Stillstand ist der Tod. Diese Redensart lässt sich auch wunderbar aufs Bloggen anwenden, denn wenn man sich nie weiterentwickelt und verändert, wird man irgendwann langweilig. Und irgendwann ödet man sogar sich selbst an und verliert die Lust am Schreiben. Insofern ist es ratsam und hilfreich, sich immer mal wieder durch größere und kleinere Veränderungen neuen Schwung zu holen. Auch der amtierende US-Präsident Obama wusste, dass man mit “Change” viel erreichen kann und hat damit Begeisterung ausgelöst. Was man da tun kann, möchte ich euch im dritten Teil meiner kleinen Serie “Sicher durch das Sommerloch” präsentieren. Vorab wie gewohnt die Auflistung aller Artikel der Serie:
1. Artikelideen selbst entwickeln
2. Inspiration holen
3. Schwung durch Veränderung (zu lesen in diesem Beitrag)
4. 30 Blogideen
5. Zusammenfassung und Fazit
6. Anhang mit 30 weiteren Artikelideen
Teil 3: Schwung durch Veränderung
Wie vorhin schon angedeutet, können Veränderungen groß oder klein sein. Bevor man jedoch beginnt, sein Blog auseinanderzunehmen und radikal zu verändern, sollte man sich die Zeit nehmen und einige Dinge bedenken. Denn viele Leser sind Gewohnheitsmenschen und stehen Veränderungen erstmal skeptisch gegenüber. Auch den Faktor Wiedererkennungswert sollte man nicht unterschätzen. Aber: An erster Stelle steht natürlich eure eigene Zufriedenheit. Wer nicht zufrieden mit seinem Blog ist, wird kaum gute Artikel schreiben. Dennoch: Weniger ist manchmal mehr.
1. Veränderungen am Theme
Die naheliegendste Veränderung am eigenen Blog ist eigentlich immer die optische in Form des Themes. Manchmal hat man sich einfach satt gesehen und braucht einen Tapetenwechsel. So ein Wechsel kann zwar manchmal ziemlich aufwändig sein, aber oft kommt mit ihm auch die Lust am schreiben wieder. Allerdings birgt ein Themewechsel auch immer Gefahren: Es kann immer sein, dass etwas nicht so gut funktioniert wie vorher, möglicherweise zielt man völlig vorbei am Geschmack der Leser, die optische Wiedererkennung ist dahin.
Nicht ganz so schwerwiegend ist es da, ein bestehendes Theme lediglich etwas abzuwandeln. Neue Farben, ein neuer Hintergrund, ein neuer Header – manchmal ist es besser, ein bewährtes Theme nur zu perfektionieren, anstatt ein ganz neues aufzubauen. Das ist vielleicht vergleichbar mit einem Haus. Wenn ich es nicht mehr sehen kann, dann reiß ich es nicht ein und baue ein neues, sondern rücke Möbel hin und her und tapeziere neu. Nur nicht vergessen: Bei der Bearbeitung des Themes immer eine Sicherung der aktuellen Version machen, falls etwas schief läuft.
2. Änderungen am Gerüst
Mit Gerüst meine ich hier alles, was mit der Navigation und dem Aufbau des Blogs zu tun hat, vor allem Kategorien und Tags. Vielen passiert es, dass sich mit der Zeit eine Unmenge an Kategorien ansammelt. Das ist für Besucher natürlich nur bedingt hilfreich, weil wenig übersichtlich. Ausmisten und zusammenfassen schafft da Abhilfe, auch für sich selbst, denn dabei wird man unweigerlich dazu gezwungen, sich mit seinem Blog auseinandersetzen und ein wenig zu reflektieren. Das Anpassen kann zwar auch einiges an Arbeit machen, aber es lohnt sich. Glücklicherweise gibt es dabei Tools, die einen Unterstützen. Diese und eine mögliche Art der Nutzung von Kategorien und Tags habe ich in meinem Artikel Kategorien und Tags richtig verwenden zusammengefasst.
