Archive August 2009

CD-Check: Saltatio Mortis – Wer Wind Sæt (Ltd.)

Nach zwei Jahren sind die Mittelalter-Rocker von Saltatio Mortis wieder da und bringen nach einigen Wechseln in der Besetzung endlich wieder ein neues Album heraus. Es trägt den Namen Wer Wind Sæt und ist das mittlerweile siebte Studioalbum der Spielleute. Musikalisch knüpft das Album nahtlos an den exzellenten Vorgänger Aus Der Asche an und führt die Entwicklung konsequent weiter. Wo früher noch zahlreiche Elemente aus dem elektronischen Bereich waren, ist davon nun gar nichts mehr zu hören. Saltatio Mortis sind Mittelalter Rock mit Sackpfeifen und E-Gitarren, die nur so aus den Boxen hämmern. Getreu dem Motto erntet derjenige, der Wind sät, Sturm. Und stürmisch ist das, was uns Saltatio Mortis hier aufbietet. Die meiste Zeit wird es also laut.

Was die Texte angeht, so gibt es viel Licht und nur ein wenig Schatten. Das melancholische “Letzte Worte” zum Beispiel ist eine nachdenkliche Hommage ans Leben. Aber bei anderen Texten hat man das Gefühl, dass man das schon mal irgendwo anders ähnlich gehört hat. Was den mittelalterlichen Einschlag in den Texten angeht, so ist der zwar vorhanden, aber doch deutlich reduziert, die Texte haben auch Bezug zu aktuellen Themen. Vorgetragen wird das von Alea mit seiner markanten rauhen Stimme. Der Song “Salome” ist ein Duett mit Doro Pesch, die stimmlich allerdings nicht so ganz zu Alea passt. Fällt eher in die Kategorie Experiment, von denen es sonst nur wenige auf Wer Wind Sæt gibt.

Die normale Version des Albums enthält 12 vollwertige Tracks mit einer Gesamtspielzeit von 52:07 Minuten. Es gibt kein Füllwerk wie Intro oder Instrumentals. Obwohl das schon sehr gut ist, wird in der limitierten Edition noch einer oben drauf gesetzt: Es kommen noch 2 weitere, sehr gute Tracks hinzu, sodass die Spielzeit sich auf 59:39 Minuten erhöht. Sehr schön auch, dass das Album wie aus einem Guss wirkt und kein Song übersprungen werden muss. Auch mehrmaliges Anhören hintereinander ist gut möglich, auch nach zahlreichen Durchgängen gibt es kaum Abnutzungserscheinungen. Die Gestaltung des Albums und des Booklets bieten ebenfalls Grund zur Freude, hier wurde wieder viel Mühe investiert – lobenswert! Einziges Manko bei der limitierten Version ist, dass man das Booklet nicht herausnehmen kann. Das stört aber kaum. Auf der Bonus-DVD findet man ein Making Of des Albums, einen 55 Minuten langen Konzertmitschnitt vom Mera Luna 2008, das Video zum Song “Ebenbild” und das Making Of dazu. Ein echter Mehrwert!

Saltatio Mortis - Wer Wind Sät

Saltatio Mortis – Wer Wind Sæt (Album)

Facts:
Tracks: 12 (Ltd.: 14)
Gesamtspieldauer: 52:07 (59:39)
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Mittelalter-Rock/Folk-Rock
Homepage: www.saltatio-mortis.com
Anspieltipps: Letzte Worte, Tief in mir, Manus manum lavat
Wer Wind Saet bei Amazon kaufen / als MP3 laden

Fazit

Daumen hochWer Wind Sæt ist eine konsequente Weiterentwicklung des Weges, den Saltatio Mortis seit Des Königs Henkereingeschlagen haben. Im Vergleich zum Vorgängeralbum Aus Der Asche wirken die Songs aber noch einmal ausgefeilter und stimmiger. Es wurde nur behutsam experimentiert, aber hörbar perfektioniert. Kein einziger Ausfall befindet sich auf diesem Album, im Gegenteil, ein Kracher reiht sich an den nächsten. Mittelalter-Rock par excellence. Den einzigen Anlass zur Kritik könnten die Texte bieten, von denen einige wenige wie ein Aufguss alter Songs wirken. Insgesamt ein absoluter Pflichtkauf für jeden Fan dieses Genres!

