Skandal im Blogbezirk oder: Ich bin uncool, na und?

GedankenabfallAbendlicher Streifzug durch die Blogosphäre: Mal hier schauen, mal dort spicken. Checken, was so abgeht und im Idealfall tolle Texte entdecken, sympathische Menschen oder auch einfach ein bisschen Unterhaltung. Das mache ich hin und wieder mal, denn das macht Spaß und so ein bisschen up-to-date bleiben möchte man ja schon, wenn man sich selbst eben in diesem Milieu bewegt.

Neuerdings und immer öfter fällt mein Blick über den Tellerrand aber ziemlich ernüchternd aus. Ein bisschen komme ich mir da mit meinen fast 3 1/2 Jahren bloggen vor, als wäre ich der aktuellen Generation Blogger irgendwie entwachsen wie die Eltern, sie sich über die neumodische Musik beschweren oder der Opa, der auf der Terrasse sitzend die Jugend von heute nicht mehr versteht.

Was heute anscheinend hip und fetzig ist, weckt in mir einfach nur Unverständnis. Da werden pseudonachdenkliche, komplett von vorne bis hinten durchgestylte Beiträge geschrieben, deren Autoren Fremdwörter benutzen, deren richtige Bedeutung sie nicht einmal zu kennen scheinen. Oder es wird mit provokativen Fotos und “Tittenbildern”  die Aufmerksamkeit der Leser erheischt. Der nächste Skandal muss her. Messen wir Blogger (oder sollte ich eher sagen die Blogger?) uns jetzt eigentlich mit dem Boulevard?

Irgendwie wird jede Scheiße heutzutage zu hoher Kunst stilisiert. Und die Antihaltung ist inzwischen auch längst zum Mainstream geworden.

Ich frage mich: Wo sind sie geblieben, die Blogs und Beiträge, die konstruktiv sind und das Positive an etwas herausheben? Wo ist die wirkliche Kunst geblieben, die man nicht suchen muss, sondern direkt sieht und die sich vor allem echt anfühlt? Wo ist die Pietät und wo sind die Beiträge, in denen nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird, in denen der Inhalt zählt und nicht der ach so bombastische Stil?

Ja, es gibt sie noch, diese Blogs, auf denen man das findet. Aber sie werden seltener. Vielleicht bin ich uncool, weil ich mit diesem neumodischen Kram nichts anfangen kann. Aber ich muss und will niemanden beeindrucken und muss auch nicht auf Teufel komm raus der Hipster sein, dessen Schreibe in aller Munde ist. Ich muss nur auf meine Texte blicken und sagen können: Das bin ICH und niemand anderes.

 

37 Kommentare

  1. David says:

    Vollste Zustimmung.

  2. MarkusLuttmann says:

    Besonders der letzte Absatz gefällt mir richtig gut. Wenn man “man selbst” ist, macht das doch einen Menschen schon irgendwie “cool”, weil man es nicht nötig hat sich zu verstellen. Ich glaube auch, dass “man selbst” sein viel Selbstvertrauen braucht, was einen auch schon wieder zu nem dufte Typen werden lässt. Schöner Beitrag.

  3. Chris says:

    Teilweise ein Ja, teilweise ein Nein von mir.
    Ich finde, dass gerade durchgestylte Beiträge (also mit hohem ästhethischem Anspruch, was Sprache angeht) ist ja durchaus ne Kunstform. Wenn dem ganzen dann natürlich Sinn und Inhalt abgehen (die gute alte Lyrik der 16 Jährigen :D Aneinanderreihungen von tollen/traurigen Bildern), dann geb ich dir natürlich Recht.
    Ich mag z.B. auch keine Blogs, auf denen ich nur Beiträge finde, die derart kryptisch, vierzeilig und nichtssagend, außer “naja ganz hübsch klingend sind”. Die klick ich auch sofort weg. Aber nette Prosa, mit GUTER Sprache. Herrlich.
    Genau so tot sind für mich Link/(Fun-)Bild/Videoblogs. Total öde. Es wird halt immer schwerer mit originellem und gutem Inhalt zu überzeugen.

  4. Yuki_Keylin says:

    Jap, du hast es mal wieder getroffen! Finde das auch gerade wieder sehr passend zu meiner Feststellung (Konna als Vorbild) vom Blogseminar.

    Ich habe zwar kaum noch Zeit mich oft und überall umzusehen und lese wirklich nur noch zwei, drei Blogs regelmäßig, muss aber feststellen, dass genau diese wenigen vom Niveau doch sehr hoch sind; einer wird sogar fast ausschließlich mit Fachartikeln bestückt.