Nicht nur bei den Kategorien und Tags, sondern ganz generell kann man sich überlegen, ob man sein Blog nicht in ein bestimmtes Thema einkleiden möchte. Das ist weniger inhaltlich gemeint, sondern bezieht sich eher auf die Wahl der Bezeichnungen. Ganz stringent ist das hier auf der Gedankendeponie nicht umgesetzt, aber Kategorien wie “Gedankenmüll” und “Filmriss”, die optische Gestaltung (Gravatar, Logo) und Begriffe wie “Link-Container” deuten das Mülthema immerhin an. Die richtige Mischung aus Aussagekraft und Themenbezug zu finden dürfte so ziemlich das Schwierigste sein, was man an dieser Stelle machen kann.
3.Variation in den Artikeln
Auch bei seinen Artikeln kann man zu Veränderungen ansetzen oder zumindest variieren. Anstatt immer ganz simple Überschrift-Text-Folgen zu machen, warum nicht einmal etwas anderes ausprobieren? Listen zum Beispiel. Oder Beiträge mit Fotos und Bildern aufwerten. Artikel besser strukturieren mit Absätzen und Zwischenüberschriften. Mehr Links setzen für weiterführende Informationen. Sinnvoll eigene alte Beiträge im Text verlinken. Die Möglichkeiten sind vielfältig und diese Vielfalt sollte man durchaus nutzen. Erleichtert auch das Lesen und führt im Endeffekt auch zu mehr Kommentaren.
4. Plugins und Widgets
Kleinere Veränderungen lassen sich auch durch Plugins realisieren. Da es (zumindest für WordPress) für so vieles Plugins gibt, kann man sich ruhig immer mal durch die verschiedenen Pluginverzeichnisse (etwa das wordpresseigene Pluginverzeichnis) klicken und das eine oder andere Plugin ausprobieren. Allerdings sollte man es auch hier nicht übertreiben, denn zu viele Plugins bremsen das Blog aus. Gute Plugins liefern auch exzellenten Stoff für einen neuen Artikel.
Bei Widgets sieht die Sache ganz ähnlich aus. Die Sidebar neu anordnen oder verändern ist keine große Sache, sollte aber in der Wirkung nicht unterschätzt werden. Man sollte sich dabei immer nur fragen, wie sinnvoll die einzelnen Elemente sind. Ein About-Hinweis und eine interne Suchfunktion zum Beispiel ist eigentlich immer sinnvoll, was man zuletzt gehört oder gelesen hat, interessiert den normalen Besucher in der Regel überhaupt nicht. Meine Faustregel: Was nutze ich auf anderen Blogs und finde ich dort wichtig? Die Antwort darauf kommt in meine Sidebar und zwar nach Wichtigkeit geordnet.
5. Perfektionieren und Optimieren
Zum Schluss ein eher allgemeiner Punkt. Wann immer man ideenlos ist, kann man die Zeit nutzen, um sein Blog ein wenig zu optimieren und perfektionieren. Es gibt eigentlich immer etwas, das man tun kann. Prüfen, ob das Blog in allen Browsern korrekt angezeigt wird, kaputte Links reparieren, die Blogroll anpassen und inaktive bzw. gelöschte Blogs entfernen, unnötigen Ballast abwerfen (z.B. unbrauchbare Blogverzeichnisse – eine gute Übersicht gibt es bei Robert), die Ladezeit verbessern, Metadaten perfektionieren, eine aussagekräftige Aboutseite schreiben usw. – es gibt immer etwas, das man tun kann. Und wenn man etwas tut, zeigt das, dass ein Blog lebt.
Eure Meinung zu Veränderungen?
Nun die obligatorische Überleitung zu euch: Wie seht ihr das mit den Veränderungen? Verändert ihr Dinge, wenn ihr merkt, dass euch die Ideen ausgehen und ihr die Lust verliert? Wie steht ihr zu Veränderungen auf anderen Blogs? Stören euch ständige Themewechsel? Was haltet ihr davon, Blogs komplett zu löschen und ganz neu anzufangen? Freue mich auf die Diskussion mit euch. Haut in die Tasten!

















