Professor Farnsworth aus der Serie Futurama hat in einer Folge einmal einen Satz gesagt, der ziemlich gut das widergibt, was die ganzen Forscher und Wissenschaftler dieser Welt repräsentieren: “Nichts ist unmöglich, solange man es sich nur vorstellen kann.” Ein sehr schöner Satz, der auch ein bisschen auf das von der Technologieabteilung von Intel geplante Projekt passt, Strom kabellos transportieren zu können:
“Based on principles proposed by MIT physicists, Intel researchers have been working on a Wireless Resonant Energy Link (WREL). [...] The magic of WREL is that it promises to deliver wireless power safely and efficiently. The technology relies on strongly coupled resonators, a principle similar to the way a trained singer can shatter a glass using her voice.” [via intel.com]
Zu deutsch heißt das im Prinzip nichts anderes als dass die Elektrizität in Wellenform durch die Luft transferiert wird. Das Phänomen magnetisch gekoppelter Resonanz wird dazu genutzt, um zwischen zwei Objekte in einem Magnetfeld derselben Frequenz Energie zu übertragen. Das hat sogar schon mit einer 60 Watt Glühbirne funktioniert.
Durch diese Technik könnten in gar nicht mal allzu ferner Zukunft Notebooks und andere mobile Geräte wirklich mobil und unabhängig von Akkus sein. Der komplett kabellosen Zukunft käme man damit ein ganzes Stück näher.
Ich finde das höchst aufregend und ganz persönlich bin ich ja trotz meiner eher vergangenheitsbezogenen Studienfächer Latein und Geschichte jemand, der eher positiv in die Zukunft schaut, was Technik und Fortschritt angeht. Horrorszenarien ala Terminator oder I, Robot befürchte ich eigentlich nicht. Wie denkt ihr denn über kabellosen Strom oder Fortschritt im Allgemeinen?

Ich glaube, dass es nicht wirklich gesund sein kann, Strom durch die Luft zu transportieren, in welcher Form auch immer. Das muss man sich mal vorstellen….
Ich habe ja von Technik keine Ahnung, aber muss uns nicht eigentlich der gesunde Menschenverstand sagen, dass das nicht gesund sein KANN? Da flirrt ja nun schon so viel Kram rum, Radiowellen und Handykrams und weiß der Geier was sonst noch alles. Und dann auch noch Elektrizität? Brrr…
Also ich würde das sehr begrüßen, wäre auf jeden Fall ne totale Erleichterung und man müsste nicht unbedingt immer nach ner Steckdose suchen. Auch würde der teilweise nervige Kabelsalat weniger werden und vielleicht auch irgendwann ganz verschwinden.
Nur für unterwegs kann ich mir das noch nicht so ganz vorstellen. Von der praktischen Nutzung her schon, nur ich denke, es wird sich doch dann nicht jeder überall in jedes Stromnetz einwählen dürfen.
Die Vorstellung daran ist schon interessant, wir würden uns dadurch ja eine Menge an Kabelsalat sparen. Als angehender Ingenieur in den Bereichen Energietechnik, Alternativenergien und Energieinnovation bin ich aber auch sehr skeptisch. Wie “Basti” oben schon schreibt haben wir eigentlich schon verdammt viel in der Luft: Handystrahlung, Radiowellen, daheim haben auch noch viele W-LAN, dann noch ein mobiles Haustelefon mit einer Basisfunkstation und so weiter und so fort. Die Idee Strom kabellos zu übertragen ist ja nicht neu, schon Nikola Tesla versuchte es damals mit seinen Teslatransformatoren – sogar mit Erfolg! Nur bestand dann ein längerer Lichtbogen mit mehreren tausend Volt der alles was da rein gekommen wäre gegrillt hat … Kurz gesagt: Ich bin sehr skeptisch, lasse mich aber gerne vom positiven Aspekt überzeugen.