Ergebnis der Umfrage 08/09: Das beliebteste Fast Food

Und schon ist der Monat wieder zu Ende gegangen. Das heißt, dass auch die aktuelle Monatsumfrage nun beendet wird. Ganze 157 Teilnehmer haben ihre Stimmen abgegeben, das ist bisheriger Rekord bei den Monatsumfragen. Ein großes Dankeschön dafür! Das Thema für diesen Monat war, welches Fast Food am liebsten gegessen wird und die Stimmen (max. 2 pro Person) entfielen folgendermaßen auf die Antwortmöglichkeiten: Relativ deutlich konnte sich die Pizza an die Spitze setzen (69 Stimmen), auf Platz zwei schaffte es der Döner (50), dahinter rangieren Burger (43). Mit einem etwas größeren Abstand zum Spitzenfeld folgen Brat- und Currywurst (29), Sandwiches (21) und Pommes Frites (17). Das Schlusslicht bilden Hot Dogs (2). Überhaupt kein Fast Food essen 19 Teilnehmer der Umfrage. Hier die ganze Umfrage  noch einmal grafisch aufbereitet.

Welches Fastfood isst du am liebsten? (max. 2 Antworten)

  • Pizza (44%, 69 Votes)
  • Döner (32%, 50 Votes)
  • Burger (27%, 43 Votes)
  • Brat- und Currywurst (18%, 29 Votes)
  • Sandwiches (u.ä.) (13%, 21 Votes)
  • Ich esse kein Fastfood (12%, 19 Votes)
  • Pommes Frites (11%, 17 Votes)
  • Hot Dogs (1%, 2 Votes)

Total Voters: 157

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Gut, besondere Überraschungen sind bei dieser Umfrage kaum herausgekommen. Vielleicht hätte ich erwartet, dass noch mehr Leute angeben, dass sie kein Fast Food essen – man hört und liest sowas ja relativ häufig. Viele haben aber in den Kommentaren angegeben, dass sie gerne noch mehr Dinge angekreuzt hätten, also werden wohl auch das auf den unteren Plätzen befindliche Fast Food ganz gern gegessen. Die Brat- oder Currywurst hätte ich aber dennoch weiter oben vermutet und als Dönerverweigerer wundert mich dessen hohe Platzierung, aber die Umfrage beweist wohl nur eines eindeutig: Geschmäcker sind verschieden.

Vielen Dank an alle Leser, die ihre Stimme abgegeben und kommentiert haben. Die nächste Umfrage wird dann in ein paar Tagen beginnen, würde mich freuen, wenn ihr wieder reinschaut!

Link-Container:
Beitrag zur Monatsumfrage 08/2009

31.08.2009 in Fun 16 Kommentare

Rock’n’Picture: Twisted Sister – The Kids Are Back

Achter Beitrag zu Julis musikalischem Fotoprojekt Rock’n'Picture. Dieses mal wurde ein Song gezogen, den ich vorher noch gar nicht kannte, der mir persönlich aber auch nicht so sehr gefällt, dass es nun besonders schade drum gewesen wäre, wäre das so geblieben: “Twisted Sister – The Kids Are Back” (Audio auf Youtube). Dennoch wollte ich deshalb nicht aussetzen, sondern die Herausforderung annehmen und ein Foto zum Song posten. Dafür blieb mir aber dieses mal weniger Zeit, da ich eine Woche aus Urlaubsgründen überhaupt nicht dazu kam, ein Foto zu machen. Darum heute am Stichtag, sozusagen in allerletzter Sekunde der Griff ins Archiv:

Rock'n'Picture: Twisted Sister - The Kids Are Back

Rock'n'Picture: Twisted Sister - The Kids Are Back

We walk the streets in tattered armies…” lautet die Textpassage, die ich mir ausgesucht habe, aber auch der Sontitel “The Kids Are Back“, der häufig im Text vorkommt, wird hier zumindest teilweise dargestellt. Eigentlich zu sehen ist hier ein Foto vom Harry Potter Tag in Itzehoe in der Nacht zum Erscheinungsdatum des letzten Bandes. Mich persönlich lässt Harry Potter ja sowas von kalt, daher kann ich das tattered des Textes also ruhig hinzunehmen. Wie man sieht haben hier Kinder (und auch Erwachsene) einen Zug durch die Innenstadt veranstaltet.

Zur Umsetzung: Leider ist das Foto doch sehr unscharf gewesen, deshalb musste ich ein wenig tricksen und das Bild noch etwas dunkler machen, damit es nicht ganz so sehr auffällt, auch wenn man es immer noch klar erkennt. Die Lichtverhältnisse waren aber auch wirklich ungünstig.

Da bin ich wieder!

