Ganz Deutschland ist in heller Aufregung über den Auftritt Marcel Reich-Ranicki beim deutschen Fernsehpreis. Seine Ablehnung der Ehrung und seine Verschmähung der deutschen Fernsehkultur ist bei vielen gut angekommen, die schon lange dachten, was er nun aussprach: Was im Fernsehen läuft, ist größtenteils Mist, denn das Fernsehen vermittele keine Bildung.
Doch was ist denn überhaupt Sinn und Zweck des Fernsehens? Wenn wir möglichst weite und umfassende Begriffe wählen, dann sind es lediglich zwei Aufgaben, die das Fernsehen zu erfüllen hat: Information und Unterhaltung. Beides liefert uns das Fernsehen.
Nun schreien vermutlich die ersten auf: “Castingshows, Kochsendungen, Bauer sucht Frau und wie sie alle heißen, das ist doch kein wertvolles Fernsehen!” Ich stimme da vollkommen zu, ich sehe mir auch keine dieser Sendungen an, aber diese Sendungen haben die besten Quoten und die besten Quoten bringen letztlich das meiste Geld und auch Fernsehsender sind Unternehmen, deren einziger Antrieb das Geld ist. Letztlich ist es die Masse der Menschen, welche das Fernsehprogramm bestimmt und nicht die Intendanten der Fernsehanstalten. Unterhaltung ist eben auch nur eine Geschmacksfrage.
Warum also auf das Fernsehen schimpfen? Wir sind alle frei zu wählen, was wir im Fernsehen anschauen, niemand zwingt uns Cindy aus Marzahn und Mario Barth lustig zu finden und keiner erwartet von uns, zu jubeln, wenn Ralf Zacherl mal wieder schneller kocht als wir kotzen können.
Jeder intelligente Mensch kann die Glotze ausmachen und sich auf andere Weise unterhalten und informieren. Man gehe nur ins Cabaret oder in die Bibliothek, wenn einem die Beschallung der Glotze zuwider ist. Beides erfordert jedoch eine gewisse Anstrengung, politisches Cabaret z.B. ist ohne Kenntnis des Tagesgeschehens nur schwer zu begreifen. Aber wer sich noch nie einfach nur ein bisschen vom Fernsehen berieseln lassen hat, der möge jetzt hier den ersten Stein werfen.
Ich finde es gut, dass Herr Reich-Ranicki den Mut hatte sich hinzustellen und zu sagen, dass ihm das Fernsehen nicht gefällt. Kontroversen führen oft zu fruchtbaren Diskussionen. Nur die Art und Weise war vielleicht nicht in Ordnung. Er, der selbst durchs Fernsehen seine Bekanntheit erlangt hat, stellt sich über das Medium (“ich gehöre hier nicht her”) und fordert von ihm Dinge, die nicht zu seinem Aufgabenbereich gehören. Aber nicht die Fernsehmacher sind die Schuldigen, die Konsumenten sind es. Die Menschen bekommen das Fernsehen, das sie verdienen.


















24 Kommentare
Im großen und ganzen hast du recht, ich glaube nur nicht, dass er mit ich gehöre nicht hierher das Fernsehen an sich gemeint hat, sondern mehr die Zeiten in denen solche Formate so erfolgreich sind. Wie gesagt, bei mir ist der Fernseher seit Wochen aus und irgendwie vermisst hab ich ihn nicht so richtig. (nur erstaunt festgestellt, dass er mir nicht fehlt). Ich denke, dass bewusstes Fernsehen auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung ist. Es wird nur nicht funktionieren, wie die Blöd auch immer noch erfolgreich ist, obwohl sie ja eigentlich keiner kauft…
Jeder intelligente Mensch kann die Glotze ausmachen und sich auf andere Weise unterhalten und informieren.
Ich wage zu bezweifeln, dass die Masse der Menschen, welche das Fernsehprogramm bestimmt, auch noch das Adjektiv “intelligent” verdient hätte. Demnach denke ich, dass wenigstens bei einem öffentlich-rechtlichen Sender eine von den Vorlieben des Marktes, bzw. der “Masse” möglichst unabhängige Programmgestaltung durchaus berechtigt ist.
