Gedankenmüll zum Wochenende | Kindheit

Als ich noch klein war, mein Herz noch rein war… oh, wie schön, dass Ihr wieder da seid, es ist ja auch schon wieder eine Woche um und Zeit für meinen Gedankenmüll. Meine Hausarbeit nimmt langsam die Form an, die sie am Ende haben soll, morgen wird sie aller Voraussicht nach fertig sein. Und dann kann ich mich endlich entspannen! Oder? Natürlich nicht, dann geht die ganze Prozedur von vorne los, denn es wartet noch eine zweite Hausarbeit auf mich. Aber – und jetzt kommt eine gute Nachricht, die ich verkünde – ich habe einen richtig schönen Motivationsschub erhalten! Denn diese Woche wurden die Ergebnisse meiner Lektüreklausur bekannt gegeben und ich habe bestanden! Da fiel mir ein ganz schöner Stein vom Herzen, das könnt ihr mir glauben. Wie früher in der Schule, wenn man eine gute Arbeit wiederbekommen hat. Wobei ich mit “früher” auch schon beim Thema dieser Woche angekommen bin: Kindheit.

Wir alle sind irgendjemandes Kinder und werden es auch immer bleiben, selbst wenn wir erwachsen sind. Aber in der Kindheit wird der Grundstein für unsere Zukunft gelegt, in die uns unsere Eltern führen. Und egal wie alt wir sind, an bestimmte Gegebenheiten aus unserer Kindheit werden wir uns immer erinnern können. Das können ganz banale Ereignisse sein, doch werden sie uns immer wieder ins Gedächtnis gerufen und lassen uns erinnern, wie es war, als wir noch klein waren, ganz andere Sorgen hatten als es heute der Fall ist – was heute für uns eine Kleinigkeit ist, war damals noch die Welt. Eine Welt, die wir mit ganz anderen Augen sahen.

Ich erinnere mich manchmal gern an meine Kindheit zurück, vor allem an die Zeit mit meiner Familie, wenn wir im Sommer zusammen im Garten gesessen und gespielt haben, Federball oder Fußball, als wir es uns im Winter bei Stromausfall zusammen im Wohnzimmer vor dem Ofen gemütlich gemacht haben und das Zusammensein genossen. Ich kann mich auch noch an ein paar meiner ersten Leseversuche erinnern und an die Bücher, die mir meine Eltern vorgelesen habe und die irgendwann ich ihnen vorlesen konnte. Ich erinnere mich noch an die Zeit, in der ich mit meinem Bruder mit Figuren der “Masters of the Universe”-Reihe oder kleinen Autos gespielt habe. Und daran, wie es war, als ich plötzlich eine kleine Schwester bekam, für die ich, obwohl ich selbst noch klein war, der große Bruder war, der aufpasste.

Heute ist das alles anders. Wir sitzen zwar im Sommer immer noch im Garten, dann aber meistens zum grillen. Einen Ofen haben wir auch nicht mehr und im Winter gibt es keine längeren Stromausfälle mehr. Inzwischen können wir alle selbst lesen, das ist alles selbstverständlich geworden und die Actionfiguren und Autos wurden durch Videospiele ersetzt – wenn überhaupt noch zusammen gespielt wird. Meine Schwester ist inzwischen auch selbständig genug, auch wenn ich weiterhin ihr großer Bruder bin.

Ihr seht, die Zeiten ändern sich und mit ihr verschwinden viele Gewohnheiten. Das ist ganz normal, die Welt dreht sich immer weiter und die Voraussetzungen ändern sich. Umso wichtiger und schöner ist es, dass die Erinnerung bleibt und mit ihr ein bisschen das Gefühl, wie es damals war. Und wenn ich nochmal ein ganzes Stück älter bin als jetzt, da bin ich sicher, werde ich mich an die jetzige Zeit ebenso gern zurückerinnern. Denn eines ändert sich nie: Ich bleibe immer das Kind meiner Eltern.

3 Kommentare

  1. kopflast - 15.03.2008 at 23:44

    Irgendwie glaube ich, werden Kindheit und Zukunft überbewertet. Ganz schlimm finde ich diese Glorifizierung von Zukunft, die ein Platz ist, die wir einfach nicht erreichen können. Wir sind an Hier und Jetzt gekettet.

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  2. jakob - 16.03.2008 at 20:14

    @kopflast: Glaubst du, dass Kindheit und Zukunft überbewertet werden oder die Kindheit als Grundstein der Zukunft?
    Bei letzterem denke ich schon, dass ein entscheidender Teil der Zukunft (oder das, was sich ein Mensch von seiner Zukunft erhofft) durch seine Kindheit geprägt wurde. Schon allein das soziale Umfeld und damit zusammenhängend die Bildung entscheidet doch über die Zukunft. Selbstverständlich haben alle sozialen Schichten in Deutschland Zugang zur Bildung, aber wer zu Hause nicht gefördert wird, hat meines Erachtens auch keine Chance auf gute Bildung, zumindest nicht als Kind/Jugendlicher.

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  3. latita - 17.03.2008 at 13:25

    Man sollte die Zukunft nicht der Vergangenheit opfern, und trotzdem finde ich sie sehr wichtig. Von allen schönen Momenten, von vielen lieben Menschen, bleiben letztendlich nur Erinnerungen. Mir ist es jedenfalls wichtig so viel wie möglich zu behalten und zu bewahren. :oops:

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