7 Tipps, um Diskussionen auf dem Blog anzuregen

Als Blogger, der sein Blog mittlerweile schon über zwei Jahre lang betreibt, halte ich mich für einigermaßen erfahren und fortgeschritten, was das Bloggen angeht. Ich möchte mal an die weniger Erfahrenen ein paar meiner Erfahrungen weitergeben, von denen vielleicht auch der ein oder andere fortgeschrittene Blogger noch profitieren kann. Je nachdem, wie gut das ankommt, folgen vielleicht noch weitere Beiträge dieser Art.

Kommentare sind ja bekanntlich für fast jeden Blogger das Salz in der Suppe. Sie bringen einen deutlichen Mehrwert, da mehr Leute auch mehr Ideen haben und sich gegenseitig inspireren können. Für den Blogautoren kommt noch der Vorteil hinzu, dass Leser, die sich an Diskussionen beteiligen, auch eher wieder kommen. Doch welche Mittel hat man als Autor, um mehr Kommentare zu bekommen oder ganze Diskussionen in Gang zu setzen? Folgende Tipps können hilfreich sein – eine Garantie gibt es leider nicht.

Tipp 01: Stelle Fragen

Eigentlich ein klarer Fall, wenn der Leser nicht direkt befragt wird, tut er sich schwer, seine Meinung abzugeben, falls der Beitrag nicht extrem kontrovers (s. Tipp 02) verfasst ist. Eine einfachere und wohl auch effektivere Methode, eine Diskussion überhaupt in Gang zu kriegen, gib es wohl nicht. Aber auch in den Kommentaren lässt sich die Diskussion durch weiterführende und in die Tiefe gehende Fragen weiterführen.

Tipp 02: Sei kontrovers

Wie bei Tipp 01 schon angedeutet: Durch kontroverse Meinungen lassen sich einige Leser sicher dazu hinreißen, einen Kommentar zu verfassen, der eine andere Meinung darlegt. Sollte das der Fall sein, hat man einen guten Ansatzpunkt, um eine Diskussion loszutreten. Die Netiquette sollte dabei natürlich gewahrt werden. Es ist also Vorsicht geboten, ansonsten kann so eine Diskussion schnell in einen Beleidigungskrieg ausarten.

Tipp 03: Beantworte Kommentare

Wer Antworten erwartet, steht auch selbst in der Verantwortung, zu antworten, wenn die Kommentare denn kommen. Dabei sollten nicht nur Fragen beantwortet werden, sondern es sollte auch auch andere Kommentare eingegangen werden, etwa durch nähere Fragen oder einen eigenen Standpunkt dazu. Einen potentiellen Stammleser vergrault man durch nichts schneller, als dadurch, dass man nicht auf ihn eingeht oder sonst irgendwie eine Reaktion zeigt. Im Gegenteil gewinnt man eher Stammleser hinzu, wenn man Ideen aus Kommentaren aufgreift oder gar auf den Gedanken eines Lesers einen neuen Beitrag verfasst.

Tipp 04: Schreibe wertvolle Kommentare

Als Zusatz zu Tipp 03 ist zu bemerken, dass die Kommentare, die man hinterlässt (nicht nur auf dem eigenen Blog), auch einigermaßen sinn- und wertvoll sein sollten. Wie die Beiträge, in denen man nicht nur wie ein Papagei etwas wiederholen sollte, so sollte auch in den Kommentaren eine persönliche, einzigartige Note angestrebt und Wiederholungen vom Vorkommentatoren in der Regel vermieden werden. Auch kurze Statements wie “gefällt mir gut” oder “der Meinung bin ich auch” sind wenig hilfreich. Man sollte zumindest immer eine Begründung hinzufügen.

Tipp 05: Verfolge weiterführende Beiträge auf anderen Blogs

Manchmal kommt es vor, dass andere Blogger ein Thema aufnehmen und ihre Meinung auf ihrem eigenen Blog abgeben. Meist wird man durch einen Track- oder Pingback davon in Kenntnis gesetzt. Wenn das passiert, sollte man an der Diskussion in dem anderen Blog unbedingt teilnehmen. Dabei sollte man nicht ständig nur auf sein eigenes Blog verweisen (das wirkt unhöflich), sondern sich aktiv einbringen. Gute Diskussionspartner werden geschätzt und wenn es demjenigen, der den Beitrag aufgrund des eigenen Beitrags verfasst hat, hilft, wird das sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass er sich bei dir einbringt.

