Gedankendeponie vs. Her-Life: Alliterationen
So, die Zeit ist um, die zweite Runde Gedankendeponie vs. Her-Life ist beendet und es geht an die Auswertung. Eine Woche hatten Nadine und ich Zeit, einen Text mit maximal 1000 Wörtern mit möglichst vielen Alliterationen zu versehen. Mein Text hat auch genau 1000 Wörter und seltsamerweise ist eine kleine Weihnachtsgeschichte daraus geworden. Ich bedanke mich bei meinen fleißigen Helfern Basti, Jenny, Jü, Julia, Mel, Moonica, Peter und Rebhuhn. Weiß zwar nicht genau, wer wie viel gemacht hat, aber diese hatten Zugang zum Dokument oder haben Mailvorschläge eingereicht. Auch Annie und Marijana wollten helfen, aber ich hab die Mail vergessen, sorry! Nun kommen wir aber zur Geschichte (ich empfehle lautes Lesen):
Welch wunderbares, wundervolles, wirklich weihnachtliches Weihnachten! Anfangs, als am Abend alle am Abendbrotstisch aßen, ahnte außer Alex keiner, dass diesen Donnerstag, der der dritte dieses düsteren, dunklen Dezembers war, dreihunderttausend Dollar, die Dagmar daheim diebstahlsicher deponiert hatte, plötzlich wie weggezaubert waren. Weil Willibald wieder wegen willkürlich wiederholter Widerworte der drei kreischenden Kinder keinen klaren, kühlen Kopf hatte, hatte Hanna hier heute heimtückisch einen ehrgeizigen, professionellen Plan praktisch plötzlich parat, ihre Mitmenschen mit mehreren megagroßen Geschenken zu überraschen. Sie saß schon seit Stunden außerordentlich aufgeregt auf ihrem schwarzen Stuhl, sie suchte eine außergewöhnlich ausgeklügelte Ausrede als Argument augenblicklich anzufangen, als Alex allmählich angeschlichen kam, kaum erkennbar vor der weißen Wand, im irgendwie intimen illegalen Iltis-Pelz. Hanna hustete hinfort hörbar, Hinweise auf dessen Herkunft gebend; als Alex also allzu amateurhaft bemerkt worden war, wirkte er einigermaßen ertappt und sagte sofort: “Sag schon! Sieht sehr seltsam aus, wie du dich da draufgesetzt hast. Du denkst dir doch was aus!” “Nee, nix, niente, nihil, null, nada, nothing”, negierte sie sehr schnell. Sie scheuchte sofort solch skeptischen Stiefbruder raus, reichlich rauhe Rufe rufend. Sie schlurfte schleichend zum geheimen Geldbewahrungsort, guckte sich um und usurpierte umgehend unauffällig das ganze gerade gewonnene Geld, ging in den Flur und zog zwei schwarze Schuhe an.
Achtsam auf zu Alex angebeteter Nadine! Nadine nächtigte neuerdings nämlich neben niederen neurotischen Nebenbuhlern, nachdem niemand nachts Nadines Nacktheit noch Natürlichkeit nannte. Völlig verwirrt versuchten verunsicherte Vollmondsüchtige vehement viel verdorbenen “Verkehr”, doch Nadine war wirklich ungelogen unschuldig. Unter unwahrscheinlichen Umständen hätte Nadine nachgegeben, aber die divenhafte dachte, dass doch das Durchhaltevermögen der dutzenden dreisten Männer getestet gehört. Hanna hatte sie sofort gefragt, ob sie irgendwie irgendwelche irrwitzigen Ideen improvisieren könnte. Nadine nickte nicht, negierte nur noch: “Nein, niemals!” Nun nutze Hanna Plan B: Ulf. Unter unvorhergesehenen und ungewöhnlichen Umständen und unhaltbaren Ungereimtheiten unternahm Urgestein Ulf unsagbar unsinnigen Unfug, was wirklich wichtig war, weil Hanna alles absolut ahnungslos anging, also war der ulkige Ulf unverzichtbare Unterstützung und unersetzlich. Bevor beide beim Bücherladen Buchgeschenke kauften, aßen alle beide bei Burger King kleine Kingmenüs. Konna kam komplett ketchupbeschmiert vom Klo. Hanna hatte heute hammermäßigen Heißhunger. Hunderte Hamburger hätte Hanna heute herunterschlingen können.
