Filmriss: Fringe (Season One)
Beim Namen J. J. Abrams fangen die Augen vieler Serienfans sofort an zu leuchten. Wenn der kreative Kopf hinter erfolgreichen und beliebten Serien wie Alias oder Lost eine neue Serie startet, ist nicht nur das Interesse groß, sondern auch die Erwartungshaltung. Somit tritt die Mystery-Serie Fringe ein schweres Erbe an und es bleibt fraglich, ob Abrams den Erfolg seiner vorherigen Projekte wiederholen kann. Ob die hohen Erwartungen gerechtfertigt sind und die Serie um “Grenzfälle des FBI” – so der deutsche Untertitel – wirklich sehenswert ist, lest ihr in den folgenden Zeilen.
Überall auf der Welt geschehen unerklärliche Dinge. Diese “das Schema” genannten Vorfälle werden von einer Spezialabteilung des FBI untersucht. Als ein Passagierflugzeug in Boston landet und alle Insassen tot sind, werden die Agenten Olivia Dunham und ihr Partner John Scott, mit der Klärung der Umstände beauftragt. Als Scott jedoch lebensgefährlich verletzt wird, liegt es an Olivia, sein Leben zu retten. Dazu braucht sie allerdings die Hilfe des genialen Wissenschaftlers Dr. Walter Bishop. Problem: Dieser sitzt seit 17 Jahren in einer Nervenklinik und nur sein hochintelligenter Sohn Peter kann ihn dort rausholen. Doch schon bald beginnen die drei für den FBI-Abeteilungsleiter Broyles zu arbeiten und die Fälle des Schemas zu untersuchen. Nach und nach findet das Trio mehr über seine Urheber hinaus. Und auch das weltweit größte Forschungsunternehmen Massive Dynamic scheint irgendetwas zu verbergen.
Gute Voraussetzungen also für eine Mystery-Serie und Fans von Verschwörungstheorien. Und ja, als Zuschauer wird man schon immer ein wenig im Dunklen gelassen, wenn man bei manchen Figuren der Frage nachgeht, ob sie zu den “Guten” oder zu den “Bösen” zu zählen ist. Die Erzählweise der Handlung ist dabei relativ unspektakulär. Zumeist gibt es einen Fall pro Folge, der sich aber irgendwie mal mehr, mal weniger auch in die episodenübergreifende Handlung einfügt. Interessant ist beides, allerdings gestaltet sich der Einstieg mit den ersten Folgen recht schwierig, erst später im Verlauf der Staffel springt der Funke über. Moderner sind da die Effekte, die teils sehr schön in Szene gesetzt werden.
Dass eine Serie mit diesem Setting nicht vor Logiklücken gefeit ist und nicht auf Realismus setzt, sollte jedem bewusst sein, bevor er mit der Serie beginnt. Was aber wirklich negativ zu vermerken ist, ist der übertriebene Einsatz des Zufalls. Durch den dezenten Einsatz von Humor kann man diesen Makel aber verzeihen. Vor allem der an die moderne Welt nicht angepasste Walter bringt hier viele gute Szenen, etwa wenn er darum bittet, die Floppy Disks genau zu untersuchen oder unverblümz erzählt, dass er eine Erektion hat, weil er mal auf die Toilette muss. Daran erkennt man, dass die Serie sich nicht zu ernst nimmt.
Die Darsteller sind allesamt hervorragend gewählt. Besonders John Noble als der brillante, aber aufgrund seines Nervenklinik-Aufenthalts weltfremder Wissenschaftler Dr. Walter Bishop hat viele starke Szenen, ist aber auch wie gesagt oft Grund für den einen oder anderen Lacher, vor allem im Zusammenspiel mit Joshua Jackson, der dessen Sohn Peter spielt. Anna Torv ist eine gute Besetzung für die Hauptrolle der Agentin Olivia Dunham. In den Nebenrollen hat mir Kirk Acevedo als Agent Charlie Francis besonders gut gefallen, der noch die normalste dere Figuren ist und immer einen trockenen Kommentar auf Lager hat.
