Viele positive Berichte über Veronica Mars habe ich vor meiner Sichtung gelesen und ohne diese hätte ich mir die Serie wahrscheinlich nie angesehen, da sie auf den ersten Blick wie eine typische Teenager-Serie wirkt und aus dem Alter bin ich dann schon irgendwie raus. Doch die lobenden Reviews haben mich überzeugt, Veronica Mars zumindest eine Chance zu geben. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Denn Veronica Mars ist nicht nur keine reine Teenieserie, sondern vor allem nicht eines: typisch. Was das Besondere an der Serie ist, möchte ich euch in den folgenden Zeilen erläutern.
Veronica Mars ist ein 17-jähriges Mädchen, das an dem am Meer gelegenen Ort Neptune in Kalifornien lebt. Hier wohnen viele reiche und damit auch einflussreiche Leute. Veronica gehörte früher zu den beliebtesten Schülerinnen an ihrer Schule, doch nachdem ihre beste Freundin Lilly ermordet wurde und ihr Vater Keith, damals der Sheriff des Ortes, ohne handfeste Beweise Lillys Vater des Mordes verdächtigte und deshalb aus dem Amt enthoben wurde, möchte kaum jemand noch wirklich etwas mit ihr zu tun haben. Davon lässt Veronica sich jedoch nicht unterkriegen. Während sie sich tagsüber in der Schule durchschlägt, hilft sie in ihrer Freizeit ihrem Vater, der sich mittlerweile als Privatdetektiv betätigt. Dabei stößt sie auf diverse brisante Details, die nicht nur ihr persönliches Leben verändern könnten, sondern ganz Neptune betreffen.
Wie eingangs schon erwähnt, handelt es sich bei Veronica Mars nicht um eine typische Teenie-Serie. Sie vereint Elemente aus Drama, Krimi und auch Film Noir, besitzt eine gute Portion Humor und ist hervorragend geschrieben. Eine einzelne Folge ist meist so aufgeteilt, dass ein bestimmter Fall gelöst wird, aber auch die über die gesamte Staffel laufende Handlung vorangebracht wird. Allerdings braucht die Staffel ein paar Folgen, um richtig in Fahrt zu kommen, aber das kann man verschmerzen, die zahlreichen Figuren sollen ja auch vernünftig eingeführt werden. Entschädigt wird man dafür aber mit einer mitreißenden zweiten Staffelhälfte, die bis zum Schluss spannend bleibt. Klasse, wie in der grandiosen letzten Folge alle offenen Fragen aufgeklärt werden.
Aber auch die Einzelfälle sind interessant und abwechslungsreich: Von gefälschten Ausweisen über eine seltsame Sekte oder gekidnappte Maskottchen gibt es eine riesige Bandbreite an manchmal mehr, manchmal weniger skurrilen Fällen für Veronica. Ein Glanzstück der Serie sind auch die Dialoge, die einfach perfekt sitzen. Es macht einfach Spaß, Veronica beim Herumschnüffeln zuzuschauen und zu sehen, welche Geheimnisse so ziemlich jeder in Neptune hat. Zu einem gewissen Teil ist Veronica Mars dann aber doch Jugendserie und thematisiert auch die alltäglichen Probleme von Teenagern, für die Beziehungsprobleme und Schulnoten eben doch auch wichtig sind. Allerdings stören diese Elemente kaum und da wir ja alle mal in der Schule waren, ist uns diese Welt ja auch nicht gänzlich fremd.
Kristen Bell als titelgebende Protagonistin Veronica Mars ist die perfekte Besetzung für diese Rolle. Clever, gewitzt und zuckersüß spielt sie sich in die Herzen der Zuschauer und als solcher leidet man bei schweren Schicksalsschlägen mit der klugen Teenagerin mit, wenn man nicht ein Herz aus Stein hat. Aber auch die anderen Darsteller passen gut in die Serie, sehr sympathisch wirkt zum Beispiel auch Enrico Colantoni als Veronicas Vater Keith. Die restliche Darstellerriege findet sich in den klassischen High School Stereotypen wieder, driftet aber nicht ins Klischee ab.
Fazit: Veronica Mars ist eine wirklich sehr unterhaltsame Serie, die nicht nur Teenager ansprechen dürfte, sondern auch Erwachsene sehr gut unterhalten wird. Mit einer gelungenen Mischung aus Drama, Krimi und Humor hält die Serie den Zuschauer bei Laune. Zwar kommt die erste Staffel nur langsam in Fahrt, aber spätestens nach der Hälfte lässt sie einen nicht mehr los. Rundum empfehlenswerte Fernsehunterhaltung!
Meine Wertung: 8/10
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Veronica Mars in der IMDB
Review von bullion
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8 Kommentare
Ich wollte mir Veronica Mars schon länger mal anschauen, aber bin bisher noch nicht dazu gekommen, aber nachdem, was ich jetzt so gelesen habe, klingts so, als müsse ich das bald mal machen
Endlich mal jemand der die Serie kennt und ich kann dir in allem nur voll und ganz zustimmen. Vor allem sind es keine null acht fünfzehn Schauspieler. Mir gefällt vor allem auch der Humor der Serie. Allerdings dachte ich auch erst das es nur eine Teeniserie ist und Veronica täglich ihr Leid ausschüttet, wenn man den Rückentext liest. Aber das ist sie gar nicht. Sie zeigt das man auch anders mit dem Leben umgehen kann. Die zweite Staffel ist auch nicht von schlechten Eltern
Die dritte Staffel wird zwischendurch etwas langweilig, ist dennoch ihr Geld wert. Ich finde die Serie fast noch besser wie Desperate Housewives oder Gilmore Girls und Kirsten Bell ist einfach nur heiß
Ach ja, und die Dame kann singen
Wusste ich doch, dass dir die Serie gefallen wird! Ich fand sie ja noch einen Tick besser, als du. Bleibt nun die Frage: Wirst du weiterschauen? Die zweite Staffel ist aktuell ja auch noch sehr günstig. Fand ich auch sehr gelungen!
@Pasue: Solltest du auf jeden Fall tun, ich bin mir sicher, dass du es nicht bereuen wirst.
@Kathi: Das stimmt. Wenn man möchte, kann man sich schon etwas abschauen, wie man mit Sachen umgeht, etwa dass man sich nicht verstecken und alles hinnehmen soll, sondern sich auch wehren kann usw. – hat mir wirklich auch sehr sehr gut gefallen.
@bullion: Natürlich schaue ich weiter, habe die zweite Staffel auch schon im Regal stehen. Habe jetzt aber erst einmal ein kurzes Breaking-Bad-Intermezzo gestartet, sind ja nur 7 Folgen in der ersten Staffel.
So toll fand ich das nun auch nicht
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