Qui tacet, consentire videtur.

Qui tacet, consentire videturWer schweigt, scheint zuzustimmen. Das tolle an lateinischen Sprichwörtern ist ja, dass es für fast jede Situation ein passendes gibt. An dieses hier musste ich in den letzten Tagen etwas häufiger denken. Das liegt vor allem an den zahlreichen Kommentaren zu meinem Artikel Skandal im Blogbezirk oder: Ich bin uncool, na und?, denn in vielen Kommentaren blitzte die Meinung durch, dass man Blogs, die einem nicht gefallen, ja nicht lesen müsse, wozu also darüber aufregen.

Und hier kommt der lateinische Spruch aus der Überschrift zum Zuge. Wenn einem irgendetwas missfällt, sauer aufstößt oder mich ärgert, dann sollte man das auch offen aussprechen. Nichts zu sagen kann zu keiner Veränderung bzw. Verbesserung führen. Die Geschichte lehrt uns, dass es nicht nur sehr nützlich sein kann, den Mund aufzumachen, sondern sogar notwendig. Denn wer schweigt, scheint zuzustimmen.

Nun mag man meinen, dass das ja Belanglosigkeiten waren, über die ich nachgedacht habe. Womöglich stimmt das, aber auch darüber kann, darf und sollte man reden. Warum auch nicht? Diese ganze Argumentation der Art “Gefällt dir nicht? Dann lass es doch!” finde ich eigentlich ziemich blöd, sofern das Missfallen auf vernünftige Art und Weise vorgetragen wird, natürlich. Ausflüchte aus der Diskussion sind das. Kann man denn nicht einfach seine Meinung sagen? Diskussionen sind doch gut und tun nicht weh. Ich suche ja nicht gezielt nach Dingen, über die ich mich negativ äußern kann, sondern merke das dann an, wenn ich zufällig darauf stoße. Weiterhin zwinge ich auch niemandem meine Meinung auf, darüber reden und diskutieren mag ich trotzdem.

Ich wünsche mir, dass mehr Leute so denken und ihre Meinung offen sagen würden, anstatt viele Dinge einfach so hinzunehmen und sich nicht mehr darum zu kümmern.

 

27 Kommentare

  1. Bomel says:

    Heißt: Wenns ned gefällt, dies dem Blogger sagen. Gute Sache, doch manchmal schwer in der Ausführung….manche sind schnell pers. beleidigt bei Kritik.

  2. karsten says:

    im grunde hast du ja recht, wenn du das persoenliche recht auf kritik in anspruch nimmst – allerdings sollte man dann auch anderen das recht zugestehen, einfach mal nichts dazu zu sagen. deinem artikel hier entnehme ich, dass du regelrecht eine antwort auf deine kritik erwartest – was aber, wenn jemand gar nicht an dieser kritik, ob nun berechtigt oder nicht, interessiert ist?

    aus welcher motivation und wie jemand sein blog fuehrt, ist mir dabei vollkommen egal, denn: jeder so, wie es ihm gefaellt. es gibt eine menge blogs, die mich ueberhaupt nicht ansprechen – nicht alles kann und sollte mich interessieren. unter freunden kritisiere ich dabei ab und an etwas, aber den betreiber eines solchen blogs wuerde ich nur dann darauf hinweisen, wenn er mir “bekannt” ist.

    wie auch immer, ich denke, zu diesem thema gibt es eine menge unterchiedliche auffassungen. es gibt hier kein richtig oder falsch…

    ich fuer meinen fall halte es so: wenn ich etwas kritisiere und darauf aus bin, darueber zu disskutieren, dann nenne ich das kind beim namen. klar, deutlich, direkt. wenn du weder ross noch reiter nennst, ist das keine stabile grundlage, finde ich…dann kannst du zwar mit “irgendwem” drueber diskutieren, aber nicht mit denen, die du meinst…

  3. Phil says:

    jop, kann da nur zustimmen.
    Ausserdem bräuchten diese Personen ja auch nicht den Blogentry lesen, wenn es sie nicht interessiert / sie nichts davon wissen wollen.^^

  4. Sebastian says:

    Wir das Thema nochmals in einen neuen Beitrag übertragen ?

    Ich finde einfach nur ein wenig das es wichtigers gibt um sich aufzuregen, so zum Beispiel Naziblogs, oder wie man sie nenne will die immer im Sinne der Aufklärung gegen den Islam hetzen.

    Das ist doch eher ein Thema zum Ansprechen als über belanglose Blogs die täglich ein Haustierfoto bringen.

    Es stimmt schon was du sagen willst, aber dann lässt man dort halt durch Besucherzahlen sprechen und bleibt einfach fort.

