Filmriss: The Mentalist (Season One)
Bei Krimiserien gibt es in den meisten Fällen nur zwei Kategorien: Entweder sie setzen stark auf Humor, wie etwa Monk oder Psych, oder sie verfolgen einen ernsthaften Ansatz mit Drama-Elementen, wie es die CSI-Serien tun. The Mentalist, die Quotenüberraschung in der US-TV-Season 2008/09, versucht beides miteinander zu kombinieren und bedient sowohl Humor als auch Drama. Hinzu noch ein sympathischer, interessanter Hauptcharakter und fertig ist der Serienhit? Das erfahrt ihr in den folgenden Absätzen des heutigen Filmrisses:
Früher verdiente Patrick Jane als Mentalist seinen Unterhalt, indem er vorgab, übersinnliche Kräfte zu haben und mit den Geistern Verstorbener sprechen zu können. Doch ein tragischer Fall in seiner Familie brachte ihn dazu, damit aufzuhören und beim California Bureau of Investigation (CBI) einem Ermittlerteam als Berater zur Seite zu stehen, der vor allem durch seine scharfe Auffassungsgabe und Menschenkenntnis dazu beiträgt, Fälle aufzuklären. Das Team ist schon seit geraumer Zeit auf der Jagd nach dem berüchtigten Serienmörder “Red John”, konnte diesen aber noch nicht dingfest machen. Doch Patrick hat ein ganz eigenes Interesse daran, den Verbrecher zu schnappen und wartet nur auf seine Gelegenheit. Doch darf die restliche Ermittlungsarbeit nicht vernachlässigt werden und über zu wenig Fälle kann sich das Team unter dem Kommando von Agent Teresa Lisbon nicht beklagen.
Auf den ersten Blick wirkt The Mentalist ein bisschen wie eine weitere einfache Krimiserie, bei der in jeder Folge ein Mord nach einem bestimmten Schema gelöst wird. Und zum Teil ist das auch richtig, einige Elemente kennt man aus diversen anderen Serien. Das besondere an der Serie ist jedoch seine Hauptfigur, die sich zum Lösen der Fälle fast ausschließlich auf seine Intuition verlässt und mit in bisschen Beobachtungsgabe erkennt, wo bei CSI ein Team von Spezialisten mit Hightech-Geräten anrücken würde. Das gibt der Serie einen besonderen Charme.
Auch die Machart der Serie überzeugt: Es gibt eine sehr gut ausgewogene Mischung aus Drama und Humor, beides wird in genau richtiger Dosierung gebraucht. Das hebt die Serie von anderen Vertretern der Gattung ab. Das gleicht die Schwächen, die auch The Mentalist durchaus besitzt, wieder aus. Die episodenübergreifende Handlung wird nicht voll ausgenutzt und bleibt meist Beiwerk, außerdem gibt es teils große Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Folgen. Doch das alles trübt den Gesamteindruck nur wenig.
Die Darsteller sind hervorragend gewählt, allen voran Simon Baker (“The Ring 2“) als Mentalist Patrick Jane. Er schafft es anscheinend spielend, seiner Figur gleichzeitig als sympathischer Helfer und regelnmissachtender Rebell Leben einzuhauchen. Auch die anderen Darsteller passen wunderbar dazu, auch wenn die Serie klar auf seine Hauptfigur fixiert bleibt. Die Serie geizt auch nicht mit prominenten Gastrollen, was auch immer eine nette Sache ist.
Fazit: The Mentalist ist eine gelungene Abwechslung im Krimigenre und ein gute Gegenentwurf zu anderen Krimiserien. Die Mischung aus Humor und Drama ist nahezu perfekt und wirkt nie aufgesetzt. Vor allem punktet die Serie aber durch ihren Hauptdarsteller Simon Baker, der es schafft, seiner Figur so viel Charme und Charisma zu verleihen, dass man an deren Schicksal interessiert bleibt. Da stört es nicht ganz so sehr, dass sich ein paar schwächere Folgen in die erste Staffel eingeschlichen haben und die Episoden alle recht ähnlich aufgebaut sind. Klare Empfehlung für alle Fans von Krimiserien!
