Filmriss: Deadwood (Season Three)

Es tut sich was in Deadwood: Nachdem Seth Bullock zum Sheriff der Stadt ernannt worden ist, hat dieser viel zu tun und kann sich nicht mehr so sehr mit dem Saloon-Besitzer Al Swearengen auseinandersetzen. Die Stadt indes wächst weiter und nach den Anstrengungen der Eingliederung der Stadt in bestehende Rechtsbereiche, ist nun auch noch der berühmt berüchtigte Unternehmer und Goldsucher George Hearst in die Stadt gekommen. Was dieser in Deadwood vorhat und wie die bisherigen Machthaber reagieren, damit befasst sich die dritte und finale Staffel der Western-Serie Deadwood.

Hearst, der von den reichen Goldvorkommen in Deadwood gehört hat, möchte sich die Claims unter den Nagel reißen und die Stadt nach seinen wünschen formen, wozu ihm so gut wie jedes Mittel Recht ist. Die bisherigen Kontrahenten Bullock und Swearengen sind zur Zusammenarbeit gezwungen, um die Pläne des rücksichtslosen Unternehmers zu durchkreuzen. Aber auch sonst ist allerhand los in Deadwood. Die Witwe Garret, die den ihre Interessen bezüglich ihres Goldclaims vertretenden Ellsworth geheiratet hat, eröffnet mit ihrem Vermögen eine Bank, aus einem Bordell wird eine Schule gemacht und eine Theatergruppe kommt in die Stadt, was nur einige wenige der Begebenheiten im Ort sind.

Nachdem schon die zweite Staffel sehr überzeugend war und die Sichtung viel Spaß gemacht hat, legt die dritte Staffel nochmal einen oben drauf. Der Hauptplot um die Machenschaften von George Hearst bringt sehr viel Spannung in die einzelnen Folgen und ist etwas weniger verwirrend als das Eingliederungsthema der zweiten Staffel. Sowohl Optik als auch Dialoge sind vom Allerfeinsten und wirken sehr authentisch, sind allerdings nichts für Leute, die keine derbe Ausdrucksweise oder kein Blut mögen. Der dreckige Look passt wunderbar dazu, viel besser als die sonst so typisch aufpolierten Westernfilme.

Auch in der dritten Staffel zeigt der Cast wieder seine Spielfreude. Wirklich jede Figur kommt glaubhaft rüber und wird von seinem Schauspieler perfekt verkörpert. Die neuen Charaktere wie der von Gerald McRaney gespielte, gnadenlose Geschäftsmann George Hearst oder Brian Cox als Theaterspieler Jack Langrishe fügen sich wunderbar ein. Das jede Rolle ernst genommen wird und wichtig ist, spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass fast jede Figur in jeder Folge auftaucht. Die Dichte der Handlungsstränge ist dementsprechend auch sehr hoch. Das bringt Abwechslung, wobei manche Nebenplots weniger interessant sind als andere.

Fazit: Die Dritte und (wohl trotz aller Gerüchte) letzte Staffel von Deadwood ist noch einmal eine Steigerung im Vergleich zu den beiden ersten Seasons. Der Konflikt mit George Hearst schaukelt sich von Folge zu Folge höher und bringt richtig Spannung. Leider fällt der Abschluss der Serie dem gegenüber ein wenig ab und man merkt schon, dass hier sicherlich eine Fortsetzung der Serie geplant gewesen war. Dennoch: Deadwood ist Serienunterhaltung bester Güte und wem die ersten beiden Staffeln gefallen haben, der wird auch mit der dritten sehr zufrieden sein.

Meine Wertung: 9/10

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