“unterschichtsfernsehen” – und deswegen seit drei jahren ohne tv.
fand den auftritt ziemlich stark, aber es verebbt ja doch wieder, weil irgendeine muddi im neubaublog gerne mit ner anderen tauschen würde und hunderte es sehen wollen.
was allerdings ziemlich bemerkenswert ist, dass gerade die privaten sender immer mehr auf eigenproduzierte shows setzen (chartshow/guinessrekorde, weiß der geier was) und samstags zur besten sendezeit keine filme mehr kommen (hotel mama erfahrung) das kann selbst der barthsche humorfan nicht wollen, muss es aber sehen in ermangelung eines besseren programms.
Wir sehen ja nicht, was uns am besten gefällt (also dem Durchschnitt) sondern das, was uns gezeigt wird. Und daraus wählen wir aus.
Reich-Ranickis Kritik fand ich absolut berechtigt, und ich finde, er darf auch sagen, er gehöre da nicht hin, obwohl auch er durch das Fernsehen einem größeren Teil der Bevölkerung bekannt wurde. Er bezieht sich ja auf die Preisträger und niveaulosen Programmpunkte der Gala, nicht auf das Fernsehen als solches.
Ich selbst möchte das Fernsehen nicht missen. Ich finde, es ist ein ganz wunderbares Medium. Wie Du in deinem Artikel schon schreibst und wie es auch hier in den Kommentaren zum Ausdruck kommt, hängt es eben stark davon ab, was die Zuschauer aus dem Angebot auswählen. Stark verkürzt – zugegeben – kann man sagen, das Fernsehen hat katalysatorische Wirkung: es macht die Dummen dümmer und die Schlauen schlauer.
Konna, du hast nicht Unrecht. Und es ist nicht schlimm, dass es Sendungen wie DSDS oder Bauer sucht Frau gibt und auch nicht, dass sie gute Quoten haben. Bedenklich ist nur, dass eine ganze Fernsehlandschaft aus nicht viel mehr als derartigen Sendungen besteht. Das ist der Knackpunkt! Die Existenzberechtigung von Unterhaltungsshows will keiner bestreiten, auch wenn MRR das sicherlich konservativer sieht. Differenzieren ist hier das Stichwort und den goldenen Mittelweg erkennen können.
@Jenni: Im Prinzip hätte er dann aber auch von vornherein gar nicht erst erscheinen müssen. Wenn er das alles so verachtet, warum tut er sich das dann an? Der Mann ist redet ja bekanntlich sehr gerne gegen alles mögliche und lässt kaum andere Meinungen gelten. Schwierig einzuschätzen.
@Georges: Willkommen auf der Gedankendeponie erstmal! Du magst sicher recht haben, dass viele das Adjektiv “intelligent” nicht verdient haben. Aber wieso sollten die Öffentlich-Rechtlichen etwas an ihrem Programm ändern, wenn es – so wie es ist – gut ankommt? “Wetten, dass?” z.B. hat ja immer noch fantastische Quoten, eine intellektuelle Sendung ist das aber beileibe nicht.
@Die_Heldin: Den Begriff “Unterschichtenfernsehen” finde ich problematisch, der spielt mir irgendwie zu auf den finanziellen Aspekt an. Möglicherweise stimmt es zwar, dass finanziell schwächer gestellte relativ gesehen (!) eine eher seichte Unterhaltung suchen, aber das schert mir die Leute doch zu sehr über einen Kamm.
Aber nur, weil Samstags nichts Gutes mehr im Fernsehen kommt, muss man doch nicht das kleinste Übel wählen, oder? Manchmal sollte man manchen Menschen wirklich die Kiste wegnehmen, damit sie mal etwas anderes machen.
@Faustus: Auch an Dich erstmal ein Willkommensgruß! Das ist ein Teufelskreis – es kommt ein neues Showkonzept, die Masse schaut hin und es kommen die Nachahmer, weil sie ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Würde man so etwas gar nicht gucken, würde es auch nicht nachgemacht werden. So sind wir bzw. die Masse doch wieder selbst dran Schuld, wenn wir die x-te Castingshow im TV haben. Und wenn nur Mist läuft: Wir müssen es ja nicht gucken, was uns vorgesetzt wird.
@Markus: Die Kritik am Programm finde ich auch berechtigt, aber die Preisträger sind ja eigentlich gerade nicht die Schuldigen, oder? Wer hat denen denn zum Erfolg verholfen?