20 Kommentare
EIne nicht ganz umumstrittene Idee habe ich durchgeführt, ich habe nicht nur aufgeräumt, ich habe gleich meinen alten Blog gelöscht. Nicht ganz ohne Altlasten bin ich neu durchgestartet mit einem neuen Blog-Thema…
Hin und wieder ein Themenwechsel finde ich absolut ok. . Man entwickelt sich ja auch weiter und kann sich dann vielleicht mit einem älteren Theme nicht mehr identifizieren. Wie du sagst verliert man dadurch auch die Lust am Schreiben. So geht es mir zumindest. Bis man sein eigenes perfektes Theme gefunden oder gebastelt hat kann es schon mal etwas dauern.
Einen Blog komplett neu zu beginnen kann manchmal befreiend sein. Darüber denke ich auch schon die ganze Zeit nach, weil ich mich ja auch weiterentwickelt habe und einige Beiträge von früher auch unüberlegt veröffentlicht sind.
Auch finde ich es gut, wenn sich jemand Gedanken über sein Blog macht, wie man ihn vielleicht Lese freundlicher gestallten kann. Es gibt genug Klimbim- Webseiten. Mit “Klimbim” Webseiten meine ich solche Webseiten die starke Kontraste haben, wo einem die Augen schon beim Lesen weh tun
. Doch letztendlich ist es ja jedem selbst überlassen. Man bloggt in erster Linie ja für sich selbst und nicht für andere.
Auch finde ich es ganz nett, hin und wieder neue, kleine Details zu entdecken. Glaube jedoch das es nerven kann, wenn jemand zu oft die Struktur des Blogs verändert. Zum Beispiel ständig die Navigation wo anders hin packt oder die Widgets immer wo anders sind.
Ich war auch schon am Überlegen, ob ich alles platt mache und nochmal bei Null anfange.
Bisher habe ich mich zu diesem radikalen Schritt aber noch nicht durchringen können… vllt. bringt mir ja der 4 monatige Heimat-Aufenthalt den nötigen Mut, diesen Schritt zu gehen. Dann habe ich mir auch weitere Webdesign-Kenntnisse angeeignet, die mir hilfreich sein können
Bis dahin werden eher dezente Dinge verändert/erneuert.
Warum kann man eigentlich nicht Blogdesign sagen, anstatt Blog-Theme? Viele ältere Menschen haben ein Problem mit dem Begriff “Theme” aber nicht mit “Design” von daher.
Umgestallten mag gut sein, aber bitte nicht zu oft. Ein Designwechsel alle 1-2 Jahre ist in Ordnung würde ich sagen. Wer das alle 1-2 Monate hingegen macht, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
Veränderungen tun Not, denn ohne würden wir alle immer noch in der Steinzeit hocken.
Das was du aufgeschrieben hast, mache ich schon seit längerem, ohne das ich darüber nachgedacht habe. Du hast es nur schön in Worte gefasst.
Wenn ich kein Artikelthema habe, denn bastle ich am liebsten an meinen Plugins rum, suche neue, lösche alte. Oder wie gestern wechsle ich einfach mal mein Feedbutton aus, weil es so schöne neue Designs gibt. Heute habe ich meine Bücherliste aktualisiert und alle paar Monate wird auch meine Blogroll durchgeforstet.
Ein Blog ist wie ein altes Haus, ständig muss daran was getan werden.
Aber den Blog löschen, wie andere es tun, das geht gar nicht. Ein Blog ist auch ein Tagebuch und dieses wirft man ja auch nicht so einfach weg oder?
@Jana: Den Vergleich mit dem alten Haus finde ich gar nicht mal so schlecht.
Mal wieder gute Tipps von dir Konna danke, aber das Thema mit der Optik ist nach Meinermeinung echt so man sollte seinem Theme treu sein
@Overberg: In der Tat keine unumstrittene Sache. Ich persönlich sehe das ja immer irgendwie zwiespältig. Einerseits kann ich das schon verstehen, wenn jemand einen Neuanfang will, andererseits wäre es mir schade um die ganze investierte Zeit und vor allem auch um die Zeit der Leser, die sich ja auch Mühe gegeben haben, indem sie kommentiert haben.
@Kathi: Okay, aber würde es nicht genügen, wenn man nur die fraglichen Artikel löscht? Das würde ich als (Stamm-)Leser klar besser finden.
So ein bisschen Optimierung und Lesefreundlichkeit kann jedenfalls nicht schaden. Es sollte jedenfalls tatsächlich nicht in den Augen weh tun, wenn man liest.