Hallo Freunde! Da bin ich nun wieder, gesund, munter und etwas gebräunt aus meinem Urlaub in Dänemark zurückgekehrt. Ich hatte eine tolle Woche, die allerdings ziemlich unspektakulär war. Wir haben das schöne Wetter nämlich genutzt, um die meiste Zeit am Strand zu liegen und es uns gut gehen zu lassen. Unternommen haben wir eher wenig, weshalb es auch nicht allzu viel zu berichten gibt. Aber ein paar Fotos habe ich gemacht und werde die nach der Sichtung auf mein Flickr-Profil hochladen. Ihr könnt ja in nächster Zeit mal vorbeischauen.

Für mich geht es nun daran, mich wieder an den Alltag zu gewöhnen. Wenn man eine Woche ohne Internet ist, dann rostet man schon irgendwie ein bisschen ein. War aber schön und ich fühle mich richtig gut erholt, um jetzt mit neuem Schwung an die Arbeit zu gehen. Da ist nämlich so einiges, was noch ansteht:

  • Den Feedreader habe ich schon gestern durchgearbeitet. Fast 600 Beiträge wollten von mir gelesen werden. Nur einen Bruchteil habe ich mir ganz genau angeschaut, einiges weggeklickt, manches kommentiert. Man möge mir verzeihen, dass ich da eher flüchtig durchgegangen bin. Sonst wäre ich nie hinterher gekommen.
  • Ich muss immer noch an meinen Hausarbeiten für die Uni arbeiten. Langsam wirds ein bisschen dringender, aber noch bin zuversichtlich. Hausarbeit Nummer eins soll in einer Woche fertig sein, so zumindest mein Plan.
  • Die Blogprojekte, an denen ich mit meinem Blog teilnehme (Rock’n'Picture, Projekt Hörsturz), erwarten noch Beiträge von mir. Auch an einigen interessanten Blogparaden möchte ich noch teilnehmen.
  • Einige meiner eigenen Beitragsserien bedürfen auch wieder neuer Beiträge. Darunter die Auswertung der aktuellen Umfrage und ein neuer CD-Check.
  • Gastbeiträge bin ich auch noch einige schuldig
  • Eure Kommentare sollen und wollen auch noch alle vernünftig beantwortet werden.

Und dann gibt es noch so einige Ideen, über deren Umsetzung ich noch weiter nachdenken möchte. Dazu aber mehr zu gegebener Zeit. Mal sehen wie ich wieder reinfinde, selbst das Tippen ist nach einer Woche Abstinenz etwas ungewohnt und geht nicht so schnell von der Hand. Aber das wird sicher noch. Und so gern ich noch länger in Dänemark geblieben wäre, so sehr freue ich mich auch, wieder hier zu sein. Denn zu Hause ist es doch am schönsten!

Mein Schicksal: Einhüten

Sommerzeit ist Ferienzeit. Jeder, der es sich leisten kann, fährt irgendwohin, wo er durch nichts und niemanden gestört wird außer dem gleichmäßigen Rauschen wuseliger Wellen. Oder dem Meckern einer beschränkten Bergziege.

Doch einer hält unermüdlich die Stellung: Ich.

Aber nicht, weil ich dazu gerade Lust habe. Oh nein. Die Kieler Universität leidet unter akutem Wissensdrang und möchte von mir ganz ganz dringend eine Abhandlung über dieses erschreckend spannungsarme Buch, eine Transkription eines Briefs von 1884 (“Die Landvogtei berichtet untertänigst und gähnend an das königliche Landrathsamt…”) und eine Hausarbeit über Macbeth. Gleichzeitig verdinge ich mich als Praktikant in der Redaktion eines bekannten Schleswig-Holsteiner Radiosenders. Und versuche, in möglichst hoher Frequenz Kreatives auszuscheiden und auf mein Blog zu stellen. Es misslingt regelmäßig.

Und dann ploppt eines Nachts auf einmal eine ICQ-Nachricht von Konna auf: “Basti, ich fahre in Urlaub”, heißt es da. Mich packt der Neid, der blanke.

“Könntest du auf mein Blog aufpassen?”

Welch bärtige Frage. Aber ich sage ja. Denn ich habe ja sonst nichts zu tun. Und ich bin sein Freund. Und Freunde helfen sich. Selbst in der schwierigsten aller nur denkbaren Situationen – dann nämlich, wenn es um das Blog des jeweils anderen geht.

