Die Währung, der in der Blogosphäre objektiv am meisten Wert beigemessen wird, sind Backlinks. Fast alle deutschen Toplisten (u.a. deutsche Blogcharts, Wikiocharts) werden anhand der Links erstellt, die auf eine Seite verlinken. Inwiefern dieses System gerechtfertigt ist und Sinn ergibt, sei an dieser Stelle mal dahingestellt.
Es ist aber gut zu wissen, wie dieses Ranking funktioniert, denn so kann man es sich selbst zunutze machen. Ich möchte euch in diesem Beitrag einmal ein paar Tipps & Tricks verraten, wie ihr zu mehr Backlinks kommen könnt, ohne euch dafür verkaufen zu müssen. Geheim sind diese Tricks zwar nicht wirklich, aber man muss sie trotzdem erst einmal kennen.
1. Stöckchen
Viele lieben sie, viele können sie auch überhaupt nicht leiden, aber nur ganz wenige wissen, welch großes Potenzial in ihnen Steckt: Stöckchen. Diese kleinen, kettenbriefartigen Frage-Antwort-Beiträge sind richtig eingesetzt wirklich gute Backlinkgeneratoren. Dafür müssen nur wenige Dinge beachtet werden.
Zum einen sollte man Stöckchen nicht immer an dieselben Leute weitergeben, denn von jeder Seite wird ein Backlink nur einmal in einer gewissen Zeitspanne gezählt. Weiterhin sollte man nicht nur an ein oder zwei Personen werfen, sondern gleich an mehrere, auch an fremde Blogs. Das bringt unter Umständen sogar einen neuen Leser. Als sinnvoll hat es sich erwiesen, bei Twitter zu fragen, wer Interesse an einem Stöckchen hätte. Wer sich da meldet, wird das Stöckchen wahrscheinlich auch beantworten.
Aber Achtung: Man sollte es mit den Stöckchen nicht übertreiben. Zu viele davon könnten Leser auch verschrecken. Die Balance ist wichtig.
2. Blogparaden
Blogparaden sind Stöckchen im Grunde sehr ähnlich, nur bietet meistens derjenige, der die Parade startet, am Ende auch eine Auswertung der zur Parade erschienenen Beiträge an. Selbst eine Blogparade zu veranstalten ist nicht ganz einfach, sondern mit Mühe verbunden und erfordert Kreativität.
Am Anfang muss eine Idee her und hier scheitert es oftmals schon. Langweilige “Ich frage, ihr antwortet”-Blogparaden motivieren kaum mehr Leute zum Mitmachen. Kreativität ist gefragt. Etwas, das möglichst viele Menschen zur Zielgruppe hat, ist besonders gut. Nicht verkehrt ist es, etwas zu machen, das nicht zu viel Zeit der Leser erfordert, aber sie auch nicht unterfordert. Den Schneeballeffekt anzuheizen muss das größte Ziel sein. Ihr solltet euch auch nicht zu schade sein, eure Leser direkt um eine zügige Teilnahme aus diesem Grund zu bitten. Beachtet den Zeitpunkt, wann ihr eine Blogparade startet: Wenn gerade viele Blogparaden durch die Blogosphäre gehen, dann wartet noch ein wenig.
Beispiele für erfolgreiche Blogparaden, die viele Backlinks gebracht haben, ist etwa die Parade Damals, als ich noch jung war… von Sascha mit über 60 Teilnehmern oder auch meine Blogparade Blogger als Sammelkarten mit ganzen 105 Teilnehmern. 105 Backlinks reichen aktuell locker für einen Platz in den deutschen Blogcharts.
Auch die Teilnahme an Blogparaden kann Backlinks bringen, etwa wenn es eine Auswertung gibt, in der noch einmal alle Teilnehmer benannt und verlinkt werden.
3. Blogprojekte
Sehr arbeitsaufwändig, aber richtig gestaltet auch sehr wirkungsvoll sind Blogprojekte, die zur regelmäßigen Teilnahme anregen. Nicht nur, dass man dadurch einen regelmäßigen Strom an Backlinks bekommt (die zwar nicht alle zählen), aber solche Beiträge sind auch eine beständige Werbung, die weitere Teilnehmer anlocken können. Wichtig ist nur, dass man mit dem Thema auch den Nerv vieler Leute trifft und die Planung vernünftig ist, sonst wird es schnell frustrierend.
