Am gestrigen Montag ging eine Welle der Empörung durch die schwarze Szene. Unheilig, Aushängeschild und Star der Szene, hatte einen Auftritt in der RTL-Soap Gute Zeiten, Schlechte Zeiten und gab im Rahmen der Handlung dort ein Konzert. Das schien für zahlreiche alteingesessene Fans, die auch schon vorher zahlreich auf Facebook ihren Unmut über die aktuelle Entwicklung lauthals kundtun, der Tropfen gewesen zu sein, der dass Fass zum überlaufen gebracht hat. Kommentare, die von “peinlich” über “ich schäme mich fremd” bis hin zu “nie wieder Unheilig” lauteten, überfluteten auch Kurznachrichtendienst Twitter.
Die Entwicklung, die diese Diskussion seit dem Einsteigen der Single “Geboren um zu Leben” in die Charts und Auftritte bei The Dome und weiteren Fernsehsendungen auf RTL 2 und VIVA genommen hat, ist nicht nur ein Paradebeispiel für die Engstirnigkeit, die in gewissen Kreisen an den Tag gelegt wird, sondern auch für die Sinnlosigkeit der immer wieder auflodernden Kommerzdiskussion.
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Viele der “alten” Fans werfen Unheilig vor, sich verändert und für den Erfolg verkauft, ja sogar die eigenen Prinzipien verraten zu haben. Objektiv gesehen – sofern man Musik überhaupt objektiv sehen kann – sind diese Vorwürfe in vielerlei Hinsicht haltlos. Schon vor seinem aktuellen Album “Grosse Freiheit” hatte Unheilig diverse Fernsehauftritte, etwa bei Frank, der Wedding Planner (was auch keine hochgeistige TV-Sendung ist) und hatte sogar eine eigene Dokumentaion auf dem Sender DMAX. Der Graf hat schon immer versucht, möglichst viele Menschen mit seiner Musik zu erreichen. Und dafür helfen eben auch Auftritte bei GZSZ.
Dass die aktuelle Musik sich total veränder hat, lässt sich auch nicht sagen, “Geboren um zu Leben” ist von der Machart dem Song “An deiner Seite” vom vorherigen Album so ähnlich, dass ein Austausch überhaupt nicht auffallen würde. Letztgenannten Song sahen die meisten Fans damals als wunderschöne Ballade – die er ja auch ist – und schon immer erzielten die Balladen eine besonders starke emotionale Wirkung beim Hörer. Jetzt, wo eine solche Ballade auch von Leuten gehört wird, die nicht der Szene angehören, wollen plötzlich alle diese Balladen schlecht finden? Schwer vorstellbar.
Zumal das aktuelle Album auch durchaus tanzbare und härtere Tracks enthält. Man höre nur mal “Abwärts”, “Unter Feuer” und “Ich Gehöre Mir” an, da ist nichts von weichgespülter Mainstreammusik zu hören. Dass aber nicht alles so klingt wie früher ist ein ganz normaler Prozess bei jeglichem Künstler. Das wäre auch langweilig, jeder Künstler entwickelt sich weiter, ob in die eine Richtung oder in die andere. Unheilig hat sich da im Vergleich zu gewissen anderen Bands (man schaue z. B. nur einmal auf Die Ärzte) sogar noch ziemlich zaghaft entwickelt.
Den meisten alten Fans scheint es also lediglich – und das ist jetzt eine persönliche Behauptung von mir, der ich schon seit vielen Jahren Fan bin – eher darum zu gehen, dass ihnen der Erfolg von Unheilig, den sie der Band pardoxerweise früher immer gegönnt haben und die deren Musik sie auch oft weiterempfohlen haben, weil ihnen jetzt ihre Entdeckung, ihr ganz persönlicher Künstler weggenommen wurde und nun eben viel mehr Personen gehört. Mit der hinzugekommenen Masse an “Modefans” ist der gute, individuelle Musikgeschmack verschwunden.
Es mag sein, dass das Familiäre auf Konzerten nicht mehr so zum Tragen kommt und man nicht mehr anhand der Aussage, man höre Unheilig, direkt auf den Musikgeschmack oder die Szenezugehörigkeit schließen kann. Viele sogenannte Modefans werden aber auch wieder verschwinden. Doch die Anzahl derer, die die Musik hören, ändert nichts an deren Qualität. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder gefällt einem die Musik oder sie gefällt einem nicht.

Ich möchte mich da nur deiner Meinung anschließen. Zusätzliche Worte mag ich dazu nicht verlieren. Ich kenne Unheilig seit “Sage ja” und wirklich verändert hat sich der Sound nicht. So einen Aufschrei merkt man als Mitglied der Szene mindestens im Takte von 2 Jahren… daher mache ich mir da gar nichts mehr draus. Und besser als du hätte ich es auch nicht formulieren können
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Also ich muss dir teilweise recht geben. Natürlich sind Unheilig immer noch die selben und die Musik ist nach wie vor gut. Der Graf verleugnet seine “Herkunft” nicht und als er bei Stefan Raab war, sagte er, dass er niemals der schwarzen Szene den Rücken zuwenden wird, weil er genau weiß, dass er daher kommt und er diesen Fans unendlich dankbar ist. Und das glaube ich ihm auch. Außerdem trägt er immer noch seinen Anzug, hat schwarze Fingernägel und ist überhaupt noch der alte ^^
Ich war 2008 auf einem Konzert und 2010. Und der Unterschied ist einfach unglaublich. Als Freiheit gespielt wurde, war das Publikum so leise… einfach ungewohnt. Eben wegen der “Neu-Fans”, die nur das neue Album auswendig konnten. Die familiäre Stimmung fehlt extrem, finde ich. Trotzdem ist der Graf live unglaublich gut und versteht es immer noch, die Menschen mitzureißen und zu bewegen.
Was mich aber wirklich nervt sind die Unterhaltungen über Unheilig. Meine kleine Cousine (11) ist das beste Beispiel. Als das neue Album von Unheilig rauskam, kam sie mit dem Handy “Geboren um zu leben” hörend in die Küche meiner Oma und meinte “Kennste Unheilig?? Die sind so geil!”. Ich wäre am liebsten gestorben. DAS finde ich wirklich schlimm: Dass jeder sie nun hört, aber sich kaum einer informiert.
Ich bin und bleibe Unheilig-Fan. (Ich hab damals schon gesagt “Ich werd den Graf immer gut finden… selbst wenn er bei “The Dome” auftritt… und siehe da.. ^^)
@Kerstin: Diese Unterhaltungen hat man immer. “Unheilig – die neue Band”… ahja… aber das stört mich nicht, weil uns eben das von den Möchtegern-Fans unterscheidet… und das ist überall und immer so… nicht nur bei Musik. Da würde ich nix drum geben. Ich habe ihn auf dem BlackField gesehen… da waren es ja nur “Schwarze”… da war die Stimmung auch 2010 einfach geil… und diese Fans werden schnell wieder verschwinden… denn ich bin sicher, dass der Graf nicht ewig “oben” sein wird… und so lang er es ist soll man es ruhig genießen… als Künstler und als Fan
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Immer diese trueness Debatten, sobald eine Szeneband irgendwie Erfolge feiert.
