Unabsichtlich von meiner Familie gestalkt

Hin und wieder blogge ich ja private Dinge – Familiendinge, Unikram und persönliche Gedanken. Eigentlich komisch, dass ich trotzdem immer versucht habe, dass meine Familie dieses Blog nicht findet und plötzlich anfängt mitzulesen, denn eigentlich habe ich ja nichts zu verbergen. Trotzdem finde ich die Tatsache ganz gut, mein Blog von meiner Familie getrennt zu haben. Muss ja nicht sein, dass die Gespräche innerhalb der Familie sich dann auch noch um die Dinge drehen, die ich hier fabriziere…

Leider habe ich die Rechnung nicht mit Google gemacht. Oder den Zufall unterschätzt. Jedenfalls musste ich mir schon ein paar Mal folgenden Satz anhören: “Hey, ich bin zufällig auf deiner Seite gewesen!”

Da will mein Vater sich ein bisschen über die Theorien zum angeblichen Weltuntergang 2012 informieren und sucht natürlich was bei Google? Genau, Weltuntergang 2012. Und auf welche Seite verweist da der dritte Eintrag. Jep, auf meine. Auf einen uralten Artikel von 2007, der aber jeden Tag zu den am meisten gelesenen gehört. Na super!

Ein anderes Mal war ich mit meiner Schwester auf einem Konzert der Letzten Instanz in Hamburg. Weil das für mich schon was Besonderes ist, blogge ich natürlich darüber. Was ich nicht bedacht habe: Auch für meine Schwester was das etwas Besonderes und was sucht sie? Letzte Instanz Hamburg. Wieder dritter Eintrag bei Google. Yeah!

Eines morgens sprach mich dann mein Bruder an. Er war am Abend vorher bei einem Kumpel und kam erst spät nach Hause. Er erzählte mir, dass sie überlegten zum Maifeuer in Itzehoe zu gehen. Darüber wollten sie sich aber erst einmal informieren. Die Suche war klar: Maifeuer Itzehoe. Was soll ich sagen? Ich konnte mich an den Beitrag gar nicht erinnern, der war auch vom Mai 2007 und extrem kurz. Dennoch: 2 Eintrag in der Suchmaschine. Klasse!

Was soll ich sagen? So erfährt man am eigenen Leib, dass Google nie vergisst und Anonymität kann man im Prinzip auch vergessen. Nicht, dass das jetzt übermäßig schlimm ist, aber ich könnte auch darauf verzichten, so einfach gefunden werden zu können.

Dazu noch ein weiteres Beispiel: Nach meinem 2-wöchigen Praktikum an meiner alten Schule im Zuge meines Studiums kamen plötzlich vermehrt Referrer vom SchülerVZ auf meine Seite. Da hat wohl irgendwer mein Blog gefunden und das per Direktnachricht verbreitet. BÄM!

Ich fühle mich hier im Prinzip dauerbeobachtet!

 

24 Kommentare

  1. beetFreeQ says:

    Ich hab selbst an sich noch nichts Negatives dadurch erlebt, dass ich im Internet zu finden bin. Zwar kennen aus meiner Familie nur wenige mein Blog, was aber vor allem daran liegt, dass die meisten nicht viel mit Computern am Hut haben.

    Gerade ganz aktuell hatte ich sogar ein echt positives Erlebnis dadurch, dass ich im Netz zu finden bin. Da kam nämlich jemand per Google auf der Suche nach meinem Namen auf mein Blog und durchforstete vor allem meine alten Einträge mit Anekdoten aus der Schulzeit. Weil ich das durch mein Statistik-Plugin mitbekam und witzig fand, twitterte ich darüber, was dann wiederum automatisch bei MeinVZ landete. Genau dahin auf mein Profil hatte es diesen mysteriösen Leser aber auch verschlagen, mit dem Ergebnis, dass ich dort eine Nachricht von einem alten Schulkollegen bekam, der einfach aus Langeweile auf der Suche nach seinen ehemaligen Schulfreunden war und dann über die Twitternachricht mitbekam, dass ich ihn entdeckt hatte.

    Bin gerade vorhin von einem Treffen mit ihm aus der Sushi-Bar zurückgekommen, wo wir die ja nun auch schon zehn Jahre zurückliegende Schulzeit revuepassieren ließen.