  5. Nadine says:

    Ich reg mich auch gern auf, aber ich bin mittlerweile auch so weti, dass ich diee Menschen ausschließe… es ist ja “nur” das Internet und Leute zu denen ich nicht mal annähernd nah bin und dir mir aufn Schlips treten sind draußen. Ausm Reader oder aus Twitter. Mir is das mittlerweile egal.

  6. Sascha says:

    In Teilen kann ich dir bzw. deiner Argumentation zustimmen. Es wird -ganz allgemein- viel zu häufig weggesehen oder geschwiegen in der heutigen Zeit.

    Und selbstverständlich muss es auch erlaubt sein, Kritik äußern zu dürfen. Wie ich schon einmal irgendwo geschrieben habe, finde ich es manchmal furchtbar, wenn in Blogs stets in den Kommentaren nur jubelnde Ja-Sager zu finden sind, egal um welches Thema es sich handelt. Zwar ist es nicht gänzlich unmöglich, dass man häufig mit jemand anderem auf einer Wellenlänge ist, aber wirklich absolut IMMER??!? Naja…

    Andererseits denke ich nicht, dass man nun zwanghaft immer alles und jedem seine eigene Meinung präsentieren muss. Klar, wenn einem an einem Blog irgendwelche Details nicht gefallen, kann man das dem Betreiber sagen – wobei ich da wohl eher den Weg per E-Mail wählen würde und nicht in den Kommentaren darüber diskutieren wollte. Schließlich will ich den Betreiber nicht direkt öffentlich unter Druck setzen.

    Denn eines muss klar sein: die Kritik, die sachlich geäußert sein sollte, KANN der Betreiber dann annehmen, er MUSS es aber nicht. Letztlich ist er ja Herr seines eigenen Blogs und kann dort -im Rahmen der Gesetze- tun und lassen, was er will.

    Insofern melde ich mich auch nicht bei jedem Blog, welches mir begegnet und dessen Themen mir nicht gefallen, mit einem Kommentar oder einer Mail in der Art “Dein Blog gefällt mir nicht.” Selbst, wenn die Meinung begründet ist, in der Art “Dein Blog gefällt mir nicht, weil…” sehe ich keinen Mehrwert. Wenn der Stil des Blogbetreibers nicht zu mir und meinen Wünschen passt, surfe ich halt weiter zum nächsten. Wo ist da das Problem? Ich kann doch nicht ernsthaft erwarten, dass sich die Blog-Betreiber alle meinem Willen anpassen – zumal der ja auch nicht das Nonplusultra darstellen muss :)

    Zusammenfassend glaube ich, dass man da einfach nicht pauschal eine richtige Verhaltensweise definieren kann, sondern dass die richtige Verhaltensweise vom jeweiligen Einzelfall abhängt. Je mehr mir ein Blog gefällt und mich nur Details stören, desto eher sehe ich einen Sinn darin, das Thema vielleicht mal mit dem Blogger anzudiskutieren. Aber wenn mir ein Blog sowohl optisch als auch -vor allem- inhaltlich nicht zusagt, dann ist das halt einfach so. Anderen könnte es ja genauso wie es ist, besonders gut gefallen. Geschmäcker sind verschieden.

  7. zitrone says:

    Was man sagen will, sollte man sagen und nicht verschweigen.
    Was man aber unbedingt verhindern sollte ist mehrfaches jammern! Da stimmt dann der Spruch von wegen “Dann guck es dir nicht an”.

  8. Ich finde, dass die Geschichte “uns” gar nichts lehrt, außer, dass sie ein unsinniges Stück Flummiball ist, dessen nächster Aufprall ungünstigerweise auf einen Kieselstein ihn ganz plötzlich in eine nicht einkalkulierte Richtung schnellen lässt.

    Und zum Thema: Weiß nicht, 50/50, was mich betrifft. Manchmal sind Diskussionen wichtig und man sollte auf jeden Fall die Meinung äußern, aber “wer schweigt, scheint zuzustimmen” beinhaltet ja gerade auch, dass die Person, die angeschwiegen wird, das als Zustimmung auffasst. Von daher…

  9. Konna says:

    @Bomel: Natürlich muss man das nicht jedem auf die Nase binden, aber wenn einem etwas Allgemeineres nicht gefällt, sollte man das ruhig sagen. So wie ich das in meinem Beitrag getan habe.

    @karsten: Nein, das hast du falsch verstanden. Ich erwarte keine Antwort auf meine Kritik. Wer dazu nichts sagen möchte, muss das nicht. Aber mir zu sagen, wenn mir was nicht gefällt, dass ich es mir halt einfach nicht anschauen soll, das ist mir zu wenig, denn genau diese Sichtweise mag ich nicht. :)

    @Phil: Eben, ganz genau. :mrgreen:

    @Sebastian: Über Relevanz zu streiten finde ich da recht müßig. Nur weil es sicherlich wichtigere Themen gibt, muss man ja noch lange nicht “unwichtigere” Themen unter den Tisch kehren. Oder?

