1. Was war deine schlechteste Zeugnisnote?
Ein einziges Mal hatte ich eine 5. Das war in der 10. Klasse in Mathematik, weil ich das Thema Sinus/Kosinus/Tangens einfach nicht gerallt hatte und ne glatte 6 geschrieben habe in der Klassenarbeit. Sehr schlimm war das aber nicht, denn schon in der 11. Klasse ging es wieder bergauf, denn dort meinte mein Mathelehrer sogar, dass ich ja ein Kandidat für den Leistungskurs sei – woraufhin ich einen Lachanfall bekam.
So kanns gehen!
2. Welche Kompetenzen sollte Schule unbedingt vermitteln?
Kompetenzen ist ja DAS Stichwort schlechthin, was Schule angeht. Der Trend geht ja immer mehr dahin, dass die Lehrer kein Wissen mehr, sondern Kompetenzen vermitteln sollen. Wichtig sind natürlich die Methodenkompetenz (Wie mache ich etwas?) und auch die Sozialkompetenz wird immer wichtiger. Allerdings sollte dabei auch ein gutes Allgemeinwissen nicht vernachlässigt werden.
3. Welche Diskussion rund um das Thema Bildung fandest du in letzter Zeit spannend?
Da gibt es sehr viele Diskussionen, zum Beispiel der andauernde Streit um Studiengebühren (meine Meinung: Weg damit, freie Bildung für alle und nicht nur für die Besserverdienenden), auch die von Holger angesprochene Verkürzung der Schulzeit wird immer noch diskutiert (bin ebenfalls dagegen, solange es nicht richtig gemacht wird). Das wirklich frischeste Thema ist aber die Umgestaltung der Oberstufe hier in Schleswig-Holstein zur Profiloberstufe. Ein Graus, die Schüler keine Kurse mehr frei nach Interessen wählen zu lassen, sondern sie zu “Spezialisten” zu machen. Mehr Infos dazu von mir an dieser Stelle.
4. Was hat dich früher motiviert, jeden Tag in die Schule zu gehen?
Keine Ahnung, ich musste nicht großartig motiviert werden, ich wusste, dass die Schule wichtig für mich ist vom Lernstoff her hatte ich auch kaum Probleme. Ich bin zwar nicht euphorisch aufgestanden und zur Schule gegangen, aber wirklich gestört hat es mich auch nicht. So schlimm war die Schule nicht.
5. Wissen bedeutet…
…leider viel zu wenig auf dieser Welt, denn irgendwie sind doch immer die größten Idioten die mächtigsten Leute auf dieser Welt. Denn was wirklich zählt, ist Geld. Allerdings hilft Wissen in vielen Lebenslagen und ist auch nützlich, um wenigstens zu einem bisschen Geld zu kommen.
6. Was macht für dich einen guten Lehrer aus?
Ein guter Lehrer ist stets darum bemüht, seine Schüler zu motivieren, ihnen etwas zu vermitteln und ihnen zu helfen. Allerdings muss er auch mal hart sein und disziplinieren, wenn es nötig ist und er sollte sein Fach nicht nur für Unterricht bereiten, sondern es auch wirklich lieben und leben. Begeistern können.
7. Was macht für dich einen schlechten Lehrer aus?
Schlechte Lehrer sind diejenigen, die nur wegen des Beamtenstatus und der Ferien Lehrer geworden sind und sich einen Dreck um die Schüler kümmern. Keine guten Lehrer sind auch die, die sich von den Schülern auf der Nase herumtanzen lassen, da können sie sonst noch so nett und pädagogisch sein.
8. Wenn du Kultusminister wärst – was würdest du sofort ändern?
Wie Holger würde ich unbedingt mehr Geld für die Bildungseinrichtungen fordern und locker machen. Das zentrale Problem der Bildung ist nämlich nicht das Schulsystem, sondern das wir an unserer Bildung sparen. Das Problem würde sich von ganz allein lösen, wenn die Klassengrößen verringert werden. Ein vernünftiger Unterricht mit 30 Kindern, die sich mitten in der Pubertät befinden, wovon dann womöglich auch noch 3-4 “Problemfälle” dabei sind, ist meiner Ansicht nach nahezu unmöglich.