Deine Conclusio finde ich ganz wunderbar und trifft es denke ich genau richtig.
@jakob: Und warum ist das so? Weil die Fernsehanstalten die Kohle machen wollen. Diejenigen, die etwas daran ändern können, sind doch eigentlich nur die Zuschauer (bzw. jene, die für die Quotenerhebung relevant sind), die innovative, “wertvolle” Programme durch Einschalten belohnen können.
Hast Du MRRs Auftritt gesehen? Er kritisiert, dass ER nicht dahin gehört und dass ein von ihm gewünschter (inhaltvoller) Content nicht – oder zu nachtschlafender Zeit – gesendet wird.
Zumal er – wenn er den Preis annimmt – in einem Atemzug mit DSDS genannt wird. Für DSDS ist die ganz sicher eine Adelung, aber was ist dies für MRR? Sind seine Themen auch nur ansatzweise vergleichbar mit den von Bohlen gedemütigten Hupfdohlen?
Die öffentlich-rechtlichen Sender sprechen immer von “ihrem Auftrag” (das taten die Blues-Brothers auch), dann sollen diese ihn bitte mit Leben füllen, denn genau DAFÜR bekommen sie die GEZ-Gebühren. Um eben NICHT so sehr von Aussenfinanzierung (Werbung = Quotenabhängigkeit) abhängig zu sein.
Ja, ich gebe zu: Ich sehe gern Kultur- und Informationssendungen, ich liebe die BBC-Dokus. Und ab und an mal einen Spielfilm.
Ich bin der Meinung MRR HAT Recht und weise reagiert.
Na, jetzt hat Reizzentrum fast meinen Kommentar vorweggenommen! (bzgl. GEZ und Finanzierung und Anspruch und Auftrag).
Hinzufügen möchte ich noch, dass bei den Sendern, wo wirklich finanzielle Interessen dahinter stehen (Private), es sich viel zu einfach gemacht wird. Wenn ein Konzept funktioniert, werden Dutzende ähnliche Sendungen nachgeworfen. Das ging so mit Kochsendungen, Auswanderer”dokus”, Casting-Shows, Gerichtssendungen,… Die Welle schwappt hoch, wenn es populär wird und wenn dann alle meckern, weil es zuviel ist, geht es wieder runter.
Warum gibt es nicht mal Experimente? Reizzentrum sprach schon die BBC-Dokus an. Warum nehmen wir die BBC nicht mal generell als Beispiel? Die haben eine Menge guter und mutiger und außergewöhnlicher Filme und Serien gemacht. Und das Unglaubliche: die haben sogar Erfolg damit! Das beweist doch, dass die Zuschauer durchaus gute, anspruchvolle und ungewöhnliche Sendungen sehen möchten.
@Reizzentrum: Natürlich habe ich den Auftritt gesehen. Und was du geschrieben hast, habe ich doch auch so im Beitrag beschrieben – er kritisiert, dass im Fernsehen keine Bildung vermittelt wird.
MRR und DSDS sind natürlich direkt nicht miteinander vergleichbar, aber wer behauptet denn, dass sie das sein müssen? Erstens sind die Preise für jeweils ganz verschiedene Kategorien vergeben worden, zweitens hat DSDS doch ein ganz anderes Konzept als das, was MRR damals im TV gemacht hat. Die Vergleichbarkeit ist schlicht nicht gegeben.
Was genau ist denn der “Auftrag” der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten? Meiner Meinung nach ist es nicht der Bildungsauftrag, den haben die Schulen und Universitäten inne, Bildungsvereine und z.T. auch die Eltern. Der Auftrag von ARD, ZDF und Dritten ist doch eigentlich ein eher informativer.
Und MRR hat ja aber auch nicht nur die Öffentlich-rechtlichen angegriffen, sondern eben auch die Privaten, muss man ja bedenken.
MRR hat sicherlich zu einem gewissen Teil Recht, aber zu einem nicht unerheblichen Teil eben auch Unrecht.
@julia: Ich bin mit dir da durchaus einer Meinung und finde es ebenfalls sehr schade, dass es immer so viele “Klone” im Fernsehen gibt, aber da muss man ARD und ZDF doch eigentlich sogar rausnehmen, da laufen fast gar keine Klone und die, die kommen (etwa diese eine Show mit Bruce Darnell), sind meistens recht unpopulär und werden schnell wieder abgesetzt.