Meine Wertung: 7/10
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The Mentalist in der IMDB
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13 Kommentare
Sascha - 06.08.2009 at 19:26
Ich fand die erste Staffel auch sehr interessant und habe mir jede Folge angesehen.
Was die Rahmenhandlung mit Red John angeht, finde ich es zwar völlig in Ordnung, dass diese Handlung nicht in jeder Folge vorangetrieben wird, jedoch könnte ein klein wenig mehr in dieser Richtung sicher nicht schaden – denn gerade diese Folgen können den Charakteren ja zusätzlich dienen, um sich zu entwickeln.
Trotz dieses kleinen Mankos sehe ich die Serie sehr gerne. Nicht nur wegen des hervorragenden Hauptdarstellers mit seinem oft ein wenig schelmisch-überlegenen Lächeln, welches weder übermäßig arrogant wirkt, gleichzeitig aber auch nicht so sehr auf Understatement macht, wie es teilweise ja Mode zu sein scheint.
Aber auch die übrigen Charaktere geben der Serie ihren unvergleichlichen Charme. Ob Lisbon, die oftmals versucht, gegenüber Jane streng zu wirken, sich dabei ein Lachen aber oft nur schwer verkneifen kann, oder die etwas holprig-unbeholfene “Liebesgeschichte” zwischen Rigsby und van Pelt, von der inzwischen jeder weiß, dass sie auf Gegenseitigkeit beruht… außer den beiden
Und nicht zuletzt mein heimlicher Star der Serie, Kimball Cho! Meine bessere Hälfte und ich schmeißen und regelmäßig weg vor Lachen, wenn er mit seinem ernsten Gesichtsausdruck und trockenem Humor agiert und in den ulkigsten Situationen keine Miene verzieht. Einfach herrlich.
Nadine - 07.08.2009 at 10:20
Ich erinnere mich nur an die eine Folge, wo der mentalist am ende was “rausgefunden” hat, was man normalerweise zu Beginn der ermittlungen (zumindest bei normalen ermittlungen) erfragt hätte. seitdem finde ich diese sendung mehr als lächerlich.
wobei ich glaube, dass es mittlerweile spannend sein muss, wenn er mehr auf der privaten schiene involviert ist. aber ich schaus trotzdem nicht mehr.
Konna - 07.08.2009 at 11:11
@Sascha: Stimmt, im Prinzip kann ich mich deinem Kommentar nur anschließen. Cho finde ich auch super, besonders schön auch immer, wenn er Rigsby verarscht und der das nicht checkt, weil Cho wie du schon sagst, überhaupt keine Miene verzieht. Herrlich diese subtile Ironie.
@Nadine: Hm, daran kann ich mich jetzt nicht erinnern oder mir isses nicht aufgefallen – zumindest nicht negativ. Bin bei sowas aber auch immer sehr tolerant und kann Serien das verzeihen, wenn sie ansonsten unterhaltsam sind – und das ist The Mentalis für mich auf jeden Fall.
Yuna - 07.08.2009 at 12:15
“Tee Mentalist” ist eine gelungene Serie, das finde ich auch. V.a. ist sie nach den diversen CSI-Sachen mal eine Abwechslung. Wobei ich jedoch zugeben muss, dass mir endlich neue Folgen von “Criminal Minds” deutlich lieber wären als nun die Wiederholung der ersten Staffel vom Mentalisten.
Konna - 07.08.2009 at 13:22
@Yuna: Hm, also mit Criminal Minds konnte ich persönlich noch nie was anfangen, wobei ich mir die Wiederholungen von The Mentalist auch nicht anschauen werde.
