Game Checkpoint: Bully – Die Ehrenrunde (PC)
Mit dem Namen Rockstar Games ist vor allem der Name einer Spieleserie verbunden: Grand Theft Auto. Doch im Schatten dieser Spieleserie, die spätestens seit dem jüngsten Ableger GTA IV zu den erfolgreichsten aller Zeiten gehört, gibt es weitere Spiele von Rockstar Games, die ebenfalls von bestechender Qualität sind. Ebenfalls bekannt sein dürfte Max Payne, das gerade mit Mark Wahlberg als Hauptdarsteller in die Kinos gekommen ist. Heute im Game Checkpoint geht es aber um noch ein anderes Spiel: Bully – Die Ehrenrunde.
Weil er von jeder seiner bisherigen Schulen geflogen ist und seine Mutter mit ihrem neuen Mann auf eine einjährige Hochzeitsreise geht, muss der Rüpel und Rotzlöffel Jimmy Hopkins auf die Bullworth Academy gehen, eine Schule, in der Kinder aller gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen untergebracht sind und auf der hart durchgegriffen wird. Als Neuling muss Jimmy sich den Respekt bei Strebern, Neureichen, Rockern, Sportlern und natürlich auch Lehrern hart erarbeiten, indem er diverse Gefälligkeiten für sie erledigt. Und dann ist da auch noch Gary, der versucht, Jimmy auf seine Seite zu ziehen und ihm zu helfen, die Schule zu übernehmen.
Aus der Geschichte wird schnell deutlich: Bully steckt voller Highschool-Klischees und Satire auf das, was uns in diversen Filmen und Serien bekannt ist. Das ist zwar im Großen und Ganzen überzeichnet, aber gerade daraus ergibt sich ein sehr stimmiges Bild der Schule, deren Schüler sich bei genauerem Hinsehen dann doch als vielschichtiger Erweisen. Das Schulthema ist so konsequent durchgesetzt, dass wir sogar den Unterricht besuchen müssen, wenn wir nicht von strafwütigen Schulpräfekten verfolgt werden wollen. Der Unterricht ist mit verschiedenen Minispielen realisiert worden. Im Englischunterricht bilden wir zum Beispiel aus vorgegebenen Buchstaben möglichst viele Wörter, im Chemieunterricht muss zur rechten Zeit die richtige Taste gedrückt werden. Das macht Spaß und bei einem Erfolg werden wir mit kleinen Boni belohnt. Das motiviert!
Wenn der Unterricht dann vorbei ist, nehmen wir Aufträge von Mitschülern, Lehrern oder Bewohnern der angrenzenden Kleinstadt an, um in der Story voranzuschreiten oder Geld zu verdienen. Das erinnert sehr an GTA und im Prinzip spielt sich Bully: Die Ehrenrunde auch genauso wie eine kleine Version des berühmten Vorbilds, allerdings ohne übermäßige Gewalt, es gibt kein Blut und es wird auch niemand getötet. Rauferein gehören aber zum Schulalltag wie Flirts mit Mitschülerinnen, deren Herzen man mit Geschenken erobern kann, um einen Kuss zu erheischen. Wenn man will, kann man auch einfach mit Skateboard oder Fahrrad durch die Gegend fahren und mit Nebenjobs ein kleines Zubrot verdienen.
Zur technischen Seite sei nur so viel gesagt: Das Spiel sieht auf den Next-Gen-Konsolen und auf dem PC noch einmal deutlich besser aus als etwa auf der PS2, für die es schon seit etwa 2 Jahren aus Lizenzgründen unter dem Namen »Canis Canem Edit« erhältlich ist. Das Spiel ist komplett mit englischem Ton, bietet jedoch deutsche Untertitel an, die dem Sinn nach in den meisten Fällen passend gewählt sind. Die Bedienung fällt mit einem Gamepad wesentlich leichter als mit Maus und Tastatur.
Fazit: Die Bedienung ist der wirklich einzige schwerwiegende Kritikpunkt, den man dem Spiel machen kann. Ansonsten bietet Bully sehr viel Spaß. Das Spielprinzip ala GTA fordert, aber frustriert nicht und das Drumherum wie die lebendige Atmosphäre und der bissige Humor motiviert für lange Zeit, sodass bei der recht langen Spieldauer von ca. 35 Stunden keine Langeweile aufkommt. Somit ist Bully eine Empfehlung für jeden Fan von Actionspielen.
Link-Container:
Bully: Die Ehrenrunde für PC bei Amazon kaufen
Bully: Die Ehrenrunde für Xbox360 bei Amazon kaufen
Bully: Die Ehrenrunde für Wii bei Amazon kaufen
Bully: Die Ehrenrunde für PS2 bei Amazon kaufen


2 Kommentare
jakob - 29.11.2008 at 23:14
An Canis Canem Edit erinnere ich mich auch noch, weil das Spiel recht gute Bewertungen bekommen hat. Hatte damals allerdings keine PS2 und hab’s daher wieder vergessen.
Nach deiner Besprechung werde ich mal schauen, ob ich’s irgendwo günstig für die PS2 bekomme, weil ich am PC gar nicht mehr spiele. Vor allem das GTA-Prinzip reizt mich…
Letztens ist mir das Spiel wieder aufgefallen, weil Michael “Bully” Herbig gegen den Namen geklagt und verloren hat.
Konna - 29.11.2008 at 23:29
@jakob: Ja, die Sache mit der Klage von Bully Herbig hab ich auch mitbekommen. Als Grund war ja angeführt, dass es sich bei Bully um ein Gewaltspiel handele – was natürlich totaler Quatsch ist. Aber das steht ja auch in den von dir verlinkten News drin.
Bei der PS2-Fassung musst du allerdings in Kauf nehmen, dass es einige Missionen und Unterrichtsfächer weniger gibt, aber dennoch macht auch diese Version viel Spaß, die hab ich nämlich damals auch gespielt.