    Aber es sind halt auch ein paar Leute dabei, die schreiben – nichts gegen die Personen an sich – nur noch Müll! Muss ja jeder selbst wissen, was er schreibt und welchen Leserkreis er damit ansprechen möchte; denn offensichtlich gibt es tatsächlich noch genug Leser, dass es sich lohnt über diese pseudo-coolen Sachen zu bloggen.

    Ich schreibe eher private Beiträge, mal öfter, mal seltener, aber irgendwo denke ich, dass ich noch ein gewisses Niveau beibehalte…

    @Chris: Prosa? Na ich glaube nicht, dass Konna das mit durchgestylt und ohne wirklich Inhalt gemeint hat.
    Ich stimme dir auf jeden Fall zu. Bin zwar nicht so der Fan von Artikeln in Gedichtform etc., aber das finde ich dann doch mal sehr abwechslungsreich (wenn es gut geschrieben ist natürlich) in dem ganzen Müll-Dschungel. Ich finde, die Mischung macht es. Mal was anspruchsvolles, mal ein Fotobeitrag, mal ein Linktipp. Wenn man sich auf eine Sache konzentriert wird es auf lang oder kurz sehr schwierig noch Neues zu finden und interessant zu bleiben.

  5. Miss Temple says:

    Dafür gibt es von mir uneingeschränkte Zustimmung! Ich würde allerdings nicht beim Bloggen Schluss machen. Dieses Form über Inhalt findet sich doch auch im “echten” Leben. Selbstdarstellung über alles, Hauptsache die Verpackung ist hübsch, hip und cool. Ich fürchte fast das ist der neue Zeitgeist…

  6. ach mein lieber konna…..wenn es menschen gibt, die sich nichtmal gramatikalisch ordentlich ausdrücken können, wundert es dich dann noch wenn das trash-tv sich auch in der bloggersphäre niederschlägt?

    plumpes “BILD-Gequatsche” ist doch so einfach, damit erzeugt man traffic auf dem eigenen blog. wozu sich noch gedanken machen, wozu sich darum scheren wie gehaltvoll der content ist den man produziert? morgen ist doch eh alles vergessen, oder? morgen wickelt man den fisch in die zeitung (sinngemäß: gilmore girls) und vergessen ist die schreiberei vom vortag. wir werden sehen wie sich die blogger so entwickeln, vielleicht ja sogar in eine richtung, die wir nie gedacht hätten. q.e.d.

  7. Ricarda says:

    Ich habe gestern einen ähnlichen Beitrag mit ähnlichem Ansatz geschrieben, wo ich im Groben die Frage gestellt habe, was ein privates Blog ist, welche Themen es beinhaltet und inwiefern private Blogs in der deutschen Blogosphäre mehr oder weniger relevant sind, als die “Großen”.

    Deine Beobachtung der trashigen Themen kann ich in meinen abonnierten Blogs nicht wirklich beobachten. In Twitter fällt es mir allerdings extrem auf, dass die meisten Tweets nur Mecker-Nörgel- und “Guck mal was der schon wieder gemacht hat” Themen befassen und irgendwie finde ich das abschrecken und destruktiv. Wenns mir zu bunt wird, dann gibts auch mal nen Unfollow und ich reg mich nicht weiter auf. Auf jeden verlorenen Kontakt kommen im Twitter 5 neue Interessante.

    Ich denke sowohl in Blogs als auch im Twitter versuchen die Menschen die ihnen bekannten Medien zu imitieren. D.h zB Newsmeldungen bis zum Erbrechen zu RT’en, Artikel aus der Bild abschreiben oder ähnlichen Stuss. Dass Bild Meldungen aber nicht besser werden, wenn man sie das 10te Mal liest, daran denkt niemand.

    Was ich allerdings nicht bestätigen kann ist deine Einstellung zu nachdenklichen (ob nun pseudo oder real, das kann man ja als Leser nicht wissen) und kritischen Beiträgen. Manchmal muss man negative Dinge herausstellen um die positiven Dinge zu finden und den Leuten die Augen zu öffnen. Ich war z.B. noch nie ein Mensch, der den Leuten lieb und nett nach dem Mund geredet hat um bloß nicht anzuecken. Und würde ich das in meinem Blog anfangen, dann würde ich das verdammt langweilig finden und müsste mich verstellen, was wohl der schlimmste Fehler ist, den man beim Bloggen machen kann.