Als ob Unheilig oder jemand anderes dies Extra machen mit dem Erfolg.
Klar, passt nicht sonderlich seine Lieblingsband irgendwo im TV zu sehen, doch soll eine Band auch Auftritte machen, bekannter werden und was weiß ich, damit sie Geld verdienen können um sich auf die Musik zu konzentrieren anstelle am Fliessband zu arbeiten.
Nebenbei, die alten Ärzteplatten finde ich besser, die alten Rammstein und die alten Metallica ebenso.
Doch ich benehme mich ebenfalls nicht mehr als wäre ich 15, alle entwickelt sich weiter.
Wer Bands ohne große Entwicklung geil findet kann ja Ramones oder Motörhead hören
Naja, das hat man ja eigentlich immer und überall, wo ein kleines Projekt, welches vielleicht nur einer “Szene” bekannt ist, plötzlich auch kommerziellen Erfolg hat. Da heißt es dann immer gleich, dass sich das Projekt verändert und verkauft habe.
Das gibt es bei Bands genauso wie bei manchen Fußballvereinen oder auch Blogs, welche vorher nur einer handvoll Leser bekannt waren und dann plötzlich von der Masse gelesen werden.
Das Problem dabei ist in meinen Augen, dass sich manche Nischen / Szenen eben darüber definieren, dass sie nur Nischen sind. Gefällt das dann plötzlich auch mal dem Mainstream (ob gewollt oder ungewollt), passt es nicht mehr zur eigenen Definition und führt sich quasi selbst ad absurdum, selbst wenn sich an der Materie selbst nichts geändert hat (sondern halt nur am öffentlichen Interesse).
Anstatt sich dann daran zu erfreuen, dass man einen Geheimtipp schon kannte, bevor ihn andere kannten, werden die Leute dann missmutig, weil sie -bestrebt danach, Außenseiter in einer Nische zu sein- plötzlich Teil der Masse sind, was mit ihrem Streben nach Individualität und Randgruppenzugehörigkeit nicht vereinbar ist.
Somit liegt es dann oft (aber auch nicht immer!) gar nicht an den Bands / Bloggern / whatever, sondern das (ehemalige) Publikum “scheitert” vielmehr an seinen eigenen Ansprüchen bezüglich der Selbstdefinition.
Ich kenne “Unheilig” schon seit Jahren und bin bei Konzerten immer wieder mal in Kontakt mit dem Grafen gekommen. Er scheint mir ein sehr solider Mensch zu sein, der obendrein noch sehr sympathisch ist. Ich gönne “Unheilig” den Erfolg und ich glaube auch, dass der Graf “der Szene treu bleibt”.
Ich vermisse nur die Konzerte mit wenigen hundert Leuten, das war etwas atmosphörischer, aber ansonsten halte ich ihn für sehr bodenständig und nicht abghoben.
Die Songs von dem neuen Album sind schon etwas anders, aber minimal und jede Band entwickelt sich. So auch “Unheilig”. Mal abgesehen davon werden die Charts ja nach Verkäufen berechnet. Wenn die ganzen “Unheilig”-Fans die CDs nicht so schnell aus den Regalen gekauft hätte, hätte die Band nun nicht so einen Erfolg. Ergo: Wir sind alle Schuld
Ich kenne Unheilig erst seit Grosse Freiheit und finde die Band gut. Aufmerksam geworden bin ich durch Geboren um zu leben. Sprich: Ich bin ein neuer Hörer. Außerdem komme ich nicht auf der schwarzen Szene, sondern höre viele Arten von Rock, allen voran Mittelalter-Kram.
Diese Mainstream-Debatte gibt es immer wieder. Bei Nightwish war es der Fall, bei Unheilig geht es weiter. Der Graf hat einfach Erfolg, das Lied ist spitze, textlich wie kompositorisch.
Ich kenne die alten Unheilig Alben nicht, deswegen kann ich es nicht beurteilen.
Aber zum Thema Mainstream: Unheilig tritt nun mal bei The Dome auf. Sprich: Man will einem breiteren Publikum die Musik zeigen. Die Idee an sich ist gut, ob The Dome das Richtige war, lasse ich mal im Raum stehen.
Solange die Band aber Ihre Wurzeln kennt, NICHT abhebt und somit bodenständig bleibt, ist alles in Ordnung.
Do
Auch ich wurde auf Unheilig erst durch “Geboren um zu Leben” aufmerksam – und der Kauf des Albums hat sich als hervorragende Entscheidung erwiesen, da auch alle anderen Titel meinen Musikgeschmack treffen, der mehr difus, als szenelastig ist.
Mainstream und Szene sind mir die Unwörter schlechthin im Musikgeschäft, denn für mich zählt jeder einzelne Song. Heute trifft der Graf mein Musikbedürfnis – morgen mag es bereits jemand anders sein.
Ich gönne ihm die treuen Fans, wie auch den aktuellen Hype, der seine EInkünfte sichert! Es wäre dumm, diese Möglichkeit nicht zu nutzen!
Ich höre Unheilig auch seit Jahren und habe (fast) alle Alben hier. Auf einem Konzert war ich (leider) bisher noch nicht, was aber eher daran lag, dass ich am A… der Welt wohne. *LOL* Daher kann ich dazu nichts sagen.
Auch wenn ich in meiner Jugend schon eher zur Gothicszene tendierte, gehöre ich heute auch nicht der schwarzen Szene an, sondern liebe einfach “die rockigere” Musikrichtung. So gab/gibt es bereits unzählige Bands, die ich in meinem Leben gehört habe bzw. immer noch höre, ganz egal, ob sie am Ende “kommerziell” geworden sind oder nicht. Mir ist’s ehrlich gesagt schnurz, solange mir deren Musik gefällt, werde ich sie auch weiter hören, ganz gleich was Andere sagen.
Nun hoffe ich, es wenigstens am Ende dieses Jahres auf ein Konzert des Grafen zu schaffen und lasse mir das auch von Anderen nicht madig reden. Wer eben meint, Unheilig nicht mehr anhören zu müssen, der kann es ja lassen.
