Verfilmungen von Videospielen scheinen verdammt dazu zu sein, schlecht zu sein. Diesen Eindruck könnte man jedenfalls gewinnen, wenn man sich die bisher erschienenen Vertreter dieses Genres anschaut. Ob das nun an daran liegt, dass Spiele immer eine interaktive Komponente haben, die im Film notwendigerweise wegfällt oder an der Tatsache, das zu viele Spieleverfilumgen von Uwe Boll produziert werden, darüber lässt sich streiten. Nun schickt sich aber die Verflimung des Kultspiels Max Payne an, es besser zu machen. Und einen Vorteil hat der Film schon mal: Er ist nicht von Uwe Boll. Das ist doch eine gute Voraussetzung. Was der Film aber letztlich wirklich taugt, das erfahrt ihr im Folgenden.
Nachdem seine Frau und sein Baby eiskalt ermordet wurden, war Detective Max Payne nicht mehr derselbe. Sein einziger Antrieb ist Rache zu nehmen an denjenigen, die ihm alles, was er hatte, genommen hatten. Seit dem Vorfall sitzt er in einem Polizeirevier und kümmert sich um die Akten ungelöster Fälle, während er nachts nach Hinweisen auf die Mörder seiner Familie sucht. In einem Club begegnet Max der jungen Natasha, die Kontakte zu einem Drogenring hat. Kurz nach der Begegnung wird sie jedoch ermordet und Max gerät unter Verdacht. Nur sein ehemaliger Partner ist von seiner Unschuld überzeugt und entdeckt einen Zusammenhang zwischen den Morden an Natasha und Max’ Familie. Bevor er sie jedoch Max mitteilen kann, wird auch er ermordet. Max Payne bleibt also nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu ermitteln und dabei ist ihm so ziemlich jedes Mittel recht. Schnell führt ihn eine Spur zum großen Pharmakonzern Aesyr, bei dem seine Frau vor ohrem Tod gearbeitet hat.
Meine Erwartungen an Max Payne waren gemischt. Einerseits befürchtete ich die typische Videospielverflimungsmisere, andererseits machten die Trailer einen extrem guten Eindruck. Glücklicherweise hat der gute Eindruck bis zum Schluss dann die Überhand behalten. Man muss jedoch ein paar Kompromisse eingehen. Und zwar ist der Film nur bedingt als Actionfilm zu bezeichnen – viele Actionszenen gibt es nämlich nicht. Auch der Einsatz der aus dem Spiel bekannten Bullet-Time findet nur sehr spärlich statt.
Der Film funktioniert eher als düsterer Krimi, denn Max’ Suche nach dem Mörder seiner Familie ist der Hauptaspekt des Films. Dabei orientiert er sich von der Story sehr am ersten, indizierten Teil der Spiele (nimmt sich aber ein paar Freiheiten, was gut ist!) – Kenner werden z.B. die Droge “Valkyr” kennen. Fans der Spiele werden sich sowieso über diverse Anspielungen im Film freuen können. Vor allem die Flashbacks, die sich zum Teil wiederholen, aber mit Fortschritt der Story und Max’ Ermittlungen immer weiter aufgedeckt werden, sind toll eingesetzt. Mir hat der Weg, den der Film gegangen ist, sehr gut gefallen. Woran man sich noch stören könnte, wären einige Logikfehler, etwa dass Max überlebt, als er mit einer Shotgun aus nächster Nähe getroffen wird.
Mit Mark Wahlberg (“Shooter“) ist die Rolle des Max Payne perfekt besetzt. Die optische Ähnlichkeit ist zwar nicht 100% vorhanden, aber kommt dem im Großen und Ganzen schon sehr nahe. Wahlberg beweist sein vielseitiges schauspielerisches Talent und ist ganz klar die zentrale Figur, auf die sich alles konzentriert. Den Nebenrollen wird schon allein aufgrund der Story nur wenig Möglichkeit gegeben, groß aufzuspielen, fügen sich aber gut ein. Und Mila Kunis (“After Sex“) als Mona Sax ist einfach ein wahrer Augenschmaus.
Fazit: Max Payne ist weniger ein Actionfilm als vielmehr ein Krimi mit einem tollen Hauptdarsteller Mark Wahlberg und vielen kleineren und größeren Anspielungen auf die Spielvorlage. Optik und Atmosphäre sind dem Max Payne universum gut nachempfunden. Wer die Spiele (beide!) gespielt hat und sie mochte, sollte sich den Film auf jeden Fall anschauen. Die angeführten Kritikpunkte, der Film biete zu wenig Action und sei stellenweise unlogisch, schaden dem Gesamteindruck nur wenig. Für mich die bisher beste Videospielverfilmung.
Meine Wertung: 8/10
[starreview]
User-Wertung:
[starrater]


aber die bullet-time ist drin, oder?
@tobi: Ja, aber so richtig nur in einer Szene. Aber ich fand gut, dass es nicht exzessiv eingesetzt wurde.
hab ihn gestern gesehen und bis auf die szenen mit den wallküren ist der film murks… leider…
hitman war eine gelungene verfilmung!
schöner blog
grüße,
pointer
@Pointer: Hm, kann ich so gar nicht nachvollziehen. Kannst du das begründen, warum du findest, dass er ansonsten Murks ist?
Hitman steht auf meiner Liste, da habe ich aber eher niedrige Erwartungen…
Danke für das Lob!
[...] Figur des Films. Der restliche Cast wirkt daneben eher blass, vor allem Olga Kurylenko (”Max Payne“) enttäuscht als Bond-Girl. Und als Bösewicht wirkt Mathieu Amalric [...]