Filmriss: My Name Is Earl (Season One)

Kaum ein Format eignet sich so gut, um mal vom Alltag abzuschalten, wie eine Comedyserie: Die meist nur 20-25 Minuten langen Folgen sind bequem zwischendurch mal einzuschieben. Comedyserien haben auch den Vortei, nicht immer ganz realistisch sein zu müssen, überzeichnete Figuren und Situationen fallen nicht so sehr auf und nicht negativ ins Gewicht, im Gegenteil, die Vereinfachung und das bewusste Einsetzen von Klischees kann dem komischen Effekt sogar zuträglich sein, wenn es richtig gemacht wird. Ob My Name Is Earl diesen Aspekt gut angeht, lest ihr in der folgenden Review  der ersten Staffel:

My Name Is Earl (Season 01)Earl Hickey ist ein Loser und ein Kleinkrimineller. Seinen Lebensunterhalt verdient er durch kleine Gaunereien, seine Frau Joy hat hat ihn damals betrunken gemacht und geheiratet, als sie schon im sechsten Monat von einem anderen schwanger war und einige Jahre später bekam sie ein weiteres Kind von einem anderen. Kurz gesagt: Earls Leben ist alles andere als gut. Doch eines Tages ändert sich sein Leben dramatisch: Earl gewinnt 100.000 Dollar mit einem Rubbellos. Doch die Freude währt nicht lang, denn kurze Zeit später wird er angefahren und das Los ist weg. Im Krankenhaus entdeckt Earl das Karma für sich: Wer Gutes tut, dem widerfährt Gutes, wer Schlechtes tut, dem passiert auch Schlechtes. Daraufhin beschließt Earl sich zu ändern und fertigt eine Liste mit allen seinen Gaunereien an und will sie nach und nach wieder gut machen.

Wunderbare Voraussetzungen also für eine lustige Serie. Und das ist My Name Is Earl auch. In jeder Folge wird ein anderer Punkt auf der Liste abgearbeitet, was immer zu sehr skurrilen Situationen führt, etwa wenn er einer nervigen Freundin sagen muss, dass er seinen Tod damals nur vorgetäuscht hat oder Earl sich als Englischlehrer versucht, weil er sich über die Sprachkenntnisse von Ausländern lustig gemacht hat. Immer dabei: Earls geistig minderbemittelter und kindischer, aber liebenswerter Bruder Randy, der Earl beim Abarbeiten seiner Liste hilft.

Dass die meisten Listeneinträge so skurril und manchmal auch sehr überzeichnet sind, stört überhaupt nicht. Im Gegenteil, dass alles mit einem Augenzwinkern gesehen und überhaupt nicht mit erhobenem Zeigefinger derMarke “sei immer ein guter Mensch” gearbeitet wird, macht die Serie umso sympathischer. Es macht einfach Spaß zuzuschauen und man bekommt von ganz allein das Gefühl dafür, dass es sich lohnt, gute Dinge zu tun. Dennoch spart die Serie nicht mit allerhand bösem und politisch unkorrektem Humor. Klasse!

Die Hauptdarsteller sind ohne Ausnahme exzellent gewählt. Jason Lee erscheint sofort als die perfekte Besetzung für den “geläuterten Loser” Earl. Heimlicher Star ist für mich dennoch Ethan Suplee als dessen Bruder Randy, der diese Rolle einfach nur genial ausfüllt – unglaublich witzig. Auch die restlichen Darsteller gehen in ihren Rollen richtig auf. Dadurch, dass Earl jedes Mal mit anderen Personen zu tun hat, wenn er seine Vergehen wieder ausbügeln will, sieht man immer neue Gesichter und Gaststars in der Show.

Fazit: My Name Is Earl macht jede Menge Spaß und ist eine sehr kurzweilige Comedyserie mit sympathischen Hauptdarstellern und einer innovativen Grundidee. Die skurrilen Charaktere und Situationen sind zum Teil zwar sehr überzeichnet, aber das stört überhaupt nicht. Die Serie nimmt sich selbst nicht zu ernst und zwängt sich einem auch nicht auf, ist aber dennoch nicht ohne Sinn. Kurzum: Ideale Unterhaltung zum Entspannen und Wohlfühlen.

Meine Wertung: 8/10

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21 Kommentare

  1. Ich liiiebe diese Serie… irgendiwe sind die Figuren echt schräg aber trotzdem liebenswert!
    Unbedingt zu empfehlen! :)

  2. b.fischer says:

    Für mich ganz klar ein Must-See, eine sehr entspannende und stimmungsvolle Serie.