Warum gibt es keine Experimente? Da kann ich nur vermuten und denke, dass Experimente zu teuer sind, da wird lieber eine relativ günstige Castingshow rausgebracht, die aber wahrscheinlich mehr Erfolg hat.
Die Experimente, die gemacht werden, finden einfach nur nicht die Quoten und werden schnell wieder abgesetzt. Es ist ein Drama, aber daran sind nicht (allein) die Fernsehanstalten Schuld.
Das Feld für Experimente ist schon seit einer Weile das Web. Schaut Euch bei youtube oder anderen Portalen um. Kurzfilme mit Witz und vielen Ideen.
Ich schau nur TV vom Festplattenrekorder. Naja, bis auf Di Abend Dr. House
Keine Sorge. Der König ist tot, es lebe der König.
Ja ich gehöre zur “neuen” Sorte Mensch, ich habe mich dem fernsehen an sich entsagt – seit sicherlich mehr als einem Jahr habe ich keine TV Show mehr gesehen, was gefällt wird – legal wohl gemerkt – heruntergeladen.
Daher war in meinen Augen war Hr. Reich-Ranicki’s Auftritt nur der Kampf eines sterbenden Mediums ums überleben.
Haltet mich für Irre – aber ich glaube das fernsehen wird früher oder später seinen Platz räumen für das “böse” Internet!
Der König ist tot, es lebe der König!
Seine Bekanntheit erlangte MRR vor allem als Chefredakteur der FAZ.
du hast recht, wenn du schreibst, dass fernsehen informieren und unterhalten soll. aber die grenzen zwischen beiden ist längst verschwunden, infotainment nennt man das wohl heute… ich lebe seit jahren ohne fernsehgerät, schaue nur ab und an ausgewählte sachen per zattoo. und ja, jedes publikum bekommt das was es verdient. solange die millionen noch dsds & co anschalten, wird sich auch nichts am programm ändern. allerdings stelle ich das system, mit dem man zuschauerquoten ermittelt auch mehr in mehr in frage…
@Yitu: Im Web stecken jedenfalls viele Möglichkeiten, ich denke das bestreitet keiner.
@Thomas H: Herzlich Willkommen hier. Ich muss dir widersprechen, ich glaube nicht, dass das Fernsehen in absehbarer Zeit “stirbt”, dafür ist es einfach das viel bequemere Medium und – im Vergleich zum (schnellen) Internet – überall verfügbar!
@sopog: Willkommen! Meines Wissens nach war MRR nicht Chefredakteur, sondern “nur” Leiter der Kulturabteilung. Kann da auch nichts zum Chefredakteur MRR finden, kannst du das belegen?
@jana: Für die privaten Sender gebe ich dir Recht, die setzen immer mehr auf Infotainment, mit extra Newssendungen über Klatsch und Tratsch in der Promiwelt. Die öffentlich-rechtlichen sind, was Nachrichten angeht (Tagesschau, Heute), noch nicht im Infotainment anzusiedeln, würde ich persönlich sagen.
Das Quotensystem halte ich für recht genau (max. 5% Abweichung vom realen Wert). Es wird sicherlich versucht, ein möglichst genaues Abbild der Gesellschaft herzustellen. So ähnlich läuft es ja auch bei Wahlprognosen bzw. -umfragen ab, die irren sich meistens (klar gibts Ausnahmen) auch nicht besonders.
Und die Quoten wirken auch deshalb glaubwürdig, wenn man zuhört, worüber die Leute tagsüber reden: DSDS, Popstars, Wetten dass, Bauer sucht Frau usw. – schon mal jemanden über eine BBC-Dokumentation oder das ARTE-Programm reden hören? Eher selten, oder?
Konna, ich glaube schon, dass die Quotenerfassung nicht mehr stimmt, denn gerade durch das Internet und die vielen Aufnahmemöglichkeiten werden nicht alle Zuschauer gezählt bzw. falsch gezählt.
Wer einen Video-, DVD- oder Festplattenrekorder hat, der nimmt andere Sendungen auf als jemand, der abends durchs Programm zappt. In den USA ist das z.B. ein großes Problem, da die offiziellen Zahlen die vielen Tivos nicht zählen, was u.a. dazu führte, dass viele Serien wegen angeblich geringer Quoten abgesetzt wurden.
