Filmriss: Die Tudors (Season Two)

König Henry VIII. ist ein Mann, der bekommt, was er will, zumindest wenn man der Serie aus dem Hause Showtime glauben schenken darf. Er möchte eine Frau haben? Er bekommt sie. Er möchte ritterliche Wettkämpfen veranstalten und daran teilnehmen? Niemand hindert ihn daran. Welche Macht er hat und welch ausgelassenes Leben der König von England führt, ist schon in der ersten Staffel von “Die Tudors” klar geworden. Wie es mit ihm weitergeht, erfahren wir in der zweiten Staffel – wie sich die im Vergleich zur ersten schlägt, habe ich für euch wie gewohnt zusammengefasst.

The Tudors (Season 02)Nachdem König Henry VIII. seine Ehe mit Katharina von Aragon für nichtig erklären lassen hat, kann er nun endlich seine neue Geliebte Anne Boleyn heiraten. Allerdings bringt ihm das einige Schwierigkeiten ein, denn die katholische Kirche in Person des Papstes erkennt die Ehe nicht an und auch sein stets treuer Berater und Freund Sir Thomas More steht auf der Seite der alten Königin. Um den Kampf gegen die Kirche für sich zu entscheiden, veranlasst Henry, dass er selbst an die Spitze der englischen Kirche gestellt werde und ihm alle einen Treueeid leisten müssen. Auch außenpolitisch engagiert sich Henry, um die Anerkennung seiner Ehe mit Anne  zu finden. Unterdessen versucht Henry, sich durch Anne seinen größten Wunsch zu erfüllen: Einen männlichen Nachkommen zu zeugen, der dann sein legitimer Thronfolger sein wird.

Die erste Staffel der Tudors hat mich sehr positiv überrascht, vor allem weil die wichtigen Eckpunkte der historischen Handlung übernommen worden sind und die Serie mit ihrer tollen Ausstattung wie den Kostümen punkten konnte. Beides ist auch in der zweiten Staffel noch vertreten. Dennoch fällt die zweite Staffel um einiges schlechter aus als die erste. Das liegt vor allem daran, dass die Handlung zu Beginn sehr zäh präsentiert wird und von Wiederholungen geprägt ist. Abwechslung liefern hier die kurzen Ausflüge nach Rom zum Papst. Ein weiteres Manko ist das Fehlen einer Identifikationsfigur. Diejenigen, die in Frage kämen, tauchen entweder nicht oft auf oder sie ereilt ein noch schwereres Schicksal. Hier bleibt dringend zu hoffen, dass es in der dritten Staffel wieder bergauf geht. Die letzten Folgen der zweiten Staffel deuteten das aber schon an und sind auch definitiv das Highlight dieser Season.

An der Besetzung ändert sich nicht sonderlich viel. Einige Figuren treten neu auf und andere dafür ab, wie es eben auch der Geschichte entspricht. Die Besetzung bleibt dabei stets hochwertig und Jonathan Rhys Meyers gibt weiterhin einen starken Heinrich VIII. Ein ganz besonderer Clou war auch die Besetzung des Papstes. Peter O’Toole ist hier wirklich die Optimalbesetzung. Die restliche Besetzung ist ebenfalls gut gewählt, einen Ausfall gibt es jedenfalls nicht zu verzeichnen.

Fazit: Die zweite Staffel der Tudors fällt gegenüber der ersten deutlich ab. Die Handlung wird sehr zäh und ist von Wiederholungen geprägt und nimmt erst gegen Ende wieder an Fahrt auf, ohne aber wirklich spannend zu werden. Dafür geizt die Serie nicht mit Schauwerten und gibt die Historie relativ akkurat wider, was allerdings zu so manchem größeren Zeitsprung führt. Bleibt zu hoffen, dass die dritte Staffel qualitativ etwas anzieht.

Meine Wertung: 6/10

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Die Tudors in der IMDB
Filmriss: Die Tudors (Season One)
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4 Kommentare

  1. Xandriah - 10.04.2009 at 8:13

    Ich mag die Serie. Ausstattung, Musik und Schauplätze passen super und lassen das ganze recht aufwändig wirken. Mit der Handlung in der zweiten Staffel hast du recht, es passiert nicht allzu viel, ein bisschen viel einerlei und teils vorhersehbar (was auch daran liegen kann, dass die Fakten nichts spannenderes hergeben).