Man kann es als Schritt zur Unabhängigkeit sehen, aber irgendwie macht es einen doch von einer lokalen Stromquelle, die Strom schickt, abhängig. Sollte die defekt sein, ist man aufgeschmissen und bräuchte einen Akku. Eine Veränderung zur jetztigen Situation sehe ich daher eigentlich nicht, weil wir momentan ebenfalls von einer Stromquelle abhängig sind. Und Wireless-Strom, der wie unser WLAN funktioniert, brauche ich eigentlich auch nicht (mal kommt ein Signal, mal nicht
).
Dennoch denke ich, dass derartige Techniken ja nicht gleich für die Massenindustrie entwickelt werden. Es eröffnen sich viele neue Möglichkeiten, an Orten zu agieren, an denen kein Strom vorhanden ist oder Akkus zu groß sind, z.B. bei Operationen. Ob man sich da allerdings von kabellosem Strom abhängig machen will…?
Und zuletzt noch ein Gedanke, den ich öfter beim Lesen derartiger Meldungen habe. Wie bei einem Code, der am Anfang funktioniert, aber durch jede Änderung und Anpassung an Komplexität zunimmt und irgendwann nicht mehr arbeitet, wird der ganze Scheiß am Ende einmal zusammenstürzen. Und dann werden wir uns wünschen, Akkus gebunkert zu haben…
@Basti: Hm, keine Ahnung, solange man keinen Herzschrittmacher trägt, ist das wohl ungefährlich, also wenn spürbare Auswirkungen bemerkt würden, würde da sicher noch weiter dran gefeilt.Prinzipiell gibt es in unserem Körper doch schon ständigen “Strom”, oder verwechsel ich da was? Bin leider kein Biologe oder Chemiker, als das ich da was genaueres zu sagen könnte. Aber auch so Sachen wie Handystrahlung lässt mich persönlich eher kalt.
@CrazyBabsi: Naja, da verweise ich mal auf jakobs Kommentar, Anwendungsmöglichkeiten gibts sicher genug, zum Beispiel für Orte, die nur schwer mit Strom versorgt werden könnten. Oder etwa als “Service” in Firmengebäuden oder vielleicht wirds sogar “Stromcafés” geben, in denen man sich mit seinem Laptop hinsetzen und surfen kann und eben dafür nur nen Kaffee bestellen muss oder so.
@Knight: Aber woher rührt diese Skepsis, gibt es belegte Statistiken dafür, dass diese Wellen im besonderen Maße schaden? Ich bin da optimistisch, dass den Forschern da noch etwas einfallen wird. Danke übrigens für die kleine Geschichtsstunde.
@jakob: Gar kein weiterführender Link?
Es ist natürlich richtig, dass die Stromquellen weiterhin benötigt werden, aber Kabellosigkeit finde ich dennoch einen nennenswerten Fortschritt.
Und zum Ausfallszenario: Da muss man eben vorplanen und die Akkus eben nicht komplett ersetzen, sondern zweigleisig fahren. Zumal ja eher die Akkus wireless geladen werden sollen können und nicht unbedingt das Endgerät direkt betrieben.
@konna: Nein, es gibt leider weder belegte Statistiken noch Forschungsergebnisse die die Schädlichkeit solcher Strahlungen bestätigen. Es gibt aber den so genannten SAR-Wert. Der Wert gibt an wie viel W/kg ein Strahlungssender auf “biologisches Gewebe” abgeben darf. Der Wert wird hauptsächlich immer für Handy hergenommen, er gibt aber auch andere Geräte an. Ein weiterer Grund zur Skepsis würde mir die Tatsache liefern, dass die Gefährlichkeit mancher Stoffe/Strahlungen erst im Nachhinein bekannt wurde. Wer dachte in der Vergangenheit schon, dass Röntgenstrahlen, Radioaktivität, Asbest und Contergan gefährlich seien? Vielleicht denken wir ja in 50 Jahren so über die Strahlungen die uns momentan umgeben?
@ konna: Ich habe mit dem Gedanken gespielt, aber der entsprechende Link war nur die Heisemeldung zum Thema…
Ok, dass Akkus nicht ersetzt werden sollen, habe ich dann falsch verstanden. Das macht natürlich Sinn, wenn ich im Outback ohne Steckdose trotzdem langfristig Strom habe. Wie das technisch umgesetzt werden soll bleibt mir aber ein Rätsel, vor allem über große Entfernungen. In Ballungsgebieten ist Wireless Strom ja nicht per se notwendig.
