Heute war ich mit meiner Familie in Hamburg, um den “Dialog im Dunkeln” zu besuchen. Das ist eine Ausstellung, in der man in vollkommen lichtlosen Räumen in die Situation von blinden Menschen versetzt wird, um deren Leben nachvollziehen zu können. Unter der Anleitung eines wirklich blinden oder schwer sehbehinderten Führers wird man durch verschiedene Räume geführt, in denen man sich nur durch Tasten, Hören und mit einem Blindenstock zurechtfindet. So geht man durch einen Park, macht eine Bootstour oder bestellt ein Getränk in der “Dunkel-Bar”.
Als ich in die lichtlosen Räume trat, war mir zunächst echt mulmig zumute. Man konnte wirklich absolut gar nichts sehen. So kam man nur sehr langsam voran, weil man einfach nicht mehr wusste, wo man war. Eine wirklich beklemmende, aber interessante Erfahrung, wie blind durch die Gänge zu laufen. Ohne unsere wirklich sehr sympathische Führung hätte das wohl ewig gedauert. Anderthalb Stunden hat das ganze gedauert und als ich wieder ans Licht kam, war ich doch irgendwie froh, dass mich das Schicksal nicht zu einem Blinden gemacht hat. Es war aber durchaus lohnenswert, das einmal mitgemacht zu haben.
Gleichzeitig ist es bemerkenswert, dass man sich, obwohl man gar nichts sieht, eine gewisse Vorstellung von den Räumen und Dingen gemacht hat, die man berührt und mit den restlichen Sinnen wahrnimmt. Und auch von unserem Führer hatte ich allein aufgrund seiner Stimme – die sich ein wenig wie die Synchronstimme von Bill Murray anhörte – ein bestimmtes Bild vor Augen. Wenn man von Geburt an blind ist, kann man sich ja gar keine richtige Vorstellung machen, man weiß nicht, was Farben sind und kennt von nichts und niemandem das genaue Aussehen, sondern höchstens die Form – erschreckend!
Wer mal in Hamburg ist oder sonst irgendwie die Chance bekommt, sich die Ausstellung “anzusehen”, sollte das unbedingt tun, es lohnt sich. Weitere Infos inklusive anschaulicher Erlebnistexte findet ihr auf der Homepage.

















9 Kommentare
Klingt interessant… Dafür würde ich auch mal wieder ins Museum gehen.
Das werde ich mir mal merken. Man kann wirklich dankbar sein, wenn man keine Behinderung hat. Letztes Schuljahr haben wir auch bei einer Olympiade für Menschen mit Behinderung geholfen, das war auch eine interessante Erfahrung, da man mit diesen Menschen eher selten zu tun hat, wenn man niemanden in der Familie oder im Bekanntenkreis mit Behinderung hat.
Ich will da auch noch unbedingt mal hin. Ich war schon so oft dort in der Nähe, aber irgendwie hatte ich bisher schweren Respekt davor da rein zugehen…
Die Blinden tun mir auch immer sehr leid. Für die gibt’s dann auch keine Operationen mehr. So weit ist die Forschung nun leider doch noch nicht.
@Nadine: Ist wirklich interessant und anschaulicher gehts nicht.
@Jenny: Also wenn du wirklich mal die Chance bekommen solltest, mach es mit. Man kann echt froh darüber sein, dass man sehen kann und das ist man auch, wenn man wieder herauskommt.
@Steffi: Herzlich willkommen erstmal hier.
Kann es wirklich empfehlen, aber am besten gehst du da mit Familie oder Freunden rein, dann fühlt man sich nicht ganz so allein.
@CrazyBabsi: Auch Dich heiße ich unter den Kommentatoren hier willkommen. Ja, leider kann denen noch nicht wirklich geholfen werden, aber wer weiß, was in ein paar Jahrzehnten sein wird. Das ist das Gute am Fortschritt.
hihi.. ich war da mal mit de rklasse und saß in der bar dann auf dem tisch, anstatt auf der bank -.-
das trinken im dunkeln klappt aber ohne probleme!
Da war ich auch. Aber in Frankfurt
Edit: Ich frage mich gerade ganz erntshaft, wieso da ein Bild von mir gerade aufgetaucht ist =D
@zitrone: Wurdest du etwa nicht gut angeleitet? Oder musstest du einfach wieder aus der Reihe tanzen?
@LaMa: Stimmt, in Frankfurt gibt es das zur Zeit auch.
Ja, das mit dem Bild ist eine gute Frage, hast du die angegebene E-Mail-Adresse irgendwo bei gravatar oder wordpress oder einem anderen Service hinterlegt, der dieses Bild verwendet? Ist ja spannend. ^^
Hmm ich weiß es gar nicht.. also ich kann mich zumindest nicht dran erinnern
Seltsame Sache..
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