Herzlich Willkommen zum ersten Teil meiner kleinen Serie über Männer- und Frauenlogik. Nach der Einführung kommt gleich das erste heikle Thema auf uns zu: Haushalt und Ordnung. Dabei wollen wir verschiedene Aspekte näher beleuchten, denn es gibt ja durchaus viel zu tun im Haus. Da wäre zuerst einmal die Küche, nach veralteter Weltanschauung eher der Bereich der Frauen, heute aber durchaus auch von Männern irgendwie genutzt. Als zweites heißt es Sauberkeit im Haus – Aufräumen ist angesagt. Wie schlägt sich die Logik hier nieder? Last but not least geht es um die persönliche Ordnung: Wie verwalten Männer und Frauen ihre Termine und wie gehen sie beim Einkaufen vor? Dieser Beitrag wird hoffentlich ein paar Aufschlüsse darüber geben können.
Frauen hinter den Herd? Die Knöpfe sind doch vorne!
Das Klischee der Frau als Herrin über die Küche gilt als veraltet, ist es aber nicht! Die emanzipierte Frau bestimmt in der Küche, wo es lang geht – von der Anordnung des Bestecks in der Schublade bis hin zur Farbe der Tischdecke, alles will logisch und fein säuberlich einsortiert sein. Die Frau plant nämlich voraus: Beim Kochen ist nicht immer viel Zeit zum Suchen, also muss alles seinen Platz haben. Darum wird auch der Abwasch nie lange herausgezögert, sondern meist sofort erledigt, wer weiß, wann man genau diesen Topf wieder braucht? Bei vielen Männern gilt die Küche als einziger Ort, an dem die Frau rational denken kann, weswegen sie dort am liebsten gesehen wird. Und weil sie dort nah am Kühlschrank mit dem Bier steht. Das gekochte Essen muss folgende Kriterien erfüllen: fettarm, nicht schlecht schmeckend und schön anzusehen
Männer in der Küche – zwischen Kunst und Chaos
Bei Männern scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein. Das wichtigste ist ihnen eine gute technische Ausstattung: Großer Kühlschrank für viele kalte Getränke, (Sandwich-)Toaster, Mikrowelle und das neuste Modell der besten Kaffeemaschine und schon sind sie glücklich. Zu beachten ist, dass Männer nicht zum Multitasking fähig sind, deshalb dauert das Kochen auch viel länger. Und gelingt nicht immer so gut, denn während sie suchen, wo sie die Gewürze hingetan haben (direkt neben das Spülmittel), kann dann schon mal etwas anbrennen. Dann macht das Abwaschen auch keinen Spaß mehr. Deshalb wird das, was benutzt worden ist und wohl vorerst nicht mehr gebraucht wird, erstmal im Spülbecken gestapelt. Erst wenn absolut nichts mehr geht, wird alles im wahrsten Sinne des Wortes in einem Abwasch erledigt. Die Männer stellen an ihr Essen übrigens zwei Ansprüche: Es muss satt machen und gut schmecken!
Ordnung ist das halbe Leben… oder auch nicht!
Frauen gelten in der Regel als ordentlicher und reinlicher. Wenn man bei einer Frau eingeladen ist, dann ist alles blitzeblank und aufgeräumt. Wenn ich mal Besuch erwarte, dann ist meine Mutter immer in voller Panik, wenn die Zimmer, die der Besuch betreten könnte, in irgendeiner Form unaufgeräumt ist. “Was denken die denn von uns, wenn die das Chaos hier sehen?” oder “bei denen sieht es bestimmt nicht so aus” sind nur zwei der zahlreichen Argumente, das Haus aufzuräumen. Ein Großteil der Frauen verbindet mit der häuslichen Ordnung also auch bestimmte Charakereigenschaften und Wirkungen auf Besucher. Ich sage dann jedenfalls immer nur “das kann dir doch egal sein, das sind ja meine Freunde” und “da achten die sowieso nicht drauf, mach ich auch nicht, wenn ich woanders zu Besuch bin”. Das soll nicht heißen, dass ich (und andere Männer) keinen Wert auf Ordnung legen, es ist nur eben nichts, weswegen wir großartig anders über jemanden denken würden.
Die Zeit-Nutzen Formel
Wenn es dann doch für beide Geschlechter ans Aufräumen geht, dann folgt jeder seiner eigenen Logik. Kommen wir auf unseren Besuch zurück. Vermutlich sitzt man gemeinsam genau an dem Tisch, der total mit verschiedenen Dingen vollgetsellt ist: Post, Rechnungen, Zeitungen und was man sonst schnell mal irgendwo ablegt. Wohin nun mit dem ganzen Kram? Während Frauen sich gewissenhaft daran machen, alles an seinen geregelten Platz zu bringen, packt der Mann alles zusammen auf einen Haufen und lässt es irgendwo in der Nähe verschwinden. Die Logik dahinter: Die Frau denkt, dass sie es ja gleich richtig machen kann und es sich somit die gleichen Dinge zweimal wegräumen zu müssen. Der Mann hingegen geht davon aus, dass er die Sachen soweiso später wieder braucht und wird, wenn der Besuch weg ist, den Tisch gleich wieder vollmüllen. Dabei sieht er ein Teil, dass er nicht mehr baucht und bringt es ganz weg. Die Frau versucht sich inzwischen, an ihrem aufgeräumten Tisch sitzend, krampfhaft zu erinnern, welche Rechnung sie noch bezahlen muss. Beide Varianten haben also Vor- und Nachteile.
