Heute ist Samstag und das heißt, dass mein erster Netzfreitag vorbei ist. Noch einmal für alle, die es irgendwie verpasst haben: Ich habe einen Selbstversuch gestartet, bei dem ich ausprobieren will, ob und wie lange ich es schaffe, jeden Freitag nicht ins Internet zu gehen, also weder Mails nachzuschauen, Blogs zu lesen oder in meinem zu schreiben oder irgendwelche anderen Dienste in Anspruch zu nehmen. Hier nun mein Erfahrungsbericht zum gestrigen, ersten netzfreien Freitag. Soviel vorweg: Ich habs durchgehalten und war wirklich über 24h offline.
Böses Erwachen
Gleich nach dem Aufstehen um ca. 9 Uhr kommt die erste Ernüchterung. Normalerweise schalte ich den Rechner an und lasse ihn schonmal hochfahren, während ich mir mein Frühstück mache. Beim Frühstücken schaue ich dann normalerweise meinen Feedreader durch und checke meine Mails. Aber heute: Pustekuchen! Ich lasse den Rechner aus, gehe Frühstücken und beginne den Tag damit, mich noch ein wenig in mein Bett zu lümmeln und eine Folge von “The Shield” auf DVD zu schauen. Danach ziehe ich mich an und nehme mir vor, ein bisschen zu arbeiten – fünf Hausarbeiten schreiben sich ja nicht von allein und wenn nicht heute arbeiten, wann dann? Also Rechner einschalten und Word öffnen.
Ein Freund, ein guter Freund
Ich habe mich entschlossen, meinen Stundenentwurf für den Fachdidaktik-Kurs zu schreiben. 4 Seiten soll der Umfang betragen, das lässt sich doch sicher an einem Tag schaffen, dann hätte ich schonmal eine Sache von der ToDo-List weg. Die nötigen per Mail zugeschickten Unterlagen habe ich zum Glück schon heruntergeladen. Ich lege also los und schreibe, als mich plötzlich ein Anruf aus meinem Arbeitsfluss reißt: Mein guter Kumpel Heiner ruft an und fragt, ob wir nicht heute was unternehmen wollen. Yes, das hätte besser nicht passen können, so ist das Problem für den Abend schon einmal geklärt. Er wollte zwar eigentlich in einen Club gehen, allerdings konnte ich mich durchsetzen, sodass er mich besucht hat und wir einen Wii-Spieleabend veranstalteten.
Nicht nachgedacht, aber vorgedacht
Nachdem also die Abendplanung soweit geklärt war, konnte ich mich wieder der Arbeit widmen. ich schreibe also weiter. Oh, ich sehe, dass ich ein paar Bilder brauche – zack – der Mauszeiger bewegt sich wie von allein auf das Firefox-Icon und klickt. Verloren? Schon am ersten Tag gescheitert? Nein, für genau diesen Fall habe ich am Abend vorher eine Vorsichtsmaßnahme getroffen und mein Kabel aus dem Router gezogen. Offline auf die harte Tour. Allerdings kann ich nun nicht die Bilder raussuchen und muss das verschieben. Da wurde mir klar, wie selbstverständlich, aber auch notwendig das Internet für mich ist. Mir ist das fast unbewusste Öffnen des Browsers auch noch ein paar Mal passiert, als ich Literatur nachschlagen wollte, aber auch das habe ich abgewehrt, ich wollte nicht gleich beim ersten Mal versagen. So habe ich dann auch den Rest des Tages mit weiterer Arbeit und am Abend durch meinen Besuch internetfrei verbracht
Fazit vom ersten Tag
Nach dem Tag kann ich drei Dinge sagen: Erstens schafft man echt viel mehr, wenn man nicht ins Internet gehen kann und die Motivation, etwas zu schaffen ist auch viel höher, weil man nicht so leicht durch andere Dinge abgelenkt ist. Zweitens ist man als Student ohne Internet fast aufgeschmissen, weil man ziemlich viele Dinge nachschlagen muss. Und drittens: Ich war doch irgendwie froh, als ich heute morgen wieder ins Netz gehen und meine Mails und Kommentare checken konnte. Allerdings habe ich nicht so viel verpasst: Ein neuer Kommentar auf meinem Blog, zwei eher unwichtige Mails im Postfach und ein noch überschaubar geüllter Feedreaer. Bin gespannt auf die nächste Woche!

















10 Kommentare
Glückwunsch Konna! Ich hätte das nicht so einfach ausgehalten!
Schon das Netzwerkkabel ziehen wäre für mich ne unüberwindbare Herrausforderung.
Für den nächsten Netzfreitag kann ich dir die Wikipedia-DVD empfehlen, so hast du immerhin die Möglichkeit doch ein wenig nachzuschlagen!