Fazit: Mit Fringe ist J. J. Abrams eine durchaus unterhaltsame, aber überraschend konventionelle Mystery-Serie gelungen. Nach einem etwas durchwachsenen Einstieg entfaltet sich das Potenzial vor allem durch die episodenübergreifende Handlung, die im Verlauf der ersten Staffel immer mehr ins Zentrum rückt. Positiv ist vor allem zu vermerken, dass sich die Serie selbst nicht ganz so ernst nimmt, was durch einige humorige Einlagen des stets gut aufgelegten Casts deutlich wird. Wer sich an den größtenteils abstrusen wissenschaftlichen Erklärungen und den häufigen Zufällen nicht stört, sollte auf jeden Fall mal reinschauen. Potenzial nach oben gibt es aber noch.
Meine Wertung: 7/10
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Fringe in der IMDB
Review von bullion
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Dieser Beitrag wurde von Konna am 08.09.2009 um 20:42 in der Kategorie Kino, Film & TV veröffentlicht. In dieser Kategorie gehört der Beitrag zu den Tags: Filmriss, Fringe. Bislang wurden 7 Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.








7 Kommentare, kommentiere oder sende einen Ping
spritySehe das ähnlich wie du. Die Serie zählt bestimmt nicht zu den Serienhighlights für mich aber sie ist schon ganz unterhaltsam und man kann sie sich durchaus anschauen. Nur vielleicht nicht gerade beim Essen wenn ich da an so manche Szenen denke
Ganz amüsant fand ich die Folge die zum Teil in Deutschland spielte. Scheint irgendwie momentan in den USA in Mode zu sein, dass in jeder Serie mindestens in einer Folge Deutsch gesprochen werden muss.
Durch das Staffelende haben sich die Autoren auch so ziemlich alle Möglichkeiten für die zweite Staffel offen gelassen. Bin gespannt in was für eine Richtung es gehen wird.
am 09.09.2009 um 0:57
bullionKann dir eigentlich auch nur zustimmen. Sehr nette Serie mit großem Entwicklungspotential. Freue mich nun schon auf Season 2.
am 09.09.2009 um 7:07
Konna@sprity: Stimmt, wenn Walter in irgendeiner schleimigen Leicher oder so rumpopelt, dann ist das nicht gerade appetitlich.
Bin nach dem Staffelfinale jedenfalls auch gespannt, wie es weitergeht und werde definitiv weiterschauen.
@bullion: Sind wir uns wohl mal wieder relativ einig, wobei du ja einen Punkt mehr gegeben hast.
am 09.09.2009 um 22:12
aldikillerStaffel 2 Serienstart 15 September ! (USA) !!!
Ein absolutes MUSS ! fand die erste Staffel sehr unterhaltsam und klasse…
Leider sind die deutsche Stimmen absolut schlecht .. finde die passen nicht zu den Charakteren! im Original kommt so mancher GAG besser
!
LG Andy
am 10.09.2009 um 5:25
Konna@aldikiller: Ich kenn die englische Fassung nicht, aber ich fand die deutschen Stimmen eigentlich ganz gut und passend. Jedenfalls sind sie mir nicht negativ aufgefallen.
am 10.09.2009 um 21:25
Janaobwohl ich “alias” und “lost” nie geschaut habe – und auch nie das bedürfnis hatte diese zu schauen und daher den namen j. j. abrams nicht kannte…
ich mag diese serie! Es fasziniert mich, wenn man scheinbar zusammenhangslose episoden hat, bei denen am ende ein fall abgeschlossen ist und man erst nach einigen folgen merkt, wie sehr doch der einzelne inhalt der folgen wichtig für die gesamthandlung ist.
lieber erst die 2. staffel schaun.
ich find das setting sehr interessant und logiklücken machen mir nichts aus, dafür sind john noble und joshua jackson zu lustig/charmant.
da ich blöderweise einige folgen immer mal wieder verpasst hab, freue ich mich auch tatsächlich darauf, dass die sicher mal wiederholt werden. sollte aber nicht sofort sein
am 13.09.2009 um 21:03
Konna@Jana: Ja, das finde ich auch gut. Zwar hängt doch letztlich alles zusammen, aber es wird einem nicht penetrant auf die Nase gebunden.
am 15.09.2009 um 11:28
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