Ich glaube, diese Beschwerde darüber liegt an ein paar doofen Fans, die glaubten, sie seien anders als die Masse, weil sie diese Musik hörten. Und nun, wo Unheilig eben etwas massenkompatibler geworden ist, sind sie beleidigt, dass sie nun nicht mehr die einzigen sind. Aber wenn die Musik doch weiterhin in ihren Ohren gut klingt, warum sollte man dann aufhören, diese Band zu hören. Dann will man anders sein und sich von der Masse abheben, aber man achtet somit doch immer noch auf die Masse, indem man das hört, was die Masse eben nicht mag. Für mich ist das eine bescheuerte Geltungssucht. Man sollte einfach hören, was einem gefällt, seien diese in den Charts seit MOnaten auf Platz 1 oder die unbekannte Band aus dem Nachbarort.
Ich kenne diese Diskusion aus anderen Musikbereichen (Onkelz, Freiwild etc.), denn auch da gibt es die ganz “true” sind und “von Anfang an dabei”, eben die “wirklich echten Fans”. Jene, die dann auf alle, die “auf den fahrenden Zug aufgesprungen” sind herrabblicken, da diese ja “keine Ahnung haben”.
Sicherlich nervt es zu hören, wie sehr Mainstream die Lieblingsband geworden ist oder, um es anders zu sagen, wie plötzlich Personen ein Song oder ein Video “voll geil” finden und sich daher als “Fans” bekennen. Doch das hat nichts mit der Band zu tun und dafür sollte diese nicht verurteilt werden – blos aus Angst mit “seiner” Lieblingsband nicht mehr polarisieren oder schockieren zu können bzw. die Band mit “anderen teilen zu müssen”
Wie lächerlich. Klingt für mich sehr unreif.
Man sollte sichz doch viel lieber an der Musik erfreuen und den Rest einfach mal Rest sein lassen. Das können viele leider nicht.
Erinnert ein wenig an Metallica und nothing Else matters… Auch hier wird Gras über den Aufschrei wachsen und gut is
Ich bin erstaunt über deinen Beitrag. Im positiven Sinne, ich weiß gar nicht warum du nicht öfter klar Stellung beziehst, das ist ebenso informativ wie die restlichen Artikel.
Zu Unheilig: Szene hin, Szene her. Unheilig wird auch eine “Szenezugehörigkeit” angedichtet die sie so nie fokussiert haben, das vereinnahmen fand meiner Meinung nach immer seitens der Fans statt, da der Stil den diese Musik pflegt stets grenzüberschreitend funktionierte. Wenn du mit Szene die “schwarze Szene” meinst gebe ich Dir recht, aber der Begriff ist mittlerweile so ausgefranst das man alle möglichen Bands und Fans darunter sortieren könnte. Gothic waren Unheilig nie und wollten sie sicherlich auch nie sein.
Über Musikgeschmack lässt sich trefflich streiten, aber das soll ja auch nicht Gegenstand dieser Diskussion sein. Mir gefallen Unheilig einfach nicht, klingen für mich wie rockige Schlagermusik
Das sie viel unternehmen um populärer zu werden kann man ihnen nicht verübeln, denn schließlich ist es ja der Wunsch (fast) jeden Musikers bekannt zu werden um mit seiner Musik möglichst viele Menschen zu erreichen. Die Wahl der Mittel zur Popularitätssteigerung sind vielleicht etwas unglücklich gewählt. Weder einen Auftritt beim Wedding-Planer noch in einer 3. klassigen Soap hätte Unheilig nötig gehabt. Das gejammer der Fans war vorprogrammiert und war eigentlich abzusehen, das ist bei vielen Bands so gelaufen. Daher wundere ich mich immer noch über deinen Beitrag.
Ich möchte lediglich der Begrifflichkeit “Szene” widersprechen. Denn eine Szeneband waren Unheilig nie, Auftritte auf Szeneübergreifenden Festivals haben ihnen 2001 zu erstem Ruhm verholfen, für eine schwarze Ausrichtung sorgte das Duo Grant Stevens und José Alvarez-Brill, die schon De/Vision und Wolfsheim produziert haben und das Potential des Grafen für sich nutzten. Eine gute Band, die von Beginn an kommerziell orientiert war und konsequent daran gearbeitet hat sich zu verbessern und mit dem letzten Album ihren vorläufigen Horizont erreicht haben.
Muss gestehen, ich bin erst durch “Geboren um zu Leben” auf Unheilig richtig aufmerksam geworden. Kannte sie zwar vorher, nur jedoch nicht gut genug um alle ihre Songs zu kennen. Höchstens 2 oder 3.
Aber ich finde deren Erfolg und ihre Verkaufszahlen bemerkenswert. Und warum darf sich eine Band, wenn sie Erfolg hat, nicht auch ein wenig verändern? Im Endeffekt wollen auch Unheilig nur von ihrem Hobby, der Musik, Leben können. Dazu brauchts den Erfolg und gute Musik!
[...] Gedankendeponie // von Sylvie Hofer | Über den author: Tags: Der Graf, Gothic, [...]
Diesen Artikel würde ich sofort unterschreiben, du hast vollkommen recht und besser hätte man es nicht ausdrücken können. Danke dafür! Ich werde den Weg mit UH weiter gehen und die Band weiterhin unterstützen so gut es geht, denn ich weiss, dass sich im Grunde nichts verändert hat. Wo Regen ist, ist auch Sonne…..
Ganz lieben Gruß Sitara
wie sagte eine andere Band noch?
“wer ne unbekannte Band hört muss sie hassen wenn sie Trend wird”.
Ist es denn ein Wunder, dass seine Musik und seine unglaubliche Stimme irgendwann einmal von der großen Masse “entdeckt” werden?
Nein! Qualität setzt sich irgendwann durch und ich gönne dem Grafen von ganzem Herzen den Erfolg. Er hat nie irgendeinen Fan aufgrund seiner Zugehörigkeit zu welcher Gruppe auch immer abgelehnt. Wieso lehnen einige dieser ach so treuen Fans nun den Grafen ab? Wo ist denn die vielgerühmte Toleranz der schwarzen Szene?
Ok, man muss nicht unbedingt in jeder Serie und jeder Show auftreten, aber wenn ich den Grafen momentan beobachte, sehe ich ein “kleines Kind” im Spielzeugwunderland. Er weiss vor lauter Angeboten überhaupt nicht mehr, wo er anfangen und wie er selektieren soll und probiert sich einfach aus.
Lieber Graf, pass gut auf Dich auf und lass Dich nicht verheizen. Fans wie ich fangen Dich auf, falls Du vom Kommerz wieder ausgespuckt wirst, und ich weiss, dass ich nicht alleine bin.
@Lordy: Dass sich der Stil gar nicht verändert hat, würde ich nicht mal sagen, aber die Veränderung ist nicht so dramatisch, dass der aktuelle Aufschrei dem Gerecht werden würde.