    Als Geschichtsstudentin sollte ich gerade bezüglich der historischen Tatsachen vielleicht kritischer mit dem Stoff umgehen, aber ich bin auch nur ein Mensch und lasse mich auch gerne gut unterhalten :)

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  2. Konna - 10.04.2009 at 10:01

    @Xandriah: Ich mag die Serie auch – vielleicht war ich etwas zu kritisch, aber mir hat die erste Staffel wirklich deutlich besser gefallen und irgendwie wollte ich das zum Ausdruck bringen. :)

    Du bist auch Geschichtsstudentin? Das wusste ich noch gar nicht, dann sind wir ja quasi Kollegen. ;)

    Bezüglich der historischen Fakten: Immerhin die Eckpunkte stimmen ja, das reicht mir eigentlich schon, so eine Serie ist ja dann doch keine Doku, sondern soll hauptsächlich Spaß machen. :D

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  3. noneworld - 02.07.2009 at 0:21

    Ich hab Deine Review Ecke tatsächlich erst jetzt gefunden *schäm* aber dafür entschädige ich Dich jetzt einfach mal mit ein wenig Geschreibsel zum Thema.

    Ich bin ja eher unfreiwillig in die Welt der Tudors gerutscht. Auslöser war Elisabeth (mit Cate Blanchett), dieser Film und die Fortsetzung haben mich so fasziniert, und als Pro7 dann die Serie startete, fiel mir ein *da war doch was* – naja…zum Eigentlichen.

    Als Pro7 die Serie gestartet hat, war ich anfangs nicht so erbaut davon, es gab immer nur ein Thema – Sex und Intrigen – und das hielt mich fast vom Weitergucken ab.

    Ich mag die englische Geschichte sehr, habe also mal Wiki unsicher gemacht und nachgelesen, wer Heinrich war und warum er das tat, was er getan hat.

    Fazit, die Serie versucht zwar die Geschichte glaubhaft rüberzubringen, meist mit Erfolg, aber ist eben nicht zu 100% nachempfunden. Trotzdem bin ich Fan – verwirrt? Keine Sorge, ich auch :) – und entschloss mich zum Kauf der DVD´s. Hier bemerkte ich, das Pro7 zuviel rumgeschnippelt hat. Also die gesamten beiden Staffeln nochmal geschaut. Und siehe da, es wurde interessant.

    Ich habe die 3. Staffel nun auch schon gesehn, und ich wage zu behaupten, das Besserung in Sicht ist. Was mir besonders auffiel, es gibt Character in der Serie/Handlung, die mir anfangs nicht zusagten. Aber es ist umso erstaunlicher, das sich eine Meinung ändern kann, und man stellenweise sogar enormes Mitleid oder Bedauern mit diesen empfindet. Bestes Beispiel war Kardinal Wolsey … was hab ich gejault zum Schluss *schäm*

    Was man am besten macht, wäre, die Serie im O-Ton zu gucken. Ist irgendwie *schöner* – sofern man der englischen Sprache natürlich mächtig ist – im Notfall gibts ja UT.

    Die Tudors haben mir Anlass gegeben, die Geschichte weiter auseinander zu pflücken, ich lege jedem das Buch *Ich, Heinrich VIII.* ans Herz. Sehr schön geschrieben und detailgetreu genug, um genaueres zu erfahren.

    Ich stelle fest, das man sich Mühe gegeben hat, das die Besetzung einfach perfekt passt (bis auf Heinrich, da Herr Jonathan Rhys Meyers sich kein Fett zulegen wollte) und die Kulissen atemberaubend sind. Sehr schön umgesetzt. Da fallen die kleinen Makel nicht mehr so sehr auf.

    Alles in allem, ein Muss !

    So, ich habe fertig ;)

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  4. Konna - 03.07.2009 at 0:36

    @noneworld: Hui, das ist mal ein ausführlicher Kommentar. Danke! :)

    Mir gefiel die erste Staffel deutlich besser als die zweite, irgendwie war die erste noch schön kompakt und die Handlung ging schnell voran, durch die zweite musste ich mich wirklich etwas quälen. Hoffe demnach, dass die dritte wieder Besserung bringt, aber weiterhin möglichst akkurat an den historischen Ereignissen bleibt.

    Bin nämlich auch ein Fan der englischen Geschichte, der 100jährige Krieg war zum Beispiel mein Zwischenprüfungsthema. ;)

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