    Übrigens das allgemeine große Interesse an Trash-Themen in der Blogosphäre spiegelt, wie Miss Temple schon schrieb, einfach nur den Schnitt durch unsere Gesellschaft wieder. Gerade Trash-TV hat so einen extremen Zulauf (es kommt ja nix anderes mehr), da war es ja nur eine Frage der Zeit, bis es auch in die Blogs Einzug hält. Andererseits musst du es auch so sehen. Jeder ist seines Blogs und seines Twitter Accounts selbst Herr. So wie du niemandem vorschreiben kannst, was er schreiben soll (mal überspitzt ausgedrückt), so willst du ja auch nicht, dass man es dir vorschreibt.
    Wenn einem ein Blog nicht gefällt, nimmt man es aus seinem Feed-Reader und überlässt es anderen, die sich für diese Themen interessieren. Gute Blogs zu finden ist wirklich nicht einfach, aber man verändert die Blogosphäre schon ein bisschen, wenn man selbst den Anspruch an sich hat, seinen eigenen Erwartungen gerecht zu werden. Vielleicht inspiriert man dadurch andere.
    So nun ist das hier ziemlich lang geworden, aber kurz konnte ich es nicht auf den Punkt bringen, was ich denke.

  8. Sebastian says:

    Tja, wie Ricarda schon sagt, einfach nicht mehr lesen und aus dem Reader schmeissen.

    Jeder macht was er kann, mag und möchte. Was solls.
    Jeder nach seinem Geschmack.

    Wenn jemand auf Tittenbilder steht und das bringt, na und ?
    Du bringst ja auch Mainstreamthemen wie den über das Chatroulette, oder nicht ?
    Ist auch schon schön durch den Boulevard gegangen.

    Wo ist die wirkliche Kunst geblieben, die man nicht suchen muss, sondern direkt sieht und die sich vor allem echt anfühlt?

    Es ist nicht alles Kunst, auch nicht alles was so aussieht.
    Mein Anspruch an Blogs ist eh immer weiter in den Keller gegangen, denn dieses Medium ist absolut überbewertet.
    Gefühlsechte Kunst gibt es eventuell auf anderen Webseiten, aber seltenst in Blogs zu finden.

    Es kommt halt darauf an was man will, wohin man will und wofür man es will.
    Meist geht es um den eigenen Zeitvertreib und die Unterhaltung.
    Kurzweile und mehr nicht.
    Kunst oder Kitsch, Provokation oder Gefallen.

    Vielleicht wollen viele einfach nur geliebt werden und mit ihren netten Blogs ein wenig Anerkennung bekommen.

    Wie gesagt, einfach aus dem Reader schmeissen wenn es einem nicht gefällt.Weil wer will schon richten über andere, wenn diese einen anderen Anspruch haben als man selber ?

  9. mir geht es ähnlich. die großen blogger von früher haben sich ausgebloggt, oder schreiben sproradisch. vielen fällt ganz offensichtlich nix mehr ein und sie posten einfach nur noch irgenwelche youtubes. und die gedrechselten texte, die die nachrichten durchkauen und mit einer weiteren meinung versehen, sind zum sterben langweilig. ich bleibe in letzter zeit immer mehr bei den tagebuchbloggern hängen. kurze texte, das tägliche leben einfach schwungvoll mitgeschrieben. das gefällt mir, das ist echt und voller kleiner denkanstöße, pointen und persönlichem. es muß nicht immer superlustig sein, supertoll geschrieben….ein privater blog ist flüchtig und wird überflogen.

  10. sprity says:

    Gibt es irgendeine andere Szene im Web 2.0, die sich so mit sich selbst beschäftigt, wie die der Blogger?

    Wenn man beginnt über Dinge zu schreiben, von denen man denkt, dass sie andere interessieren und nicht mehr über Dinge die einen selbst interessieren, dann ist eh schon alles vorbei.

    Soweit stimme ich dir zu, ich denke nur, dass es auch schon früher Blogs der etwas anderen Art gab (die mir ebenfalls nicht zusagt), vielleicht tun sie heute mehr dafür um auf jeden Fall aufzufallen, aber ich bezweifle, dass die jetzt alle erst aus dem Nichts komme.

  11. Nadine says:

    1. Klar bist du uncool. aber bist ja auch noch nie cool gewesen :D :P

    2. Also mir fällt generell das Blogs besuchen zur Zeit sehr schwer, kA woran das liegt. Lesen eventuell im Feedreader, aber wirklich kommentieren tu ich kaum noch.