    @Nadine: Ja, das ist auch in Ordnung. Man kann das auch machen. Aber wenn ich mich über etwas aufrege (das Wort aufregen ist eigentlich zu hoch gegriffen) und das loswerden möchte, dann ändert sich nichts daran, wenn ich einfach nur mir selbst sage, dass ich mir das einfach nicht mehr anschaue. :)

    @Sascha: Das habe ich auch nicht so sagen wollen, dass man das jedem nun sagen muss. Kommt vielleicht ein bisschen falsch rüber.

    In dem konkreten Fall ging es um eine Beobachtung von mir, die ich einfach mal in die Öffentlichkeit bringen wollte, weil mir das nicht gefiel. Und der Tenor war eigentlich, dass das völlig egal sei, wenn einem das nicht gefällt, soll man eben einfach nicht mehr da lesen.

    Ja, richtig, ich lese da nun zwar nicht mehr, aber dennoch ändert es nichts an der Tatsache, dass mir der ganze Sachverhalt nicht gefällt. Und wenn das niemand anspricht, also keiner was sagt, dann ändert sich auch nichts. Nicht, dass meine Meinung jetzt sonderlich großes Gewicht hätte, aber vielleicht nimmt sich das ja irgendeine Person zu Herzen und dann wär schon was gewonnen. :)

    Du hast natürlich Recht, dass das alles sehr vom Einzelfall abhängt. Das ist klar.

    @zitrone: Ich hoffe das war kein Seitenhieb, dass ich mich jetzt wiederholt zu dem Thema äußere. ;) Ansonsten stimme ich dir da natürlich vollkommen zu. Irgendwann muss man auch wissen, wann es gut ist.

    @ichgehschlafen: Vollkommen falsch. Wäre die Geschichte nicht so verlaufen, wie sie verlaufen ist, wäre heute alles ganz anders, weil aus anderen Erfahrungen andere Schlüsse gezogen worden wären.

    So wie ein Mensch aus der eigenen Vergangenheit und den eigenen Fehlern lernt, kann man auch aus der Vergangenheit und den Fehlern anderer lernen. Wohl gemerkt “kann” – dass das nicht alle tun, steht auf einem völlig anderen Blatt. Dass du Geschichte als “unsinnig” abstempelst, zeigt, dass du darüber noch nicht ausreichend nachgedacht hast. Unbedingt nachholen! :)

    Und zu schweigen ist schon mal zumindest kein Argumentieren gegen etwas. Dazu braucht es nämlich aktiver Handlung. Für Zustimmung nicht zwingend. Ob man aber zustimmt oder einfach nur schweigend gewähren lässt, beeinflusst das Endergebnis nicht.

  10. Erst einmal: “Vollkommen falsch” schreibt sich vielleicht schön, erweckt aber den Eindruck, dass man es hier mit einem Fachmann zu tun hat. Schlimm wird’s, wenn die Ausführungen diesen selbst gesetzten Standard bei Weitem nicht halten können. Von daher würde ich dich bitten, deine Hau-Ruck-Mentalität etwas in sachlichere Bahnen zu lenken. Aber nun inhaltlich: Die Geschichte lehrt einen Scheiß. Du gehst vermutlich von den Menschenrechten aus, von Datenschutz und Privatsphäre und der informierte Bürger und was weiß ich nicht alles. Du setzt also 65 Jahre Menschheitsgeschichte gegen mehr als das 1000fache. Und selbst, dass die Menschheit heute was gelernt hat, halte ich für ein Gerücht. Der Holocaust wäre ohne den “Fortschritt” niemals möglich gewesen. Und selbst Menschenrechte können nicht schaffen, dass Atombomben-Einsätze ernsthaft diskutiert und vor allem hingenommen werden. Von daher ist der positivistische Ansatz eines sich wie auch immer entwickelnden Fortschrittes in meinen Augen Nonsense. Für Dich nicht? So be it.

  11. Konna says:

    @ichgehschlafen: Wenn etwas falsch ist, darf ich es auch so nennen. Das hat nichts mit “Hau-Ruck-Mentatlität” zu tun.

    In deinem ersten Kommentar hast du Geschichte inklusive Gegenwart etwas verschwurbelt als Zufallsprodukt bezeichnet und das ist schlicht nicht wahr. Sicher gibt es eine Reihe von Zufällen in der Geschichte, aber das macht bei weitem nicht alles aus.