@Kerstin: Ich finde das überhaupt nicht schlimm. Meine Eltern finden Unheilig seit neuestem auch gut, weil sie sich eben durch die erhöhte Präsenz mit der Musik überhaupt erst auseinandergesetzt haben. Das finde ich im Gegenteil sogar richtig gut, weil dann auch mal im Auto Musik gehört wird, die auch ich gut finde.
@Sebastian: Vollkommen richtig. Man muss die “neue” Musik ja nicht unbedingt gut finden, aber das damit zu begründen, dass die nun von vielen gehört wird, ist der größte Blödsinn, den es gibt.
@Sascha: Ja, vollkommen richtig und eine gute Ergänzung. Für mich persönlich nur völlig unbegreifbar, dass man sich überhaupt selbst in eine Schublade stecken lassen will – aber muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden und es gibt sicher auch Gründe dafür. Aber ein Blick über den Tellerrand hat noch niemandem geschadet.
@Jenny: Ich glaube vor allem, dass er seiner Linie treu bleiben wird, seinen angestrebten Weg unbeirrt weiterzugehen. Ich jedenfalls mag auch sein neues Album und freue mich, noch viel von ihm zu hören.
@Heuni: Und ich als langjähriger Fan finde es immer gut, wenn Musik, die ich schon lange genieße, plötzlich auch von anderen entdeckt und gemocht wird. Musik verbindet und so lassen sich noch viel leichter Kontakte knüpfen. Ich nehme auch mal an, dass du mal in die alten Alben reinhören willst, empfehlen würde ich es auf jeden Fall!
@Daniel Lücking: Genau, diese beiden Wörter empfinde ich auch als höchst störend in Bezug auf Musik. Warum sollte man sich musikalisch einengen und nur Musik aus einer Richtung oder Szene hören? Man verpasst dadurch so viel an guter, hörenswerter Musik.
@Nine: Ist bei mir auch so, ich sehe mich als Teil irgendeiner Szene, höre aber viel Musik, die zu bestimmten Szenen gezählt wird. Jegliche Musik ist für alle da, Musik ist grenzenlos.
@Celina: Ja, du sagst es. Aber vielleicht ist das auch eine Sache, die man als Außenstehender einfach nicht so gut verstehen kann. Mir jedenfalls ist es ganz egal, zu welcher “Szene” Musik gehört, solange sie mir gefällt.
@Bomel: Ja genau. Oder sich einfach mit dem Rest gemeinsam an der Musik erfreuen. Nur weil die später dazugekommen sind, sind es keine schlechteren Menschen.
@Marc: Das wird höchstwahrscheinlich so sein, ja.
@Robert: Robert, ich ecke doch nur so ungern an, bin doch der Gentleman-Blogger. Darum schreibe ich nicht allzu oft meine Meinung. Aber ich werde mir das zu Herzen nehmen und vielleicht mal öfter machen.
Den Begriff Szene habe ich bewusst so offen gehalten, um hier nicht in irgendein Fettnäpfchen zu treten. Aber so eine gewisse Hauptklientel hatten Unheilig ja schon, am ehesten wohl aus der “schwarze Szene”, wie du ja auch sagst.
Über Musikgeschmack lässt sich ja sprichwörtlich eigentlich nicht streiten, denn jeder hat seinen eigenen und gut sit. Und Unheilig muss ja auch nicht jedem gefallen, das wäre ja vermessen.
Prinzipiell ist die Verwunderung über den Beitrag gerechtfertigt, da ich nichts erzähle, was noch nie dagewesen oder nicht vorhersehbar war. Aber mich packte es einfach und ich dachte, warum nicht mal exemplarisch das Thema aufarbeiten. Die Reaktionen sprechen dafür, dass zumindest einige gern ihre Meinung dazu sagen möchten. Schade nur, dass es keine klaren Gegenpositionen gibt, das wäre interessant gewesen.
Bands, die nicht kommerziell orientiert sind, gibt es doch eigentlich kaum noch. Fast alle wollen sie doch ihre Platten verkaufen.
@e-leo1969: Der interessanteste Fakt ist ja, dass ja nicht mit dem Erfolg die Veränderung kam, sondern eine in meinen Augen eher leichte Entwicklung den Erfolg brachte – das konnte man ja vorher auch nicht kalkulieren. Und wenn die “Mainstreammedien” dann auf die Msuik aufmerksam werden, dann geht das natürlich ganz schnell.
@Sitara: Für meine Meinung brauchst du mir nicht zu danken, aber ich danke für die Unterstützung und freue mich, dass nicht alle so verbohrt sind.
@keks: Welche Band war das? Der Satz gibt jedenfalls eine weit verbreitete Meinung wieder, schade eigentlich!
@Phantomasia: Mich wundert es nicht und ich gönne ihm den Erfolg und bin mir sicher, dass er nicht die Bodenhaftung verlieren wird.
@Konna: Klar höre ich auch mal n die Alten rein, Du hast mir ja schon Empfehlungen gegeben.
Übrigens: Inspiriert durch diesen Beitrag folgt auf meinem Blog demnächst en Beitrag zuur Geschmacksveränderung in der Musik. Denke zum WE schaffe ich es.
Es ist doch immer wieder das gleiche. Schafft es eine “Szene”-Band in die Charts, oder bemüht sich ein breites Publikum anzusprechen, wird Gift und Galle gespuckt. Die ach so tolerante “schwarze” Szene ist alles, aber eben nicht tolerant. Ich für meinen Teil, interessiere mich einen Scheißdreck ( sorry ) dafür, ob sich jemand über Kommerz oder dergleichen aufregt, bzw. sich da schon fast persönlich beleidigt fühlt. Ich habe alles von Unheilig, ich liebe Unheilig als Musik, die mich berührt und inspiriert und das völlig unabhängig davon, ob der Graf in einer Soap auftaucht, oder Gast bei Hansi Hinterseher ist.
““Geboren um zu Leben” ist von der Machart dem Song “An deiner Seite” vom vorherigen Album so ähnlich, dass ein Austausch überhaupt nicht auffallen würde”
Hierzu ein kleiner Hinweis meinerseits
… Geboren um zu Leben klingt so ähnlich, weil es die Weiterführung des Liedes An Deiner Seite ist
@Heuni: Auf den Beitrag freue ich mich!
@Suriel: Das wusste ich, aber deshalb müssen die Songs ja auch nicht gleich klingen. Aber wenn Geboren um zu Leben auf dem letzten Album gewesen wäre und nicht bekannt geworden wäre, hätte sich vermutlich niemand darüber aufgeregt – das wollte ich lediglich herausstellen.