@Consuela: Wie schon zu den anderen gesagt, finde ich das ein wenig bedenklich, einfach alles platt zu machen. Dann würde ich eher sagen stilllegen, aber online lassen und woanders neu beginnen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wünsche dir jedenfalls kluge Gedanken.
@nastorseriessix: Theme hat sich irgendwie so eingebürgert und zwischen Theme und Design gibt es vielleicht auch einige Nuancen an Unterschieden. Habe allerdings auch noch nicht erlebt, dass jemand Schwierigkeiten mit dem Begriff hatte. Ich denke wer sich in diesen Gefilden des Netzes aufhält, wird damit kaum überfordert sein, oder hast du andere Erfahrungen gemacht?
Zu viele Theme- oder Designwechsel (
) finde ich persönlich aber auch nicht so gut. Wobei ich schon bei 1/2 Jahr als Richtwert festsetzen würde. Auch wenn meines schon deutlich länger läuft.
@Jana: Im Prinzip kann ich deinen Ausführungen nur zustimmen. Irgendwas kann man immer tun und den Hausvergleich habe ich ja auch angeführt.
Teile deine Meinung zum Löschen eines Blogs.
@Andy: Ja, im Grunde schon, wobei es schon eine Weile dauern kann, bis man das perfekte Theme gefunden hat. Inzwischen bin ich mit meinem super zufrieden und passe es nur noch minimal an. Bietet ja auch einen gewissen Wiedererkennungswert.
Veränderung ist was Feines, es gibt immer soviel neues was man mal testen will. Viele Plugins und Widgets warten auf einen. Hätte ich Urlaub würd ich auch weiter basteln.
Ich finde, dass so ein Themewechsel oder eine Anpassung sehr zur Motivation von einem Selbst beitragen kann.
Mir hat es z.B. auch sehr viel Spaß gemacht, meinen Blog endlich selbst zu hosten! Die Auswahl an Themes und Widgets ist einfach toll!
Bei dem Thema, sollte man sich dagegen schon eher treu bleiben. Vor allem wenn man eine Leserschaft hat. Keiner hat was gegen neue Themen – aber einen vollkommenen Schift würde ich niemanden empfehlen. Dann eher einen neuen Blog machen.
@MacFriesenjung: Wobei einen die Bastelei manchmal auch ziemlich in den Wahnsinn treiben kann…
@direkteingabe: Oh ja, an meinen Blogumzug erinnere ich mich auch noch, da sprüht man dann direkt vor Energie, weil man nun endlich Zugang zu all den Möglichkeiten des eigenen Hostings hat.
Manchmal ist gut wenn man eins geändert hat funktioniert das nächste nicht mehr so wie geplant. Es ist echt der Wahnsinn
Du triffst hier vollkommen den Punkt. Im Grunde kann man da wenig hinzufügen. Ich stehe klar auf dem Standpunkt “kleine Veränderungen haben eine positive Wirkung… zu viel ist aber nicht gut.” Vor allem beim Theme ist das so. Bei Artikeln kann der Satz auch nicht zutreffen. Aber da kommt es halt drauf an xD.
@MacFriesenjung: Das bringt die Vielfalt der Möglichkeiten wohl mit sich. Geduld sollte man da auf jeden Fall mitbringen.
@Lordy: Wie so oft sind wir also mal wieder auf einer Linie. Ist echt unheimlich.
Hab grad keine Zeit und Lust, mir all die vorherigen Kommentare durchzulesen, und will daher nur anmerken, dass du aus meiner Sicht mit diesem Artikel den Nagel exakt auf den Kopf getroffen hast.
Mir hat die relativ große Veränderung in den letzten Wochen (Blogübersiedlung) schon einige neue Ideen gebracht und zusätzlich bin ich jetzt gerade auf die Idee gekommen, doch auch mal in einem Beitrag auf meinem Blog über die schon geschehenen und die noch geplanten/anstehenden Veränderungen zu reflektieren. D.h. dein Anti-Sommerloch-Training wirkt schon!
@Jü: Danke für das Lob, das hört man natürlich gern.
Und deinen Beitrag werde ich mir gleich in Ruhe zu Gemüte führen. Schön, dass du so viel Schwung mitgenommen hast.
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