Game Checkpoint: Darksiders (PS3)

Es gibt Spiele, die bleiben einem das ganze Leben lang im Gedächtnis, weil in ihnen einfach von vorn bis hinten alles gestimmt hat und ihm gern seine Zeit gewidmet hat. So ein Spiel ist für mich zum Beispiel The Legend of Zelda damals auf dem Super Nintendo. Nun kam mit Darksiders ein Spiel heraus, das von vielen Seiten mit eben jener Spieleserie verglichen und als erwachsene Version angepriesen wird. Da war es natürlich klar, dass ich es zumindest einmal versuchen muss. Und um so viel vorweg zu nehmen: Darksiders ist wohl das beste Spiel, dass ich seit langer Zeit gespielt habe. Warum, das will ich euch im folgenden Test basierend auf der PS3-Version zu vermitteln versuchen.

DarksidersVor sehr langer Zeit wurde durch die vier Reiter der Apokalypse ein Friedensvertrag zwischen Himmel und Hölle geschlossen. Doch irgendwann in der Zukunft wird der finale Kampf weitergehen und die Menschheit wird dann ein bedeutender Faktor sein und die Reiter werden zurückkehren. Allerdings wird die Apokalypse durch einen scheinbaren Bruch des Siebten Siegels zu früh ausgelöst und der apokalyptische Reiter Krieg kehrt auf die Erde zurück und wird Zeuge der Auslöschung der Menschen. Nun wird er vom Rat beschuldigt, die Apokalypse zu früh ausgelöst zu haben und zum Tode verurteilt. Doch bittet Krieg darum, seine Unschuld beweisen zu dürfen und den wahren Verantwortlichen zu stellen. Der Rat stimmt zu, stellt ihm aber den Beobachter zur Seite, der die Macht hat, Krieg jederzeit aufzuhalten, sollte er von seiner Mission abweichen. Krieg kehrt seiner Mächte beraubt zur Erde zurück, muss aber feststellen, dass alles verwüstet ist und die Monster der Hölle die Welt bevölkern.

In Darksiders ist der Name des Protagonisten auch Programm: Krieg bekommt es bei der Suche nach dem Verräter mit Unmengen an Monsterhorden zu tun, die es mit verschiedenen Kampftaktiken auszuschalten gilt. Dazu dient ihm vor allem sein großes Schwert, der Chaosfresser, aber auch andere Waffen, die er im Verlauf seines Abenteuers finden kann. Und da kommt auch schon das zweite große Spielelement zum Tragen. Neben der launigen Schnetzelei gibt es immer wieder Passagen, in denen ihr auch euer Köpfchen nutzen müsst, um an Truhen mit Gegenständen und Fähigkeiten zu gelangen oder Bossgegner zu besiegen. Das Spiel führt nach und nach Elemente ein und lässt sie euch dann auch ausgiebig benutzen. Das verhindert Langeweile.

Der recht lineare Spielverlauf wird geschickt durch den Aufbau der Spielwelt kaschiert, die zwar grundsätzlich offen ist, euch aber Hindernisse nur dann beseitigen oder Wege nur dann gehen lässt, wenn es vorgesehen ist. Nach und nach entdeckt man also neue Abschnitte der Welt, in die es sich lohnt, später zurückzukehren, um verpasste oder bisher unerreichbare Truhen mit Energiesteinen zu finden. Wenn man versucht alles zu finden, ist man auf jeden Fall um die 20 Stunden beschäftigt.

Darksiders Screen 01Photocredit: Colony of Gamers

Die Inszenierung von Darksiders ist über jeden Zweifel erhaben. Der comicartige Grafikstil ist sehr stimmig umgesetzt und geizt nicht mit Schauwerten, die Story motiviert zum Weiterspielen und wird in sehr eindrücklichen Cutscenes erzählt. Hinzu kommt ein bombastischer Soundtrack, der nur so aus den Boxen fetzt. Sogar die deutsche Synchronisation ist äußerst gelungen und überzeugt mit tollen Sprechern, die ihre Sache richtig gut machen.

Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann wäre es, dass das Spiel zu Beginn zu schwierig ist und gegen Ende zu leicht, was sich aber auch nach der Spielweise richtet. Denn hat man immer aufmerksam nach Truhen gesucht und alle Extras eingesammelt, hat man eben klare Vorteile gegenüber Spielern, die einfach blind durch das Spiel rushen. Ein weiterer Kritikpunkt wäre, dass die ersten paar Stunden recht langatmig sind und verhältnismäßig langatmig erscheinen, da man noch lange nicht so viele Möglichkeiten hat, Gegner mit verschiedenen Attacken und Waffen zur Strecke zu bringen. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die den Gesamteindruck kaum trüben.

Darksiders ScreenPhotocredit: Colony of Gamers

Fazit: Vigil und THQ brennen mit Darksiders ein absolut grandioses Actionfeuerwerk ab, wie man es nur ganz selten erlebt. Die durchgängig gelungene Mischung aus actionreichen Kampfsequenzen und fordernden, aber nicht frustrierenden Rätseleinlagen erinnern angenehm an den großen Spieleklassiker The Legend of Zelda, nur für eine erwachsene Zielgruppe. Die spannende Geschichte und die stimmig inszenzierte Spielwelt tun ihr Übriges, um das Spiel zu einem eindrücklichen Erlebnis zu machen, das einen so schnell nicht mehr loslässt. Dieses Spiel muss man gespielt haben. Sehr schön, dass der Publisher THQ schon ein Sequel angekündigt hat.

Wertung: 10/10

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4 Kommentare

  1. -EpicFaiL says:

    Danke für diesen wundervollen Einblick!
    Durch deine überaus überzeugende Argumentation bin ich doch zu dem Entschluss gekommen, mir Darksiders zu holen, da ich doch erst skeptisch war, ob es überhaupt mit The Legend of Zelda mithalten könne.
    Danke. (:

  2. Konna says:

    @-EpicFaiL: Die ersten Stunden wirst du vielleicht noch Probleme mit dem Vergleich haben, aber je länger du spielst, desto mehr Parallelen werden dir auffallen! Wünsche dir viel Spaß! ;)

    Zockst du auf PS3? Kannst mich ja mal im PSN adden: konna86

  3. -EpicFaiL says:

    Das wird schwierig mit dem Adden !
    Ich besitze die PS3 nicht mehr. Ich könnte mich ohrfeigen wenn ich daran denke, das ich sie nach 4 Stunden testen zurückbrachte..
    Aber, sie soll wieder kommen in meine geheiligten Hallen meines kleinen Zimmers.
    Aber danke für das Angebot. Wenn es so weit ist, werde ich bestimmt darauf zurück kommen (:

  4. Konna says:

    @-EpicFaiL: Ach so, okay. Naja, macht ja nichts. ;) Und wenn du wieder eine haben solltest, komm einfach drauf zurück.

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