    Und nein, ich beziehe mich nicht nur auf 65 Jahre Geschichte, als (angehender) Historiker und Altphilologe habe ich schon den Blick für größere Zusammenhänge.

    Natürlich lehrt die Geschichte, ich selbst lasse ja die Geschichte mich lehren. Ich studiere antike Texte, Geschichte und Kultur und nehme etwas für mich selbst daraus mit. Insofern ist mein “vollkommen falsch” schon mal mehr als gerechtfertigt.

    Aber weiter: Dass nicht die gesamte Menschheit etwas aus der Geschichte lernt, habe ich nicht bestritten. Aber viele Menschen lernen aus der Geschichte. Wie wahrscheinlich ist denn ein zweiter Holocaust hier in Deutschland? Haben wir nicht aus der Geschichte gelernt, dass damals vieles falsch gelaufen ist? Hatte man am Ende des Naziregimes nicht gelernt, dass die Verfassung der Weimarer Republik auf solche Dinge nicht vorbereitet war?

    Nur weil nicht alles Gold ist, was glänzt, ist deine misanthropische Weltanschauung noch lange nicht richtig, ganz einfach weil man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren kann.

  12. He.ute says:

    @ichgehschlafen, deine Logik erschließt sich mir leider auch nicht, Geschichte der Menschheit ist die Zeit seit Anbeginn und ich muss Konna da Recht geben, wäre Manches nicht gewesen, so würden wir heute noch ganz anders leben. Bsp. Franz. Revolution. Allerdings sehe ich in Geschichte auch nicht ausschließlich die Essenz aus Analogien zu lernen, dso mag es früher gewesen sein.
    @Konna – seine Meinung zu äußern ist okay, aber das hat vielleicht etwas mit der Wichtigkeit der Sache zu tun ob es mir das Wert ist, auch ob man die Zeit dazu hat die ggf. auftretende Diskussion sachlich und informiert zu führen. Man kann nicht überall dazusenfen, würde man das versuchen so denke ich würde die Qualität deutlich darunter leiden. Das rechte Wort zur rechten Zeit ist für mich da stimmiger als sich überall zu äußern. Manchmal ist reden ähm schreiben eben nur silber und schweigen Gold (mit Latein hab ich es leider nicht so ;-) )
    Schönes Wochenende wünsch ich dir
    Heike

  13. “In deinem ersten Kommentar hast du Geschichte inklusive Gegenwart etwas verschwurbelt als Zufallsprodukt bezeichnet und das ist schlicht nicht wahr.”

    Das mag für dich so sein, ändert aber nicht an meiner Meinung. Auch wenn sich Fortschrittsmomente niemals singulär ereignen, Einstein als Person also vollkommen irrelevant ist, weil auch jmd. anderes die E=mc² Gleichung hätte aufstellen können, ändert das nichts daran, dass davor keiner hätte damit rechnen können. Das Gleiche gilt ffür Darwin, das Gleiche gilt für den Umstand, dass wir plötzlich Mikroskope haben und die das Leben komplett neu konstituieren. Unter diesem Aspekt ist Geschichte für mich ein Zufallsprodukt.

    “Haben wir nicht aus der Geschichte gelernt, dass damals vieles falsch gelaufen ist?”

    Nein, gibt auch genügend Tests. Die Welle ist nur das Bekannteste. Will an dieser Stelle jedoch keine große Debatte über Antisemitismus in Deutschland lostreten.

    Der Punkt, in dem du übrigens Recht hast, ist, wenn du sagst, dass “Geschichte” dir was lehrt. Das geht auf meine Kappe, da ich nicht gesagt habe, dass ich mit Geschichte mehr meine als individualistische Rückzugsräume. Und ich würde mich nicht als Misanthrop bezeichnen, aber das tut hier nichts zur Sache.

  14. Zusatz, den ich nicht reineditieren konnte:

    Du hast einen anderen Geschichtsbegriff. Mir persönlich haftet an Geschichte immer ein fader Beigeschmack, dass es sich um eine simple Konstruktion handelt, in der ein Prinzip durchgezogen wird und Brüche innerhalb dieses Geschichtsverständnisses als Ausnahmen abgewinkt werden. “Geschichte als Konstruktion”, diese Debatte ist dir sicher geläufig.

  15. ixiter says:

    DSDS find ich grottig. BB ist auch schlimm. Stimmt, muss ich mir beides nicht angucken. Tu ich auch nicht. Find ich trotzdem grottig und teile das auch mit.

