CD-Check: Saltatio Mortis – Wer Wind Sæt (Ltd.)
Kritik
Nach zwei Jahren sind die Mittelalter-Rocker von Saltatio Mortis wieder da und bringen nach einigen Wechseln in der Besetzung endlich wieder ein neues Album heraus. Es trägt den Namen Wer Wind Sæt und ist das mittlerweile siebte Studioalbum der Spielleute. Musikalisch knüpft das Album nahtlos an den exzellenten Vorgänger Aus Der Asche an und führt die Entwicklung konsequent weiter. Wo früher noch zahlreiche Elemente aus dem elektronischen Bereich waren, ist davon nun gar nichts mehr zu hören. Saltatio Mortis sind Mittelalter Rock mit Sackpfeifen und E-Gitarren, die nur so aus den Boxen hämmern. Getreu dem Motto erntet derjenige, der Wind sät, Sturm. Und stürmisch ist das, was uns Saltatio Mortis hier aufbietet. Die meiste Zeit wird es also laut.
Was die Texte angeht, so gibt es viel Licht und nur ein wenig Schatten. Das melancholische “Letzte Worte” zum Beispiel ist eine nachdenkliche Hommage ans Leben. Aber bei anderen Texten hat man das Gefühl, dass man das schon mal irgendwo anders ähnlich gehört hat. Was den mittelalterlichen Einschlag in den Texten angeht, so ist der zwar vorhanden, aber doch deutlich reduziert, die Texte haben auch Bezug zu aktuelle Themen. Vorgertragen wird das von Alea mit seiner markanten rauhen Stimme. Der Song “Salome” ist ein Duett mit Doro Pesch, die stimmlich allerdings nicht so ganz zu Alea passt. Fällt eher in die Kategorie Experiment, von denen es sonst nur wenige auf Wer Wind Sæt gibt.
Die normale Version des Albums enthält 12 vollwertige Tracks mit einer Gesamtspielzeit von 52:07 Minuten. Es gibt kein Füllwerk wie Intro oder Instrumentals. Obwohl das schon sehr gut ist, wird in der limitierten Edition noch einer oben drauf gesetzt: Es kommen noch 2 weitere, sehr gute Tracks hinzu, sodass die Spielzeit sich auf 59:39 Minuten erhöht. Sehr schön auch, dass das Album wie aus einem Guss wirkt und kein Song übersprungen werden muss. Auch mehrmaliges Anhören hintereinander ist gut möglich, auch nach zahlreichen Durchgängen gibt es kaum Abnutzungserscheinungen. Die Gestaltung des Albums und des Booklets bieten ebenfalls Grund zur Freude, hier wurde wieder viel Mühe investiert – lobenswert! Einziges Manko bei der limitierten Version ist, dass man das Booklet nicht herausnehmen kann. Das stört aber kaum. Auf der Bonus-DVD findet man ein Making Of des Albums, einen 55 Minuten langen Konzertmitschnitt vom Mera Luna 2008, das Video zum Song “Ebenbild” und das Making Of dazu. Ein echter Mehrwert!
Fazit
Wer Wind Sæt ist eine konsequente Weiterentwicklung des Weges, den Saltatio Mortis seit Des Königs Henker eingeschlagen haben. Im Vergleich zum Vorgängeralbum Aus Der Asche wirken die Songs aber noch einmal ausgefeilter und stimmiger. Es wurde nur behutsam experimentiert, aber hörbar perfektioniert. Kein einziger Ausfall befindet sich auf diesem Album, im Gegenteil, ein Kracher reiht sich an den nächsten. Mittelalter-Rock par excellence. Den einzigen Anlass zur Kritik könnten die Texte bieten, von denen einige wenige wie ein Aufguss alter Songs wirken. Insgesamt ein absoluter Pflichtkauf für jeden Fan dieses Genres!
Saltatio Mortis – Wer Wind Sæt (Album)
Facts:
- Tracks: 12 (Ltd.: 14)
- Gesamtspieldauer: 52:07 (59:39)
- Erscheinungsjahr: 2009
- Genre: Mittelalter-Rock/Folk-Rock
- Homepage: www.saltatio-mortis.com
- Anspieltipps: Letzte Worte, Tief in mir, Manus manum
Einzelwertung:
Texte: 8 von 10
Musik/Produktion: 9 von 10
Cover/Booklet & Artwork: 10 von 10
Spieldauer: 10 von 10
Ohrwurmfaktor: 8 von 10
Gesamt: 9 von 10 Punkten
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Dieser Beitrag wurde von Konna am 31.08.2009 um 23:06 in der Kategorie Musik veröffentlicht. In dieser Kategorie gehört der Beitrag zu den Tags: CD-Check, Saltatio Mortis. Bislang wurden 15 Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.