    Ich persönlich hab auch das Gefühl ich bin so im Umbruch. Schau mir andere Blogs an, besuche eher Links, die auf Twitter gepostet werden usw.

    Dann blogge ich selbst noch weniger, weil ich mich häufig frage, is das jetzt überhaupt relevant, also naja, alles sehr schwierig. ;)

  12. Konna says:

    @David: Danke! Schön, dass ich das nicht allein so sehe.

    @MarkusLuttmann: Ja, so kann man es natürlich auch sehen, dass gerade das wirklich cool ist. Danke Dir! :)

    @Chris: Auf mich machen solche Beiträge eigentlich immer eher einen schlechten Eindruck. Wenn jemand wirklich so schreibt, weil es dieser Person einfach in die Wiege gelegt ist, dann ist das natürlich toll. Aber auf Teufel komm raus Beiträge zu stylen und mit “schweren” Wörtern und Sentenzen zu versehen, beeindruckt mich nicht. Das geht in meinen Augen zu sehr auf Kosten der Authentizität, die mir bedeutend wichtiger ist.

    @Yuki_Keylin: Irgendwie versuchen die in meinen Augen alle, eine ganz besondere Schreibe vorzutäuschen und das wirkt auf mich einfach nicht. Ein bisschen vergleichbar wie diese Kids, die auf cool machen, es aber einfach nicht sind.

    @Miss Temple: Sicherlich könnte man das noch weiter fassen, aber das sprengt dann den Rahmen hier, da beschränke ich mich lieber auf meine gerade gemachte Beobachtung. Gebe dir aber durchaus Recht.

    @kuschelpunker: Du hast schon Recht, es sollte einen nicht wundern. Aber kritisieren möchte ich es trotzdem, denn ohne Kritik keine Verbesserung. Und wenn sich nur einer diesen Beitrag zu Herzen nehmen sollte, wäre ja schon mal was erreicht.

    @Ricarda: In meinen abonnierten Blogs fällt mir das auch nicht auf, aber wenn ich über den Tellerrand blicke, sehe ich immer öfter solche Blogs. Bei Twitter ist das natürlich noch extremer zu beobachten, das ist richtig.

    Ich wollte in meinem Beitrag nicht sagen, dass man nur zu allem ja und amen sagen soll und nur die positiven Dinge herausstellen darf. Aber auch in der negativen Kritik macht der Ton die Musik und ich finde, dass es oft erkennbar ist, dass jemand eine Meinung zu irgendeiner Sache nur deshalb annimmt, um zu provozieren oder sich von der Masse abzuheben. Und das ist in meinen Augen einfach nur beknackt.

    Ich kritisiere hier in diesem Beitrag ja auch und Kritik muss es geben, damit sich etwas verbessern kann. Kritik sollte aber nicht um der Kritik willen geschehen, sondern des Effektes wegen, den sie bewirken soll.

    Daher finde ich die Argumentation, dass jeder selbst entscheiden kann, wie er sein Blog oder seinen Twitter-Account füllt, unsinnig. Ja, natürlich kann das jeder machen, genauso gut darf ich aber auch sagen “hey, schaut mal, ich finde an dieser Stelle läuft was nicht in Ordnung, wollt ihr nicht vielleicht einmal darüber nachdenken?” Darum bin ich auch nicht dafür, die anderen einfach machen zu lassen, weil ich ja nicht hinschauen muss. Außerdem ist es genau wie beim Trash TV schwer, sich komplett davor zu “schützen”. Da gehe ich lieber in den Dialog oder in einen offenen Monolog mit meinem Beitrag hier.

    @Sebastian: Ok, einige Punkte habe ich so auch an Ricarda geantwortet, das wiederhole ich jetzt mal nicht. ;)

    Es geht nicht um Mainstreamthemen, sondern um das Verhalten des Boulevards, das imitiert wird. Da habe ich mit meinem Chat-Roulette-Beitrag (der meines Wissens nach noch kam, bevor sich die Medien drauf stürzten) eigentlich in eine andere Kerbe zu schlagen versucht, indem ich den Beitrag etwas lustiger gestalte.

    Richtig, es ist nicht alles Kunst, aber es wird so vieles zu Kunst gemacht, was gar keine Kunst ist. Genau das kritisiere ich. Und es wundert mich nicht, dass deine Ansprüche an Blogs immer weiter zurückgehen. Doch soll man das einfach so hinnehmen und sich zurückziehen und dort einfach nicht mehr lesen oder soll man sich dafür einsetzen, dass es vielleicht wieder ein Stück besser wird? Ich bin eher für den letzteren Weg.