Ist doch immer das gleiche. Alte Fans denken, sie seien was besseres, weil sie eine Band schon gesehen/gehört haben, als sie noch keiner kannte. Wer es nötig hat, bitte. Betrifft mich aber wohl eh nicht, da ich nur Musik höre, die eh jeder kennt
(Dank Radio/TV-Abstinenz konnte ich den Unheilig/Lena/whatever-Trend dieses Jahres aber gut umgehen. Noch nie gehört, ist aber glaube ich auch nix für mich)
@Konna: Ich hab das “Glück”, wenn man es so nennen will, dass meine Mutter Unheilig schon lange toll findet. Weihnachten kramt sie immer “Frohes Fest” raus und zieht sich das voll rein xD
Danke für den Artikel, Konna! Ich bin alles andere als ein großer Unheilig-Fan, aber als langjähriger Beobachter der schwarzen Szene kommt man logischerweise mit der Musik des Grafen in Berührung. Die aktuellen Debatten widern mich teilweise echt an. Da dümpeln Bands oft jahrelang oder gar jahrzehntelang rum, gehen ihren normalen Jobs nach und touren in ihrer Urlaubszeit, weil es finanziell einfach gar nicht anders geht. 5000 verkaufte Einheiten sind da echt schon großartig – und davon lebt natürlich keine fünfköpfige Band in Saus und Braus. Logischerweise wollen auch diese Bands gehört werden und logischerweise kann es auch fernab vom Mainstream einer dieser Bands passieren, dass sie von vielen Menschen plötzlich gehört werden. Ich kann Dir nicht sagen, was der Auslöser war, dass Unheilig plötzlich so angesagt sind, genau wie ich es Dir vor Jahren nicht bei Oomph, Apoptygma Berzerk oder Wolfsheim sagen konnte. Auf einmal funktioniert halt irgendwas und die Bands verdienen tatsächlich endlich Geld mit dem, was sie so außergewöhnlich gut können. Bei allen aufgezählten Bands gab es dann rasend schnell auch die immer lauter werdenden Stimmen, die wütend “Kommerz” schreien und das macht mich echt sauer. Unheilig sind genau so “kommerziell” oder “eingängig” wie vorher auch, verkaufen jetzt aber einfach mehr davon. Wieso freut sich die Szene nicht darüber, dass auch mal jemand von “uns” die Wertschätzung erhält, die ihm zusteht?
Ich glaube, das ist wieder mal so ein deutsches Ding. Der Typ mit dem dicken Auto, der in Deutschland an der Tanke steht, wird vermutlich angepöbelt, dass er von Beruf Sohn ist und Papas Auto rumfahren darf – in den Staaten würde man ihm eher auf die Schulter klopfen und fragen, was er richtig gemacht hat, dass er sich so ne Karre leisten kann…
Dazu kommt dann noch die von Dir beschriebene Engstirnigkeit der Szene: “Wir” erwarten uns von allen Toleranz, weil wir uns anders kleiden oder anders denken – und eben andere Musik hören, sind aber in weiten Teilen das intoleranteste Pack, das ich kenne.
Bei dem Beispiel Unheilig sollte man sich vielleicht auch mal überlegen, ob Bands mit den Jahren reifen und sich in andere Richtungen entwickeln. Depeche Mode klingen heute auch nicht wie 1983 und bei fast jedem Künstler ist es ähnlich. Daher sollte man den Acts keinen Vorwurf machen, wenn ein Wandel im Stil den erfreulichen Nebeneffekt hat, dass man auf einmal davon leben kann…
@Konna….Klasse….Danke für Deinen Bericht
Ich bin seit 2006 UH-Fan und über den Titel “Rache” aus dem Album -Das 2.Gebot- dazu gekommen….finde den Grafen mit seiner Musik einfach gut!
Ok…die neue Cd Geboren um zu leben ist für mich nicht ganz so der Bringer aber das ist ja bekanntlich alles Geschmacksache.
Ich wollte eigentlich nur zum Ausdruck bringen…. wenn UH heute vor tausenden von Leuten spielt welche Ihnen zu jubeln und ich mir sagen kann…Der Graf hat´s geschafft und ich war eigentlich schon lange vorher mit dabei und habe an seinen Erfolg geglaubt.
Was das “Szenedenken” betrifft ….Die “alten Fan´s” kommen nun mal aus der sogenannten schwarzen Szene und sind solch Verhalten der teilweise neuen Fan´s nicht gewohnt. Man wird teilweise begafft wie von einem anderen Stern und das Ballermann-Verhalten der Neuen ist für uns schon etwas gewöhnungsbedürftig.Der Umgang untereinander ist tolerant und respektvoll und man erbittet eine Zugabe und brüllt nicht lautstark im Chor “Einer geht noch”.
Ich denke mal, dass dies mit dazu beiträgt wenn die alten Fan´s von den alten Zeiten mit dem Grafen schwärmen.
@Konna: Klar, ich hab schon verstanden was Du sagen wolltest, es war mir nur aufgefallen dieser Vergleich.
“An Deiner Seite” entstand während der schweren Krankheitsphase des besten Freundes vom Grafen und “Geboren um zu Leben” hat der Graf nach dem Tod seines Freundes geschrieben
achso und: Meine Cousine hat früher öfter Unheilig mit mir und meiner anderen Cousine gehört und hat immer gesagt, wie scheiße sie das fände und das sie den überhaupt nie gut finden würde usw und auf einmal tut sie so, als wäre er die totale Neu-Entdeckung für sie. Dabei stimmt das gar nicht ^^
Wie war das denn mit Evanescence? Fallen war in den Charts, galt in der Szene als mainstream/kommerz und war somit verpöhnt.
Ich seh keinen Sinn darin, Musik nicht mehr zu hören,wenn sie auch weiterhin gut ist.
In einem Jahr interessiert das sowieso wieder keinen mehr.
Unheilig treten (genau wie STS) beim Bundesvision Songcontest an. Bei Subway war das Geschrei damals groß.
Ich find es schön, dass der Graf so viele Menschen mit seiner Musik erreicht und Geld verdienen möchte jeder.
@David: Ist vermutlich nichts für dich, stimmt. Und du hast recht, es ist immer das gleiche. Und für mich jedes mal wieder unverständlich.
@Kerstin: Ja, das ist natürlich auch cool dann. Von denen gefällt meiner Mutter glaub ich nur Vollendung und das ist ja irgendwie kein richtiges Weihnachtslied.
@Casi: Danke, dass du mir unterstützend zur Seite springst, Casi. Ich weiß auch nicht, woher diese ja eigentlich schon selbstsüchtige Einstellung kommt. Ich finde es einfach super, dass noch mehr Leute die Musik mögen. Okay, ich bin keiner, der regelmäßig auf Konzerte geht, mag sein, dass die neuen Fans da etwas stören, aber prinzipiell freue ich mich eher, wenn ich meine Begeisterung für bestimmte Musik mit anderen teilen kann und da ist es mir egal, ob die diese Musik schon länger hören oder neu entdeckt haben.