Ein Eis essen war bei diesem warmen Wetter wirklich wunderbar, weswegen weiterhin weitere Wege wegen wichtigem Walnusseiß gemacht wurden. Doch danach drängte dann die Zeit, Ladenschluss war schon sehr nah, doch dreihunderttausend Dollar dürften doch ausreichen, angenehme Adventsgeschenke am Abend anzuschauen. Am Applestore trafen sie Tante Tina, täglich tief trauernde teilzeitangestellte Tagesmutter, tausende Tüten tragend. Sie sagte: “Seht! Scheinbar schließen sie schon. Schaut doch mal im Internet.” Ulf ulkte, Hanna heulte, Tante Tina trauerte. Doch die drei dachten, dass sie schon irgendwas im Internet finden würden, weshalb sie ins innerstädtische Internetcafé hechteten. Hier hörte Horst Hip Hop, surfte Susi sehr schöne Schuh-Seiten an und auch Alex arbeitete an angeschaltetem Computer. Er sah seine Schwester, stutzte, schreckte auf und urplötzlich umarmte er seine Schwester. “Schön, dass du da bist”, begrüßte er sie. Sie selbst sagte: “Sorry, dass ich so fies war. Wir wollen wirklich wunderbare Weihnachtsgeschenke im Internet kaufen. Ich hab die dreihunderttausend Dollar, die Dagmar daheim diebstahlsicher deponiert dachte.” – “Klasse! Komm, kaufen wir was wirklich Witziges, während Tante Tina die dreihunderttausend Dollar zur Bank bringt”, brüllte Alex. So sollte es sein.
Als Alex am Anfang Amazon ansurfte, artete alles aus. Auf einmal war der Warenkorb völlig voll von vielen verschiedenen Dingen. Drei Doppelklicks danach dann die Bestätigungsmail. Die dreihunderttausend Doller waren weg, wertvolle Waren dafür da. Das Weihnachtsfest wird wohl wieder wunderschön werden, weil wirklich wunderschöne Weihnachtsgeschenke gekauft wurden. Wenige Tage danach durften dann die dutzenden Pakete entgegengenommen werden. Weil Willibald wieder wegen willkürlich wiederholter Widerworte der drei kreischenden Kinder keinen klaren, kühlen Kopf hatte, hatte er in seiner Verwirrung vierzig Rollen Geschenkpapier gekauft, genau richtig.
Am dreiundzwanzigsten dieses durchaus düsteren Dezembers düste Dagmar dramatisiert durch die Dachgeschosswohnung: “Die dreihunderttausend diebstahlsicher deponierten Dollar! Sie sind spurlos verschwunden!” Willibald wurde wahnsinnig wütend, wie wild wurden wackelige Wandbilder weggeschleudert. “Wo ist das Geld?”, grunzte er die drei Kinder an. Hanna heulte, Alex sagte schüchtern schluchzend: “Wir waren Weihnachtsgeschenke kaufen und haben alles auf Amazon ausgegeben, aber die Dinge sind schon schön verpackt.” Vater Willibald wirkte wirklich wütend, wahrte aber die Ruhe und umarmte seine Kinder. Dennoch ermahnte er energisch: “Euer Eifer ehrt euch, doch die dutzenden Pakete müssen wir wohl wieder wegschicken.” – “Wirklich?”, wunderten die Kinder sich, suchten sie so schöne Sachen für ihre Eltern aus. Alles Argumentieren auf allerhöchstem Niveau nützte nichts. Nur noch nörgeln nahm Willibald auch nicht Ernst. Doch das Schlimmste sollte schon sehr schnell seinen Lauf nehmen: Das ganze Geld war weg, wie weggezaubert. Willibald wütete wieder, was wegen wiederholter Widrigkeiten wohl wenig wunderlich war. Währenddessen wussten Willibalds Wunschkinder, was wohl passiert ist.
Alle Anrufe bei Tante Tina waren völlig vergeblich. Schnell stellte sich heraus, dass diese die dreihunderttausend Dollar, die Dagmar damals diebstahlsicher daheim deponiert hatte, heimlich hinfortschuf. Das Vertrauen der Kinder missbraucht, türmte Tante Tina traurigerweise tatsächlich nach Nigeria. Nun spielt sie Spamverteilerin, sucht sehr schwachsinnige Opfer, die darauf hereinfallen. Immerhin trauert Tante Tina tatsächlich nicht mehr, doch die dreihunderttausend Dollar der deutschen Familie sind weg. Weihnachten wird wohl wegfallen.
Doch dann das: Die Dinge kommen wieder ins Lot. Weil Willibald wegen willkürlich wiederholter Wimmerlaute der drei kreischenden Kinder keinen klaren, kühlen Kopf hatte, hatte er die aktuelle Lottoziehung vergessen. Sehr schnell suchte sein süßer Schatz seinen Schein, schaltete sofort den Fernseher ein. Der Videotext verriet vielversprechende zufällige Zahlen: Zwei, Zwölf, Zwanzig, Zweiundzwanzig, Zweiunddreißig, Zweiundvierzig, Zusatzzahl zeigte zwei und vier, also vierundzwanzig. Willibald war wie wiedergeboren. Was war? Wieder wurden Willibalds Wunderzahlen gezogen. Doch diesmal alle sechs, sogar seine Superzahl sieben war dabei. Dieser dramatische Tag nahm nun ein erfreuliches Ende.
