Ich habe mich vor kurzem mal wieder ein wenig dichterisch betätigt. War erst skeptisch, ob ich das veröffentlichen soll, wurde dann aber dazu ermutigt. Obwohl ich eigentlich kein Freund davon bin, vorher noch erläuternde Worte zu meinen Gedichten zu sagen, kündige ich lieber vorher an, dass ihr euch jetzt nicht großartg etwas dabei denken müsst oder sowas in der Art – ich hatte einfach Lust am dichten und positive, nette Sachen kann ich noch weniger als so etwas wie das, was nun folgt. Bin natürlich offen für jegliche Kritik.
Dankbarkeit
Es tut gut, Dich leiden zu sehen
Zu wissen, dass es Dir schlecht geht.
Dabei hast Du mich weggetreten
Jetzt zahlst Du den Preis dafür.
Es tut gut, wieder atmen zu können
Auszusprechen, dass ich Dich hasse.
Dich Deines Leides wegen verhöhnen
Ist meine Rache für die alte Zeit.
Es tut gut, endlich glücklich zu sein
Zu lachen, während Du weinst.
Mein Leben gehört wieder mir allein
Deinen Anteil hast du verspielt.
Es tut gut, Dich so sehr zu hassen
Zu sehen wie die Wut mir hilft.
Nur Du konntest sie so wachsen lassen
Mein Schatz, dafür danke ich Dir.

















8 Kommentare
Was ist an dieser Lyrik lausig? Mir gefällt das wirklich gut. Wütende Lyrik finde ich ja immer genial.
Nur in der Zeile “Dich Deines Leides wegen verhöhnen” würde ich nach wegne und vor verhöhnen ein “zu” einfügen. Ich hatte es beim Lesen irgendwie automatisch eingebaut.
Also, mehr davon!
Seltsam, mir ist da sofort eine Ex eingefallen…
… obwohl auch diese Phase nach einiger Zeit wieder verrauchte – so ähnlich wie es das Foto zeigt.
[Der Rest ist Schall und Rauch… ;-]
Diese “Wut” hilft über die Zeit der Schmerzes hinweg, ist – zumindest empfinde ich dies so – eine Art Schutzwut. Aber sowas sollte schnell vergehen, ansonsten wird es arg….
Wobei mir persönlich das “verhöhnen” eher “übertrieben” vorkommt, Rache ist nie gut. Ansonsten gut!
@just4ikarus: Naja, “lausige Lyrik”, weil ich eben nicht den Anspruch erhebe, gute Texte zu schreiben und weil es so schön zum “Müllthema” des Blogs passt. Freut mich aber, dass es dir gefällt.
Mal schauen, ob ich sowas öfter bringe.
Zu der Zeile, die du ansprichst: Stimmt, hätte man machen können, wäre vielleicht eine Nuance besser gewesen, weil es grammatisch “geläufiger” ist.
@emathion: Den Kommentar lass ich mal so stehen, ist sicherlich eine mögliche Interpretation und wohl auch eine der offensichtlichsten.
@reizzentrum: Stimmt, da gebe ich dir Recht, für eine kurze Zeit ist das sicher legitim, aber irgendwann ists gut. Und zum Verhöhnen: Vielleicht weniger als Rache verstehen und mehr als eine Art Genugtuung?
Danke für den Kommentar!
Auweia
Das Gedicht finde ich gut, auch wenn ich es nicht unbedingt gut heiße.
Nur wen man wirklich liebt, den kann man auch gebührend hassen – hat mal ein lieber Freund von mir gesagt. Recht hatte er damit! Du kannst niemanden, den du erst so kurz kennst (dein Leben ist ja noch nicht soooo lang gewesen) soooo hassen, dass du dich rächen willst. Und wenn du auf die Stimme in deinem Inneren hörst, dann ist es im Moment blinde Wut. In zwei oder drei Wochen, vielleicht auch Monaten, lachst du bereits darüber. Und glaub mir, selbst wenn alles Schlechte, was du demjenigen wünschst in Erfüllung geht, dann fühlst du dich am Ende nur mies und bist kein Stück befriedigt.
Damit kenne ich mich aus!
@tshalina: Wie im Beitrag gesagt, man sollte nicht zu viel da hineininterpretieren. Meine letzte Beziehung ist vor ungefähr 2 Jahren zuende gegangen, von daher ist das, was in meinem Gedicht beschrieben wird, keineswegs aktuell oder so. Und ich würde es in dieser Form auch nicht darauf beziehen. Es hat zwar schon einige Wut gegeben, die ist aber dann doch recht schnell verraucht. Und am Ende steht ja auch noch der Dank, der zusammen mit dem Titel die Wut einschließt. Sozusagen Dank, bevor es auseinander gegangen ist und Dank, nachdem die Wut wieder verraucht ist.
Eine mögliche Interpretation
Hass ist nur eine andere Form von Liebe. Wenn man jemand hasst, hat man noch lange nicht Abschied genommen, sondern will sich selbst nicht eingestehen, wie wichtig der Andere immer noch ist. Das Gegenteil von Liebe ist Gleichgültigkeit, nicht Hass.
Das Gedicht gefällt. Etwas zu sehr ausgeschrieben vielleicht. Ich mag Satzfragmente lieber, die ermöglichen noch mehr Interpretation.
@Lia: Weise Worte und auch eine Voraussetzung für das Verständnis des Gedichts. Dem Protagonisten ist die Person ja nicht gleichgültig, sonst würde er sich ja nicht bedanken.
Danke für dein Lob und die Kritik! Ich mag beides recht gern, kommt immer drauf an, wonach mir gerade der Sinn steht.
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