    Kommentare wie “Konna, du musst dir das nicht angucken” in dieser Diskussion hier, sind paradox. Diese Kommentatoren müssen sich das hier bei Konna ja auch nicht angucken. Und sie müssen schon gar nicht kommentieren. Und wenn der Kommentar dann so wie beschrieben ausfällt, ist das paraodox. ;)

    Grundsätzlich ist es ja so, dass wenn jemand was öffentlich macht, bietet er es zur öffentlichen Diskussion an. Jeder hat dann die Möglichkeit, sich zum Inhalt oder der Art der Darbietung zu äußern. Wenn etwas öffentlich gemacht wird, ist die Absicht, die Öffentlichkeit damit zu konfrontieren. Ein einfaches “Du musst das nicht lesen” ist dann zu wenig an Argumentation. Es geht nicht um “lesen müssen”, es geht darum dass es zum lesen angeboten wird. Und natürlich kann man sich zu allem was öffentlich angeboten wird auch äußern und Kritik üben, wenn einem danach ist.

    DSDS und BB sind schrecklich. Katzen- und Hundeblogs vom Herrchen in der Ich-Form für das arme Tier geschrieben sind mir ein Graus und lassen mich am Geisteszustand der Autoren zweifeln.
    Blogs in denen der Autor sich bemüht, einfachste Sätze so zu verschwurbeln, dass man den Sinn nicht mehr erkennt, finde ich peinlich. Denn meistens können die Leute das nicht und es wirkt plump. Es gibt ein paar wenige Ausnahmen, wo es dann wiederum richtig Spaß macht dort zu lesen.

    Ich stimme Konna zu, dass ein Schweigen immer den Charakter von Zustimmung hat. Deshalb hatte ich zum Stammartikel auch nichts geschrieben. :P

  16. karsten says:

    @Konna: ich denke nicht, dass ich das falsch verstanden habe. wenn du davon ausgehst, das schweigen bedeutet, dass dir zugestimmt wird, erwartest du umgekehrt, dass die, die dir nicht zustimmen, etwas dazu schreiben.

    wenn ich z.b. nun aber der meinung bin, dass mir persoenliche eine diskussion nichts bringt, dann beteilige ich mich auch nicht daran, egal, ob ich nun zustimme oder nicht. als beispiel kann diese diskussion hier recht gut dienen: ich beteilige mich an der diskussion rund um das thema “zustimmung”, schreibe allerdings nichts zum thema “geschichte”, denn mir entzieht sich einfach, wie man blogs und deren qualitaet mit der geschichte (im weitesten sinne), ja sogar mit dem holocaust vergleichen kann. ich stimme einigen aeusserungen nicht zu, dennoch schreibe ich nichts dazu, da es fuer MICH keinen wert hat.

    man sollte schon die kirche im dorf lassen – und um es noch einmal zu sagen: jeder kannund soll doch sein blog so fuehren, wie er mag. ich kann mich nicht entsinnen, dass irgendwer irgendwann festgelegt hat, blogs muessten einen kuenstlerischen wert haben. du stellst ansprueche an blogs, die etwas ueberzogen sind. blogs sind und bleiben in meinen augen online-tagebuecher, die duerfen auch in wort und bild schlicht und unkreativ sein, solange die, die es betreiben, damit zufrieden sind.

    ich weiss, dass einige es voellig anders sehen – ist auch vollkommen ok so, nur ist es fuer MICH so, dass es mir z.b. egal ist, wieviele mein blog gut finden, wieviele es lesen. von solchen blogs gibt es viel, sehr viele, konna…und sich darueber aufzuregen, ob sie nun durchgestyled sind ohne wirklichen wert oder tittenbilder als blickfang nutzen, ist doch verschwendung. leben und leben lassen – und dabei das wesentliche nicht aus dem auge verlieren…so sehe ICH das. wuerde ich mich an jeder diskussion beteiligen, deren thema mir nicht passt, haette ich keine zeit mehr fuers leben :)

  17. Daveíd says:

    Natürlich darf und soll man auch dazu seine Meinung äußern, warum denn nicht? Wenn sich jemand in einem Blog darüber beschwert, dass auf dem Buchmarkt in letzter Zeit zu viele Belanglosigkeiten veröffentlicht werden, stört das doch auch kaum jemanden, und Blogs sind doch auch so etwas wie Literatur, oder vielleicht auch wie Journalismus – und da darf man doch auch über Zeitungsartikel oder allgemein die Medien berichten.

  18. Sebastian says:

    @Konna: Nun über Relevanz muss man nicht streiten, doch finde ich manche Themen einfach von der Reichweite ihrer Bedeutung wichtiger als wenn irgendwer seine Wände rosa oder blau anstreicht.

