Gestern um 19 Uhr an der Kasse in einer Filiale einer großen norddeutschen Supermarktkette. Mein Vater und ich kaufen ein paar Dinge für die Weihnachtstage ein. Außerdem befindet sich gerade Nutella im Sonderangebot und da unser Nutellakonsum nicht gerade gering ist, kaufen wir gleich auf Vorrat 15 kleine Gläser ein. Zumindest wollen wir das. Wir stellen uns also an der Kasse an und warten. Wir stellen ein Glas Nutella aufs Fließband, die anderen kann die Kassiererin ja durchzählen und dann eintippen. Als wir endlich an der Reihe sind, schaut die Kassiererin in unseren Wagen: “Wie viele Gläser sind das?” Wir antworten wahrheitsgemäß mit “Fünfzehn”, worauf die Dame an der Kasse wie aus der Pistole geschossen entgegnet, dass wir nicht so viele Gläser kaufen dürften: “Pro Einkauf maximal 10 Gläser!”
Äh, wie bitte? Seit wann werden denn Lebensmittel in Deutschland wieder rationiert? Wir ließen uns davon natürlich nicht beeindrucken und sagten, dass wir ja zu zweit seien und einer von uns fünf, der andere zehn Gläser kaufe. “Dann muss sich aber einer von Ihnen wieder hinten anstellen!” Spätestens jetzt wurde die ganze Sache lächerlich. Man kann also 10 Gläser kaufen, die Gläser ins Auto etc. bringen, wieder neu in den Supermarkt gehen und nochmal 10 kaufen. Kann mir mal jemand erklären, wo dann der Sinn bei der Sache liegt? Sowas gibt es auch nur in Deutschland…
Naja, mein Vater hat mich dann vorgelassen, ich habe fünf Gläser gekauft und er dann den Rest. Besonders sinnig war die Aktion auch, weil das Angebot nur noch an diesem Tag war und der Laden nur noch eine Stunde geöffnet hatte. Wir haben auch nicht die letzten Nutellagläser gekauft, es waren noch genug da. Wir haben jedenfalls noch unsere Meinung dazu gesagt (auch wenn die Kassiererin ja nichts dafür kann, die hat sich das ja nicht ausgedacht) und wenn wir nicht vorher einen langen, anstrengenden Tag auf dem Weihnachtsmarkt in Hamburg gewesen wären, hätten wir uns auch den Geschäftsführer kommen lassen, aber irgendwie wollten wir nicht. Wir haben ja letztlich auch bekommen, was wir wollten.
Aber dass es sowas überhaupt gibt, ist doch echt ein Ding der Unmöglichkeit.

















21 Kommentare
Der Sinn der Sache wird mir auch nicht klar!
Aber es ist doch bekannt das man alles nur in “handelsüblichen Mengen” kaufen soll und mal ehrlich 10 Gläser finde ich schon sehr unüblich!
Das soll nämlich einen Gastronom dazu zwingen im Großhandel einzukaufen und nicht bei einem Discounter!
Ich habe mich gestern noch mit einem Freund unterhalten, der in einem Supermarkt jobbt. Der erzählte, dass es Leute gibt, die sich den ganzen Wagen mit Sonderangeboten vollpacken und er auch angehalten wird, solche Hamstereinkäufe zu unterbinden. Das hängt wohl damit zusammen, dass diese Angebote nur wenig bis gar keinen Gewinn abwerfen, weil sie teilweise zu oder unter Einkaufswert verkauft werden und eigentlich nur der Kundenbindung dienen. Dementsprechend wollen die Läden natürlich nicht, dass sich einzelne Leute mit Sonderangeboten eindecken.
genau, die Menge wird auf irgend eine Zahl festgelegt, die der Geschäftsführer für “handelsüblich” hält, damit keine Gastronomen das Angebot ausnutzen, sondern nur Privatleute… und als ich noch an der Kasse gearbeitet habe, haben wir auch Anweisung gehabt, Leute nicht mehrmals kaufen zu lassen. Was natürlich nur funktioniert, wenn die an die gleiche Kasse kommen
Geht im Prinzip darum, dass es eben Angebote für Privatleute sind. Und die kaufen *normalerweise* eben keine 15 Glas Nutella.
