Gastbeitrag: Bildung ist Ländersache

Nachdem Konna mit seinem Autorenteam ein klein wenig gefuddelt hat, kriegt er jetzt wenigstens einen Gastbeitrag! Anstelle von Konna darf also ich, Tobi, euch hier heute ein paar Ideen an den Kopf werfen, denn auf meinem eigenen Blog habe ich eine Aktion ins Leben gerufen, bei welcher sich Blogbetreiber ein Gastbeitragsthema wünschen dürfen, und jeden Monat suche ich mir dann ein Thema aus dem Pool aus. Konna hatte, als angehender Lehrer verständlich, “Bildung ist Ländersache” in den Raum geworfen als Thema, eigentlich ein interessantes Thema dachte ich mir als ich es auswählte.

Interessant ist es auch, aber verdammt nochmal auch ziemlich umfangreich! “Bildung ist Ländersache” beschreibt im Endeffekt ja das föderale System unserer Bundesrepublik in Sachen Bildung, und entsprechend kann man einen Beitrag zu dem Thema in viele verschiedene Richtungen führen:

  1. organisatorisch: Man könnte ewig lange darstellen, wie die einzelnen Länder ihre Bildungseinrichtungen organisieren, wie sie sich in Kultusministerkonferenzen versuchen abzustimmen und wie der Bund zusätzlich versucht ein paar Ideen von sich in die Bildungspolitik einzubinden.
  2. politisch: Ebenso könnte man sich stärker auf den Föderalismus-Gedanken beziehen, neben dem Hauptaugenmerk “Bildung” weitere Hoheitsrechte der Einzelstaaten betrachten und überlegen, wessen Interessen durch dieses Föderale System der Bundesrepublik nachgegangen wird.
  3. historisch: Auch die geschichtlichen Überlegungen zu dem Thema würden einiges an Stoff liefern, kann man doch das Föderale als roten Faden durch die gesamte deutsche Geschichte finden. Die Weimarer Republik, das zweite Deutsche Kaiserreich ab 1871, der Deutsche Bund, der Norddeutsche Bund, das Heilige Römische Reich deutscher Nation, die Germanenstämme der Römerzeit – eine zentrale Staatsgewalt, die alle Hoheitsrechte allein vertritt, ist nirgends zu finden, immer waren zumindest einige Hoheitsrechte, mal mehr, mal weniger, dezentral verteilt. Ist der Bildungsföderalismus nur eine Nachwehe des deutschen Feudalsystems, welches es nie schaffte ein Erbkaisertum, und damit eine verstärkte Zentralisierung, zu erreichen?
  4. international: Auch ein internationaler Vergleich der Bildungssysteme wäre möglich, und die Frage wie die hoch gelobten skandinavischen Bildungssysteme in dieser Hinsicht organisiert sind könnte dabei ebenso viel Interessantes zu Tage fördern wie ein Vergleich mit dem viel zentralistischer organisierten Frankreich. Wer schneidet besser als wir bei PISA ab, wer schlecher als wir – und ist PISA überhaupt ein sinnvoller Vergleichstest?
  5. argumentativ: und zu guter Letzt ist natürlich auch das gute alte “Pro & Contra” eine gangbare Herangehensweise an das Thema, darstellen wie sinnvoll es sein kann die Bildung an die lokalen Gegebenheiten anzupassen, immerhin könnte es ja sein dass für einen Bürger im Westen sinnvoll ist Französisch als zweite Fremdsprache erlernt zu haben, während bei einem im Norden Dänisch und im Osten Russisch oder Polnisch interessanter sein könnte, und so etwas sollte in einem föderalen System leichter zu verwirklichen sein. Auf der anderen Seite würde eine zentral gesteuerte Bildungspolitik natürlich einen Umzug einfacher machen, was macht ein Familienvater, wenn er einen guten Job angeboten bekommt, aber dafür in eine Region ziehen muss wo Russisch die zweite Fremdsprache ist, das Kind aber bereits 4-5 Jahre lang eine andere gelernt hat? Hat bestimmt alles seine Vor- und Nachteile, und wohl genug für zwei oder drei Beiträge.

Ich kann mich echt nicht entscheiden, welche Richtung (oder Kombination) hättet ihr am liebsten gesehen? Und ganz nebenbei, ihr könnt gerne auch Vorschläge machen, ich mache auch nicht aus jedem Vorschlag so etwas wie hier, manchmal wird es ein richtiger Beitrag!

 

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