Game Checkpoint: Mirror’s Edge (PC)
Im Zuge eines Angebots bin ich endlich mal dazu gekommen, mir Mirror’s Edge zu kaufen und anzusehen. Das Spiel fand ich schon immer interessant, versprach es doch, mal etwas anderes zu sein als der x-te Aufguss eines beliebigen Spiels. Außerdem hatte ich das Spiel vorher schon im Auge, da mit eigens dafür produzierten Song + Musikvideo doch eine recht große und ungewöhnliche Werbekampagne gefahren wurde. Nachdem ich das Spiel nun durch habe, will ich natürlich meine Eindrücke mit euch teilen.
Zur Story: Im Jahr 2020 kontrollieren die Mächtigen einer nicht benannten Großstadt mit Hilfe eines überpräsenten Polizeiapparates und strengen Sicherheitsmaßnahmen den Informationsfluss und unterdrücken so jegliche freie Meinungsbildung in der Bevölkerung. Individualismus sucht man in dieser fast schon klinisch anmutenden Stadt vergebens. Gegen dieses korrupte System stellt sich aber eine Gruppe sogenannter “Runner”, die sich illegal Informationen beschaffen und sich aufgrund ihrer sportlichen Fähigkeiten über die Dächer der Hochhäuser hinweg vor der Festnahme schützen können. Auch Faith gehört zu den Runnern und beschafft Informationen für Merc, den Kopf der Gruppe. Als sie jedoch einem Mord auf die Spur kommt, in den auch ihre bei der Polizei angestellte Schwester Kate verwickelt wird, liegt es an ihr, die Verschwörung aufzudecken und ihre Schwester zu retten.
Die von einer unverhältnismäßigen Überwachung geprägte Dystopie, die den Rahmen der Handlung gibt, weiß schnell in ihren Bann zu ziehen und kommt einem thematisch durchaus aktuell vor. So wird man doch recht schnell in die Story hineingezogen, allerdings kommt ein richtiges Gefühl für diese Bedrohung nicht auf – zu schnell rückt sie auch mehr und mehr in den Hintergrund, um der Verschwörung, in die man Faiths Schwester Kate verwickelt hat, in den Mittelpunkt zu stellen. Dennoch möchte man wissen, wie es weitergeht, allerdings wird die Handlungen einem nicht dauerhaft in Erinnerung bleiben und auch das Ende lässt einige Fragen offen. Schade!
Trotzdem kann man mit Mirror’s Edge einige Stunden sehr viel Spaß haben. Dafür sorgt auf der einen Seite das Gameplay, dass uns abwechselnd erst die richtigen Wege finden und über schwindelerregend hohe Häuserschluchten springen und klettern lässt und immer wieder kurze Baller- und Prügeleinlagen einstreut. Zwar erschöpft sich das Repertoire an Bewegungen recht schnell und man hat alles gesehen, aber dafür kommt ein ungeheurer Fluss ins Spiel. Wenn man so von Haus zu Haus springt und Hindernisse überwindet und das alles in einem Rutsch schafft, stellt sich ein sehr schönes Geschwindigkeitsgefühl heraus.
Ein besonderes Lob verdient sich der grafische Stil des Spiels. Die Grafik reißt einen zwar nicht vom Hocker, aber die gesamte Stadt ist stilsicher inszeniert in ihre klinischen blauweißen Farben, die nur selten unterbrochen werden, etwa von einem satten Rot, das als Farbe der Runner angesehen werden kann, nicht nur weil die Wege, die man in der Rolle von Faith gehen soll, in dieser Farbe angezeigt werden. Hier ist den Entwicklern von DICE ein kleines Kunstwerk gelungen, dass auch die ganze Zeit über in sich stimmig bleibt.
Als Wermutstropfen bleibt die doch recht kurze Spieldauer. In 5 Stunden hat man die Story durchgespielt. Allerdings kann man sich danach noch in Time Trials und Speedruns versuchen und sich mit seinen Freunden messen. Insgesamt ist Mirror’s Edge ein kurzweiliges, intensives Spielerlebnis, bei dem man aber leider immer das Gefühl hat, dass es noch ein Stück besser hätte werden können. Dennoch ist ein einmaliges Durchspielen durchaus eine Empfehlung wert. Das Spiel ist für PC, PS3 und Xbox 360 erhältlich.
Wertung: 7/10
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Mirror’s Edge Webseite
Offizieller Trailer
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Dieser Beitrag wurde von Konna am 07.02.2010 um 13:43 in der Kategorie Games veröffentlicht. In dieser Kategorie gehört der Beitrag zu den Tags: Game Checkpoint, Mirror's Edge. Bislang wurden 12 Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.










12 Kommentare, kommentiere oder sende einen Ping
DominikIch habe es mir letztes Jahr mal gekauft und auch sehr rasch durchgespielt. Und das war eigentlich das Schlimmste daran: Da taucht man so richtig in diese Welt, diese Geschichte ein und muss sie leider schon wieder so bald verlassen. Aber im Nachhinein gesehen war Mirror’s Edge wohl eines der intensivsten Spielerlebnisse, die ich bisher erlebt habe (ähnlich wie Dead Space). Also von mir persönlich kriegt es 8 von 10.
am 07.02.2010 um 13:49
Hannahóò Aber da schießt man ja
am 07.02.2010 um 14:49
LordyAlso ich muss schon sagen, dass sich das sehr gut anhört. Was geniale Bewegungen angeht hätte es sich vielleicht beim Prinzen von Persien einiges wegholen können, oder? Ist für mich immer das Maß aller Dinge. Oder natürlich Assassin’s Creed.