Lordy - 11.08.2009 at 14:50
Ich bin von The Mentalist angetan. Neben Life eine der absoluten Neuentdeckungen 2009. Ich mag die Art, die der Hauptdarsteller hat. Und ich finde gerade so etwas faszinierend. Es ist anders, erfrischend und spannend, wie er die Fälle mit Köpfchen und ohne High Tech löst. Vor allem ist die Serie so gestrickt, dass man seinem Gedankengang folgen kann. Selten denkt man sich “woher weiß der das?”. Das imponiert. Ich bewerte diese Serie mit 10 Punkten.
Konna - 12.08.2009 at 11:29
@Lordy: Life habe ich irgendwie völlig verpasst, lohnt sich da der Kauf der DVD? Naja, vermutlich schon, wenn du so angetan bist. Mal schauen.
Auf jeden Fall finde ich The Mentalist auch sehr gelungen, für 10 Punkte reicht es aber nicht, dafür hat die Serie doch auch zu viele Schwächen.
Lordy - 12.08.2009 at 11:38
@Konna: Also ich finde Life toll. Ein Polizist, der reingelegt wurde, in den Knast gegangen ist, und nun nach seiner Entlassung Fälle löst und seine Verräter sucht. Das hat was. Vor allem, weil ich die Rollen super besetzt finde. Und dieser Zen-Buddhismus, der da eine wichtige Rolle spielt, ist einfach nur interessant xD.
Ist ähnlich wie The Mentalist: Die Idee dahinter ist interessant, neuartig… durchaus genial xD.
Und ich sehe über Schwächen hinweg, wenn ich Ideen toll finde, denn nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. (Wow… jetzt wird es philosophisch xD)
Konna - 12.08.2009 at 11:49
@Lordy: Ich werds mir auf jeden Fall mal vormerken.
Nach deinem philosophischen Ansatz gibt es also nur 0 oder 10 Punkte? Das finde ich ein bisschen zu einfach. Ich kann auch über Schwächen hinwegsehen, aber dennoch sind sie da und die schlagen sich in den Punkten nieder. Ich will damit auch eine Vergleichbarkeit zu anderen Serien herstellen und es gibt eben doch einiges, was ich noch lieber schaue als The Mentalist.
Lordy - 12.08.2009 at 11:51
@Konna: Ach… ich wollte das nur irgendwie rechtfertigen xD. Ich mag die Serie und achte da einfach nicht auf die Schwächen. Und es gibt auch nicht nur 0 und 10, denn wenn ich eine Serie nicht mag, dann heißt das nicht, dass sie 0 Punkte bekommt. Ach… egal
.
Emm… aber es gibt auch Serien, die ich lieber mag. Mehrere sogar, aber die laufen gerade dummerweise alle auch nicht und man wartet auf die Fortsetzung xD.
Konna - 13.08.2009 at 23:03
@Lordy: Aber diese Serien müssten dann doch mehr Punkte bekommen. Also so ganz ausgereift finde ich deinen Wertungsmaßstab noch nicht.
Lordy - 13.08.2009 at 23:08
@Konna: Vielleicht ist das der Grund wieso ich auf so etwas bei mir im Blog verzichte
.
GerardM - 29.08.2011 at 23:45
Glaube Ich auch!Ich habe die Serie auch gerne geschaut, sehe aber nicht, dass aus Jane und Lisbon was wird. Rigsby und van Pelt sind da eine ganz andere Geschichte. Ich liebe die Szene, in der Rigsby hypnotisiert ist und Jane ihm sagt, er solle tun wonach ihm gerade ist. Und wonach ist ihm? Er schnappt sich van Pelt und küsst sie. Die Gesichter der anderen waren einfach nur zu herlich Smily
Generell mag ich Janes Attitude. Egal, was er tut, er ist dabei eigentlich immer extrem ruhig. Und dann kommt er mit Fragen und Aussagen daher wo man sich wundert, wie er darauf kommt. Simon Baker ist in der Rolle wirklich gut und es ist natürlich nie falsch, wenn der Hauptdarsteller so gut aussieht wie er.