Nun sitze ich hier in der unglaublichen Hitze der Schleswig-Holsteinischen Steppe und hüte. Ich hüte Blogs.

Lese eure Kommentare. Schalte sie frei. Verwerfe sie. Modifiziere sie. Zensiere sie. Malträtiere sie. Was man als Admin halt so macht.

Aber ich kann eines nicht: schweigend hüten. Deswegen dieser Beitrag – gleichsam als ein Fanal, ein Plädoyer für den Urlaub. Urlaub für alle, aber vor allem für mich. Leider ist mein nächster Urlaub irgendwann im Dezember. Dann, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Wenn es keinen Schnee gibt, aber Regen. Wenn die Dunkelheit nur noch manchmal von einem grauen Schleier unterbrochen wird, den man kaum noch Tag nennen kann. Dann habe ich Urlaub.

Das ist mein Schicksal.

Ich erbitte mir Mitleid. Massenhaft. Jetzt.

Unwort des Tages: Something wicked this way comes.

Ich bin raus: Ab in den Urlaub!

So, dann will ich mal nicht so sein und mich einfach klammheimlich aus dem Staub machen, sondern offiziell verkünden, dass ich vom 22.08. – 29.08. nicht anwesend sein werde, sondern mich in Dänemark am Ostseestrand aufhalten werde. Das erste Mal in meiner Bloggerkarriere habe ich auch keine Beiträge vorbereitet, sondern übergebe mein Blog der Obhut von Basti, der sich darum kümmern wird, dass alles seine Ordnung hat, während ich weg bin. Kommentare werden selbstverständlich alle von mir beantwortet, sobald ich wieder da bin. Bis dahin müsst ihr euch allerdings gedulden.

Ich werde jedenfalls die Woche hoffentlich viel am Strand liegen und mir mit Soft-Eis und Hot Dogs den Bauch vollschlagen können. Die Gegend, in die wir diesmal fahren, ist uns schon bekannt und das ist wirklich ein schönes Fleckchen. Fotos werde ich selbstverständlich wieder reichlich machen und auch zeigen, wenn ich zurück bin. Wünscht mir schönes Wetter! Ich wünsche euch jedenfalls eine schöne konnafreie Woche. Bleibt mir gewogen und dann sehen wir uns hoffentlich in einer Woche wohlbehalten und erholt wieder. :)

Gedankendeponie vs. Her-Life: Alliterationen

So, die Zeit ist um, die zweite Runde Gedankendeponie vs. Her-Life ist beendet und es geht an die Auswertung. Eine Woche hatten Nadine und ich Zeit, einen Text mit maximal 1000 Wörtern mit möglichst vielen Alliterationen zu versehen. Mein Text hat auch genau 1000 Wörter und seltsamerweise ist eine kleine Weihnachtsgeschichte daraus geworden. Ich bedanke mich bei meinen fleißigen Helfern Basti, Jenny, , Julia, Mel, Moonica, Peter und Rebhuhn. Weiß zwar nicht genau, wer wie viel gemacht hat, aber diese hatten Zugang zum Dokument oder haben Mailvorschläge eingereicht. Auch Annie und Marijana wollten helfen, aber ich hab die Mail vergessen, sorry!  Nun kommen wir aber zur Geschichte (ich empfehle lautes Lesen):

Welch wunderbares, wundervolles, wirklich weihnachtliches Weihnachten! Anfangs, als am Abend alle am Abendbrotstisch aßen, ahnte außer Alex keiner, dass diesen Donnerstag, der der dritte dieses düsteren, dunklen Dezembers war, dreihunderttausend Dollar, die Dagmar daheim diebstahlsicher deponiert hatte, plötzlich wie weggezaubert waren. Weil Willibald wieder wegen willkürlich wiederholter Widerworte der drei kreischenden Kinder keinen klaren, kühlen Kopf hatte, hatte Hanna hier heute heimtückisch einen ehrgeizigen, professionellen Plan praktisch plötzlich parat, ihre Mitmenschen mit mehreren megagroßen Geschenken zu überraschen. Sie saß schon seit Stunden außerordentlich aufgeregt auf ihrem schwarzen Stuhl, sie suchte eine außergewöhnlich ausgeklügelte Ausrede als Argument augenblicklich anzufangen, als Alex allmählich angeschlichen kam, kaum erkennbar vor der weißen Wand, im irgendwie intimen illegalen Iltis-Pelz. Hanna hustete hinfort hörbar, Hinweise auf dessen Herkunft gebend; als Alex also allzu amateurhaft bemerkt worden war, wirkte er einigermaßen ertappt und sagte sofort: “Sag schon! Sieht sehr seltsam aus, wie du dich da draufgesetzt hast. Du denkst dir doch was aus!” “Nee, nix, niente, nihil, null, nada, nothing”, negierte sie sehr schnell. Sie scheuchte sofort solch skeptischen Stiefbruder raus, reichlich rauhe Rufe rufend. Sie schlurfte schleichend zum geheimen Geldbewahrungsort, guckte sich um und usurpierte umgehend unauffällig das ganze gerade gewonnene Geld, ging in den Flur und zog zwei schwarze Schuhe an.

