CD-Check: Letzte Instanz – Heilig (Ltd.)
Kritik
Nachdem sich die Letzte Instanz mit ihrem letzten Album Schuldig bekannt hat, erklären sie sich mit dem zweiten Album ihrer musikalischen Trilogie nun Heilig. Dass von den Jungs um Sänger Holly einigeszu erwarten ist, haben sie in der Vergangenheit schon gezeigt, aber können sie den Erwartungen gerecht werden? So viel vorweg: Ja, sie können!
Wie schon das Vorgängeralbum beginnt auch Heilig mit einem stimmigen Intro, das in den Song Unsterblich übergeht, der seinen Schwerpunkt auf das Schlagzeug und die markante Stimme von Holly legt und auch in die Albenthematik einführt. Es folgt mit Neue Helden das erste Highlight: Melodiös und textlich sehr erbaulich, ein schöner Song für alle, denen es etwas an Mut fehlt. Der vierte Track Schau in mein Gesicht ist die Singleauskopplung, hier kracht es dann schon richtig im Refrain und das Tempo zieht an. In die gleiche Kerbe schlägt Atme!, das den Rock dann schon richtig in den Vordergrund stellt. Doch glücklicherweise scheinen Cello und Geige noch immer wieder durch. Mit Dein Gott findet sich wieder ein sehr eingängiger Track, der fast schon Gassenhauer-Qualitäten hat, aber ein absolutes Highlight auf jedem Konzert sein dürfte.
Schlaf, Schlaf ist eine wunderbar vorgetragene Rockballade, die sich nah an der Schwelle zum Kitsch bewegt, diese aber nicht überschreitet und somit tatsächlich zum Träumen einlädt. Das Tempo wird etwas herausgenommen, bevor es mit dem Refrain von Der letzte Tag wieder aufgenommen wird. Unsichtbar ist etwas für alle, die gerne mal allein sind, was in unserer heutigen Gesellschaft mit Internet und Handys fast unmöglich ist. Warum nicht einfach mal einen Tag nehmen und nur für sich da sein? Anschließend gibt es musikalisch und textlich wieder schwerere Kost mit Die Erhabene, die einen etwas sperrigen Zugang hat. Da geht das wunderschöne Duett Der Kuss mit seinen leichten orientalischen Einschlägen schon viel schneller ins Ohr. Nach Eismeer, einem nicht besonders herausstechenden Rocksong folgt zum Abschluss mit Winterträne eine ungewohnt ruhige Ballade, die an anderer Stelle auf dem Album deplatziert gewirkt hätte, hier aber dem geneigten Hörer eine gute Möglichkeit bietet, wieder herunterzukommen. Ein wirklich schöner Abschluss!
Heilig ist in mehreren Versionen erhältlich: Neben der normalen Version mit 13 Tracks kann man die limitierte Version mit dem (sich gut ins Gesamtwerk einfügenden) Bonustrack Für Dich erwerben. Diese Version ist wahlweise auch mit T-Shirt erhältlich. Die Spielzeit der normalen Version beträgt knapp 49 Minuten, die limitierte Fassung kommt auf sehr gute 53 Minuten.
Fazit
Eigentlich lässt sich kaum etwas Negatives über Heilig sagen. Der mit Cello und Geige gewürzte Rock, der die Letzte Instanz schon auf den vorigen Alben ausgemacht hat, ist auch auf diesem Album wieder nahe der Perfektion vertrete. Je öfter man die Songs der Letzten Instanz hört, desto mehr Nuancen und Kleinigkeiten im Arrangement wird man entdecken. Es gibt eigentlich keinen wirklichen Ausreißer nach unten, lediglich ein paar Songs, die einfach nicht so sehr im Ohr bleiben wie der Rest. Fans der Instanz dürften mehr als zufrieden sein, Freunde des Folk- und Gothic-Rock sollten unbedingt mal reinhören!
Letzte Instanz – Heilig [Ltd.] (Album)
Facts:
- Tracks: 13 (Ltd. 14)
- Gesamtspieldauer: 48:57 (53:12)
- Erscheinungsjahr: 2010
- Genre: Folk-/Gothic-Rock
- Homepage: www.letzte-instanz.de
- Anspieltipps: Neue Helden, Dein Gott, Schlaf Schlaf
Wertung: 9 von 10 Punkten
[starreview]


6 Kommentare
Melli - 12.01.2011 at 10:38
*Thumbs up*
Hätte ich nicht besser schreiben können
Heuni - 12.01.2011 at 11:28
Jap, Heilig ist wirklich ein sehr gutes Album geworden.
Schuldig werde ich mir Ende des Monats zusammen mit dem Traumtänzer von Schandmaul besorgen.
Bin sehr gespannt.
Auch gespannt bin ich auf das dritte Album der Trilogie.
Konna - 12.01.2011 at 13:43
@Melli: Dann decken sich ja unsere Eindrücke.
@Heuni: Traumtänzer habe ich mir auch schon vorbestellt, was man daraus bisher hören konnte, hat mich optimistisch gestimmt, nachdem ich mit den letzten beiden Alben eher weniger anfangen konnte.
Heuni - 12.01.2011 at 13:55
@Konna: Dass man Anderswelt kritisch gegenüber steht, ist teils zu verstehen, auch wenn ich das Album sehr mag.
Mit Leib und Seele höre ich ehrlich gesagt auch nicht so gerne. Es snd einige gute Songs drauf, aber ich denke, Traumtänzer wird wirklich anders, da alle Mitglieder Songs geschrieben haben und es denke ich sehr persönlich wird.
Melli - 14.01.2011 at 16:02
Auf Traumtänzer bin ich auch mal gespannt, das letzte Album hat mich ziemlich deprimiert – scheint aber wieder besser zu werden.
@Konna Scheint so. Seltsam wie gut ich es fand, obwohl meine Erwartungen dermaßen hoch waren
.. Bin mal auf das 3. im Bunde gespannt.
Konna - 15.01.2011 at 0:52
@Heuni: Mir war es irgendwie zu düster, das passt für mich nicht zu Schandmaul, da will ich tanzen, Spaß haben und fröhlich sein. Bin aber sehr gespannt auf Traumtänzer und guten Mutes, dass es mir gefallen wird.
@Melli: Manchmal können eben auch hohe Erwartungen erfüllt werden. Spricht für LI!
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