Welch große Auswirkungen Blogprojekte haben können, beweisen zum Beispiel das Projekt 52 von Sari und das Projekt zwölf2010 von Jana. Beide Blogs sind in den deutschen Blogcharts sehr gut vertreten, was durch genau diese Aktionen sehr gefördert wurde.
4. Gute Ideen zum Nachmachen
Ein auf den ersten Blick verhältnismäßig banaler Punkt, aber man sollte ihn stets im Hinterkopf behalten. Gute Ideen werden gern kopiert. Als Blogger sollte man nicht so eitel sein und das Kopieren jeglicher Idee als Diebstahl sehen, sondern im Gegenteil den Ideenklau auch noch fördern, denn nicht selten wird man als Inspirationsquelle genannt und verlinkt. Also wenn ihr eine gute Idee habt, ermuntert doch am Ende eures Beitrag eure Leser dazu, es euch gleich zu tun und etwas ebenfalls zu machen. Natürlich nicht bei jedem Beitrag, aber bei kreativen, die zum Nachmachen einladen.
5. Gastbeiträge
Ein auf doppelte Art und Weise lohnenswerte Möglichkeit, zu einem Backlink zu kommen, ist das Schreiben von Gastartikeln. Man sollte zwar nicht ungefragt selbst zu sich linken, weil das keinen guten Eindruck macht, aber normalerweise passiert es von ganz allein, dass es einen Link zu deinem Blog gibt, weil du dich entweder selbst vorstellen sollst oder vom eigentlichen Autor des Blogs vorgestellt wirst.
Gleichzeitig bietet das Schreiben auf einem anderen Blog eine tolle Möglichkeit, neue Leserkreisen zu erschließen, was auf Dauer auch gut für die Backlinks sein könnte. Einiges Wissenswertes über Gastbeiträge habe ichschon vor einiger Zeit in meinem Artikel 8 Tipps für Gastbeiträge gesammelt.
Backlinks sind nicht alles
Backlinks zu sammeln ist schön und gut, denn verlinkt zu werden ist eine tolle Sache und Vernetzung sowieso immer prima. Aber man sollte immer darauf achten, dass darunter nicht die Qualität eines Blogs leidet. Also nur Beiträge zu schreiben, die möglichst viele Backlinks generieren, wird auf Dauer ziemlich öde. Bei Blogparaden und -projekten kommt es auch darauf an, wie gesättigt die Blogosphäre schon ist, sodass man manchmal lieber noch etwas wartet. Die Grundregel lautet sowieso: Wenn ihr mit Freude und Kreativität bloggt, dann kommen die Links auch irgendwann von ganz allein.

















28 Kommentare
Tja, wie an Backlinks kommen wenn man sein Blog ohne die Spielchen betreiben möchte, also spezialisiert ist, wie der biotechpunk, rein auf Musik, wo solche Aktionen keinen Mehrwert , sondern nur verwunderung bedeutet ?
ein projekt und eine parade wären ja musikbeziehbar sebastian.
Guter Artikel lieber Konna
wie gewohnt
Es gibt einige wenige Dinge, die sind noch viel entscheidender als das Produzieren bzw Generieren von Backlinks. Ganz oben auf dieser Liste steht meines Erachtens: Guten Content produzieren!
Wer das beherzigt – und Du bist ein ausgesprochen gutes Beispiel dafür – braucht sich keine Sorgen machen, denn die Leser und mit ihnen die Backlinks kommen dann von selbst
@tobi: Das stimmt schon. Nur denke ich müsste diese Parade oder das Stöckchen auch so gestaltet sein das es für nicht Blogtechnikkenner ein gewissen Mehrwert bietet.
@Sebastian – Wenn Du ein Stöckchen wirfst, in welchem Du auf Deinem Blog bestimmte Songs listest, können sich “normale” Leser an den Videos bzw Links ergötzen und die Blogger unter den Lesern können an der Aktion teilnehmen. Schreib, was Dein erstes Vinyl, erste CD, erster Download waren beispielsweise, in welchen Stimmungen Du welche Musik hörst oder so – ich glaub, es gibt genügend Möglichkeiten, an solchen Aktionen teilzunehmen (bzw sie zu starten) ohne zwingend die Stammleser zu verprellen
@Sebastian: Wie andere auch schon sagten, man kann auch musikalische Stöckchen, Blogparaden und Projekte machen oder andere zum Nachmachen ermuntern. Sehe eigentlich nicht, dass irgendeine dieser Möglichkeit ausgeschlossen ist.
