Filmriss: The King’s Speech

Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich es endlich mal wieder ins Kino geschafft. An einem insgesamt sehr schönen Abend haben wir uns dazu entschlossen, The King’s Speech anzusehen. Von dem Film hatte ich im Vorfeld noch gar nichts gehört, was mich im Nachhinein aber ziemlich verwundert hat, denn der Film ist nicht nur gespickt mit namhaften Schauspielern, sondern auch noch richtig gut! Dazu mehr nach der kurzen Inhaltsangabe.

The King's SpeechDer schon seit seiner Kindheit stotternde Prinz Albert soll eine Radioansprache an das britische Empire halte, versagt dabei jedoch kläglich. Als Konsequenz daraus lässt er Ärzte und Spezialisten kommen, die sich seines Problems annehmen sollen, aber keinem gelingt es, dem Adligen zu helfen, flüssig zu sprechen. Schließlich wendet sich Alberts Frau Elizabeth an den australischen Sprachtherapeuten Lionel Logue, der seine ganz eigenen Methoden hat, dem Prinzen das Stottern zu nehmen und keinerlei Respekt vor der adligen Herkunft zeigt. Als jedoch David, Alberts älterer Bruder, plötzlich auf das Königsamt verzichtet, weil er gegen die Vorschrift der Kirche eine geschiedene Frau liebt und heiraten will, wird die Krone Albert übertragen und als König ist er in dieser schwierigen Zeit, in der die Welt kurz vor dem zweiten Weltkrieg steht, gefragt, eine Rede an sein Volk zu halten. Die Zeit für Albert und Lionel drängt also, das Stottern endlich in den Griff zu bekommen…

Unter diesen geschichtlichen Voraussetzungen hätte der Film in verschiedenste Richtungen gehen können, er entschied sich aber für die wohl unspektakulärste und dennoch vielleicht schönste: Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zweier Mennschen, die ungleicher fast nicht sein können, gewürzt mit ein wenig Familiendrama und einer guten Prise Humor. Die Mischung stimmt und dass der bedrückende geschichtliche Hintergrund, der vor dem Ausbruch stehende Zweite Weltkrieg, nicht zu sehr in den Mittelpunkt rückt, gibt dem Film eine sehr angenehme und ruhige Athmosphäre.

Natürlich weiß man schon am Anfang, wie der Film enden wird und es gibt auch keinerlei Überraschungen oder Wendungen, mit denen man als Zuschauer nicht rechnet. Dennoch ist der Film zu keinem Zeitpunkt langweilig, was zum größten Teil an den wunderbaren Dialogen und den sehr starken und vielschichtigen Charakteren liegt.

In dieser Hinsicht muss man auch die schauspielerischen Leistungen besonders würdigen. Colin Firth als stotternder Prinz Albert und Geoffrey Rush als sein Sprachtherapeut Lionel Logue liefern oscarreife Leistungen ab. Ihre vielschichtigen Charaktere bringen sie wie selbstverständlich sehr authentisch und überzeugend rüber,  egal ob es sich um eine dramatische oder eine der immer wieder vorkommenden komischen Szenen handelt. Vor allem auch ihre gemeinsamen Szenen sind unglaublich stark. Die ebenfalls hochkarätig besetzten Nebenrollen, etwa Helena Bonham Carter als Alberts Frau Elizabeth oder Guy Pierce als sein älterer Bruder David, liefern zwar auch gute Leistungen ab, gehen aber im Vergleich etwas unter.

Fazit: The King’s Speech ist ein erfrischend anderer Historienfilm und ein absolut stark gespieltes Charakterkino, das vor allem von seinen beiden Hauptfiguren und ihren Schauspielern lebt. Auf sehr unterhaltsame und kurzweilige Art und Weise wird dieses doch recht unbekannte Stück englischer Geschichte präsentiert. Der Film beweist eindrücklich, dass es nicht immer einer wendungsreichen Geschichte bedarf, um für Unterhaltung zu sorgen.

Meine Wertung: 8.5/10
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The King’s Speech in der IMDB

6 Kommentare

  1. Sonja - 25.02.2011 at 18:42

    Super Film. Die Engländer sind deswegen schon ganz heiß auf die Oscar Nacht :) Kann ich verstehen, die Schauspielleistung war meiner Meinung nach genial, v.a. von Colin Firth.

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  2. Symm - 25.02.2011 at 21:09

    Ich fand den Film auch Super. Wie schon in meinem Filmriss gesagt, ausser Helena Bonham Carter, die für mich immer diesen leicht irren Touch hat. Auch wenn sie anscheinend eine gute Besetzung für Queen Mum ist.
    Aber alles in allem Top Film und zurecht Oscar Favorit.

    Geoffrey Rush ist genial in der Rolle und was soll man zu Colin Firth noch sagen….glaubwürdiger kann man es nicht mehr spielen.

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  3. Sab - 26.02.2011 at 20:10

    Den Film hab’ ich auch geschaut. In der Sneak Preview. Ich fand’ ihn sehr toll. Gerade das Thema, wegen dem Sprechproblem, passt sehr gut…

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  4. Konna - 28.02.2011 at 16:26

    @Sonja: Firth war echt genial und hat den Oscar auch zurecht gewonnen! :)

    @Symm: Ich fand sie in ihrer Rolle hier eigentlich sehr passend besetzt. Also sie ist mir zumindest nicht negativ aufgefallen. Den Rest deiner Meinung teile ich vollkommen.

    @Sab: Stimmt, das passt. Hattest du ja Glück mit der Sneak! :)

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  5. Diana - 04.03.2011 at 13:05

    Ich bin ja auch in den Genuß dieses Films gekommen und war ebenso positiv überrascht.
    Absolut tolle Besetzung – ich bin ja Fan von Helena und von Geoffrey sowieso *grins* – und die Rolle des Alberts hätte man mit Colin wirklich nicht besser besetzen können !

    Was ich allerdings mal wieder gar nicht überraschend fand, ist die Tatsache, das für die Amerikaner der Film im Kino gekürzt wurde. Denn die vulgäre Aussprache des Alberts bei den Sprachtherapien hatte den Kritikern nicht gepasst.
    Und da muss ich ehrlich sagen, ohne diese vielen “F*cks” und Co. wäre die Darstellung doch nur halb so schön gewesen!

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  6. Konna - 07.03.2011 at 19:16

    @Diana: HBC ist mir eigentlich recht Wurscht, aber in dem Film haben wirklich alle eine tolle Figur gemacht. Unverständlich, wie man so einen Film zensieren kann, zum Glück war das hier in D ausnahmsweise mal nicht der Fall. :)

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