@Darkvelvet: Es ist natürlich klar, dass die neuen Fans auf den Konzerten noch nicht so sind wie alle anderen, weil sie es vielleicht aus ihren bisherigen Konzerterlebnissen nicht so kennen. Ich kann es auch nachvollziehen, dass einige die familiäre Athmosphäre vermissen. Und wenn jemand aus Überzeugung sagt, dass ihm das aktuelle Album oder dieses oder jenes Lied nicht gefällt, dann ist das auch legitim. Ich finde nur, dass es nicht für Toleranz spricht, die Musik doof zu finden, weil sie nun von vielen gemocht wird oder zu sagen, dass man diese “Modefans” nicht da haben will. Auch das sind größtenteils sehr umgängliche Menschen. Von denen ich natürlich genauso viel Toleranz gegenüber den “alten” Fans erwarte.
Das ist ein Prozess, der nicht von einem Tag auf den anderen passieren kann. Viele der neuen Fans werden sich in Zukunft entweder sowieso wieder abwenden oder auf den Konzerten integrieren, schätze ich. Darüber wird sowieso insgesamt schnell Gras wachsen, schätze ich. Deswegen sind die ganzen Aufschreie, die überall zu hören sind, einfach unnötig.
@Suriel: Ja, wie gesagt, das war mir schon bewusst.
@Melli: Ganz genau. Kurz auf den Punkt gebracht, was ich lang und ausschweifend breitgetreten habe.
@Konna: Das es so wenig Gegenmeinungen gibt, verwundert mich nicht allzu sehr. Ein Blog, insbesondere auch die Gedankendeponie, lockt ein eher differenziertes Publikum an, die Meinungstechnisch eine größere Bandbreite pflegen als schwarz/weiß. Vielleicht kann ich Dir aber dennoch ein bisschen Gegenwind bieten, gerade im Hinblick auf einige Meinungen aus den Kommentaren.
Unheilig war meiner Meinung nach immer eine kommerziell orientierte Band und sind zu einer Zeit in die schwarze Szene gestoßen worden ist, als diese gerade in einem unheimlichen Wachstum und Grad der Kommerzialisierung steckte. Rein Marketingtechnisch ein unglaublicher guter Schachzug. Denn was einst als Provokation ausgelegt war, wurde zum gefeierten Stil einer ganzen Dekade.
Wenn man so möchte spiegelt Unheilig den aktuellen Tenor der Gothic Szene wider, in der es mehr um das oberflächliche und visuelle geht als einmal ursprünglich war. Jeder der Unheilig unter Gothic kategorisiert, hat meiner Meinung nach keine Ahnung von dem was Gothic als Szene oder Gothic als Musik eigentlich ist. Ich “nehme es hin” das die Band der schwarzen Szene zugeordnet wird, obwohl es sich bei Musik eher um klassische Pop-Musik handelt als um irgendeine Szene-typische Orientierung.
Die Mitglieder der Gothic-Szene die Unheilig einst für ihre Szene vereinnahmten sind nun enttäuscht, da kommerzieller Erfolg immer ein Zeichen für Angepasstheit ist und im krassen Gegensatz zu angestrebten, wenn auch nur äußerlichen Individualität steht. Sie sind enttäuscht, weil die Musik durch den höheren Verbreitungsgrad nun ein Publikum anlockt, das die Fans von früher immer “Verachtet” haben.
“Engstirniges Szenedenken” in der Überschrift ist eigentlich ein Paradoxon. Den Szenedenken ist das nicht, sondern nur die Ablehnung oben beschriebener Menschen, von denen sich viele NUR schwarz kleiden. Ich möchte nicht verallgemeinern, denn ich finde den Begriff in der Überschrift verallgemeinert die Sache ungemein.
Ich habe eine klare Meinung zu Unheilig, eine Pop-Band die in die schwarze Szene gestossen wird und die nun mit fragwürdigen Mitteln einen höheren Bekanntheitsgrad anstrebt. Und auch auf die Gefahr Dir zu widersprechen, Unheilig machen weichgespülte Mainstreammusik. Doch (um die wieder zuzustimmen) sie haben auch nie etwas anderes beabsichtigt. Qualitativ rangiert Unheilig auf einem beängstigend hohen Niveau.
@Casi: “Dazu kommt dann noch die von Dir beschriebene Engstirnigkeit der Szene: “Wir” erwarten uns von allen Toleranz, weil wir uns anders kleiden oder anders denken – und eben andere Musik hören, sind aber in weiten Teilen das intoleranteste Pack, das ich kenne.”
Ich glaube du verwechselt hier den Begriff Toleranz und verallgemeinerst für einer Szene, die eigentlich gar nicht so tolerant ist. Nicht ohne Grund galt man als “elitär” oder “arrogant”. Ich für meinen Teil erwarte überhaupt keine Toleranz, denn einer der Gründe warum man sich einer Szene anschließt ist nämlich der, sich von den anderen Abzusondern, nichts mit denen zu tun haben wollen, Intolerant zu sein und Intoleranz zu ernten. Die schwarze Szene war immer offen für neue Musikrichtungen und Musik, aber der Toleranzgedanke ist in den letzten Jahren so gewachsen weil mittlerweile soviel Inkompatibles unter dem Begriff “Gothic” oder “Schwarze Szene” gepresst wird, das man innerhalb der Szene selbst nach Absonderung suchen muss.
Kann dir nur beipflichten!!!
Wir sind auch schon seit Jahren Fans und finden seine Musik nach wie vor Klasse.Vielleicht regt dein Artikel ja endlich mal die sogenannten “Gönner” zum nachdenken an.
@Robert: Unheilig unter Pop-Musik einzordnen halte ich für zu gewagt. Einige Songs sicherlich, aber viele Songs nicht. Ich würde Unheilig am ehesten in das so herrlich ungenaue Genre “Alternative” stecken. Denke auch eher, dass Unheilig durch einige bestimmte Texte zur schwarzen Szene zugeordnet werden, aber ich muss gestehen, ich kenne mich lange nicht so gut in dieser Szene aus wie du, darum kann ich dir auch nicht wirklich widersprechen.
Verteidigen möchte ich aber meine Überschrift. Sicher ist sie verallgemeinernd, aber das Denken, das im Artikel Beschrieben wird – nämlich dass mit dem “Kommerz” auch die Musik beschissen wird, gibt es in allen Szenen – nur im Mainstream logischerweise nicht.
