CD-Check: Treibhaus – Alphatier

Kritik

Am 28.01.2011 erscheint das brandneue Album der Hannoveraner Band Treibhaus und ich hatte die Möglichkeit, mir vorab einen umfassenden Eindruck zu bilden, um euch zu sagen, ob sich ein Kauf lohnt. Das Album trägt den Namen “Alphatier” und ist das mittlerweile vierte Studioalbum der im Genre der Neuen Deutschen Härte anzusiedelnden (aber nicht ausschließlich dort zu positionierenden) Truppe um Sänger und Mastermind Curt Doernberg.

Alphatier beginnt mit einer Einleitung, die den Hörer schon einmal in die richtige Stimmung versetzen soll, bevor es dann mit Treibhaus Syndrom und elektronischen Klängen richtig losgeht. Textlich ist der Opener auch als Positionierung der Band zu sehen, die klar stellt, dass sie ihr eigenes Ding durchzieht. Das wird auch in Tanz der Teufel deutlich, das mit einem sehr eingängigen Refrain aufwartet und schnell ins Ohr geht. Das Gleiche gilt für Wahrheit Tut Weh, in dessen Strophen der Gesang im Vordergrund steht, der im Refrain durch die Instrumente zusätzlichen Ausdruck erhält. Die Pest hingegen startet direkt brachial und überrascht mit schnellem Sprechgesang. In Scheiss auf Dich nehmen die elektronischen Klänge wieder überhand und im Zusammenspiel mit dem Text, der einigen aus der Seele sprechen dürfte, wird dieser Song sicherlich häufiger angewählt werden.

Mit dem Titeltrack Alphatier wird es dann zum ersten Mal einen ganzen Song über richtig laut und der treibende Beat lädt zum Kopfnicken ein und dürfte auf Konzerten definitiv sehr viel Laune machen. Auf in den Kampf plätschert dafür in den Strophen ein wenig dahin und kann auch textlich nicht vollends überzeugen. Das macht das nun folgende Eiszeit, das das Tempo wieder kräftig anzieht, aber wieder mehr als wett. Es folgt Ave Maria – aber keine Angst, Treibhaus stimmen nun keinen Kirchengesang an, im Gegenteil, es wird sehr kritisch und musikalisch ist der Song der stärkste des Albums. Nach Helden von Gestern, das ebenfalls noch einmal hart zur Sache geht und unweigerlich zu rhythmischen Kopfbewegungen führt, wird das Album durch (gute) Remixe der Songs Die Pest und Auf in den Kampf abgerundet.

So kommt das Album insgesamt auf eine gute Gesamtspielzeit von 48 Minuten. Cover und Booklet sind ansprechend gestaltet und alle Songtexte sind darin enthalten – vorbildlich!

Fazit

Treibhaus ist mit Alphatier ein sehr rundes Album gelungen, das man sehr gut von Anfang bis Ende hören kann, ohne dass ein Track wirklich dem Skip-Schalter zum Opfer fallen müsste. Vor allem die zweite, musikalisch härtere Hälfte des Albums weiß zu überzeugen. Zwar hätte ein bisschen mehr Abwechslung und Experimentierfreude der Scheibe noch gut getan, aber auch so bietet sie dem geneigten Hörer einen guten Grund, die Anlage mal wieder richtig laut zu drehen.


Treibhaus - AlphatierTreibhaus – Alphatier (Album)

Facts:

  • Tracks: 13
  • Gesamtspieldauer: 47:59
  • Erscheinungsjahr: 2011
  • Genre: Neue Deutsche Härte / Elektro
  • Homepage: www.treibhaus-sound.de
  • Anspieltipps: Scheiss auf Dich, Eiszeit, Ave Maria

Wertung: 7 von 10 Punkten

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