    @Gesche Clasen: Wobei meine Beobachtungen von der Größe eines Blogs recht unabhängig sind. Es gibt große Blogs, auf die das zutrifft, aber auch kleinere Blogs, die anscheinend versuchen, mit solchen Mitteln nach “oben” zu kommen. Ich vermisse einfach die Authentizität an vielen Stellen.

    @sprity: Aber sich mit sich selbst bzw. seinesgleichen auseinanderzusetzen würde ich auf jeden Fall als Qualität sehen, nicht als Makel.

    Du hast sicher Recht, solche Blogs gab es sicherlich auch schon früher. Allerdings sind sie mir damals noch nicht so sehr aufgefallen wie jetzt.

    @Nadine: 1. Ich wollte auch nie cool sein. :mrgreen:

    2. Das ist eigentlich sehr schade, denn du hattest immer etwas zu sagen und vor allem bist du in meinen Augen immer authentisch gewesen, also das, was ich in meinem Beitrag so vermisse. Da kommt es auch nicht auf die Frage an, ob das relevant ist oder nicht. Wie viel von dem was ich schreibe ist denn wirklich relevant? Ich werde trotzdem verlinkt und über Kommentarmangel kann ich mich auch nicht beschweren. :)

  13. hans says:

    ich schreibe grundsätzlich so, wie mir der schnabel gewachsen ist. was aber auch eine abwechslung zum berufsalltag ist, denn da geht es mitunter etwas steifer zu.
    diese ganze effekthascherei, um mit ein paar reisserischen überschriften unbedingt 20 leser mehr auf den blog zu bekommen, geht mir schon lange auf den zwirn. wobei ich da einiges in letzter zeit aus dem feedreader verbannt habe…
    im endeffekt muss der stil auf jeden fall authentisch sein. was allerdings einigen lesern gefällt, finden dritte wieder überhaupt nicht prickelnd. naja, was solls, es muss schliesslich auch unterschiedliche geschmäcker geben… ;-)

  14. Sebastian says:

    @Konna:

    Tja, es kommt wahrscheinlich immer auf den Standpunkt an dem man versucht zu folgen.

    Manche wollen einfach nur LOL-Katzen zeigen. Ob ich hier mitlese weil vielleicht dazwischen sinnvolle Beiträge sich verstecken ist eine andere Sache. Dann muss ich die Kätchen ignorieren, ebenso wie ich die vielen Filmreviews in den meisten Blogs einfach ignoriere oder was es irgendwo zum Abendbrot gab oder dergleichen.

    Es interessiert mich nicht und ich halte es für Überflüssig.
    Andere finden es toll wer gerade eine neue Mütze sich gekauft hat, aber meine Welt ist es nicht.

    Aber wieso wundert es dich nicht das meine Ansprüche an Blogs zurückgehen ?
    Weil ich so einen Wellenkurs im Blog fahre und auch Pinup Fotos zur Bebilderung nutze ?

    Meine Ansprüche gehen eher deswegen zurück weil ich eingesehen habe das die meisten Worte die in den meisten Blogs geschrieben werden einfach nur reine Zeitverschwendung sind.
    Unterhaltsam aber in wenigen Wochen wieder vergessen, wie ich schon mal berichtete mit den Free Burma Zeug und anderen tollen Weltretteraktionen.
    Es ist nur Unterhaltung.

  15. Ich darf zu dem Thema nichts mehr sagen =D Dann heißt es nur wieder ich sei neidisch :-X das hatte ich vor kurzem schon, mag ich nich mehr *tihih*

  16. Celina says:

    Ich weiß nicht direkt, was ich dazu sagen soll, ich wüsste auch nicht, zu welcher Sparte mein Blog jetzt gehört. Ich würde aber eher sagen, es ist ein sehr belangloser Blog. Ich blogge mehr für mich, als für andere. Damals als ich angefangen hatte, hab ich mich über 1 Besucher am Tag gefreut, jetzt sind es zwar schon deutlich mehr, aber ich hab nie besonders über irgendwelche wichtigen Themen geredet. Ich habe eigentlich immer nur mal meine Gedanken breitgelegt oder ganz langweilig: Geschrieben, was ich den Tag vorher gemacht hab. Dass sich dann trotzdem irgendwann Besucher eingeschlichen haben und fleißige Kommentierer, kann ich dabei fast nicht verstehen, denn ich gebe zu: Mein Blog hat wenig sinnvollen Inhalt.
    Aber wie gesagt, ich habe nicht angefangen zu Bloggen, um Besucher zu haben, sondern einfach so für mich als Hobby und Nebenbeschäftigung, die Besucher, die dann irgendwann tatsächlich kamen, erachte ich bis heute als netten Nebeneffekt. Wenn mein Blog Formen annimmt, die Besuchern nicht gefallen, müssen sie eben gehen, ich blogge, was mir einfällt.
    Hoffe das klingt jetzt nicht irgendwie egoistisch^^ Aber so sehe ich das, ich blogge für mich.