Ein Blick in den Terminplan…
Frauen scheinen nicht wirklich einen Terminplaner zu brauchen. Entweder haben sie im Kopf, wann sie mal wieder zum Frisör gehen, oder sie werden von ihrer besten Freundin am Telefon an den Termin erinnert. Das Freundinnen-Netzwerk funktioniert besser als das Informationsnetz jedes Geheimdienstes dieser Welt. Sollte doch einmal ein Termin vergessen worden sein, ist die logische Erklärung dafür ein spontaner Anfall von Kopfschmerzen oder ihre Tage. Männer sind da nicht viel besser: Nur selten benutzen sie wirklich einen Kalender – Termine oder Dinge, die man sich merken muss, werden auf irgendwelche Zettel geschrieben oder ins Handy eingespeichert. Die Logik dahinter: Sobald das Ding erledigt ist, kann man den Zettel wegschmeißen oder den Eintrag löschen, Planer muss man immer mit sich rumschleppen. Und wenn ein Termin vergessen wird, dann ist sich der Mann für keine dumme Ausrede zu schade. Beispiele: “Ich hatte kurzfristig einen ganz wichtigen Termin”, was etwa so viel heißt wie “ich war lieber bei Media Markt und habe mir die Fernseher angeschaut”. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass die Freundin ganz plötzlich starke Kopfschmerzen bekommen hat.
… und auf den Einkaufszettel
Wenn wir uns den Einkaufszettel einer Frau anschauen, dann sehen wir, dass dort wohlsortiert alles aufgelistet ist, was gebraucht wird. Das System des Erstellens eines Einkaufszettels funtioniert so: Die Frau gedanklich im Haus von Raum zu Raum (und Schrank zu Schrank) und schreibt auf, was benötigt wird. Sie schreibt auch die Menge auf und kauft bloß nicht zu viel, damit sie möglichst schnell wieder in die Stadt zum Einkaufen kommt. Wenn sie dann aber erstmal da ist, kauft sie noch ganz viele Dinge, die nicht auf dem Zettel stehen – und hält auch nochmal bei 2-3 Schuhläden an. Der Mann geht den Einkauf ganz anders an, er benutzt nämlich keinen Zettel, er geht los und kauft intuitiv das, was gebraucht wird – oder was er meint, dass gebraucht wird. Dabei vergisst er dann zwar viele Sachen, aber solange er etwas wohlschmeckendes zum Essen (siehe oben) und eine neue Zeitschrift für die Toilette hat, ist er auch schon glücklich. Meistens kauft er gleich auf Vorrat, besonders wenn es etwas im Angebot gibt.
Nächstes Mal: Ausbildung und Beruf
Im nächsten Beitrag der Serie verlassen wir die heimischen Gefilde und widmen uns dem mehr oder weniger logischen Verhalten von Mann und Frau im Berufsleben oder in der Ausbildung. Und nicht vergessen: Alles, was hier steht, sind keine feststehenden Gesetze oder unumstößliche Wahrheiten, es gibt immer Ausnahmen. Doch die haben ja bekanntlich die Regel.

















6 Kommentare
Ach ja, da haste aber auch alle Klischees rausgeholt…
Wobei Klischees ja auch nicht ohne Grund existieren…denn bei vielen sachen stimmen diese vorurteile auch
Wobei auf mich keines dieser schwarz-weiß-bilder, die du gezeichnet hast, zutrifft…bin da eher der typische Mischmasch….teilweise ordentlich, teilweise chaotisch…termine habe ich allerdings immer alle in meinem kopf…aber in der küche fühle ich mich nicht besonders heimisch – kochen tut eher mein freund – mir ist danach aber dann wichtiger, dass danach gleich ordnung in der küche gemacht wird….ich sag ja, von allem ein bißchen…
herrlich^^ wobei ich bis auf das einkaufen eindeutig ein Mann bin.. das gibt mir zu denken.
sehr treffend vor allem die Freundinnen-Allianz und das Aufräumen
ich entspreche voll deinem Klischee^^
kleine Anekdote: An meinem Geburtstag:
Junge kommt ins Zimmer: “Boah, hast du aufgeräumt?”
Mädchen kommt ins Zimmer: “Oh, hast du keine Zeit mehr gehabt, aufzuräumen?”
ich muss zugeben, es hatten beide Recht: Das Zimmer hab ich tatsächlich aufgeräumt, den Schreibtisch aber nur zu 99%…
@direkteingabe: Ja, klar, alles passt wohl auch nur in den seltensten Fällen auf eine Person, aber wenns wenigstens teilweise stimmt…
@Jenni: Hmm, vielleicht beim nächsten Beitrag der Reihe
@Pas: Ha, sieht man mal, es passt also doch auf manche Leute und deine Story kommt mir ziemlich bekannt vor, sowas ähnliches hatte ich auch mal.
Hehe, ja wirklich kein einziges Vorurteil ausgelassen!
Sehr schön geschrieben, ist wirklich angenehm zu lesen.
Ich musste beim Lesen doch einige Male schmunzeln (in manchen Dingen erkennt man sich halt doch wieder…)
Freue mich auf den nächsten Teil und werde sicherlich wieder vorbeisurfen (war zum ersten Mal hier).
Gruß
Also diesen Beitrag finde ich ja mal sehr interessant.
Demnach gehöre ich zu den glänzenden Ausnahmen der Frau und reihe mich in die Männerwirtschaft ein.
Meine Küche bsteht aus 2 Kühlschränken (für GEtränke und Tiefkühlprodukte), einer Mikrowelle, nem Toaster, nem Sandwichmaker, einem Herd und nem Minibackofen. Da ich auch noch abspülen hasse, hab ich auch noch ne Spülmaschine *grins* Ich weiss nicht wie oft mir das Essen angebrannt ist weil ich nach etwas gesucht habe. Kurz um Wo ich bin herrscht chaos
Trackbacks