Welch wunderbares, wundervolles, wirklich weihnachtliches Weihnachten!
Wer wissen will, was aus allen anderen geworden ist: Nadine nächtigte nun nämlich nicht neben neurotischen Nebenbuhlern, sondern schlief stattdessen sehr schön bei begnadeten Bauchrednern, deren dicke Bäuche nachts schwer schnarchten. Sonst sagten sie supersüße Komplimente. Konnas Ketchupfleck konnte kaum korrigiert werden. Horst hört heute Heavy Metal und Ulf unterstützte unterversorgte Urgroßeltern.
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Wenn ich richtig gezählt habe, dann sind das insgesamt 1057 Punkte. Schauen wir doch mal, ob das zum Sieg reicht…
Edit: Die Auszählung ist beendet und das Ergebnis sieht wie folgt aus: Der Sieg geht an mich, denn Nadine kommt auf 720 Punkte. Da kommt es dann nicht mehr darauf an, ob ich nun richtig gezählt habe und 1057 Punkte habe oder wie in Nadines Zählung bei 1002 lande. Somit kommt ein Punkt auf mein Konto, was folgenden Zwischenstand bedeutet:
Super, so habe ich mir das vorgestellt. Ich danke an dieser Stelle der fairen Verliererin Nadine, die ebenfalls ein respektables Ergebnis erzielt hat. Freue mich auf den nächsten Wettkampf, der bald starten wird. Da will ich dann meine Führung ausbauen.



19 Kommentare
Cadac - 21.08.2009 at 18:06
Wie kann man über tausend Punkte haben, wenn maximal 1000 Wörter erlaubt sind?
sprity - 21.08.2009 at 18:18
Grüß Gott,
Glückwunsch! Gerade ganze Geschichte gelesen.
Großartige, gefällige, geniale Geschichte geschrieben Gonna.
Gewiss glücklich gewesen, gell?
Genug geschwafelt, Gib Gas
Gruß
Sprity
Konna - 21.08.2009 at 18:23
@Cadac: Bei 5 Wörtern hintereinander gab es 2 Bonuspunkte, bei 10 gab es 5.
@sprity: Ähh… ich hab genug von Alliterationen, ich antworte mal normal.
Auf jeden fall war ich froh, als ich fertig war. Hoffentlich hats auch zum Sieg gereicht.
Nadine - 21.08.2009 at 19:17
Mit 720 zu 1002 Punkten hast du wohl deutlich gewonnen! Ich gratuliere dem Meister der Alliterationen.
Sonja - 21.08.2009 at 19:37
Herzlichen Glückwunsch zum Sieg!
Liest sich echt lustig, so eine Alliterations-Geschichte!
Jü - 21.08.2009 at 20:14
Oh nicht vorhandenes höheres Wesen… jetzt weiß ich wieder, warum man in normalen Texten Alliterationen üblicherweise vermeidet. Für Schnellleser wie mich ist der Text wegen der dauernden gleichen Anfangsbuchstaben praktisch unerfassbar, aber wenn man sich durchmüht, doch genial geschrieben. Nur mit dem Dank an mich hast du’s wohl etwas übertrieben, von meinen ohnehin spärlich eingesandten Vorschlägen ist nicht allzu viel in den fertigen Text eingeflossen, glaube ich.
Und natürlich Gratulation zum Sieg und damit einem Punkt Vorsprung!
Sascha - 21.08.2009 at 20:41
Vor allem finde ich es klasse, dass trotz der “erzwungenen” Alliterationen noch eine gewisse Handlung vermittelt wird, in welcher einige Dinge sogar mehrfach aufgegriffen werden. So wirkt es nicht als sinnfreie Aneinanderreihung von Alliterationen, sondern wirklich wie eine -zugegebenermaßen stellenweise ungewöhnlich formulierte- Geschichte mit Handlung.
Wirklich gut gemacht
Jenny. - 21.08.2009 at 21:06
Glückwunsch
Es hat Spass gemacht, auch wenn ich nur ein paar Wörter hinzufügen konnte! Ich bin gespannt auf die nächste Runde.
beetFreeQ - 21.08.2009 at 21:24
Hehe, sehr feine Story – vor allem kommen so mal wieder Worte zum Einsatz, die man sonst eigentlich kaum verwendet (ursupieren z.B.) – und Gratulation natürlich! Bin mal auf euren nächsten Wettkamp gespannt!