  2. Jana says:

    Ich wurde auch von Familienmitgliedern wieder gefunden. Aber noch schlimmer ist, wenn ein fremder Mann vor der Tür steht und einem erzählt, das er meinen Blog kennt, ihn fleißig liest und ganz toll findet (wenigstens was) und seine Familie gegenüber wohnt…. Arbeitskollegen wissen es teilweise auch. Aber ich muss zugeben, dass ich den Blog von Anfang an nie anonym geführt habe. Vielleicht hätte ich es tun sollen….

  3. Oha das ist echt schlimm, ich kenne das auch vor allem da die Familie eine der gößten Kritiker werden kann.
    Ich weis nicht mit was die auf die Seite gekommen sind aber sie haben es auch schon öfter geschafft.

  4. juliaL49 says:

    Aha, Google vergisst nie! The Onion (SATIRE!) veröffentlichte neulich ein Video: Facebook, Twitter Revolutionizing How Parents Stalk Their College-Aged Kids

    Meine Familie kennt meinen Blog und bekommt die neuesten Beiträge per E-Mail (RSS ist zu kompliziert…). Aber da mein Impressum per robots.txt “geschützt” ist kommt zumindest kaum jemand auf meinen Blog, der meinen Namen googelt, da der erst auf der zweiten Seite auftaucht.

  5. Consuela says:

    Ja, das mit den robots habe ich während meiner Weiterbildung jetzt auch gelernt :mrgreen:

    Meine Family kennt meinen Blog, aber ich fände es jetzt nicht so prickelnd, wenn Leute auf meinen Blog stossen, die ich lieber von hinten sehe. Lässt sich aber nicht immer vermeiden – leider.

  6. Lordy says:

    Ich kenne das auch. Aber weniger von der Familie als mehr von Kommilitonen, die auf einmal zu mir kommen und sagen “Hey, cooler Blog. Hab den gefunden als ich nach Tipps für die MA-Hausarbeit gesucht habe” oder so etwas in der Art.
    Meine Familie weiß von dem Blog, aber liest nicht mit. Zumindest nicht so, dass mir das auffällt.

    Aber stimmt schon. Man setzt sich damit doch irgendwie auf den Präsentierteller. Und zwar für alle… ob man die Leute nun mag oder nicht.
    Aber mich störts auch nicht xD.

  7. Huge says:

    Genau so geht´s mir auch. Wenn meine Eltern wüssten, was ich so alles im Internet erzähle, wär mir das schon sehr peinlich … außerdem geht es sie nix an :|

  8. alte Kiehvoz says:

    Ja, so ist das halt, wenn man auf der einen Seite im Internet präsent sein möchte, aber auf der anderen Seite von seinen (Real-Life) Bekannten onlinemäßig etwas Abstand halten will.

    Mir macht das eigentlich nichts aus, sollte ein Bekannter oder Verwandter meinen Blog finden. Es gibt dort ja nichts Anstößiges drauf o.ä…

    Und da ich immer darauf achte, was bzw. wie ich schreibe, kann gern die ganze Welt meine Seite lesen :)

  9. Halliway says:

    Wer einen Blog betreibt ist sich dieser “Risiken” bewusst. Mich störts auch nicht. Und wen’s stört, der sollte sich ein anderes Hobby suchen oder seinen Blog besser “absichern”, was Suchmaschinen oder Mitleser angeht.

  10. Robert says:

    So ist das mit dem Internet. Es vergisst nicht, wie ein Kommentator bereits treffend erwähnt hat. Darüber sollte man sich im klaren sein und eventuell negative Aussagen überdenken, nicht das man schreibt “Ich arbeite bei XYZ so ein Kackladen…” und der Personalchef dann eine Weile später zum Gespräch bittet.
    Mittlerweile und in manchen Branchen ist es ja üblich zuerst einmal über neue Mitarbeiter zu googlen, wo man dann gleich vom Digitalen Fingerabdruck sprechen kann ohne den gewollt irgendwo gelassen zu haben. Doch wo Ruhm und Ehr, das ist Spott und Ablehnung nicht weit.

  11. @Robert: Das ist der Grund weswegen die Arbeit bei mir nicht im Blog vorkommen wird. Ich weis das meine Kolegen die Seite schauen. Und da ist mir der Arbeitsplatz zu wichtig.

  12. Yuki_Keylin says:

    Tja, das Thema kennt wohl jeder irgendwie, der ein bisschen präsenter als andere im Web unterwegs ist.

