Filmriss: War

Was ist charakteristisch für einen Actionfilm? Doch wohl gute Actionszenen: Mit gut choreographierten Kämpfen, wilden Schießereien, spektakulären Explosionen und Verfolgungsjagden mit Autos und/oder Motorrädern. Dazu gehören im Idealfall noch eine interessante und evtl. wendungsreiche Story, eine rasante Kameraführung und schauspieler, denen man ihre Rollen auch abnimmt. Der Film War macht den Eindruck, viele dieser Punkte zu erfüllen, scheitert jedoch vor allem an einem wichtigen Punkt: Dem Mangel an guten Actionszenen.

WarWährend einer Ermittlung in einem Lagerhaus kommt es zu einer Schießerei zwischen den chinesischen Triaden und den FBI-Agenten Crawford und Lone. Dabei treffen sie auf den berüchtigten Auftragskiller Rogue, der für die Yakuza arbeitet. Kurz bevor er Crawford erschießen kann, kommt dessen Partner Lone ihm zu Hilfe und trifft Rogue im Gesicht, woraufhin er offenbar tot ins Wasser fällt. Allerdings wird seine Leiche nie gefunden. Einige Zeit später nimmt Rogue Rache an Lone, dringt in dessen Haus ein und erschießt sowohl ihn als auch seine Frau und seine Tochter. Crawford schwört Rache für seinen toten Freund und wittert seine Chance, als Rogue drei Jahre später plötzlich wieder in San Francisco auftaucht und gerät mitten in einen Bandenkrieg zwischen Yakuza und Triaden.

Wenn ich mich richtig erinnere, hat es War hier in Deutschland gar nicht erst in die Kinos geschafft und leider muss ich sagen zurecht. Der Film schießt in großen Teilen an den Erwartungen vorbei. Man erhoffte sich furiose Action in einem richtigen Kleinkrieg zwischen Li und Statham, der aber so gut wie gar nicht stattfindet. Stattdessen kämpfen beide fast ausschließlich gegen die Yakuza und es kommt erst gegen Ende des Films zur Konfrontation. Warum aber insgesamt mehr geschossen als im Nahkampf gefightet wird, ist bei den beiden Schauspielern, die für ihre ausgefeilten Nahkampffähigkeiten bekannt sind, völlig unverständlich. Technisch ist der Film einwandfrei, die Bilder sind schon sehr gut, können aber nicht über die genannten Schwächen hinwegtrösten. Die nur sehr langsam in Fahrt kommende Story und das unbefriedigende Ende tun ihr Übriges. Einzig ein unerwarteter Twist in der Geschichte birgt ein besonderes Aha-Moment.

Über den Cast kann man eigentlich nicht meckern. Jet Li (“Kiss of the Dragon”) und Jason Statham (“The Transporter”) sind nun wahrlich keine unbekannten Namen im Actiongenre. Allerdings hätte Lis Rolle auch von einem Roboter übernommen werden können, so emotionslos und fast gelangweilt spielt er den Killer Rogue. Statham hinterlässt einen deutlich besseren Eindruck und haucht dem FBI-Agenten Crawford Leben ein. Wenn es dann mal actionreicher zugeht, zeigen aber beide, was sie können. Die restlichen Rollen sind eigentlich nur dazu da, um die Prügel einzustecken.

Fazit: War ist leider nicht der erhoffte Actionkracher, den man allein schon bei den Namen Jet Li und Jason Statham vermuten würde. Zu richtigen spektakulären Kampfszenen zwischen beiden kommt es nur kurz am Schluss des Films. Die Story ist recht verworren und auch zum Teil unlogisch. Gegen Ende gibt es zwar einen sehr unerwarteten Storytwist, der Schluss ist aber absolut unbefriedigend. So verkommt der Film leider im Mittelmaß.

Meine Wertung: 5/10

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