War mir übrigens als ich auf den Link klickte schon klar, dass es um Nutella gehen würde. Was sagt uns das, Konna? *g*
darf ich gemein sein? ach ich bin es einfach:
sie hat euch wahrscheinlich gesehen und dachte mehr als 10 Gläser seien net gut für euch *fg*
So und nun zum Ernst der LAge:
Das es sowas gibt wusst ich auch nicht, find eich auch recht unsinnig, aber naja ihr habt ja doch gekriegt was ihr wolltet
@gr4y: Ja, aber für eine größere Familie ist das mit den Gläsern dann nicht mehr so unüblich. Und das Angebot war nicht so bahnbrechend gut, als dass man eigentlich alle Gläser hätte wegkaufen müssen. Und wenn man sich wieder anstellen kann, macht das noch weniger Sinn.
@jakob: Aber damit müssen die Ketten rechnen, dass jemand eben auch etwas größere Mengen kauft, finde ich. Und wenn sie das nicht wollen, dann sollen sie es wenigstens dazuschreiben und nicht erst an der Kasse drauf hinweisen. Das ist dann nämlich auch wieder irreführend.
@Selana: Und uns wurde gesagt, dass wir uns bei mehr einfach nochmal anstellen müssten. Von daher ist es dann zumindest nicht mehr sinnvoll… wobei es meiner Meinung nach auch anders nichts bringt. Naja. ^^
@Curi0us: Naja, Nutella ist nicht gerade günstig und da wir keine Sorge haben, dass es nicht aufgebraucht wird, lohnt es sich für uns. Und wir sind ja Privatleute.
Und ich weiß gar nicht, was uns das sagen soll, dass du schon vorher wusstest, dass es um Nutella geht.
@zitrone: Warum fragst du überhaupt noch, wenn du es sowieso bist?
Zu mir bist du ja sowieso immer gemein. 
Und der war jetzt echt richtig fies!
Bin gar nicht immer gemein zu dir… Aber das liebe was ich dir sag ignorierst du ja immer
*wein*
Klingt lustig
Ist mir hier in der Schweiz noch nie passiert.
@zitrone: Was? Ich ignorier gar nichts… nenn mir ein Beispiel! ^^
@Lia: War aber gar nicht so lustig, wie es sich anhört.
Du positiver Mensch kannst dich doch ab so etwas nicht aufregen.
15 Gläser Nutella???
Ich brauch ja für so ein Glas mindestens 3 Monate, und eigentlich liebe ich Schokolade unheimlich, erst recht auf dem Brot. Aber man muss sich doch auch ab und zu von anderen Dingen ernähren, oder?
hmm, super geschichte. weil ihr nen stressigen tag hattet macht ihr nicht den geschäftsführer (der auch nix für die aktion kann wenns ne kette ist) , sondern die kassierin an, die erstens vermutlich nen stressigeren tag hatte als ihr, und zweitens noch weniger für die abgabebestimmungen und die aktion kann als der geschäftsführer.
glückwunsch, klopf dir auf die schulter! was ein erfolgreicher tag!
@Lia: Das hat ja damit nix zu tun.
@LaRocca: Tun wir ja auch und es sind ja auch nur die kleinen Gläser gewesen. Und Schokolade wird ja nicht so schnell schlecht, nicht wahr?
@tobi: Na hör mal, wir haben die Kassiererin nicht angemacht. Wir sind ganz ruhig geblieben und haben versucht, uns gegen diesen Schwachsinn durchzusetzen, indem wir eben getrennt einkauften. Wir haben der Kassiererin, die beteuerte, dass sie nichts dafür könne, nur gesagt, was wir davon halten, aber in einem wirklich ganz freundlichen Ton, etwa von der Art her “Sie können zwar nichts dafür, aber ganz im Vertrauen können wir das ja ruhig sagen, dass das lachhaft ist, oder?”.
Eine Meinung zu äußern ist vielleicht nicht immer erwünscht, aber erlaubt ist sie auf jeden Fall. Und der Geschäftsführer hätte, wenn wir ihn geholt hätten, zumindest über die Ausnahme entscheiden können. Aber das war ja nicht nötig. Wir mussten auch niemanden anmachen und haben das auch nicht gemacht. Finde diese grundlose Behauptung ehrlich gesagt eine ziemliche Frechheit.
dann tut es mir leid konna, ich habe da leider erfahrungen was viele leute damit meinen, im einzelhandel ihre meinung zu sagen. und viele verstehen darunter das ganze persönlich zu nehmen, laut zu werden und den überbringer der schlechten nachricht persönlich zu beleidigen. mir haben schon mehrfach die ohren gescheppert, weil leute mir ein “ich sag ihnen mal meine meinung” reinbrüllen mussten. und das assoziiert man dann leider mit “meinung sagen”.
wie am anfang gesagt, mea culpa konna.