Ebenso kann es vorkommen, dass andere Blogger schon zu einem Thema geschrieben haben, über das man selbst schreiben möchte. Es bietet sich an, einen Track- oder Pingback dorthin zu senden, denn es bringt Tiefe in den eigenen Beitrag und wahrscheinlich kommt der Verfasser auch einmal vorbei und schaut sich deine Meinung an. Ein potentieller Leser und Kommentator ist geboren.

Tipp 06: Bewerbe spannende Diskussionen

Sollte bei dir eine heiße Diskussion in Gange sein, erzähle anderen davon und bewerbe die Diskussion in Microblogging-Diensten wie Twitter oder Plurk. Wer sich für das Thema interessiert, wird sicher einmal vorbeischauen und sich auch einbringen wollen. Man sollte es aber nicht übertreiben und überall seinen Link hinterlassen, da das auf Dauer von vielen als eher nervig empfunden wird. Von Vorteil ist es sicherlich auch, Diskussionen auf anderen Blogs, in denen du selbst beteiligt bist, zu bewerben. Der Autor des Beitrags wird es dir sicher auch danken.

Tipp 07: E-Mail Benachrichtigungen

Oft kommt es vor, dass jemand einen Kommentar hinterlässt, aber nie mehr wiederkommt, obwohl man eine weiterführende Frage gestellt hat. Eine Möglichkeit, dies zu verhindern, ist das Angebot einer E-Mail-Benachrichtigung bei folgenden Kommentaren (etwa durch das Subscribe to Comments Plugin). Das bringt zumindest ein bisschen etwas. Eine weitere Möglichkeit, die jedoch nur mit Vorsicht zu genießen ist, ist es, diejenigen, die einen Kommentar geschrieben und ihre E-Mail hinterlassen haben, persönlich zu benachrichtigen. Das sollte man aber – wenn überhaupt – nur machen, wenn der Kommentaor eine Frage gestellt hat und diese ordentlich beantwortet wurde, für den Fall, dass er nicht von selbst nach ein paar Tagen wiederkommt.

Auf gute Diskussionen!

So, das waren meine sieben Tipps zum Anregen von Diskussionen. Und jetzt seid ihr dran: Sind euch Diskussionen wichtig oder beteiligt ihr euch gern daran? Habt ihr vielleicht noch weitere Tipps für Diskussionen oder gibt es etwas anderes zu beachten? Vervollständigt die Liste doch in den Kommentaren (ich füge sie auch gern nachträglich inkl. Link in den Beitrag ein) oder greift das Thema in einem eigenen Beitrag auf. Ich freue mich auf eure Ideen! :)

 

12 Kommentare

  1. jana says:

    Ein sehr schöner Beitrag, wann kommt dein Buch “Anleitung zum erfolgreichen Bloggen” heraus? ;-)

  2. konna says:

    @jana: Dafür bin ich wohl nicht wirklich prädestiniert, denn das würde ja bedeuten, dass mein Blog erfolgreich wäre. Und das wäre wohl übertrieben. Ich bleib lieber dabei vielleicht hin und wieder einen Beitrag dieser Art zu schreiben, anstatt gleich ein ganzes Buch herauszubringen. ;)

  3. Ascari says:

    Regel Nr.1 befolgst am Ende eh selbst :mrgreen: ;) .

  4. jakob says:

    Irgendwo gab es einen schönen Artikel, der gegen Tipp 1 spricht, aber ich finde ihn nicht mehr. Heute gibt’s von mir darum keinen Linktipp. ;)

    Naja, grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn bei ausreichender Anzahl die Leser eingebunden werden (damit hast du z.B. keine Probleme), aber wenn ein relativ kleiner Blog dauernd Umfragen und Texte mit direktem Bezug zum Leser veröffentlicht, aber niemand darauf eingeht, dann macht das in meinen Augen einen eher schlechten Eindruck. Ohne aktive Leser nützen auch die besten Diskussionsansätze nicht.

