Game Checkpoint: Bioshock (PC)

Du stürzt mitten über dem Atlantik ab, treibst auf dem Wasser, keine Hilfe ist weit und breit zu sehen, nur ein riesiger Turm mitten auf dem Wasser erhebt sich vor dir, während du dich durch die Wrackteile kämpfst, um aufs Trockene zu gelangen. Im diesem Turm entdeckst du eine Taucherglocke, begibst dich hinein und ahnst noch nicht, dass du dich womöglich auf der bizarrsten und erschreckensten Reise deines Lebens befindest.

Willkommen in Rapture, einer einzigartigen Unterwasserstadt, abgeschnitten vom Rest der Welt. Einst blühte hier das Leben, Kunst, WIssenschaft, hier ließ es sich aushalten. Doch irgendetwas ist hier passiert, die Stadt wirkt fast wie entvölkert – aber nur fast: Genmanipulierte Menschen schlurfen durch die Gänge und Hallen der Stadt, sie scheinen allesamt verrückt zu sein und greifen alles an, was noch irgendwie normal aussieht. Auch die Stadt sieht mitgenommen aus, Wasser dringt ein, die kaputte Einrichtung lässt den ehemaligen Glanz im Stile des Art Déco nur erahnen. Eine Stimme spricht über ein Funkgerät zu uns. Endlich, ein normaler Mensch! Sein Name ist Atlas und er will uns helfen, von diesem Ort zu fliehen.

So beginnt der Ego-Shooter Bioshockaus dem Hause 2K Games, um den es schon vor Erscheinen einen richtigen Hype in der Games-Szene gab. Dem einen oder anderen dürfte sicherlich auch die Fernsehwerbungnoch bekannt vorkommen. Und vor allem zwei Dinge sind es, die diesen Hype auch rechtfertigten: Zum einen die grandiose Atmosphäre, in der Unterwasserstadt Rapture fühlt man sich tatsächlich ein wenig klaustrophobisch, überall dröhnt, klappert und plätschert es, das Gefühl der Bedrohung ist unglaublich hoch, ohne jedoch auf übertriebene Schockeffekte zu setzen. Zum zweiten ist es eine einfach nur als genial zu bezeichnende Storywendung etwa zur Mitte des Spiels, mit der man so niemals rechnen würde und die einem seine eigene “Hilflosigkeit” brutal vor Augen führt. Für mich ein Moment der Spielegeschichte, den ich lange im Gedächtnis behalten werde.

Nun bleibt aber noch die Frage, wie es mit den anderen Elementen des Spiels aussieht. Die Grafik ist sehr passend und vor allem die Wassereffekte machen ordentlich was her – logisch, ist Wasser auch das Element schlechthin in Bioshock. Auch der Sound und die Synchro passen hervorragend und unterstützen die Atmosphäre. Die Bedienung ist eine leicht erweiterte Standard-Shootersteuerung. Leicht erweitert? Genau, denn in Bioshock kann man sich die Gegner nicht nur mit allerhand Waffen von der Rohrzange bis zum Flammenwerfer vom Leib halten, sondern auch mit sogenannten Plasmiden, Genveränderungen zum Selbstspritzen, lässt sich hervorragend kämpfen. Ob man nun seinen Gegnern per Telekinese die Garnitur um oder besser noch an den Kopf wirft, oder eine sich unter ihnen ausbreitende Ölspur in Flammen steckt: Viele Wege führen zum Erfolg, leider reicht stures Waffenfeuer aber aus. Munition lässt sich von besiegten Gegnern und überall herumstehenden Automaten schnell zusammenklauben.

Und damit komme ich auch zum größten Kritikpunkt von Bioshock: Das Spiel bietet nur sehr wenig Abwechslung. Man bekommt nur eine sehr überschaubare Anzahl an verschiedenen Gegnern vorgesetzt und die Abläufe wiederholen sich zu sehr – man gelangt in ein Gebiet, muss einige storybedingte Checkpoints ablaufen und dann zur nächsten Ebene gehen. Leider unterscheiden sich die Gegenden auch immer nur recht wenig voneinander. Immerhin bekommt man ein paar Zwischengegner vorgesetzt und kann Aufzeichnungen finden, durch die man einiges über die Stadt und einige ihrer Bewohner erfährt.

Daumen mittel hochFazit: Alles in allem bekommt man mit Bioshock einen extrem atmosphärischen Shooter in einer faszinierenden, stimmigen Spielwelt mit einigen Längen aufgrund mangelnder Abwechslung. So manch zartbesaitetere Natur wird vor allem zu Beginn des Spiels die Quicksave-Taste ungewohnt oft bemühen. Gerade wegen der grandiosen Atmosphäre und der interessanten Handlung ist das Spiel ein Tipp für jeden Shooter-Fan. Im Übrigen ist sowohl eine Fortsetzung als auch eine Filmumsetzung des Spiels (vom Regisseur von Fluch der Karibik) geplant.

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