Ich habe von dem Spiel vorher noch nicht viel gehört. Was mich nicht verwundert, weil alles, was nicht für die Wii erscheint, kaum von mir registriert wird. Hört sich aber dennoch ganz spannend an. Von der Story. Da es in der Ego-Perspektive zu spielen ist – wie es scheint – finde ich es nicht ganz so Bombe… kommen doch tolle Bewegungen dann gar nicht so wirklich zum Tragen.
Deine Wertung lässt auf jeden Fall durchaus mal den Gedanken aufkommen es mal zu spielen, wenn ich es preiswert bekomme xD.
am 07.02.2010 um 15:37
karstenich habe es mal kurz angespielt – und bin wiedermal zu dem ergebnis gekommen: noe, das ist nicht meine welt. ein spiel, was ueber die maus und glechzeitig die tastatur gespielt wird, ist fuer meine grobmotorischen wurstfinger einfach ungeeignet – und dann muss man noch bestimmmte tasten in bestimmten reihenfolgen SCHNELL nacheinander druecken. warum gibts keine spiele, wo man mit der flachen hand gemuetlich auf die tastatur batscht und – taraaaa! – level durch!?
neee, hier laeuft man, alleine das finde ich unentspannend. staendig laeuft man, und meistens vor jemandem weg. das leben ist so hektisch, der stress verfolgt uns jederzeit und nun auch in diesem spiel. dieses ewige balancieren mensch, ich hab doch hoehenangst!
neee, ist nicht mein spiel – lara croft hat sowas wenigstens gemuetlich im unterirdischen gemacht irgendwo in der wueste, wo es warm war…
am 08.02.2010 um 11:55
WolfsterrorAlso muss sagen gelungenes Review! Finde das Spiel ebenfalls sehr gut und habe es mir damals vorbestellt gehabt! Deine Gliederung ist ansprechend und du Spoilerst nicht. Habe das Spiel bereits 5 mal durchgespielt, einfach nur weil ich die Atmosphäre immer wieder erleben möchte. Technisch gesehen ist es schon gut gelungen, könnte aber, wie meine Vorredner erwähnten etwas vom Prinzen abbekommen und ein bisschen von Assassin’s Creed. Dann wäre es wirklich optimal!
am 08.02.2010 um 14:25
BomelDazu muss ich eine kleine Geschichte erzählen: Ich war übers Wochenende bei meinem Vater daheim, ging nichtsahnent in den bewohnten Keller, begrüßte meinen Bruder in seinem Zimmer, schmiss meine Sachen in meins und bereitete mich schon gedanklich darauf vor, meinen Pc aufzubauen. Ich ging eben noch schnell ins Nachbarzimmer um meinem Stiefbruder ebenfalls guten Tag zu sagen. BAM. Fehler xD. Ich staunte nicht schlecht, als dort ein nagelneuer Full HD TV stand, nebst einer ebenfalls nagelneuen XBox 360°. Ich setzte mich “nur eben kurz” dazu und wollte schaun, was er zockte. Mirrors Edge. Aus diesem “nur eben kurz” wurden 8 Stunden in denen ich das Spiel abwechselnd mit meinem Stiefbruder durchzockte. Etwas vergleichbares war mir bis dahin und auch seit dem nicht passiert. Was, wie ich find, eine der bestmöglichen Kritiken für ein Spiel ist. Spricht doch für die Quallität, oder?
am 08.02.2010 um 16:03
Konna@Dominik: Stimmt, man kann ziemlich gut in das Spiel eintauchen. Die kurze Spielzeit ist wirklich der größte Kritikpunkt. Und ich hätte mir ein größeres Gefühl von “Bedrohung” gewünscht.
@Hannah: Ja und? Ich bin ja schon 18.
@Lordy: Schon, wobei viel Kletterei auch Tempo aus dem Spiel genommen hätte. Und die Egoperspektive find ich recht gut, die erhöht das Geschwindigkeits- und Mittendringefühl. Außerdem kann man seine eigenen Beine sehen! Selten bei Egoperspektive.
@karsten: Oh, Lara Croft finde ich aber noch deutlich unentspannender, ständig muss man suchen, wo es langgeht und man stirbt dauernd. Wenn du ruhige Spiele magst, bist du bestimmt Fan von Aufbauspielen, oder?
@Wolfsterror: Finde ich gar nicht mal so sehr, es hätte lieber etwas länger und Abwechslungsreicher sein können – die Lüftungsschachtpassagen nerven. Und die Story hätte etwas tiefer sein dürfen.
@Bomel: Stimmt, das ist aussagekräftiger als jede objektive Review. Gemeinsam zocken macht aber sowieso noch eine ganze Ecke mehr Spaß, finde ich. Meistens zumindest.
am 08.02.2010 um 21:34
karsten@Konna: neee, aufbauen ist ja mal ein ganz dickes NEIN. wenn ich entspannen will, lade ich den FS-X, waehle die boeing 737 und flieg nach new york per autopilot
da ist die landung schon spannung genug fuer mich…
am 08.02.2010 um 21:41
Konna@karsten: Flight Simulator? Das ist doch nur ein Witz, oder? Ich finde nichts langweiliger als das.
am 08.02.2010 um 21:51
karsten@Konna: kein witz – sowas entspannt mich
am 08.02.2010 um 22:24
Lordy@Konna: Also das mit der Geschwindigkeit würde ich nicht unterschreiben. Da kann man super Kompromisse finden, wie andere Titel beweisen. Und stimmt schon… das man seine Füße sieht ist schon besonders. Pluspunkt xD.
am 09.02.2010 um 14:41
Konna@karsten: Gruselig.
@Lordy: Das empfindet vielleicht jeder anders, ich finde in Mirror’s Edge ist die Egoperspektive auf jeden Fall geeignet und gut. Ich glaube Third Person hätte mir weniger Spaß gemacht.
am 11.02.2010 um 18:00
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