@Britta: Das würde mich freuen, aber groß Hoffnungen mache ich mir da nicht. Danke für deine Zustimmung!
danke für den beitrag besser hätt ich es nicht formulieren können … ich hab vor drei jahren das erste mal unheilig gehört und bin seit dem fan und ich liebe sie … gut damals war der kreis kleiner der unheilig hört und wenn man sagte man hört unheilig gern wusst eben nich jeder bescheid was nun anders ist aber ich liebe die musik vom grafen und seinen jungs, das war sound wird immer so sein denn der graf spricht aus dem tiefsten meiner seele
und die leute die alle paar monate oder wochen oder gar jahre ihren Musik geschmack ändern die werden nicht lang dabei sein, also die wirklichen fans einfach durchhalten
@Suriel: da geb ich dir voll und ganz recht und bin deiner meinung, und vor allem
LEBEN UND LEBEN LASSEN ist meine devise
Hallo,
Ich verstehe nicht warum diesen Song (Geboren um zu leben) so viel Erfolg hat, der Titel ist schon Einfallslos und der Rest vom Text ist nicht besser… Es ist einfach schlechte Sülzpop…
Jetzt erfahre ich erst, dass Unheilig aus der schwarzen Szene ist, ehrlich gesagt kann man sich mit diesem Song es sich nicht vorstellen.
Was ihr hier an positiven Resonanzen vom Stapel lasst, lässt mich stark zweifeln wie ihr teilweise mit der schwarzen Szene verwurzelt seit. Selbst der Graf wird von seinen langen Wege-Kollegen verpöhnt, dass er sich dem Mainstream frei gibt. Es gibt Bands in der Szene die länger als er im Bestand sind. Die ihren anfänglichen Worten treu geblieben sind. Zu diesen gehört z.B. ASP, Umbra et Imago, Soko Friedhof, Die Untoten etc. Diese jene Bands haben genau wie der Graf gesagt, Kommerz nein Danke ich bin die Szene ich lebe für die Szene. Es ist eine SCHANDE seine Szene so zu verkaufen nur weil ich dem Hipe folge, weil ich eine breite Masse haben will. Und da passt ein Zitat besonders welche die anderen Bands einhalten “Klasse statt Masse”.
Was ist mit Bands wie Nightwish, Type o Negative, In Extremo etc passiert seit sie im TV liefen, Hoch und runter gespielt wurden. Von ihnen hört man seten was, wenn sogar gar nichts mehr.
Die Meinungen er habe sich nicht verkauft, ist fatal und falsch. Wo hat er denn unterschrieben?? Bei einem großen Mainstream Label, oer liege ich falsch. Hier läuft ie Vermarktungsmaschinerie. Hier wird der Graf vekauft bis auf sein letztes Hemd. Merchandising betrieben im enormen Maße und nicht wie in seinen Anfangsjahren.
ASP eröffnet immer wieder eines seiner Lieder mit den Worten: “Wir sind nicht so wir ihr seid, wir sind anders” Wo ist der Graf anders, wenn er mit Grönemeyer etc verglichen wird, wer von ihnen am längsten in den Charts war.
Das Rennen um die Krone, wer war länger dort, wer ist besser. Und siehe da es ist KOMMERZ ich will besser.
Man verwsucht die schwarze Szene von aussen auszuschlachten, weil man merkt, dass die Menschheit ausserhalb der schwarzen szene immer wieder gedanken an die Melancholie verliert. Und viele schwarze Bands Musikgut mit Melachonie spielen.
Warum rege ich mich auf?? Weil ich seit gut 20 Jahren der Szene angehöre. Sie nie verlasse habe, und viele Bands gesehen erlebt und verfolgt habe. Viele von Ihnen sind immer noch da und dass ohne Kommerz
@Szene alt Diener: Ja, siehst du, genau das meine ich mit engstirnigem Szenedenken. Nur weil etwas kommerziell erfolgreich ist (nicht Kommerz, denn das ist alles, was verkauft wird, also auch die Musik von ASP), muss es nicht automatisch schlecht sein.
Warum nicht einfach an der Musik erfreuen, wenn sie einem gefällt? Und wenn sie einem nicht (mehr) gefällt, dann ist das zwar schade, aber es passiert. Aber etwas scheiße zu finden, nur weil es die Mehrheit gut findet, ist vollkommen bescheuert.
Hallo!
Also ich finde das sich der Graf verkauft hat! Er schwimmt nun auf einer erfolgswelle und nimmt jede gelegenheit mit um kohle zu machen!
Finde ich sehr schade! Kenne diese Band seit anfang an da ich mich in der Gothic szene bewege! Er ist, in und mit der Gothic szene groß geworden! Aber das scheint er vergessen zu haben! Denn in einigen Interviews sagt er , das Unheilig eigentlich nie eine richtige Gothicband war! Und das finde ich sehr schade das er nach dem erfolg den er nun hat,sowas behauptet! Er macht gute Musik,keine frage,aber er ist in der Gothic szene unten durch!
@Darknight666: Mal ganz ehrlich: Würdest du das an seiner Stelle nicht machen? Also ich kann es nur allzu gut verstehen.
Ansonsten: Hör dir mal das Interview auf Bonedo an (08.12.), das finde ich eigentlich völlig in Ordnung und es kommt mir nicht so vor, als würde er da seine Wurzeln verleugnen.
Danke für den Hinweis! Habe mir das Interview mit großen interesse angehört! Und bin echt mal gespannt wie die Schwarze Szene beim nächsten Gothic Treffen (Mera Luna) in Hildesheim auf Unheilig reagieren wird!
Wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest!
LG
@Darknight666: Bin der Meinung, dass man das alles nicht zu ernst nehmen sollte. Das Leben ist schon ernst genug.
Dir ebenfalls ein schönes Weihnachtsfest!
Also ich finde, man kann “an Deiner Seite” und “geboren um zu leben” nicht einmal ansatzweise vergleichen, was das Gefühl und den Inhalt angeht. Natürlich sind beide Songs massentauglich, “geboren um zu leben” ist aber in textlicher als auch musikalischer Hinsicht nur noch blabla und hat bei weitem nicht den Gänsehautfaktor wie “an Deiner Seite”, und das wird mir durchweg so bestätigt.
Natürlich macht jeder Musiker eine Wandlung durch, und auch bei Unheilig konnte man über die Jahre eine Wandlung erkennen. Merkwürdig ist in diesem Zusammenhang nur, was sich da in den letzten Monaten so rasant getan hat. Aber wahrscheinlich hat er sich ganz plötzlich nur total schnell entwickelt, und das “Vergessen” der weißen Kontaktlinsen und der Zusammenhang mit dem Medienerfolg zu “geboren um zu leben” ist rein zufällig.
Ich habe mit der Musik von Unheilig bisher wirklich viel verbunden. Die Musik war für mich nicht nur Musik, sie sprach mir aus der Seele. Was er jetzt produziert, klingt durchaus schön, aber es berührt mich nicht mehr. Keine Frage, ich werde Unheilig weiterhören, wie eigentlich alles andere auch aus den Charts. Mehr aber nicht mehr.
