Filmriss: Chuck (Season One)
In einer Serie gehört es zu den wichtigsten Dingen, eine Hauptfigur zu haben, die entweder das Interesse des Zuschauers weckt oder so sympathisch ist, dass man gern zuschaut. Letzteres ist Chuck aus der gleichnamigen Serie, denn auf den ersten Blick ist er ein ziemlich normaler Mensch mit alltäglichen Problemen, wie sie jeder von uns kennt. Somit hat die Serie schon mal eine wichtige Voraussetzung erfüllt. Doch ein guter Protagonist allein macht keine gute Serie – schauen wir also, wie sich der Rest der ersten Staffel so macht:
Chuck Bartowski ist Computerfachmann in einer großen Handelskette und führt ein sehr unspektakuläres Leben. Er wohnt zusammen mit seiner Schwester Ellie und ihrem Freund Devon und verbringt seine Freizeit hauptsächlich mit seinem besten Freund Morgan und Videospielen. Doch eines Tages erhält er eine E-Mail von seinem ehemaligen Studienkollegen und Freund Bryce, die eine verschlüsselte Datenbank der CIA und NSA enthält. Durch einen Zufall speichert Chuck alle Informationen dieser Datenbank in seinem Gehirn und ist, weil die Daten danach zerstört werden, danach die einzige Quelle dieser Informationen. Aus diesem Grund schicken die Geheimdienste jeweils einen Spezialagenten zu Chuck, die ihn einerseits beschützen sollen, andererseits aber auch die geheimen Informationen aus ihm herausbekommen sollen. Chuck darf davon natürlich niemandem erzählen und muss neben seiner unfreiwilligen Geheimdienstarbeit also auch noch seinen Beruf und sein Privatleben in den Griff bekommen.
Was zunächst sehr skurril und fernab jedes Realismus’ liegt, entpuppt sich als richtig gute Voraussetzung für eine kurzweilige, spannende, witzige und dramatische Serie. Und tatsächlich, Chuck beinhaltet jegliches dieser Elemente, wobei der Schwerpunkt klar auf dem Humor liegt. Das liegt vor allem an den teilweise irrwitzigen Charakteren und Dialogen, bei denen das Zuschauen einfach Spaß macht. Chuck schafft es, dem Zuschauer ein positives Gefühl zu vermitteln und gut zu unterhalten.
Neben den einzelnen Fällen, die durch Chucks Gedächtnis der geheimen Daten zutage treten und von denen meist einer pro Folge gelöst wird und die recht abwechslungsreich gestaltet sind, gibt es noch eine größere Rahmenhandlung, die sich unter anderem mit Chucks Vergangenheit beschäftigt, aber auch mit seiner Zukunft, denn die Geheimdienste achten natürlich peinlich genau darauf, dass ihre Geheimnisse nicht in falsche Hände geraten. Das Verhältnis von Chuck zu seinen beiden Bewachern spielt ebenso eine wichtige Rolle in der Rahmenhandlung.
Die Figuren sind richtig gut ausgearbeitet: Der völlig normale Chuck, der zum Helden wider Willen wird, ist mit Zachary Levi absolut hervorragend besetzt, da er diesen Charakter sehr glaubwürdig rüber bringt. Sarah Walker (Yvonne Strahovski) und John Casey (genial: Adam Baldwin) sind die beiden Spezialagenten, die in ihrem Job perfekt sind, sich aber in ihrer Tarnung innerhalb von Chucks Umfeld ein wenig ungeschickt verhalten und somit genau das Gegenteil von Chuck sind. Und Chucks Freund Morgan (Joshua Gomez) ist schön überzeichnet (ohne aber zu extrem zu wirken) und Grund für viele Lacher. Die Nebendarsteller sind auch allesamt sehr gut gewählt und der gesamte Cast harmoniert wirklich gut miteinander.
Fazit: Ich hatte jede Menge Spaß mit der ersten Staffel von Chuck und habe mich dabei keine Sekunde gelangweilt, was nicht nur dem sehr abwechslungsreichen Genre-Mix zu verdanken ist, sondern auch dem tollen Humor, den Dialogen und natürlich dem sympathischen Hauptcharakter. Wer einfach mal alle Sorgen für einen Moment vergessen sein lassen und sich gut fühlen will, der sollte sich unbedingt mal Chuck anschauen. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die Sichtung der zweiten Staffel!
Meine Wertung: 9/10
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Chuck in der IMDB
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8 Kommentare
David - 20.01.2011 at 22:12
Ich fand’s am Anfang auch gut, wurde mir aber relativ schnell langweilig. Ich mag diese Serien nicht, in denen jede Folge das gleiche passiert (siehe z.B. Dr. House).
Thilo - 21.01.2011 at 1:41
Freu dich nicht nur auf die zweite sondern auch auf die dritte und vierte Staffel, die sind nämlich genauso gut gelungen wie die erste. Ich hatte während der zweiten Staffel zeitweise das Gefühl das sich die Folgen zu sehr ähneln und das ganze dadurch etwas langweilig wird. Aber dranbleiben, dass ist nur eine kleine “Durststrecke”
bullion - 21.01.2011 at 8:23
Das kann ich bedingungslos so unterschreiben. Mein Eintrag zur Serie folgt erst, wenn ich komplett mit ihr durch bin. Die kommenden Staffeln werden aber noch einen Tick besser. Freu dich drauf!
Konna - 21.01.2011 at 8:39
@David: Ist mir (zumindest bisher) noch nicht negativ aufgefallen, dafür gibt es ja auch die Rahmenhandlung (auch wenn die zugegebenermaßen eher langsam vorangetrieben wird), aber ich sehe es auch bei einer Serie, die ja doch ihren Schwerpunkt auf den Spaß und den Humor legt, nicht ganz so eng, wenn das Schema einer Folge ähnlich ist, solange sich die Witze nicht zu sehr wiederholen.
@Thilo: Ok, dann bestätigst du also den Eindruck von David – aber wenn es danach wieder besser wird, dann werde ich auf jeden Fall dranbleiben, danke für den Hinweis!
@bullion: Und ich dachte schon, die Serie wär an dir vorbeigegangen, weil ich keine Review gesehen habe, aber wenn die noch folgt, bin ich mal sehr darauf gespannt. Schön zu wissen, dass es noch besser wird, da hab ich meine Wertung ja fast ein bisschen zu hoch angesetzt.
Bernd - 21.01.2011 at 12:07
Ja, Chuck ist schon ‘ne klasse Serie. Allein schon über den Ausdruck “Nerd Herd” hätte ich mich halb totlachen können.
Kenne bisher leider nur die Folgen, die schon im dt. Fernsehen zu sehen waren, mal schauen wie’s weitergeht!
Konna - 21.01.2011 at 23:09
@Bernd: Ja, “Nerd Herd” ist eine wirklich gelungene Anspielung, hat mich auch sehr amüsiert.
Die TV-Ausstrahlung habe ich verpasst, darum hab ich einfach zur DVD gegriffen, die zweite Staffel rangiert mir aber preislich noch deutlich zu hoch. Mal schauen.
Mike - 29.01.2011 at 16:38
Staffel 2 finde ich v.a. gegen deren Ende nochmals stärker als die erste. Viel Spass damit!
Konna - 30.01.2011 at 22:51
@Mike: Ah, das klingt gut, danke!
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