15 Kommentare, kommentiere oder sende einen Ping
sprityMan könnte fast sagen “ein must-have” für jeden Fan
ich bin auch begeistert von dem Album. Ist für mich das bis jetzt beste von Saltatio Mortis. Auch fand ich sehr interessant von der Idee wie man über kurze Podcast Serien die Entstehung begleiten konnte.
am 31.08.2009 um 23:15
AndyIch muss sagen das du dich wirklich in Musik hervorragend auskennst, da bin ich echt ne Niete dagegen !!
am 01.09.2009 um 8:40
Konna@sprity: Stimmt, das könnte man wirklich sagen.
Also ich fand Aus der Asche auch schon ziemlich genial und hab das lange Zeit gehört. Mal sehen, wie das mit Wer Wind Sæt sein wird. Bin aber zuversichtlich.
@Andy: Naja, was heißt “mit Musik auskennen”? Hab ja einfach nur meine Meinung aufgeschrieben.
am 01.09.2009 um 11:56
TimmStimm dir völlig zu, bisher gibts es immernoch keinen Track den ich wegskippe
am 01.09.2009 um 17:05
SebastianAnscheinend geht Saltatio Mortis immer weiter weg von der reinen Spielmannsmusik.
Wenn die normalen Plattenläden mal das Album führen würden…nichts gestern gefunden.
Aber ich werde noch an die neue Scheibe kommen. Ich hoffe aber einfach das Saltatio Mortis sich insgesamt nicht komplett von der Mittelaltermusik entfernen wird, denn diese macht viel aus. Solange also noch die Instrumente verwendet werden und die Musik im Härtegrad bei Aus der Asche bleibt ist alles ok.
am 01.09.2009 um 19:12
Frau MargritliDanke für die Rezension!! Ich habe die Entwicklung der Jungs ganz am Anfang verfolgt und kenne sie in der Ur-Besetzung. Irgendwann habe ich die ganze “Szene” dann aber aus den Augen verloren und “Des Königs Henker” ist mein letztes Album. Vielleicht sollte ich ja mal eine Reunion wagen?
am 02.09.2009 um 5:49
Konna@Timm: So 1-2 Songs gibt es aber, die es bei mir inzwischen möglicherweise mal treffen könnte.
@Sebastian: Also bei den großen Elektronikfachmärkten findest du das Album bestimmt, ich habs mir im Netz bestellt.
Also die Instrumente und die Musik ist weiter so, wie man es schon aus Aus der Asche kennt, da kann ich dich beruhigen, nur die Texte sind – und das war bei AdA auch schon so ähnlich, weniger rein mittelalterlich, wobei es auch die Elemente noch gibtm also keine Sorge!
@Frau Margritli: Solltest du unbedingt! Vor allem die letzten beiden Alben, also dieses hier und Aus der Asche sind für mich absolut herausragende Scheiben geworden. Zumindest mal reinhören würde ich dir ans Herz legen.
am 02.09.2009 um 9:50
Sebastian@Konna: Nun, der M.M. hatte es am Montag nicht im Laden. Aber sicher werde ich es dort irgendwo noch finden.
am 02.09.2009 um 12:14
Frau MargritliIch hab’s mal auf meine To-Do-Liste gesetzt.
Sowohl bei den Jungs von SaMo als auch bei den Schelmen habe ich irgendwann total den Anschluss verpasst. Schade! Sobald mein Notebook wieder da ist, muss ich mal meinen iPod neu bespielen, ich werde gerade richtig nostalgisch…
am 02.09.2009 um 13:26
Konna@Sebastian: Das wundert mich. Der kleine hier in der Nähe hat solche Alben meist schon am Erscheinungstag bei den Neuheiten stehen.
Ach ja: Kauf dir unbedingt die limitierte Version, der Aufpreis lohnt sich!
@Frau Margritli: Oh, dabei finde ich bei Schelmish die Entwicklung noch viel besser als bei SaMo, auch da unbedingt reinhören.
am 02.09.2009 um 21:26
Sebastian@Konna: Nun der größere hier hatte sie nicht am Montag, dafür eine Dimmu Borgir von 1995 im Angebot, aber alle dazwischen ware auch nicht da.
Wenn schon denn schon, ich besorge mir fast immer die Limitierten, ausser es ist Abzocke dahinter zu vermuten.
am 03.09.2009 um 7:36
Konna@Sebastian: Naja, du wirst sie schon noch irgendwo finden, notfalls doch im Netz bestellen, ist ja auch nicht so das Drama. Hier ist die limitierte Version auf jeden Fall keine Abzocke, man hat nen wirklichen Mehrwert dabei.
am 03.09.2009 um 10:42
Sebastian@Konna: Ich werde die CD noch finden und bei Saltio Mortis ist es wirklich keine Abzocke. Die packen nicht als Bonus einen blöden Technoremix mit drauf sondern gute Musik.
am 03.09.2009 um 12:36
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