  19. Robert says:

    Gut gebrüllt Löwe :) Seine Meinung zu sagen, da gebe ich Dir recht, ist das wichtigste überhaupt, gleich nachdem man sich eine gebildet hat. Doch gerade wir Deutschen leiden da unter ganz anderen Problemen, die uns und unserer Meinung oft im Wege stehen.

    1.) Das Deutsche Recht. Ich glaube es gibt kein Land, in dem so fleißig abgemahnt, geprüft und angezeigt wird wie bei uns. Jedenfalls erhalte ich diesen Eindruck. Zwischen Meinung und Behauptung liegt die Formulierung, die es so schwer macht aus einer Meinung auch eine juristisch haltbare zu machen. Es gibt sicherlich Anwaltkanzleien,die nichts anderes zu tun haben, als danach zu suchen.

    2.) Der Deutsche ist ein latenter Klugscheisser. Klingt jetzt hart, ist aber meiner Meinung nach so (man merke: Meinung, keine Behauptung). Die meisten Kommentare bestehen eben daraus zu sagen, was einem am gelesenen Artikel aufgefallen ist. Das stimmt nicht, das gibt’s schon, kenne ich schon ewig, das ist Unsinn, so ist es besser. Achtung punkt 2.) darf nicht ohne Punkt 3.) behandelt werden.

    3.) Der Deutsche hat eine schlechte Diskussionskultur. Ich meine, viele können nicht mehr richtig diskutieren sondern fühlen sich gleich angegriffen und beleidigt, deswegen scheint es auch schwer, die Meinung anderer zu verstehen. Aber ich meine, entweder akzeptieren wir eine andere Meinung und geben sogar zu das es vielleicht anders besser wäre, oder eben nicht. Das ist aber kein Signal, sich angegriffen zu fühlen oder anzugreifen.

    Meinung ist schwer. Manchmal unterschätzt man ihr Gewicht und von zeit zu zeit sollte kontrolliert werden, ob die eigene Meinung nicht zu schwer geworden ist.

  20. Ricarda says:

    Ich sehe es nach einem einfach Grundsatz, der mir oft schon viel Ärger erspart hat.

    “Ich kann zu allem eine Meinung sagen, muss ich aber nicht.”

    Heißt für mich in dem Fall, dass ich meine Meinung nur da anbringe, wo ich weiß, dass sie angehört wird und Beachtung findet (und angemessen ist).
    Wenn mir ein Thema müßig erscheint und ich merkte, dass man sich im Kreis dreht, klinke ich mich aus. Nicht weil ich zustimme, sondern weil ich denke, dass ich meine Energie besser woanders verschwenden kann.

    Nur weil ich mich zu einem Thema nicht äußere, heißt es nicht, dass ich dem zustimme. Muss sagen, dass ist für mich der größte Bullshit überhaupt. Es kann ja schlicht sein, dass es für mich persönlich keinerlei Relevanz hat und es mir damit egal ist.

    Wenn ich auf nen Blog gehe, der über Automotoren handelt, könnte ich auch unter jeden Artikel schreiben, dass Fahrräder doch viel cooler sind. Ist dann halt meine Meinung. Mach ich aber nicht, weil ich weiß, dass es Leute gibt, die Automotoren gut finden und denen lass ich dann ihren Spaß. Würde ja weder mich noch den Automotorenblogbetreiber weiterbringen.

    Ich glaube manchmal wird in Blogs viel zu viel hineininterpretiert und dadurch werden viel zu hohe Erwartungen gestellt. Jedes Blog kann nur so authentisch sein, wie der Mensch dahinter. Das würde aber dann eher zu einer Grundsatzdiskussion führen, was es eigentlich für Menschen sind, die Blogs betreiben.

    Verschiedene Meinungen sind in meinem Blog gern erwünscht, aber nur wenn der Kommentator damit leben kann, dass ich dann auch meine eigene habe und die dann auch äußere ;)

  21. Konna says:

    @He.ute: Ja, ich gebe dir vollkommen recht, wenn du sagst, dass man nicht überall etwas sagen muss. Wenn mich etwas nicht wirklich betrifft oder interessiert, muss ich mir die Mühe natürlich nicht machen. Ich finde aber, dass es viele Leute gibt, die deutlich zu selten sagen, was sie stört, aber hinterher am lautesten jammern. :)

    @ichgehschlafen: Fortschritt fällt in der Regel nicht vom Himmel wie der Newton’sche Apfel vom Baum, sondern beruht zumeist auf langjähriger Forschung und Versuchsreihen. Und nur weil wir Fortschritt erleben, ist die Vergangenheit ein Zufallsprodukt? Eine geradezu erschreckende Vorstellung, dass alles, was wir und andere Menschen tun, nur reiner Zufall sein soll.