    Hatte vor ein paar Monaten ja den Stress in der Schule, weil ich sie angeblich öffentlich niedergemacht hätte etc. pp. Hat sich zum Glück laut Klassenlehrer als nicht erwähnenswert und vollkommen harmlos erwiesen, aber da denkt man sich schon mal “Wow, die Leute beobachten dich!”. Was ich danach für Zugriffszahlen hatte. Nicht mehr normal. Pro Besucher mindestens 100 PIs. Die haben meinen Blog so richtig auseinandergenommen. Das war richtig heftig.

    Na ja, was hat es jetzt zur Folge? Ich schreibe halt so gut wie gar nichts mehr darüber. Kann ich auch mit leben, so spannend ist die Schule jetzt auch wieder nicht. Familiäre Dinge lasse ich mittlerweile – außer Nebenbemerkungen – ganz außen vor, weil ich weiß, dass meine Eltern mitlesen. Aber irgendwie schränkt es schon beim Schreiben ein, wenn man genau weiß, wer es liest. Da macht man sich doch schon ein paar mehr Gedanken alà “Wie kommt das jetzt an, wenn ich das so formuliere? Soll ich diesen Absatz lieber ganz weglassen oder einfach nur umschreiben?”

    Aber darüber muss man sich eigentlich vorher im Klaren sein, wenn man mit dem Bloggen beginnt. Auch wenn es niemand so wirklich wahrhaben will, unser Leben wird transparent… ;)

  13. alte Kiehvoz says:

    Aber irgendwie schränkt es schon beim Schreiben ein, wenn man genau weiß, wer es liest.

    Das ist richtig. Aber wenn man sich von Anfang an bewusst ist, was man schreibt und wie, dann wird das deinem Schreibstil auch nicht schaden.

    Gewisse Themen muss man halt gekonnt umschreiben :)

  14. Yuki_Keylin says:

    Ja, ich denke, mit der Zeit hat man den Bogen einfach raus, und schreibt automatisch in einem gewissen, neutralen Stil.

    Und was man nicht möchte, dass gewisse Leute von einem erfahren, sollte man ganz weglassen…

  15. Konna says:

    @beetFreeQ: Naja, negative Erlebnisse kann ich nun auch nicht sagen. Aber meine Familie hat auch wenig mit Computern am Hut (bis auf meine Schwester vielleicht), aber das lustige an der Geschichte ist ja, dass die alle zufällig auf meiner Seite gelandet sind.
    Dein positives Erlebnis ist ja klasse, sowas ähnliches hatte ich auch mal. :)

    @Jana: Uff! Das ist ja schon direkt gruselig, da wäre mir glaub ich ganz schön mulmig zumute.

    @MacFriesenjung: Naja, so schlimm finde ichs nun nicht, aber mir hätts auch nix ausgemacht, wenn sie hier nicht gelandet wären. Regelmäßige Leser sind sie, soweit ich weiß, trotzdem nicht. ;)

    @juliaL49: Danke für den Link! Und meine robots sollte ich vielleicht auch mal anpassen, guter Tipp! :D

    @Consuela: Naja, bei Leuten, die mir relativ egal sind, ist es mir auch da egal. Richtige “Feinde” oder jemanden, der das gegen mich verwenden würde und könnte, habe ich gar nicht. :)

    @Lordy: Stimmt, gerade wenn es etwas Uni-Spezifisches ist, läuft man dahingehend natürlich Gefahr. Aber bei Leuten in meiner Altersgruppe stört es mich auch überhaupt nicht, wenn die da raufgehen. Wäre ja auch irgendwie blöd. xD

    @Huge: An sich fänd ich es gar nicht so schlimm, meine Sorge wäre vor allem, dass mein “Online-Leben” dann auch noch offline thematisiert werden würde. Das muss nicht sein.

    @alte Kiehvoz: Ja, grundsätzlich achte ich da auch drauf und es ist auch kein Weltuntergang, aber manche Sachen würde ich beispielsweise meinen Eltern schon erklären wollen, damit sie nicht falsch verstanden werden und die sich wundern. ;)

    @Halliway: Ich glaube nicht, dass sich alle dieses Risikos bewusst sind, aber grundsätzlich hast du natürlich recht.

    @Robert: Ja, deshalb schreibe ich hier auch eigentlich keine pikanten Dinge rein oder etwas, dass man mir irgendwie anlasten könnte, sondern nur Dinge, die ich auch öffentlich sagen würde.