  17. Thomas says:

    Ein Text wie aus meiner persönlichen Einstellung entnommen, haste sehr gut formuliert. Uncool bist Du deswegen nicht. Das was heute alles als cool bezeichnet wird ist nichts anderes als einen Spinnerei für ein paar Wochen, bestensfalls Monaten – dann ist schon wieder vorbei. Mit persönlicher Meinung kann das alles nichts zu tun haben – beim Bloggen ist das nichts anders.

    @Celina: Nicht böse sein, ich will nur ehrlich sein. Aber das mit dem “ich blogge nur für mich” kann ich so nicht stehen lassen. Denn wenn ich Texte schreibe 8egal welcher Art), die NUR FÜR MICH sind, dann miete ich doch keinen Webserver und gib Geld aus, dann schreibe ich ein Worddokument und speicher das ab ;-) . Jeder Blogger möchte gelesen werden… warum sonst Internet?

  18. Sascha says:

    @Nadine: Da hab ich ja jetzt neulich richtig Glück gehabt, dass ich gleich mehrere Kommentare von dir abgestaubt habe… was so ein bisschen Katzen-Content doch ausmachen kann *lach*

  19. Katja says:

    Ich bin zu faul, die ganze Diskussion nachzulesen, daher gehe ich das Risiko ein, etwas zu schreiben, was vllt. schon von etlichen Leuten kam. :P

    Jeder sollte posten, was er für sich selbst für interessant und für richtig hält. Die Geschmäcker und Interessen gehen eben auseinander und die Leser sollten für sich selbst entscheiden, ob sie es lesen und/oder kommentieren wollen. Und ich verstehe nicht so recht, was das mit Cool- und Uncoolsein zu tun haben soll. Nur weil du keine Tittenbilder postest, sagst du von dir aus, dass du nicht cool bist? Wer hat denn gesagt, dass sowas cool ist? Wenns nicht übertrieben ist, finde ich es vllt. mal ganz lustig, aber cool?

    Naja jedenfalls stör dich nicht an Blogs, die evtl. nicht das verkörpern, was du dir unter einen guten Blog vorstellst. Es gibt eben solche und solche. “Schlechte” Blogs gab es sicherlich auch schon ‘damals’. Die sind sicherlich kein Phänomen von heute.

  20. Gilly says:

    Ich glaube ja eher, dass du dich neuerdings in einem anderen Teil der Blogosphäre bewegst.

  21. lexxa says:

    Bin voll und ganz deiner Meinung! Nur wundere ich mich schon nicht mehr.. Ich selektiere gewissenhaft und vertraue nur meinem Feedreader, bzw. Empfehlungen oder Weiterführendem von Leuten in meinem Reader..
    Sehr schönes Foto, lieber Konna!
    Herzliche Frühlingsgrüße aus Österreich

  22. Bomel says:

    oha…ich finde mich (und meinen Blog) in vielen deiner Ausführungen -glaube ich zumindest. Ist ja einiges doch relativ und ungenau erklärt *stichel* ^^

    ….naja…ich hab schon immer das gemacht, was ich wollte. Mal schaun, ob du dennoch hin und wieder vorbeischaust xD

  23. Was für Blogs liest Du denn? Sowas ist mir bis jetzt gar nicht aufgefallen… *kopfkratz* Und das erste Blog heute, in dem ich dieses T-Wort lese ist…. ja, ganz genau: Deines :-P

    Ich mag diese uncoolen Blogs…. ich betreibe ja selber eines. Mit dem Erfolg, daß es fast keiner liest *schnüff* ;-)

    :-P

  24. Lordy says:

    Ein wirklich interessantes Thema. Ich muss sagen, dass ich das alles gar nicht so tragisch sehe. Ich als Leser bestimme selbst was ich wann und wie lese und daher muss es mir in erster Linie gefallen. Ich selbst blogge, wie ich will. Ich versuche nicht alles perfekt zu formulieren, ich schreibe über private Themen, es tauchen meine Gedanken auf. Ob das ein Leser mag oder nicht, dass ist nicht meine Entscheidung. Scheinbar scheinen aber manche das zu mögen. Und das freut dann natürlich.