Achtsam auf zu Alex angebeteter Nadine! Nadine nächtigte neuerdings nämlich neben niederen neurotischen Nebenbuhlern, nachdem niemand nachts Nadines Nacktheit noch Natürlichkeit nannte. Völlig verwirrt versuchten verunsicherte Vollmondsüchtige vehement viel verdorbenen “Verkehr”, doch Nadine war wirklich ungelogen unschuldig. Unter unwahrscheinlichen Umständen hätte Nadine nachgegeben, aber die divenhafte dachte, dass doch das Durchhaltevermögen der dutzenden dreisten Männer getestet gehört. Hanna hatte sie sofort gefragt, ob sie irgendwie irgendwelche irrwitzigen Ideen improvisieren könnte. Nadine nickte nicht, negierte nur noch: “Nein, niemals!” Nun nutze Hanna Plan B: Ulf. Unter unvorhergesehenen und ungewöhnlichen Umständen und unhaltbaren Ungereimtheiten unternahm Urgestein Ulf unsagbar unsinnigen Unfug, was wirklich wichtig war, weil Hanna alles absolut ahnungslos anging, also war der ulkige Ulf unverzichtbare Unterstützung und unersetzlich. Bevor beide beim Bücherladen Buchgeschenke kauften, aßen alle beide bei Burger King kleine Kingmenüs. Konna kam komplett ketchupbeschmiert vom Klo. Hanna hatte heute hammermäßigen Heißhunger. Hunderte Hamburger hätte Hanna heute herunterschlingen können.

Ein Eis essen war bei diesem warmen Wetter wirklich wunderbar, weswegen weiterhin weitere Wege wegen wichtigem Walnusseiß gemacht wurden. Doch danach drängte dann die Zeit, Ladenschluss war schon sehr nah, doch dreihunderttausend Dollar dürften doch ausreichen, angenehme Adventsgeschenke am Abend anzuschauen. Am Applestore trafen sie Tante Tina, täglich tief trauernde teilzeitangestellte Tagesmutter, tausende Tüten tragend. Sie sagte: “Seht! Scheinbar schließen sie schon. Schaut doch mal im Internet.” Ulf ulkte, Hanna heulte, Tante Tina trauerte. Doch die drei dachten, dass sie schon irgendwas im Internet finden würden, weshalb sie ins innerstädtische Internetcafé hechteten. Hier hörte Horst Hip Hop, surfte Susi sehr schöne Schuh-Seiten an und auch Alex arbeitete an angeschaltetem Computer. Er sah seine Schwester, stutzte, schreckte auf und urplötzlich umarmte er seine Schwester. “Schön, dass du da bist”, begrüßte er sie. Sie selbst sagte: “Sorry, dass ich so fies war. Wir wollen wirklich wunderbare Weihnachtsgeschenke im Internet kaufen. Ich hab die dreihunderttausend Dollar, die Dagmar daheim diebstahlsicher deponiert dachte.” – “Klasse! Komm, kaufen wir was wirklich Witziges, während Tante Tina die dreihunderttausend Dollar zur Bank bringt”, brüllte Alex. So sollte es sein.

Als Alex am Anfang Amazon ansurfte, artete alles aus. Auf einmal war der Warenkorb völlig voll von vielen verschiedenen Dingen. Drei Doppelklicks danach dann die Bestätigungsmail. Die dreihunderttausend Doller waren weg, wertvolle Waren dafür da. Das Weihnachtsfest wird wohl wieder wunderschön werden, weil wirklich wunderschöne Weihnachtsgeschenke gekauft wurden. Wenige Tage danach durften dann die dutzenden Pakete entgegengenommen werden. Weil Willibald wieder wegen willkürlich wiederholter Widerworte der drei kreischenden Kinder keinen klaren, kühlen Kopf hatte, hatte er in seiner Verwirrung vierzig Rollen Geschenkpapier gekauft, genau richtig.