    Und wie schon gesagt: Dass nicht alle aus der Geschichte lernen, habe ich nie abgestritten, aber jeder halbwegs intelligente Mensch weiß, dass der Nationalsozialismus nichts Gutes und Erstrebenswertes war.

    “Geschichte als Konstruktion” ist ja einfach formuliert lediglich die Frage, ob das Geschichtsbild, das die Forschung entwirft, wirklich die tatsächliche Wirklichkeit widergibt, was ganz entscheidend von der Quellenlage abhängig ist. Das macht die Geschichtsforschung natürlich ziemlich komplex (und auch so spannend!), da sehr viele Faktoren zusammenkommen (z.B. aus welcher Perspektive eine Quelle geschrieben worden ist). Darum lässt sich auch heute noch trefflich über Ursachen und Wirkungen verschiedenster historischer Ereignisse diskutieren und das macht diese Wissenschaft so lehrreich.

    @ixiter: Ja, du hast verstanden, was ich sagen wollte. Ich sage meine Meinung zu einer x-beliebigen Sache und biete sie damit zur Diskussion an für alle, die darüber diskutieren wollen. Es ist auch okay, wenn sich jemand äußert und sagt, dass er bei dieser Streitfrage einfach “weggeht” (was ich schade finde, was dieser Beitrag hier auch ausdrücken soll). Aber zu sagen, dass die Diskussion eigentlich überflüssig ist und ich doch einfach nicht da lesen muss, wo es mir nicht gefällt, das finde ich sogar ein wenig dreist. ;)

    @karsten: Sehr gut! Über deinen dritten Absatz als Kommentar auf meinen ursprünglichen Beitrag hätte ich super klasse gefunden, denn du legst mir begründet dar, warum du anderer Meinung bist als ich. Und man kann da durchaus verschiedener Meinung sein, das toleriere ich auch.

    Ich möchte auch nicht, dass jeder zu allem, was ihm nicht gefällt, unbedingt auf Teufel komm raus Stellung bezieht. Verlange ich gar nicht.

    Mein Hauptaugenmerk lag darauf, dass man die Diskussion als sinnlos bezeichnete, da ich ja nicht dort lesen muss, wo es mir nicht gefällt. Ja, das weiß ich schon, aber wenn ich es trotzdem loswerden möchte und darüber diskutieren und es kritisieren will, dann soll man mich doch bitte auch lassen. Und hier war es einfach genau diese Mentalität – “eigentlich finde ich es doof, aber gut, schau ich eben weg” – über die ich mal reden wollte. Denn die gibt es meiner Meinung nach viel zu häufig.

    Und ich wollte damit nicht ins Extreme verfallen und allen befehlen, jetzt überall an allem, was nicht passt, herumzumeckern, sondern vielmehr ermutigen, sich zu trauen und sich offen zu seiner Meinung zu bekennen.

    @Daveíd: Wenn die Sachen auf dem Buchmarkt dich nicht interessieren, musst du sie ja nicht lesen. ;)

    @Sebastian: Aber wenn mir danach ist zu sagen, dass ich rosa Wände aus verschiedenen Gründen absolut unerträglich finde, dann kann ich das machen.

    Wenn wir mit Relevanz anfangen, kommen wir zu sehr durcheinander. Wo fängt das denn an? Rosa Wände? Gekürzte Feeds? Werbung in Blogs? Schlechtes Fernsehprogramm? Naziblogs mit 10 Lesern? Mit 100 Lesern? Aktuelle Politik?

    Ich möchte da keine Grenzen haben. Relevant ist für mich, was ich für relevant halte. Das kann natürlich für dich was ganz anderes sein.

    @Robert: Ist da ein kleiner Seitenhieb versteckt wegen meines Kommentars weiter oben? ;)

    Im Grunde gebe ich dir in allen Punkten vollkommen Recht. Bei Diskussionen sollte man immer versuchen, möglichst besonnen zu bleiben, andere Meinungen respektieren und auf einer sachlichen Ebene bleiben. Das ist nicht nur der anständigere Weg, sondern auch der überzeugendere.

    @Ricarda: Von der Warte gesehen hast du schon Recht, wenn dich das Thema nicht betrifft oder dir egal ist, ist das keine Zustimmung. Aber auch keine Verneinung. Es ist schlicht gar nichts.

    Aber: Wenn dir jemand seine Meinung sagt (zu einem Sachverhalt, der für dich relevant ist) und du äußerst dich nicht dazu, wird dieser jemand auf jeden Fall bei seiner Meinung bleiben, weil überhaupt keine Diskussion zustande gekommen ist. Er wird sich bestätigt fühlen. Auch, wenn du ihm vielleicht gar nicht zustimmst. Darum auch “Wer schweigt, SCHEINT zuzustimmen.”