    Ich selbst kann deine Erfahrungen nicht in Gänze nachvollziehen, da ich das bei mir so nicht beobachten kann, aber es mag sicherlich viel Wahres daran sein. Alles wandelt sich, alles wird mal besser und mal schlechter. Ich selbst rege mich da nicht auf. Ich gehe nicht mit jedem Trend. Daher habe ich damit wenige Probleme.

    Auf jeden Fall wieder einmal ein sehr spannender Artikel :) .

  25. feronia says:

    “pseudonachdenklich” ist eines meiner Lieblingswörter, das stößt mich auch bei Musik immer wahnsinnig ab! In Blogs ist es mir noch nicht so häufig aufgefallen bzw. geh ich dann immer woanders hin. zum Glück gibt es ja auch ganz viele tolle Blogs, in denen man eh viel zu selten liest oder gar kommentiert!

  26. rundumkiel says:

    Wahr gesprochen, bzw. geschrieben… Ich meide solche Blogs, denn sie sind für mich nicht autentisch. Ich versuche möglichst umgangssprachlich zu formulieren. So wie auch gesprochen wird. Und dazu achte ich darauf, möglichst kurze Beiträge zu schreiben. Häufig grübele ich darüber, wo und wie noch gekürzt werden kann. Mein Motto: Sage alles, sage es kurz, sage es deutlich… Das war´s im Prinzip schon…

  27. Konna says:

    @hans: Genau, Hans. Du bist wirklich ein sehr gutes Beispiel für Authentizität, bei dir merkt man einfach, dass du an deiner Schreibe nicht herumpolierst und jedes Wort auf die Goldwaage legst, sondern einfach schreibst, wie es dir in die Wiege gelegt ist. :)

    @Sebastian: Mich wundert nicht, dass deine Ansprüche zurückgehen, weil in der Masse einfach erheblich die Qualität auf der Strecke bleibt. Vergleichbar mit dem Fernsehen… da erhebt doch auch keiner von uns mehr wirklich große Ansprüche.

    @chaosmacherin: Warum solltest du neidisch sein, wenn du dazu eine Meinung hast? Beknackter Vorwurf, sowas. ^^

    @Celina: Es ging mir im Beitrag nicht darum, irgendwelche Aussagen über Relevanz zu treffen. Es ist völlig in Ordnung, wenn man für sich schreibt und es soll auch bitte jeder so schreiben, wie er oder sie es für richtig hält. Was mir nur massiv aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass immer mehr imitiert wird und die Authentizität fehlt. :)

    @Thomas: Schön zu lesen, dass ich das nicht allein so sehe. Leider ist das zum Teil nicht nur ein kurzzeitiges Phänomen, manche haben damit ja richtig Erfolg. Ob man neben “Unterschichtenfernsehen” auch von “Unterschichtenblogs” sprechen kann? ;)

    @Sascha: Mit Katzen kriegt man Frauen immer. :mrgreen:

    @Katja: Ja, das stimmt schon. Ich bezeichne mich auch eher deshalb als uncool, weil ich mich nicht zu diesen Leuten zählen wollte, die auf cool getrimmt schreiben und dafür alles Authentische liegen lassen oder eben durch Provokation Aufmerksamkeit heischen.

    Und wenn mich etwas stört, dann sag ich das lieber anstatt wortlos “wegzugehen”, denn wer schweigt, stimmt zu! ;)

    @Gilly: Ich bewege mich ständig in anderen Teilen der Blogosphäre. Wer nicht über den Tellerrand schaut, verpasst jede Entwicklung. :)

    @lexxa: Wundern muss man sich wohl wirklich nicht. Darüber nachdenken kann man aber schon. Danke für das Kompliment, liebe Lexxa! :)

    @Bomel: Ähm… wie kommst denn du darauf? Sei dir versichert, Dich hatte ich nicht im Kopf beim Schreiben dieses Artikels. ;)

    @Broken Spirits: Ich lese die ja nicht, aber man stolpert immer wieder drüber. Ich zumindest. Darum wollte ich das mal loswerden. :D

