Ein Verkaufsverbot von rotem Fleisch wegen BSE, ein Kaufhausweihnachtsmann, der in seiner Freizeit gerne Frauenkleider trägt und deshalb entlassen wird und ein schüchterner, kleiner Mann, der seine Mutter mit der Bratpfanne erschlägt: Die renommierte Bostoner Kanzlei Crane, Poole & Schmidt hat teilweise ziemlich skurrile Mandanten und Fälle, die es erfolgreich vor Gericht zu verhandeln gilt. Dabei hat die Firma auch Probleme in ihren eigenen Reihen: So wird Seniorpartner Edwin Poole (Larry Miller) gleich in der ersten Folge in die Nervenklinik eingewiesen. Und auch der ehemalige Staranwalt und Hauptanteilseigner Denny Crane (genial: William Shatner), der am liebsten seinen eigenen Namen sagt, wird zunehmend senil und bringt die Kanzlei ein ums andere mal in missliche Lagen.
Und als hätte der streng nach Vorschriften handelnde Seniorpartner Paul Lewiston (Rene Auberjonois) damit nicht schon genug zu tun, muss er sich auch noch mit dem brillanten Anwalt und Womanizer Alan Shore (James Spader) herumschlagen, der seine ganz eigenen Methoden hat, um Fälle zu gewinnen und keinen Respekt vor Autoritäten hat. Mit diesem gerät auch der Ex-Marine Brad Chase (Mark Valley) immer wieder aneinander. Einzig die abgeklärte Anwältin und Teilhaberin Shirley Schmidt (Candice Bergen) schafft es, die eigenwilligen Anwälte Denny Crane und Alan Shore, die eine tiefe Freundschaft verbindet, im Zaum zu halten. Und wenn es drauf ankommt, halten sie eben doch zusammen, um das Beste für ihre Mandanten rauszuholen.
Auf Boston Legal bin ich eher zufällig beim Zappen gestoßen, als ich dann die laufende Folge gesehen hatte, war ich sofort wie infiziert: Der zuweilen schön trockene und manchmal auch schwarze Humor der Serie ist einfach erfrischend und trifft genau meinen Geschmack. Die skurrilen Fälle haben oft deutlich satirische Züge und spiegeln die amerikanische Gesellschaft und Justiz zu gewissen Teilen sehr gut wider und üben dadurch intelligente Kritik. Auch wenn der Ablauf der einzelnen Folgen immer recht ähnlich ist – es kommt meistens zu zwei Verhandlungen, die von verschiedenen Teams verhandelt werden und somit auch zu zwei Richtersprüchen – so kommt es doch immer wieder zu Überraschungen oder Wendungen, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hat. Und zuguterletzt bietet Boston Legal viele Ansätze zum Nachdenken – über Vorurteile, Freundschaft oder das Leben selbst. Und das nicht nur bei den Balkonszenen zwischen Denny Crane und Alan Shore, die jede Episode abschließen.
Der Cast hätte nicht besser gewählt sein können: James Spader (“Shadow of Fear”) spielt Alan Shore so unglaublich gut, dass man ihm seine doch etwas ungewöhnlichen Vehaltensweisen absolut abkauft. Und über William Shatner (“Star Trek”) könnte man sagen, dass er die Rolle seines Lebens spielt, hätte er diese nicht schon mit seiner Rolle als Captain Kirk gehabt. Und Candice Bergen (“Murphy Brown”) bietet den beiden Herren in ihrer Rolle als Shirley Schmidt reichlich Paroli. Insgesamt merkt man aber allen Schauspielern die Spielfreude sichtlich an, was der Serie sehr gut tut.
Fazit: Boston Legal ist intelligent, sexy und einfach urkomisch. Wer auf variantenreichen, mitunter auch tiefschwarzen Humor steht, der ist mit der Serie genau richtig beraten. Die genialen Auftritte von Alan Shore und die Kultfigur Denny Crane allein sind schon die Sichtung wert. Die volle Punktzahl gibt es nur nicht, weil ich weiß, dass die Serie noch besser wird.
Meine Wertung: 9/10
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3 Kommentare
Mit “Boston Legal” bin ich so überhaupt nicht warm geworden. Irgendwie gab es das alles schon einmal bei “Ally McBeal”.
boston legal hab ich einmal geguckt und es ist die verwirrteste dümmste serie die ich jemals geguckt hab erstmal dachte ich die sind alle geistig zurück geblieben viellleicht sind sie es ich weiss nicht kenne die serie nicht wie schon gesagt 1 mal geguckt auf jedenfall ist die serie rassistisch und jeder ist verrückt das ist so ein durcheinander ich war froh als es vorbei war hab auf medical detectives gewartet.Boston legal der grösste schrott den es in der glotze gibt
@bullion: Oh, dein Kommentar wartet aber schon lange auf Antwort.
Also ich bin nie mit Ally McBeal warm geworden, ich konnte die immer nicht leiden.
@josie: Dann hast du die Serie absolut falsch verstanden, denn rassistisch ist sie nicht, im Gegenteil, sie prangert das an. Und dass die Charaktere sehr ausgefallen sind, ist eine absolute Stärke der Serie. Ich rate, bei der ersten Folge anzufangen, sonst mag es wirklich verwirrend erscheinen.
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