Nicht aufregen. Cool bleiben. Das ist mir auch schon passiert. Das ist so bescheuert, sich hinten wieder anzustellen… Bald wird es wohl wieder Einkaufsgutscheine geben… war ja schon im Gespräch. Dann aber für Lebensmittel wo dann die Stückzahl drau steht
@Konna: Wie Selana schon schrieb, steht das aber meistens in der Reklame dabei, dass Sonderangebote nur in haushalts-/handelsüblichen Mengen abgegeben werden…;)
@tobi: In dem Fall ist aber die Geschäftsführung das Sprachrohr für die Konzernleitung bzw. die Kassierin das Sprachrohr für die Geschäftsführung. Dementsprechend kann man Kritik auch an der Kasse äußern, inwiefern sie beachtet wird, liegt dann ja nicht mehr in deiner Hand,
wie gesagt jakob, wenn vernünftig vorgetragen kann klar kritik geäußert werdem – leider wird nur das vernünftig immer wieder vergessen.
Wir haben auch letzens über 10 Gläser in einem Supermarkt gekauft, weil die im Angebot waren. Aber bei uns hat keiner Stress gemacht…
Das Sonderangebote nur in haushaltsüblichen Mengen abgegeben werden, ist wirklich nicht neu. Aber wenn 10 Gläser eine haushaltsübliche Menge für einen Haushalt ist, und zwei erwachsene Männer einkaufen, sollte man das vielleicht auf 20 Gläser erhöhen, immerhin könnten die auch zwei getrennte Haushalte führen.
Sinnig ist das Ganze wirklich nicht, wenn man sich einfach immer wieder anstellen kann. Und sofern mehr als eine Kasse besetzt ist, kommt man damit sicherlich durch.
@tobi: Schon verziehen, kein Problem. Mag es nur gar nicht haben, wenn mir Dinge unterstellt werden, die nicht stimmen.
@Ecki: Soweit kommt es echt noch. Dann muss ich der Kanzlerin wohl schreiben, wie viel Nutella ich vernichte.
@Jakob: Aber so unüblich sind 15 Gläser doch nicht, oder?
@Yuki: Na super. Das scheint wohl wirklich von Laden zu Laden unterschiedlich zu sein.
@CreativeChaos: Herzlich willkommen hier auf der Deponie!
Du bringst es gut auf den Punkt, genau so seh ich das auch.
Ich habe mal EHK gelernt, bedeutet aber nichts. Der Einzelhandel soll eine Lagerfunktion für die Kunden übernehmen. Um nun sicher zu stellen, daß von mengenbegrenzten Angeboten alle Kunden chancengleich profitieren können, kann die Abgabe auf handelsübliche Mengen beschränkt werden, ist meine persönliche Interpretation. Soweit scheint das ja auch zunächst einleuchtend.
Was mich wundert(!), a) da ist keine Anleitung, auch nicht kleingedruckt, die die Sache den Kunden erklärt; b) es hängen auch keine Listen aus, die einem eine Übersicht geben, was für bestimmte Artikelgruppen als ‘handelsüblich’ zu betrachten ist; c) darf es ja auch keine ‘Lockvogelangebote’ geben, das wäre ja unlauterer Wettbewerb; d) sollte es dann nicht eine Tafel am Produkt geben, auf der zu ersehen ist welches i) der normale Lagerbestand der Ware, ii) die im Besonderen angebote Sondermenge ist und iii) welche Menge die aktuell als handelsüblich betrachtete ist?
Ich wundere mich auch schon mal darüber das es Dominosteine schon kurz nach den Sommerferien gibt, da könnte es ja sogar sein, daß sich die handelsübliche Menge an käuflichen Dominosteinen von September bis Dezember verändert. Während im September wohl 0-2 Pakete eher üblich erscheinen kann es mit 10 Paketen und einer großen Familienversammlung in der dritten Woche des Dezember zu argen Engpässen kommt.
Jetzt verstehe ich langsam, warum man als Kaufmann auch ein Diplom erwerben kann.
Anregender Artikel, werter Konna, danke.
Trackbacks