu werden, sehr bestärkt.
Das habe ich wohl auch zu großen Teilen dem netten Kollegium – im besonderen meinen Mentorinnen – zu verdanken, die mich vom ersten Tag an gut eingebunden haben, mir alles gezeigt haben, Tipps parat hatten und mir auch Verantwortung übertrugen. So durfte ich zwei Stunden HSU in der 4. Klasse halten. Das dort gerade das Thema Ritter war, passte natürlich umso besser, da ich ja bekanntlich Geschichte studiere. Eine Stunde habe ich zum Thema “Mittelalter in der Zeitleiste” gemacht und eine zum Thema “Frakturschrift”. Für beide Stunden habe ich so viel Lob bekommen, dass es mir fast schon unangenehm war.
Aber auch generell wurde ich für meine Art und Weise, ich mit den Kindern umgegangen bin, sehr gelobt und mehrfach hat man mir gesagt, dass ich mit meiner ruhigen, freundlichen Art genau der richtige Lehrertyp bin und es geschafft habe, die Kinder für den Unterrichtsstoff zu begeistern. Ich habe mich jedenfalls riesig über das Lob gefreut, war aber selbst noch nicht 100-prozentig zufrieden mit mir. Besser gehts irgendwie immer, aber die Grundlagen sind schon ganz okay.
Am häufigsten war ich in der Klasse 4d, eine wirklich ganz liebe und verhältnismäßig kleine Klasse. Dort habe ich meine Stunden gehalten und auch bei einer Werkstattarbeit ((bei einer Werkstattarbeit gibt es zu einem Thema viele verschiedene Stationen mit Aufgaben, die die Kinder in beliebiger Reihenfolge lösen dürfen)) zum Thema “Ritter” hospitiert und war Ansprechpartner für die Kleinen, die mich auch sehr gut aufgenommen haben.
Mein Fazit zum Praktikum ist also durchweg positiv. Dem Kollegium, meinen Mentorinnen und den Kindern gebührt jedenfalls mein größter Dank, die zwei Wochen sind fast wie im Flug vorbeigegangen, dennoch war die Atmosphäre schon nach den ersten Tagen absolut vertraut und freundlich. Ein rundum gelungenes Praktikum also.
Heute zum Abschluss hat mir die 4d auch noch eine kleine Überraschung bereitet. Nach der letzten Stunde kamen sie zu mir und überreichten mir ein richtig schönes Geschenkpaket mit einem Moleskine, einer Packung Stifte, zwei Narzissen, einer Wundertüte, meinem ganz persönlichen Ritterwappen und einer Karte. Hier noch zwei Bilder davon:
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7 Kommentare
latita - 07.03.2008 at 15:01
:klatsch: das hast du wirklich ganz toll gemacht
bin ich der festen Überzeugung.
Mit sich selbst ist man wohl in den wenigsten Fällen zufrieden, aber genieße das Lob und erfreue dich daran
jakob - 07.03.2008 at 15:11
“Wir wissen jetzt, dass Geschichte Spaß macht” ist doch das beste Lob, dass du bekommen konntest. Den Unterricht interessant zu gestalten ist doch das größte Problem an der ganzen Sache.
Jenni - 07.03.2008 at 17:20
Ob das so gut ist, dass ich den Kommentar direkt nach dem Lesen schreibe? Ich warne vor, ich versuche sämtliche quietschenden Laute und mit gezuckerten Lebensmitteln verwandte Wortfamilien aus dem Spiel zu lassen
Ich finde, dass das wirklich eine sehr positive Erfahrung für dich ist und freue mich wie ein Keks (öhm… da gehts schon los…), dass es dir so gefallen hat. Ich weiß, was es bedeutet, wenn man das Gefühl hat, man lenkt seine Schritte in die richtige Richtung. Ich hoffe, dass du noch viele ähnliche Erfahrungen in deinem Studium sammeln kannst, denn ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Kinder Leute wie dich als Lehrer brauchen.
juliaL49 - 07.03.2008 at 18:18
So, wiederhol für mich einfach mal das, was Jenni gesagt hat
Ich finde ja die farblich unterschiedlichen Buchstaben bei den Unterschriften voll süß! Die haben sich echt Mühe gegeben. Und ein Moleskine, wow!
Pas - 07.03.2008 at 23:59
Ach, und wenn du mal was nicht perfekt machst, du lernst doch draus und wirst immer besser. Hauptsache, es gefällt dir in der Schule, weil wenn es das nicht tut, kann erst gar kein guter Unterricht entstehen…
ach ja, sind in der Klasse nur 19 Kinder? das ist ja voll gemütlich.. äh mist, Grundschule, also doch nicht gemütlich. Aber nicht ganz so anstrengend.
bullion - 08.03.2008 at 11:49
Klingt super! Generell scheint Grundschullehrer sowieso einer der Jobs zu sein, wo am meisten zurückkommt – d.h. man merkt den Erfolg an den positiven Reaktionen der Kinder. Sehe ich bei meiner Frau. Da kann ich aus der kalten Marketing-Welt nur neidisch rüberblicken…
konna - 08.03.2008 at 17:25
@latita: Ja, tu ich auch und am Montag ist es bestimmt voll komisch, wenn ich nicht zur Schule muss. Ich hatte mich so schnell dran gewöhnt.
@jakob: Ja, das stimmt, das hat mich auch ganz besonders gefreut. Das heißt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. ^^
@Jenni: Danke für das Kompliment. Ich habs aber mit der Klasse auch relativ leicht gehabt, die waren wirklich sehr sehr lieb.
@julia: Ja, ich war auch echt beeindruckt und auch gerührt. Werd ich alles in Ehren halten. *g*
@Pas: Es sind sogar nur 18 Kinder, ganz unten hat noch ihre Klassenlehrerin unterschrieben. Ist aber verhältnismäßig klein die Klasse, weil viele Kinder weggezogen sind, vor allem auch die Problemkinder.
@bullion: Ja, das stimmt – bei den Kindern merkt man sofort, was gut und was schlecht ist. Und sie sagen auch offen, was sie denken… Kindermund tut Wahrheit kund. Darum mag ich Kinder auch so.
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