Am dreiundzwanzigsten dieses durchaus düsteren Dezembers düste Dagmar dramatisiert durch die Dachgeschosswohnung: “Die dreihunderttausend diebstahlsicher deponierten Dollar! Sie sind spurlos verschwunden!” Willibald wurde wahnsinnig wütend, wie wild wurden wackelige Wandbilder weggeschleudert. “Wo ist das Geld?”, grunzte er die drei Kinder an. Hanna heulte, Alex sagte schüchtern schluchzend: “Wir waren Weihnachtsgeschenke kaufen und haben alles auf Amazon ausgegeben, aber die Dinge sind schon schön verpackt.” Vater Willibald wirkte wirklich wütend, wahrte aber die Ruhe und umarmte seine Kinder. Dennoch ermahnte er energisch: “Euer Eifer ehrt euch, doch die dutzenden Pakete müssen wir wohl wieder wegschicken.” – “Wirklich?”, wunderten die Kinder sich, suchten sie so schöne Sachen für ihre Eltern aus. Alles Argumentieren auf allerhöchstem Niveau nützte nichts. Nur noch nörgeln nahm Willibald auch nicht Ernst. Doch das Schlimmste sollte schon sehr schnell seinen Lauf nehmen: Das ganze Geld war weg, wie weggezaubert. Willibald wütete wieder, was wegen wiederholter Widrigkeiten wohl wenig wunderlich war. Währenddessen wussten Willibalds Wunschkinder, was wohl passiert ist.

Alle Anrufe bei Tante Tina waren völlig vergeblich. Schnell stellte sich heraus, dass diese die dreihunderttausend Dollar, die Dagmar damals diebstahlsicher daheim deponiert hatte, heimlich hinfortschuf. Das Vertrauen der Kinder missbraucht, türmte Tante Tina traurigerweise tatsächlich nach Nigeria. Nun spielt sie Spamverteilerin, sucht sehr schwachsinnige Opfer, die darauf hereinfallen. Immerhin trauert Tante Tina tatsächlich nicht mehr, doch die dreihunderttausend Dollar der deutschen Familie sind weg. Weihnachten wird wohl wegfallen.

Doch dann das: Die Dinge kommen wieder ins Lot. Weil Willibald wegen willkürlich wiederholter Wimmerlaute der drei kreischenden Kinder keinen klaren, kühlen Kopf hatte, hatte er die aktuelle Lottoziehung vergessen. Sehr schnell suchte sein süßer Schatz seinen Schein, schaltete sofort den Fernseher ein. Der Videotext verriet vielversprechende zufällige Zahlen: Zwei, Zwölf, Zwanzig, Zweiundzwanzig, Zweiunddreißig, Zweiundvierzig, Zusatzzahl zeigte zwei und vier, also vierundzwanzig. Willibald war wie wiedergeboren. Was war? Wieder wurden Willibalds Wunderzahlen gezogen. Doch diesmal alle sechs, sogar seine Superzahl sieben war dabei. Dieser dramatische Tag nahm nun ein erfreuliches Ende.

Welch wunderbares, wundervolles, wirklich weihnachtliches Weihnachten!

Wer wissen will, was aus allen anderen geworden ist: Nadine nächtigte nun nämlich nicht neben neurotischen Nebenbuhlern, sondern schlief stattdessen sehr schön bei begnadeten Bauchrednern, deren dicke Bäuche nachts schwer schnarchten. Sonst sagten sie supersüße Komplimente. Konnas Ketchupfleck konnte kaum korrigiert werden. Horst hört heute Heavy Metal und Ulf unterstützte unterversorgte Urgroßeltern.

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Wenn ich richtig gezählt habe, dann sind das insgesamt 1057 Punkte. Schauen wir doch mal, ob das zum Sieg reicht…

Edit: Die Auszählung ist beendet und das Ergebnis sieht wie folgt aus: Der Sieg geht an mich, denn Nadine kommt auf 720 Punkte. Da kommt es dann nicht mehr darauf an, ob ich nun richtig gezählt habe und 1057 Punkte habe oder wie in Nadines Zählung bei 1002 lande. Somit kommt ein Punkt auf mein Konto, was folgenden Zwischenstand bedeutet:

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Super, so habe ich mir das vorgestellt. Ich danke an dieser Stelle der fairen Verliererin Nadine, die ebenfalls ein respektables Ergebnis erzielt hat. Freue mich auf den nächsten Wettkampf, der bald starten wird. Da will ich dann meine Führung ausbauen. ;)

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