Andy - 21.08.2009 at 21:25
Da kann ich auch nur Gratulieren, ist ja echt der Hammer, was ihr da gemacht habt, auch an Nadine!
Lordy - 21.08.2009 at 21:52
Herzlichen Glückwunsch.
Ich selbst konnte dir aus Zeitgründen leider nicht wirklich mit Rat und Tat zur Seite stehen. Aber wie ich sehe hat es auch so sehr gut geklappt.
Dann bin ich mal auf den nächsten Wettstreit gespannt.
ixiter - 21.08.2009 at 22:47
Aber allerherzlichsten Glückwunsch!
Dass du die Dauerzweite derart deklassierst, das dachten doch davor die Wenigsten. Warum wohl? Weil weithin wahrnehmbar war, wie wunderbar Weiber wirken.
Leider hatte ich keine Zeit, später wirklich mit zu helfen. Umso schöner war es, ein paar Sachen aus meiner Email wieder zu finden.
Super Wettkampf. Ich bin gespannt und freue mich auf Runde 3.
Moonica - 21.08.2009 at 22:52
Ihr Wahnsinnigen. Musste mich leider seit Montag wegen Stress komplett aus der Affäre ziehen; aber: Respekt. Total geniale Geschichte. Obwohl ich zugeben muss ich war in der Mitte kurz versucht runterzuscrollen, aber die Handlung hat mich interessiert.
Glückwunsch zum wohlverdienten Sieg Meister Konna
Konna - 21.08.2009 at 23:23
@Nadine: Dankeschön!
@Sonja: Danke! Vor allem laut lesen ist echt eine interessante Erfahrung.
@Jü: Aber auch den guten Willen wollte ich honorieren, auch wenn nicht wirklich was mit eingeflossen ist. Normalerweise würde so eine Geschichte wohl wirklich niemanden begeistern, aber das war ja auch nicht der Sinn des Wettbewerbs.
@Sascha: Danke. Diesen Anspruch hab ich mir aber auch gesetzt, es sollte sich schon irgendwie eine stimmige Handlung ergeben, die nicht auf Teufel komm raus durch Alliterationen verbogen und sinnentleert wird. Scheint geklappt zu haben.
@Jenny.: Dankeschön – für die Gratulation und auch für deine Hilfe! Ist schon witzig, wenn man gemeinsam an einem Dokument arbeitet, klappt aber erstaunlich gut.
@beetFreeQ: Ja, man ist richtig gezwungen, sich mal ein paar ungewöhnliche Synonyme zu überlegen. Hat aber auch extrem viel Zeit gekostet.
@Andy: Danke! Das war wirklich eine riesige Arbeit. Ist mit Sicherheit und Abstand der Artikel, an dem ich am längsten geschrieben habe.
@Lordy: Vielen Dank! Ja, es hat ja nicht geschadet, dass du keine Zeit hattest und ich konnte den Sieg davontragen. Zwischenzeitlich war ich aber kurz vorm Kapitulieren.
@ixiter: Vielen herzlichen Dank! Ja, deine Mühe sollte ja nicht vergeblich sein und so habe ich die Vorschläge, die gut passten, auch gleich eingebaut. Alle passten allerdings nicht, Trotzdem, das waren gute Punkte.
@Moonica: Ich kanns verstehen, dass man da irgendwann versucht ist auszusteigen, aber es freut mich umso mehr, dass du es doch ganz gelesen hast.
Danke für die Glückwünsche!
Robert - 22.08.2009 at 16:28
Gut gemacht Champ, gut gemacht. *nackenmassier* Jetzt wo sie angegriffen ist, mach sie richtig fertig *spucknapfhinhalt*. In der nächsten Runde gehst du rein und wirfst sie raus! *mundschutzreindrück*
juliaL49 - 23.08.2009 at 8:41
Oh, Konna, da hast du wirklich Geschichte geschrieben! Von mir kamen nur ein paar grammatikalische Verbesserungen, aber es hat Spaß gemacht
direkteingabe - 25.08.2009 at 11:07
Toll! Glückwunsch!!!
Annie - 25.08.2009 at 12:16
Das freut mich sehr!
Und bin gespannt was als nächstes kommt!
Konna - 30.08.2009 at 11:58
@Robert: Alles klar, so werd ichs machen!
@juliaL49: Auch das war gut, der Text sollte ja auch sprachlich einwandfrei werden.
@direkteingabe: Danke!
@Annie: Schauen wir mal, wann Nadine und ich dazu kommen.
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