@Atarimusik: Es ist auch vollkommen legitim, diese Meinung zu haben, wenn man es so begründet. Nur zu sagen, dass etwas gleich schlecht ist, weil es kommerziell erfolgreich ist, finde ich engstirnig. So will mir auch kein Zusammenhang zwischen der Qualität der Musik und den Kontaktlinsen einfallen, so angestrengt ich auch darüber nachdenke.
Es ist immer wieder das selbe….
Was ich persönlich schade finde ist, dass diese Szene so intollerant ist, so nett die leute sind, so intollerant sind sie auch….
Ich muss sagen: Ich hatte noch nie was mit Unheilig am hut, das war mir einfach immer viel zu soft.
Was ich aber dennoch nicht kapiere ist, warum man ihm seinen Ruhm nicht einfach lassen kann?!?!
1. Kann man den Graf immernoch auf den großen Goth Festivals sehen, und da wird die breite masse sicherlich nicht hingehen, da haben die nämlich zu viel angst vor den bösen, blutsaugenden und orgien feiernden Gruftis.
2.Musik ist das Organ mit dem sich Leute verständigen wollen!
Wenn ein der Gothic-Szene angehöriger Mensch die neue Platte mag, warum soll er sie nicht hören dürfen?! Eigentlich müssten gerade die Leute, die Unheilig schon seit zich Jahren aus der Szene kennen wissen, dass diese 14 jährigen kiddies die da vor der Bühne rumhopsen als wären sie auf Wacken, sowieso keinen richtigen plan von der musik haben sondern sich einfach mal quer durchs genre “vögeln”. Und das genau dieser Typ fan den Unehilig seit jahren Unterstützenden Fans nie das wasser reichen können!
Eine Band die man Liebt aufzugeben, nur weil sie kommerziell erfolgreich ist, ist die schlimmste selbstprostitution die man begehen kann!
Ich höre Gorillaz, Slipknot, 30 Seconds to Mars wenn mir danach ist.
Und bei meinem GOTHIC-Radio, laufen auch genau diese Bands neben anderen Szene internen Bands.
Und dennoch ist meine Lieblingsband eine Szene interne Band!
Und diese möchtegern Gruftis, die meinen weil man ein paar bands gern hört die erfolgreich sind und ne breite fangemeinde haben ist man kein Gothic, die sollten euch gestohlen bleiben.
Nehmt euch eher ein beispiel an denen, die tolerant sind, die sagen ” Ist zwar nicht Mein fall, aber wenn du sie gerne hörst ist das doch okay, trotzdem mag ich dich”.
Denn in denen steckt mehr Gothic als in einem noch so geschminkt und nach Batcave art gestylten Goth…..
In diesem Sinne…
Schwarze Grüße
[...] meinem Artikel »Der Fall Unheilig – ein Paradebeispiel für engstirniges Szenedenken« nahm ich Stellung und verteidigte Unheilig zum Teil gegen die auftretenden Vorwürfe. Es war zwar [...]
[...] Gedankendeponie zeigte sich Meinungsstark, hielt dem Grafen die Treue und titelte in einem Artikel: »Der Fall Unheilig — ein Paradebeispiel für engstirniges Szenedenken«. [...]
Unheilig sei der Erfolg gegönnt! Nur ist es eben eine Art der Prostitution, wie er sich verkauft: GZSZ, Fernsehgarten, RTL2… eben der ganze Scheiß, wogegen sich die schwarze Szene eigentlich immer richtete. Gegen die Stinos, die “muttis” mit ihren frisch-frechen Haaren und bunten Sommer-Oberteilen…
Es geht auch anders: Rammstein zum Beispiel waren anfänglich auch Vorgruppe von Project Pitchfork! Stammen also auch aus der sog. Schwarzen Szene. Sind aber trotz ihres Erfolges glaubhaft geblieben – sind Rammstein geblieben! Weil sie nicht jeden Scheiß mitgemacht haben.
Unheilig ist mittlerweile unheimlich unglaubwürdig!
Das Problem ist doch ein ganz anderes. Schon fast krampfhaft versucht man in der Szene “anders” zu sein … sich vom “Mob” abzuheben und individuell unantastbar zu sein und zu bleiben (btw warum auch immer… ich kann sowas nur belächeln) und das nicht selten mit einer gehörigen Portion Arroganz und Intoleranz gegenüber den “Normalos”.
Und… komischerweiße eigenetlich genau im Gegensatz zur oft gepriesenen und doch wenig praktizierten Toleranz welche in der Szene angeblich gelebt wird… Ö.ö Nun der Gedanke hat es über die Grenzen der eigenen Szene hinaus vermutlich nicht weit gebracht. Heuchelei!^^
Heute fühlen sie sich um eine Band beraubt und damit ihrer “Einzigartigkeit/Andersartigkeit” und morgen wird geheult weil “normalos” schwarz tragen oder was? Sorry aber ich glaube da fehlen ne Menge Latten im Zaun… oder ist “er” einfach so winzig?
^^
Inzwischen sieht das ja wohl ein wenig anders aus. Die jetzige Musikrichtung ist totaler Müll. Nur noch lahme Balladen. Das ist wie Schlager. Ich selber habe seit 2004 Unheilig gehört. Jetzt ist damit aber schluss, da ich die neue Musik schlecht finde. In der Gothic Scene ist er wohl tot, habe ich mir sagen lassen.
Ich bin durch “Geboren um zu leben” auf Unheilig gekommen. Hab mir gleich die “Große Freiheit” gekauft und dann alle alten Alben auf einmal – und war Fan, mehr sogar noch von alten Liedern. War auf zwei Konzerten in Braunschweig, Ende 2010 und Open Air im August 2011, Davon war ich noch so begeistert (und war von der Einstellung her dem eigentlichen Artikel hier entsprechend), dass ich gleich danach schon Karten für Hannover im Juli diesen Jahres bestellte, als Geburtstagsgeschenk für meine Mutter. Dann kam…”Lichter der Stadt”. Und ich war maßlos enttäuscht. Habe ich -vor allem die alten- Alben noch wörtlich rauf und runter gehört, stundenlang, im Bett, auf dem Balkon usw., habe ich es bisher nicht einmal geschafft, dieses ganz zu hören…und ich hatte mir noch die limited edition bestellt…klasse. Also meiner Mutter schon von ihrer Geburtstagsüberraschung erzählt, damit wir überlegen können, ob wir überhaupt zum Konzert wollen. haben schlussendlich gedacht “es werden ja auch alte Lieder gespielt ” – und sind hin. Davon abgesehen, dass wir in einem Gewitterregen standen, der uns bis auf die Knochen durchnässt hat…war das wirklich nicht mehr “meins”, es kam keine Stimmung auf, nichts…
schade.