  3. bullion says:

    Oh yeah! Dem ist wohl nichts hinzuzufügen. Die erste Staffel hätte ich evtl. sogar noch einen Tick besser bewertet.

  4. In der Tat eine fantastische Serie mit unglaublichen Dialogen.
    Deswegen hat es Earl Hickey auch als erster in meine neue Kategorie “Weise Zitate” geschafft.

    Ich habe mit deiner Mutter geschlafen ist das zweitschlimmste, was man einem Freund sagen kann.
    Es kommt direkt nach „Ich habe mit deinem Vater geschlafen“

    Zitat stammt allerdings aus einer späteren Staffel

  5. Konna says:

    @direkteingabe: Stimmt! Die muss man einfach mögen. :)

    @b.fischer: Genau! ;)

    @bullion: Ich bin jedenfalls schon in freudiger Erwartung auf die nächste Staffel. Und wenn wir schon nicht genau dieselbe Wertung geben würden, so stimmt ja immerhin die Tendenz. :D

    @Fulanos Worte: Das Zitat kommt mir aber bekannt vor, bist du sicher, dass es nicht in der ersten Staffel vorkommt? Ich glaube nämlich doch. :)

  6. Hallo Konna,

    also ich habe das Zitat aus der zweiten Staffel, Episode 5. Die Episode heißt “Van Hickey” zumindest auf Englisch, wie ich sie gesehen habe. Daher ist das Zitat auch ne eigene Übersetzung.

    Möglich aber das Earl so etwas vorher schon mal erwähnt hatte. Zuzutrauen ist es ihm jedenfalls. ;)

    Gruß
    Fulano

  7. zitrone says:

    “Kaum ein Format eignet sich so gut, um mal vom Alltag abzuschalten, wie eine Comedyserie”

    Warum?
    Warum muss es irgendeine Serie sein?
    Warum kann es kein Spaziergang sein?
    Warum nicht ein Treffen mit Freunden?
    Wrum muss es ein sich berieseln sein?

    Nichts gegen dich und deine Serien, ich gucke selber gerne welche, aber eigentlich doch traurig, dass man sich berieseln lässt um abzuschalten oder?

  8. Grossmaul says:

    Oh, noch nie von dieser Serie gehört, komisch. Aber ich werde es mir mal anschauen. Hört sich recht lustig an das ganze.

  9. Konna says:

    @Fulanos Worte: Mir kam das echt so bekannt vor. Aber vielleicht hab ich das auch einfach schon mal irgendwo anders gelesen. ;)

    @zitrone: Weil hier von Film- und Serienformaten die Rede ist und von nichts anderem, deshalb. Über andere Aktivitäten spreche ich hier gar nicht. :)

    @Grossmaul: Ist es auch, kann es dir nur empfehlen. :D

  10. zitrone says:

    andere aktivitäten wie sich das anhört *hust*

  11. zitrone says:

    öööhm… also… denk doch selber nach!!!

  12. Daniel says:

    Es geht nichts über mieses Karma und wenn Earl seine Sünden wieder gutmachen will, dann werf ich mich weg :mrgreen:

  13. Konna says:

    @zitrone: Kann ich nicht! ;)

    @Daniel: Ja, ich mich auch. Macht einfach immer Spaß, ihm und Randy dabei zuzuschauen. :D

  14. sprity says:

    die Serie ist wirklich sehr unterhaltsam. Danke für den Hinweis :notworthy:

  15. Konna says:

    @sprity: Gerne doch – dafür sind diese Beiträge ja da. :)

  16. Gute Nachrichten,
    angeblich will RTL die Serie bald wieder ins Programm nehmen. Seltsamerweise am Samstag Nachmittag. Aber besser als nichts.

    Zum Vorfreude steigern noch ein Zitat:

    “Da war ich also und machte auf Lehrer. Als ich das letzte mal so viele Ausländer vor mit hatte, war ich gerade dabei ein Internetcafé auszurauben.”

    Gruß
    Fulano

  17. Konna says:

    @Fulanos Worte: Oh, vielen Dank für den Hinweis! Das ist wirklich besser als nichts und lässt auf eine Veröffentlichung auf DVD hoffen.

    Dein Zitat ist aber diesmal wirklich aus der 1. Staffel, da bin ich mir ganz sicher. ;)

  18. Jepp, vollkommen richtig!

  19. Konna says:

    @Fulanos Worte: War glaub ich sogar eine der ersten Folgen. Auf jeden Fall witzig, wie sie alle meinten, sie seien Earl. :D

  20. [...] ich doch schon vor einer ganzen Weile von der ersten Staffel My Name Is Earl recht angetan war (8/10 Punkte), war es klar, dass ich am Ball bleiben und mir auch die zweite [...]

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