    *ichwilldenlinkzumartikel* :mrgreen:

  5. konna says:

    @Ascari: Ja, natürlich, das war auch pure Absicht! ;)

    @jakob: Puh, ich dachte schon, dass du das Internet auswendig kennst. :mrgreen:

    Aber zum Thema: Es stimmt natürlich schon, dass ein Blog ohne eine gewisse Stammleserschaft nur sehr schwer ein vernünftige Diskussion zustande bringen kann. Aber wohl dosiert und unter Befolgung der anderen Tipps (etwa zu schauen, ob jemand anderes das Thema erst aufgegriffen hat), kann das schon effektiv sein, um erste Leser auch zu fesseln.
    Eine Möglichkeit kann auch sein, solange der Beitrag ganz neu ist, auf möglichst vielen anderen Blogs einen Kommentar zu hinterlassen – meistens schaut man ja doch, wer da kommentiert hat. Und wenn dann ein Teil derjenigen ebenfalls schreibt, bekommt man die Diskussion mit etwas Glück gut in Gang.
    Meine Tipps sind ja auch keine allgemeingültigen Lösungen, sondern zeigen lediglich ein paar Möglichkeiten auf. Ich selbst finde es relativ angenehm, wenn ich mich direkt befragt fühle in einem Beitrag, dann muss ich mir nichts aus den Fingern saugen, weil ich gerne einen Kommentar hinterlassen möchte. ;)

    Vielleicht sollte ich mal eine Tippsammlung veröffentlichen, die das Generieren von mehr Lesern thematisiert. :D

  6. Julian says:

    Der Beitrag hat mich direkt dazu verleitet einen Kommentar abzugeben :D

    Vieles was du schreibst sollte eigentlich so selbstverstädnlich sein, weil man es ja schon aus dem echten Leben kennt, trotzdem fällt es mir dann im Endeffekt wenn ich am schreiben bin schwer eine Fragestellung in dem Beitrag unterzubringen.

    Ich will ja nicht einfach an jeden Beitrag einfach eine Frage hängen, es sollte ja schon irgendwie zu dem Rest passen.

    Mailbenachrichtungen hab ich bei mir auch, und spürte obwohl ich nur einen sehr kleinen Blog führe direkt einen positiven Effekt. Die Leute kamen wieder.

  7. konna says:

    @Julian: Na dann hat der Beitrag ja seinen Zweck erfüllt und ich heiße dich herzlich willkommen hier auf der Gedankendeponie! ;)

    Kenne dein Problem sehr gut, man kann nicht immer aus allem irgendwie eine Fragestellung herleiten und auf Zwang eine rauszuhauen wirkt auch nicht immer passend. Am besten ist vielleicht, wenn man sich gleich am Anfang, wenn man einen Beitrag zu schreiben beginnt, überlegt, was man eigentlich möchte: Soll überhaupt eine Diskussion folgen? Oder will ich eigentlich nur berichten? Hat man eine Frage an die Leser, auf deren Antwort man wirklich gespannt ist, kann man den Beitrag von Anfang an daraufhin aufbauen. Das ist zumindest aus meiner Sicht einfacher als am Ende notgedrungen zu einer Frage überzuleiten. :)

    Die Möglichkeit der Mailbenachrihtigungen sollte wirklich jedes Blog haben, es wirkt sich tatsächlich positiv aus. :D

  8. Yitu says:

    Habe durch meine 20 Newsletterabos tatsächlich immer Leute die meinen Blog lesen. Danke für die Tipps ;) Dein Kommentar bei mir zu Tunguska wird heute Abend beantwortet!

  9. tshalina says:

    :P Vor allem guter Tipp: GIBT NICHT AUF! Die Tipps wirken hauptsächlich auf lange Sicht gesehen…. :? Und ich gehöre zur Fraktion “ungeduldig” – ich gebs zu

  10. Sonja says:

    Deine Tipps sind wirklich super für Anfänger wie mich. Ich werde sicherlich einige davon umsetzen! Danke :D

  11. Konna says:

    @tshalina: Richtig! Nicht aufgeben ist ein ganz entscheidender Aspekt, den vor allem Anfänger beherzigen sollten. Nicht den Mut verlieren, je länger man dabei ist, desto einfacher wird es. :)

    @Sonja: Danke für Dein Lob. Auf deine Umsetzung bin ich gespannt, werde mir dein Blog gleich mal anschauen und es weiter verfolgen. ;)

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