@Konna
Über BBC und Arte redet man EVENTUELL nicht, da hier kein Disput zwischen denen “Hauptsache es flimmert” und “Ich würd gern etwas Anspruchsvolleres sehen” Gruppierungen herscht.
Obschon die Filmmerklientel mit manchen Input-Formaten eh nix anfangen kann. Oder wie es bei meiner Prinzessin so schön heisst: “Laaangweilig. Ich will was mit Ficken!!”
@julia: Moment mal – die TV-Quoten werden doch erfasst, indem eine bestimmt Anzahl Menschen (ca. 13.000, habe gerade keine belegte Zahl) eine Art “Box” bekommt, die aufzeichnet, was im Fernsehen angesehen wird und diese Daten weiterschickt.
Natürlich fällt das Internet da heraus, aber wie gering mag der Teil sein, der eine solche Box zu Hause hat und dann doch seine Sendungen im Netz schaut? Video-Aufnahmen hingegen müssten den Weg ins System aber durchaus finden können. Die Messung wurde doch erst vor kurzem modernisiert, oder irre ich?
Mag sein, dass ich irgendetwas nicht bedacht habe, dafür kenn ich mich mit der Quotenermittlung (und bleiben wir bitte bei der deutschen) nicht genug aus. Was ich jetzt auf deinen Kommentar hin nachgelesen habe, wirkte aber auf mich nicht sehr problematisch.
@Reizzentrum: Auch bei den anderen Formaten muss es nicht um einen Disput zwischen unterschiedlicher Klientel gehen. Gleich und gleich gesellt sich gern, das gemeinsame Interesse an einer Sache führt doch auch zu Unterhaltungen.
Das manche Leute für bestimmte Arten von Sendungen ungeeignet sind, da sind wir uns wohl einig, aber das bestätigt ja eher meine These, dass die Menschen eben das Programm bekommen, welches sie verdienen.
@ Konna: Natürlich bestimmen die Zuschauer das Programm bei den Privaten, aber genau dafür gibt es die GEZ, damit die ÖR eben nicht von der Zuschauerzahl abhängig sind und trotzdem “Kulturfernsehen” produzieren können. Was dort teilweise für Schwachsinn produziert wird, ist dann wiederum ein ganz anderes Thema.
@julia: Die amerikanische Quotenmessung war ein Problem, das ist richtig. Seit einigen Tagen werden aber auch die innerhalb einer Woche von Festplattenrekordern wiedergegebenen Sendungen für die Quoten berücksichtigt, was bei manchen Programmen einen Quotenzuwachs von über 50% zur Folge hatte. Näheres dazu in der NYT!
hm, stimmt “unterschichtsfernserhen” hat die implikation, dass damit ökonomisch degenerierte gemeint sind und ich mich in folge dessen selbst mit einreihen müsste.^^. bildungsfernes fernsehen vielleicht.
@jakob: Die Öffentlich-Rechtlichen stehen in der Pflicht, für das Geld, dass sie durch die GEZ bekommen, Filme und Sendungen zu produzieren. Ich kann leider nicht sagen, wer wie entscheidet, wie dieses Geld verwendet wird, aber ich könnte mir vorstellen, dass das produziert werden soll, was der Großteil der GEZ-Zahler, also das Volk, sehen möchte. Aber was wollen “wir” denn sehen?
@Die_Heldin: Bildungsfernes Fernsehen klingt für mich besser und richtiger. Denn nru weil ich ne arme Sau bin, muss ich ja nicht den Bohlen gut finden.
Och, mit 88 stellt sich die Frage des Rechthabens vielleicht gar nicht mehr so sehr. Da kann man auch einfach mal so sagen, wenn man was für Firlefanz hält.
@ Konna: Die Entscheidung liegt bei den Intendanten des jeweiligen Senders, aber eine objektive Entscheidung, was das Volk sehen will, ist doch gar nicht möglich. Darum kann man für das Geld eine breite Palette an _guten_ Sendungen anbieten. Ich will zum Beispiel nicht auch den den ÖR Soaps sehen, ich will unabhängige Nachrichten, gute Spielfilme, Themenspecials, objektive Auseinandersetzungen mit gesellschaftskritischen Themen, was bei den ÖR ja schon beim bloßen Gedanken an “Killerspiele” oder Subkulturen scheitert.
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