    @Lordy: Klar bestimmt man selbst, was man liest. Aber ich bin kein Freund davon, Dinge, die mir nicht gefallen, einfach wortlos zu übergehen. Lieber sag ich meine Meinung dazu. Und das wollte ich hier ja sowieso öfter mal tun. ;)

    @feronia: Oh ja, bei Musik ist das ganz schlimm, vor allem bei einigen total angesagten deutschen Künstlern bekomme ich da immer ganz besonders die Krise. Du hast natürlich Recht: Schön, dass es auch ganz viele gute Blogs gibt! :)

    @rundumkiel: Es muss nicht mal kurz sein, finde ich. Aber auch nicht unnötig in die Länge gezogen. Vor allem sollte es aber authentisch bleiben und dieser Ton, der manchmal an den Tag gelegt wird, ist es für mich nicht.

  28. Sebastian says:

    @Konna: Da ist was wahres dran an deinem Beispiel mit dem Fernsehn.Das lässt sich sicherlich auch so auf Blogs übertragen.

  29. He.ute says:

    Du meinst also weil dir anderes besser gefällt bist du uncool? Muss man denn cool sein?
    Jedes Blog hat seinen Menschen und dessen Persönlichkeit dahinter, der eine will intellektuel seine Meinung-en kund tun, der andere möchte vom Alltag berichten, der nächste seine Kunst zeigen, ein anderer einfach nur Spaß haben. Und wie immer im Leben gefällt das dem Einen und dem Anderen vielleicht nicht. Ist der eine deswegen cool und der andere nicht? Cool ist es solange du mit Lust bloggst, denn dann hast du auch deine Leser, die spüren das. Wenn es dir wichtig ist in Ranglisten vorne zu stehen, dann ist das natürlich wie Produktmarketing und wird vielleicht zum Job, ob der nun immer Spaß macht sei dahingestellt. Die Frage stellt sich doch eher – warum bloggst du?
    Und die Beobachtungen bei denen man sich plötzlich fühlt wie die Eltern werden mit der Zeit häufiger, nicht nur beim Bloggen und allgemein im Netz sondern auch im wahren Leben. Irgendwann schmunzelt man nur noch darüber ;-)
    Liebe Grüße
    Heike

  30. Konna says:

    @Sebastian: Genau das denke ich auch.

    @He.ute: Naja, wenn cool sein das bedeutet, was ich oben geschrieben habe, dann bin ich uncool und das auch noch gern. ;)

    Und das wird häufiger mit solchen Beobachtungen? Mist, ich wollte doch nie so werden, eigentlich. :D

  31. Ostwestf4le says:

    Es ist alles eine Frage der Perspektive. Aber ich gebe Dir vollkommen Recht.

    Ich betreibe ja auch eher einen Gemischtwarenladen als Weblog, ohne mich auf spezielle Themen zu spezialisieren und stehe auf dem Standpunkt “jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage”.

    Und wer mein Weblog mag, wird es lesen. Wem es nicht gefällt, der lässt es sein.

  32. Renate says:

    Lieber Konna, schön, dass auch ein junger Mensch diese Meinung hat (ich bin ja ein paar Tage älter als du). Ich habe gerade in den letzten Tagen über die Entwicklung der Blogosphäre nachgedacht und habe Ähnliches dabei festgestellt wie du. Bei vielen Blogs fehlt mir das wichtigste, nämlich die Authentizität. Allerdings gibt es auch die “Perlen”. Und über die freue ich mich dann umso mehr.

    Liebe Grüße vom Ammersee – Renate

  33. Konna says:

    @Ostwestf4le: Am wichtigsten ist einfach, dass man authentisch ist, würde ich sagen. Wenn nicht, dann hat man in meinen Augen schon verloren.

    @Renate: Das stimmt, es gibt sie auf jeden Fall, diese Blogperlen, über deren Entdeckung man sich wirklich freut. Leider fristen die nur viel zu sehr ein Schattendasein.

  34. Clark Nova says:

    du betest das ewige mantra vom untergang. ich kanns dir nicht verübeln, aber es bringt nichts. irgendwie wandelt sich ständig alles um einen herum. man macht nicht jeden scheiß mit und irgendwann guckt man sich dann um und verseht die welt nicht mehr. that’s life. nicht immer schön, aber wahr.

  35. Konna says:

    @Clark Nova: Nein, also vom Untergang will ich nicht gesprochen haben. Veränderung, ja. Auch nicht unbedingt zum Guten. Aber ich möchte meinen Beitrag eigentlich eher als Aufruf zur Authentizität verstanden wissen.

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