    @Yuki_Keylin: Mit der Schule ist es da wie mit dem Arbeitsplatz. Aber wenn es letztlich doch nicht so gravierend war, ist es ja nochmal gut gegangen. :)

  16. beetFreeQ says:

    Ich lese immer wieder, dass alle ein Online- und ein Offline-Leben haben und beide schön getrennt. Das kann ich für mich aber nicht nachvollziehen. Sicher ist es insofern getrennt, dass nicht alle an beiden Teilen teilhaben, aber ich trenne es trotzdem nicht strickt. Man erzählt sich ja auch offline von seinen Online-Erlebnissen und umgekehrt sowieso. Meine Freunde kennen alle mein Blog, ob sie auch alle mitlesen, weiß ich nicht. Außerdem sorgen ja auch die vielen sozialen Netzwerke wie MeinVZ oder Facebook dafür, dass man Online- und Offline-Bekannschaften unter einem Dach zusammen bekommt.

    Ich denke auch, wo das Internet immer mehr mit dem eigentlichen Leben verschmilzt, sollte man sich im Netz auch genau so geben wie offline. Nur so kann man beides unter einen Hut bringen. Und wenn man auf seinem Blog so schreibt, wie man auch offline über Dinge reden würde, braucht man auch keine Bedenken haben. Das einzige Problem ist natürlich, dass man online keine Dinge veröffentlichen sollte, die man offline nur mit besonderen Personen besprechen würde, erst recht, wenn man sich über jemand anderes spricht, der das nicht mitbekommen soll – aber die würde man ja auch offline nicht mit einem Megafon in die Welt herausposaunen, oder? ;)

  17. @Konna: Ich schreibe tagtäglich mehrere Beiträge die die Erik schreibt leiten wir sogar an die Firmen weiter und die haben da kein Problem mit. Aber einen Artikel musste ich zensieren weil meine Familie da was raus gelesen hat was nicht da Stand aber da sie mir wichtig sind hab ich es dann entfernt.

  18. Yuki_Keylin says:

    @Konna: Ja, du weißt ja, um welchen Artikel es ging und das war mehr als lachhaft, was die wollten. Haben wahrscheinlich nur ein Opfer zum Mobben gesucht, aber da beißen sie bei mir leider auf Granit. Alter Sturkopf ich. :mrgreen:

  19. Erik says:

    Da kann ich MacFriesenjung nur recht geben. Ich hab da schon den einen oder anderen Artikel geschrieben bei dem ich dachte das es von dementsprechenden Unternehmen Einspruch geben würde, aber es kam nichs und dann regt sich seine Familie auf das er sein Ärgerniss kund tut das Sie nicht zur Verlobung kommen. Und dies auf höfliche weise ich hätte meinen Hass kund getan.

  20. Jenny. says:

    Das würde ich auch seltsam finden, wenn meine Familie das alles lesen könnte. Klar, das meiste wissen sie sowieso, aber trotzdem irgendwie komisch.

  21. Konna says:

    @beetFreeQ: Das ist schon richtig und in vielerlei Hinsicht trenne ich das auch gar nicht. Bei Freunden sowieso nicht und auch meiner Familie erzähle ich mal ein paar Dinge aus meinem “Online-Leben”.

    Aber dass sie hier ständig mitlesen, müsste ich trotzdem nicht haben. Im Grunde ist das schon ein wenig unsinnig, aber ich vergleich das gern mit Situationen, bei denen ich meine Freunde einlade und wir zusammen sitzen. Da muss ich auch nicht unbedingt haben, dass meine Eltern die ganze Zeit dabeihocken. ;)

    @MacFriesenjung: Bei solchen Dingen, die leicht falsch verstanden werden können, sollte man also wohl besser genau darauf achten, was und wie man es schreibt. Und ob man es schreibt.

    @Yuki_Keylin: Jup, ich weiß. Gut, dass du sowas nicht so sehr an dich heranlässt. :)

    @Erik: Kenne den genauen Zusammenhang zwar nicht, aber keine gute Sache sowas.

    @Jenny.: Dann geht es ja nicht nur mir so. ;)

  22. Yuki_Keylin says:

    @Konna: Joah, bringt mir ja nichts. Hab besseres zu tun, als mir den Kopf über solchen Kindergartenkram zu zerbrechen… :mrgreen:

  23. Konna says:

    @Yuki_Keylin: Eben. Gute Einstellung! ;)

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