    Bei deinem Beispiel wäre es aber durchaus legitim, wenn du einen Artikel schreiben würdest, in dem du darlegst, dass du Automotoren nicht magst und Fahrräder viel besser findest. Aber du möchtest dann sicherlich nicht hören, dass du ja beim Fahrrad bleiben kannst, aber dir halt Automotoren nicht mehr anschauen brauchst.

    Das Beispiel hinkt natürlich insofern, dass es fernab der Realität liegt, so viele Automotorenblogs gibt es ja gar nicht, Meine Beobachtungen zu Blogs haben sich aber gehäuft und nur deshalb habe ich es ja auch angesprochen.

    Und sicherlich ist es eine Sache der Menschen hinter dem jeweiligen Blog, aber ich stimme nicht zu, dass das Blog so authentisch sein kann wie der Mensch dahinter. Für mich liest sich das nämlich so, dass viele sich online schon ziemlich verstellen und da ist die Authentizität dahin.

    Das wäre ein Punkt gewesen, den man in der regulären Diskussion tiefergehend hätte besprechen können und wo man auch unterschiedlicher Meinung sein kann. Aber “wenn es dir nicht gefällt, dann lies es halt nicht” unterbindet jegliche Fortführung der Diskussion. Außer man macht es so wie ich mit diesem Artikel hier und hebt die Diskussion auf eine ganz andere inhaltliche Ebene. ;)

  22. Sebastian says:

    @Konna: Klar liegt die Relevanz bei dir was dir wichtig ist und da kann man sich auch drüber auslassen, drüber diskutieren und drüber bloggen, schreiben, seine Meinung kund tun.
    Das ist dein gutes Recht und will ich dir auch nicht nehmen, doch sehe ich dies als kleine Energieverschwendung an wie du das angehst anstelle diesne Blödsinn, der anderne Spass macht einfach zu ignorieren und diese machen zu lassen und sich weltbewegendere Dinge zuzuwenden, wie zum Beispiel die genannten Naziblogs oder sowas.

  23. Konna says:

    @Sebastian: Gut, also ist es für dich Energieverschwendung, aber für mich nicht. :) Ich sehe es als “Dampf ablassen” an, was ich hier mache. So ein Blog ist ja auch eine Art Ventil für sowa. ;)

  24. Yuki_Keylin says:

    Ich hatte auch sowas ähnliches geschrieben wie “man muss es dann ja nicht weiterlesen, wenn es einem nicht gefällt”. Damit meinte ich aber eher das Thema an sich als die tatsächliche Qualität. Wenn jemand jeden Tag Bilder von seinen Haustieren bloggt, ist das ok. Aber ich muss es mir nicht angucken, weil mich das Thema an sich einfach nicht interessiert. Dann brauche ich der Person aber auch nicht mitzuteilen, dass mich das nicht interessiert, was ihr Meerschweinchen heute gefressen hat und wo ihr Hund heute dran geknabbert hat, weil sie dieser Kommentar dann sehr wahrscheinlich kränken wird.

    Wenn jemand was sachlich falsches schreibt, finde ich es dagegen vollkommen in Ordnung ihm dies mitzuteilen. Wenn ich auch nicht immer für einen öffentlichen Kommentar bin, sondern dafür auch mal eine E-Mail schreiben würde.

  25. Konna says:

    @Yuki_Keylin: Es stimmt ja schon, was du sagst. Aber wenn ich das Gefühl habe, dass die Haustier-Blogs immer mehr werden und ich sie nicht lesen mag, dann werde ich wohl offen hier in einem Beitrag meinen Unmut darüber kundtun dürfen.

    Zumal mein Beitrag ja viel eher ein Plädoyer dafür war, sich in einem Blog nicht zu verstellen, sondern authentisch zu sein. Und ich finde es vertretbar, das anzumerken. Diese Meinung muss man nicht teilen, aber einfach wegsehen wollte ich nicht. Deshalb der Beitrag. Dass ich das nicht lesen muss, wenn es mir nicht gefällt, weiß ich selbst, das muss man mir nicht sagen.

  26. Yuki_Keylin says:

    @Konna: Auf dem eigenen Blog zu schreiben, was man generell nicht gerne liest und was einen nicht interessiert, finde ich auch nicht schlimm.

    Ich dachte, du meintest, dass man es speziellen Leuten dann direkt (z. B. per Kommentar) sagen soll, dass es einen selbst nicht die Bohne interessiert. Das fände ich ziemlich unpassend und unfair…

  27. Konna says:

    @Yuki_Keylin: Nein nein, das wollte ich damit nicht sagen. Ich bin doch kein Troll! ;)

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