9. Was ist dein Schlusswort zu diesem Bildungsstöckchen?
Ich bin froh, dass ich die Chance hatte, eine gute und umfangreiche Bildung zu genießen. Bildung ist das Fundament eines Staates – man darf nicht vergessen, dass jede Generation irgendwann mal von einer anderen abgelöst wird. Deswegen sollte gerade in der Bildung nicht gespart werden. Wenn man sogar bereit ist, noch mehr auszugeben und kulturelle Einrichtungen wie Theater und Museen für Schüler kostenlos zugänglich machte, dann würden diese Angebote mit Sicherheit auch viel öfter wahrgenommen und somit die Bildung einer größeren Masse zugänglich gemacht werden. Wenn man die Angebote attraktiv gestaltet, kann man so sicherlich viele Kinder vor der Glotze weglocken und die Aktivität vergößern – das führt zu besseren Noten und zu einem besseren PISA-Ergebnis und wir müssten nicht alles neu machen, was auch Unmengen an Geld verschlingt, aber kaum etwas verbessert. Aber ich sagte ja schon, dass meistens die größten Dummköpfe die wichtigsten Positionen innehaben…
Weiter werfe ich dieses Stöckchen an Domschi (von Schülerseite ist das Stöckchen sicher interessant) und Yuki Keylin, wenn sie denn Stöckchen nehmen mag.
Auch von Basti würde ich die Antworten gerne hören, vielleicht nimmt er ja dieses Stöckchen ausnahmsweise mal auf.

















7 Kommentare
Die Idee mit dem kostenlosen Eintritt in Theater und Museen finde ich gut. Für mich als Schülerin ist das oft zu teuer, obwohl ich eigentlich sehr gerne ins Theater gehe, aber 8€ oder oft noch mehr sind einfach zu viel
In Hamburg ist es so, dass die “grossen Theater” schon jetzt massiv bezuschusst werden, ansonsten würde dort nur die Klientel der “Elbchaussee” anzutreffen sein, denn Theater und Oper sind in der Unterhaltung SEHR teuer. Das Problem in Hamburg ist, dass viele kleinen Bühnen eben NICHT bezuschusst werden (können..). Dadurch wird es – sogar in einer Millionenstadt – sehr schwierig, abseits der Kommerzmusicals (von denen Hamburg recht viele parallel hat) und der “Staatstheater”, eine abwechslungsreiche Palette von darstellender Kuns anzubieten, in denen auch die Nischen mit Leben gefüllt werden.
Und @Jenni vergleiche einmal die von dir genannten 8€ für das Theater mit dem, was ein Kinobesuch heutzutage kostet. Da sind die 8€ für ein LIVE-Performance doch vergleichsweise niedrig. Mal so in Relation gesehen.
@Reizzentrum: Zu deiner Info: Ich gehe in etwa genauso oft ins Theater wie ins Kino. Ich weiß, dass Theater in dem Vergleich wirklich billig ist, aber es ist trotzdem schwer, andauernd so viel Geld als Schüler aufbringen zu können.
@Jenny: Genau, einerseits ist der Preis für Schüler oft zu hoch, obwohl sie gerne ins Theater gehen, andererseits sind viele der Meinung, dass Theater und Museen langweilig sind, vor allem wenn sie gezwungen werden, da hineinzugehen. Freiwillig und kostenlos würde das sicher deutlich mehr Besucher bringen.
@reizzentrum: Natürlich ist das alles ein Geldproblem, aber ich glaube nicht, dass der Verlust so immens wäre, wenn man es wirklich nur den Schülern (und vielleicht auch Studenten) ermöglicht, kostenlos ein Theater zu besuchen. Vielleicht sogar im Gegenteil, denn möglicherweise bringen die auch ihre Eltern oder Geschwister mit, die eben sonst auch nicht losgegangen wären. Und wie die Hauptaussage meines Beitrags schon verdeutlicht, müssen Bund und Länder eben das Staatssäckel für die Bildung öffnen.
Hier noch ein Stöckchen: 4 Gewinnt
http://ao-lai.blog.de/2008/08/27/4-gewinnt-4645214
Viele Grüße
Yitu
Aber sicher doch. Mit Vergnügen!
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