Ich bin unlängst mal meine schriftlichen Matura- (“Abitur”-) Arbeiten durchgegangen. Aus dem Jahre 1999. Und zwei davon waren tatsächlich handgeschrieben, die anderen auf Schreibmaschine getippt!
Unglaublich.
Es gab doch tatsächlich eine Zeit vor dem PC und vorm Internet.
Und es hat auch bestens funktioniert.
Ich werd demnächst bei mir in der Redaktion mal nachrecherchieren, wie eine Tageszeitung noch vor Zeiten des Computers publiziert hat. Kanns mir ja irgendwie nicht vorstellen, bin wirklich schon gespannt..
@gr4y: Es ist schon zeitweise echt komisch, weil man auch irgendwie denkt, dass man was verpasst, wenn man nicht online ist. Aber genau das macht ja den Zwang aus, den ich besiegen will mit dieser Aktion.
@lexxa: Stimmt, es gab eine Zeit vor PC und Internet. Ich selbst habe auch erst seit 2004 Internet. Meine Eltern hatten sich lange dagegen gewehrt, aber letztlich muss man einfach Internet haben, wenn man sich zum Beispiel darüber für seine Uni-Kurse anmelden muss.
Da hast du auf jeden Fall eine interessante Recherche vor dir, das finde ich auch spannend. Schon krass, wie der technologische Fortschritt das alltägliche Leben verändert, ohne dass man es wirklich mitbekommt.
Die Idee hat was… Wenn es beruflich (bin nicht mehr Student) ginge, könnte es bei mir auch ein Wochentag sein. Das mit der Motivation durch weniger Abgelenktsein kann ich nachvollziehen. Das mit “nur zwei Mails” leider nicht (mehr)
Viel Erfolg am nächsten Freitag!
Respekt, Digga!
Haste gut gemacht. Für mich wäre das absolut nichts… in der Woche schon gar nicht, da ich ja beruflich mit dem Internet zu tun habe. Es würde also nur der Sa. und So. bleiben – doch da muss ich halt auch mal ‘private’ Dinge erledigen (Weblog, Online-Banking, Mails, etc.), wo ich die ganze Woche nicht zu gekommen bin. Von daher wäre es ziemlich schwierig bei mir umzusetzen.
Dir noch viel Glück für die kommenden Netzfreitage!
Bisschen offtopic, aber ich habe heute Nacht geträumt, dass ich mit Dir und dem Unwort-Basti rumgehangen bin. Sehr merkwürdig. Ich brauche auch mal Pause ^^
Und Respekt, dass Du es schaffst, nur eine Folge Shield zu gucken. Wir haben die vierte Staffel neulich an zwei Tagen geguckt, weil’s so spannend war
@O11i: Das mit dem Beruf ist natürlich so eine Sache, aber es bleibt ja auch noch das Wochenende (oder der Urlaub) an dem man so etwas mal machen kann.
@Alex: Ja, okay, da du sowieso kaum Zeit hast, kann ich das gut verstehen. Aber nett, dass du mir viel Erfolg wünscht, wenngleich wir uns dann noch einmal weniger in der Woche hören. ^^
@Sebastian: Oha, warum träumst du sowas? Schon wieder ein Blogger mehr, der von mir träumt… das sollte mir zu denken geben!
Und zu The Shield: Es war nur eine Folge, weil es die letzte der Staffel war, ich hab die vorher auch regelrecht verschlungen. War echt gut, schade, dass Glenn Close schon wieder weg ist, die hat sich gut eingefügt.
Und ich lasse mal wieder die Links sprechen: Das Internet hat mein Leben zerstört
Wow! bin ja mal gespannt wie sich dieses “Projekt” entwickelt
Für mich ist das Internet auch zu einer selbstverständlichkeit geworden. Ich schreibe zur Zeit eine Hausarbeit für die uni und da google ich auch ständig. Wenn ich ein Synonym brauche oder wenn ich ein Wort nicht kenne oder wenn ich eine Statistik brauche usw…
Wahrscheinlich würde ich trotz alledem ohne Internet effektiver arbeiten, aber es ist dann doch ganz praktisch, wenn man es schnell mal nutzen kann.
@jakob: Vielen Dank für den Linktipp!
@Nadine: Bin selbst sehr gespannt, die erste Woche hat ja ganz gut geklappt, aber das wird sicher auch noch schwieriger werden. Vor allem auch für die Hausarbeiten kann man das immer gut gebrauchen, da geht es mir ähnlich wie dir. Allerdings hält das Internet auch extrem von den eigentlich wichtigeren Dingen ab, ohne arbeitet man auf jeden Fall wesentlich kontentrierter.
Trackbacks