Filmriss: Futurama (Season One)
Der New Yorker Lieferjunge Philip J. Fry ist nicht gerade ein helles Köpfchen. An Silvester des Jahres 1999 lässt er sich nach einer gefakten Pizzalieferung in ein ausversehen in einem Kühllabor einschließen und wacht erst 1000 Jahre später wieder auf. Im New-New York des Jahres 2999 hat sich vieles verändert und Fry beginnt ein völlig neues Leben.
Zunächst trifft Fry auf Bender, einen trinkenden und kleptomanischen Roboter, mit dem er schnell Freundschaft schließt. Gemeinsam fliehen die beiden vor Leela, einer Einäugigen, die Fry verfolgt, um ihm einen Berufschip einzusetzen, der ihmnwieder einmal zum Lieferjungen machen würde. Schnell erkennt Leela jedoch, dass sie und Fry ein ganz ähnliches Schicksal haben: Sie sind beide Fremde in dieser Welt – Fry, weil er aus der Vergangenheit kommt und Leela, weil sie eine Waise ist und nichts über ihre Herkunft weiß. So beschließt die Truppe, gemeinsam weiter zu machen und sucht Frys Ur-Ur-Ur-Ur… Großneffen auf, den steinalten und senilen Professor Farnsworth. Dieser heuert die drei als seine neue Raumschiffcrew für seine intergalaktische Lieferfirma “Planet Express” an. Und so nimmt das Chaos seinen Anfang…
Eigentlich hat fast jeder schon von Futurama gehört, ist die Serie doch von Simpsons-Schöpfer Matt Groening erschaffen worden. Das sagt schon viel über die Qualität aus, aber rein subjektiv betrachtet setzt Futurama noch einen oben drauf und hängt die Simpsons in Sachen Humor und Gesellschaftskritik klar ab, obwohl sie in sehr ferner Zukunft spielt. Denn immer wieder gibt es Anspielungen auf unsere Zeit (Umweltverschmutzung) oder es wird mehr als deutlich gezeigt, dass die Menschheit auch in 1000 Jahren nicht viel dazugelernt hat und im Prinzip mit den selben Problemen zu kämpfen hat wie heute auch. Gleichzeitig schafft die Serie es aber auch, durch Slapstickeinlagen, Wortwitze und Skurrilitäten zu gefallen und beansprucht fast ständig die Lachmuskeln. Vor allem entdeckt man mit jeder Sichtung der Serie immer wieder neue Details. Für diese Review habe ich mir die erste Staffel noch einmal angesehen, insgesamt schon das vierte Mal.
Die Folgen selbst hängen nur lose miteinander zusammen. Zwar wird immer wieder mal Rückbezug auf ein Ereignis einer anderen Folge genommen (z. B. Leelas One Night Stand mit dem narzisstischen Raumschiffcaptain Zapp Brannigan), aber es ist nicht unbedingt notwendig, alle Folgen in vorgegebener Reihenfolge anzuschauen. Jede Einzelfolge hat eine abgeschlossene Handlung, meistens handelt es sich dabei um einen Auftrag, den die Crew von Professor Farnsworth bekommen hat, bei denen jedoch immer irgendetwas schief geht. Manche Folgen sind aber auch sehr figurenbezogen oder spielen nur auf der Erde, für genug Abwechslung ist auf jeden Fall gesorgt.
Einen großen Anteil am Humor der Serie haben natürlich auch die Hauptfiguren. Neben dem trotteligen und naiven Fry, der immer noch nach den Regeln des 20. Jahrhunderts lebt, Bender, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und Leela, die die Stimme der Vernunft ist und den anderen immer zur Hilfe eilen muss, gibt es noch den senilen Professor Farnsworth, der immer wieder merkwürdige Erfindungen produziert und die Crew von einem Selbstmordauftrag zum nächsten schickt, den Arzt Dr. Zoidberg, der selbst eine Krabbe ist, sich aber auf Humanmedizin spezialisiert hat und Hermes Conrad, der jamaikanische, Limbo tanzende Bürokrat. Diese Figurenkonstellation macht einfach Spaß und jeder Charakter für sich ist irgendwie sympathisch.
Fazit: Entweder liebt man Futurama oder man kann es nicht leiden. Ich zähle mich auf jeden Fall zur ersten Gruppe und kann absolut nichts schlechtes über diese Ausnahmeserie sagen. Hier findet man Humor und Gesellschaftskritik in so konzentrierter Form, dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu gucken. Futurama ist für mich schlicht die beste Zeichentrickserie aller Zeiten. Und auch wenn die erste Staffel die schwächste (und kürzeste) ist, bietet sie doch mehr als genug Spaß, um die volle Punktzahl als Wertung zu rechtfertigen.
Meine Wertung: 10/10
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1 Kommentar
bullion - 04.06.2008 at 12:38
Ich finde die Serie auch grandios. Steht den Simpsons in nichts nach. Sollte ich auch mal wieder gucken…
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