@tobi: Nicht nur die, auch alles andere.
@chaosmacherin: Danke Dir!
@Casi: Ach Casi, du schmeichelst mir.
Du hast natürlich vollkommen Recht und das sollte bei meinem letzten Punkt eigentlich auch etwas durchscheinen.
@Sebastian: Das kann man ja mit etwas Kreativität sicher so lösen, dass man das hinbekommt.
@Casi: Vollkommen richtig!
Stimmt ich mag Stöckchen auch und in diesem Sinne hab ich eines für Dich:
http://pfotenblog.fellbande.at/?p=2686
l.G Fellbande!
@Fellbande: Danke! Wurde mir auch schon von anderer Stelle zugeworfen. Mal sehen, ob ich es aufgreife, mir fällt dazu nicht wirklich viel ein.
@Konna: Das kleine Problem das ich sehe ist einfach das es für die Webseite irgendwie unpassend ist.
So als würde der kicker ein Fußballstöckchen oder sowas losmachen.
Mit dem Begriff Stöckchen konnte ich bisher noch gar nichts anfangen. Aber war interessant zu lesen. Ich denke aber auch wie Casi. Guter Content sollte fast ein Garant dafür sein, dass man Backlinks bekommt. Wer linkt nicht gerne zu Artikel, die einen interessieren, weil sie gut geschrieben sind und tolle Infos enthalten.
@Sebastian: Gut, wenn du es mehr als ein Magazin siehst und weniger als Blog, okay. Aber meine Tipps beziehen sich ja doch schon aufs Bloggen. So würde ich mich jetzt aus der Affäre ziehen.
@Chini: Ja, da hat der gute Casi auch Recht, aber so ein bisschen Tricksen kann ja nie schaden.
@Konna: Gut aus der Affaire gezogen, aber ich denke trotzdem mal drüber nach ob es nicht was passendes gibt, eine Blogparade oder sowas die hier gut passen würde.
Was hier noch fehlt ist es Sachen zu Verschicken, habe gehört das es total angesagt ist, ebenso wie Sachen gegen Backlinks zu verschenken
@Sebastian: Ja, das stimmt wohl, aber ich wollte nur Tipps bringen, die kein Geld kosten. Kann ja nicht jeder irgendwie so viel Geld dafür ausgeben.
@Konna: Nee,Geld ausgeben wollte ich nun auch nicht
@Sebastian: Na, wenn man Sachen verschickt, muss man zumindest das Porto zahlen.
@Konna: Dann verschicke ich demnächst Downloads, Wallpapers oder Podcasts
@Sebastian: Und wie kommst du dadurch zu Backlinks?
@Konna: Das hierdurch, wie bei Tshirts, Feuerzeugen oder dergleichen die Leute sich über das Geschenk freuen und freiwillig drüber schreiben wollen.
Irgendwelche Anfänger die noch wenig Leser haben freuen sich doch über alles und schreiben drüber
Aber ich glaube das wäre eine zu billige Masche die schon fast an Spam grenzt.
@Sebastian: Die Mentalität ist aber doch eher so, dass immaterielle Dinge zum Herunterladen weniger darüber berichtet wird, da du das ja nicht für Geld verkaufen würdest/könntest. Denke auch eher, dass das als Spam wahrgenommen wird, wenn du das ungefragt rumschickst.
Nun dann fällt mir in diese Richtung leider auch nichts mehr gescheites ein.
Dann muss man wohl durch Qualität überzeugen, durch Inhalte die verlinkt werden wollen.
Oder man muss doch irgendwie Geld ausgeben.
@Sebastian: Qualität ist immer gut. Oder die oben beschriebenen Wege. Oder Geld ausgeben. Schöne Zusammenfassung.
Die Mischung wird getroffen werden müssen und ich gucke mal was wirklich für mich dabei ist, denn das wird nicht so schwer sein und eine Blogparade ist sicher eine passende Sache die man machen könnte.
Lassen wir uns mal überraschen was passieren wird.
@Sebastian: Ich bin gespannt darauf!
Meine Lieblingsstöckchen: Lakritze auf normalverteilt
Vielen Dank für die Tipps!
Wir versuchen uns gerade an einer Blogparade und sind schon auf die Rückmeldungen gespannt: http://www.haffapartner.de/smz/2010/11/blogparade-rezepte-mit-geschichte/.
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