Eines Mittags hockte unser Praktikant über seiner Currywurst mit Pommes und verkündete vollmundig: “Wir können Kernkraftwerke doch auch auf dem Mond bauen!” Da er uns zuvor damit belagert hat, dass er gern in einem Bauwagen wohne würde, erklärte ich kackfrech: “Und dann legen wir ein Kabel von oben direkt zu deinem Bauwagen oder was?” und er zuckte mit den Schultern und bejahte. Noch Fragen?
@Knight: Klar, Vorsicht ist auf jeden Fall geboten, aber ich denke mit den Erkenntnissen aus der Vergangenheit (Röntgen- und Handystrahlung) wird man sicherlich besser auf eventuelle Gefahren eingehen können.
@jakob: Ja gut, Heise wäre ja nun nicht so weiterbringend gewesen.
Ich glaube auch nicht, dass sich Wireless Strom (zumindest in absehbarer Zeit) so weit durchsetzen wird, dass ganze Haushalte ohne Kabel auskommen. Aber sinnvolle Einsatzzwecke fallen mir genug ein. Es geht hauptsächlich wohl darum, dass man nicht ganz so sehr von der Akkulaufzeit seines Geräts abhängig ist.
@tshalina: Klingt doch nach nem gut durchdachten Plan!
Bevor man gleich irgendwelche Spekulationen über Schäden macht sollte man vielleicht erstmal abwarten was die Wissenschaftler da überhaupt Zustande bringen und dann wird das ganze sicher nicht ungeprüft auf den Markt kommen. Die Panikmache wegen den Strahlen ist vollkommen übertrieben wer schonmal mit nem Geigerzähler im Wald stand wird schon wissen was ich meine.
Ganz zu Schweigen von dem gigantischen Fusionsreaktor der am Himmel steht und pro Sekunde auf uns mehr Strahlung abfeuert als 10000 Hiroschima Bomben. Und davor ist das Magnet Feld der Erde auch kein 100% Schutz. Und es kommt alle 100000 Jahre zum vollständigen erliegen und trotzdem hat das Leben 3 Milliarden Jahre hinter sich.
Die meisten Menschen denken Strahlung= ungesund. Tja das Leben ist ungesund wir verrosten bzw verbrennen im wahrsten Sinne des Wortes.
Und im Vergleich zur Strahlung die direkt aus der Erdmitte kommt durch Zerfall Radioaktiver Elemente von unserer Sonne und von allen anderen Sternen ist die Handystrahlung vernachlässigbar gering. Wir leben in einem Strahlenmeer von allen Seiten werden wir ständig bombardiert. Und im gegensatz zur Wlan und Handy ist diese Strahlung hochenergetisch.
Elektromagnetische Strahlung ist nichts anderes als Licht auf einer anderen Wellenlänge. Habt ihr auch vor Licht Angst ? Nein ? Das solltet ihr aber den das Licht ist wesentlich gefährlicher als alle Handymasten der Welt zusammen. Es löst Hautkrebs aus es fördert den Alterungsprozess die Lichtflut erodiert sogar Steine mit der Zeit ich frage mich ob ein Handymast oder ein Wlan-Router mit der Zeit einen Stein erodieren würden.
Ich finde es schade das Leute sich nicht mit ihrer Angst beschäftigen und versuchen zu hinterfragen ob diese auch wirklich gerechtfertigt ist mich macht es traurig Menschen zu sehen die sich grundlos fürchten und nichtmal wirklich wissen warum sie sich fürchten.
Angst ist ein deutsches Phänomen es hat sogar in den amerikanischen Wortschatz Einzug gefunden. Sie wissen teilweise garnicht das das aus Deutschland stammt. Sie benutzen es um damit diffuse Furcht vor allem und jedem zu Beschreiben. Einen bestimmten Panik getriebenem Lebensstil. Ich weiss nicht ob die Deutschen die Angst lieben oder was da dran ist möglicherweise weil ich nicht in Deutschland aufgewachsen bin.