Archive March 2011

Musik aus… Dänemark – Dansk musik (Teil 1)

DänemarkMusik gibt es überall auf der Welt und es lohnt sich, über den Tellerrand hinauszublicken und die musikalischen Gepflogenheiten in anderen Ländern zu betrachten. Darum möchte ich mir in Zukunft immer mal wieder ein Land vorknöpfen und euch einige Künstler verschiedener Genres von dort vorstellen, je nach Menge an guten Künstlern werde ich dafür mehrere Beiträge aufwenden.

Den Anfang macht Dänemark. Nicht nur, weil ich die Ehre habe, das Land beim diesjährigen Gedankendeponie Song Contest (übrigens auch eine gute Gelegenheit, Musik aus anderen Ländern kennenzulernen) zu vertreten, sondern auch, weil ich dieses Land einfach über alles liebe, sehr viel mit ihm verbinde und immer wieder gern dort bin.

Trentemøller

Anders Trentemøller gehört zu den bekanntesten, angesagtesten und besten Produzenten und Remixern Dänemarks und hat sich auch über das Land hinaus einen Namen gemacht, zum Beispiel mit seinen Remixes zu Röyksopps What Else Is There? und Sodom von den Pet Shop Boys. Obwohl er ursprünglich eine Rockband gründen wollte, landete er schließlich doch im Techno- und House-Genre, fügte diesem aber bald eine eigene Note zu. Eines seiner schönsten Werke ist meiner Meinung nach das sehr atmosphärische Miss You, das einfach nur zum Träumen einlädt.

Carpark North

Die Jungs von Carpark North haben mit ihrem Debut-Album für ordentlich Furore bei unseren nördlichen Nachbarn gesorgt und haben direkt Platinstatus erreicht. Mit ihrem eingängigen Synth-Rock/Elektropop konnten sie sich schnell in den Gehörgängen der Hörer festsetzen und traten sogar bei Rock am Ring und Rock im Park auf. Ihr Song Shall We Be Grateful ist eine rockige Up-Tempo Nummer und ein ziemlicher Ohrwurm. Chartstauglich? Ja! Massenware? Definitiv nicht!

Eure Meinungen?

Was denkt ihr über die vorgestellten Künstler und Songs? Waren sie euch vorher schon bekannt? Gibt es Künstler oder Bands aus Dänemark, die ich auf jeden Fall noch vorstellen muss? Immer raus mit der Sprache!

CD-Check: In Legend – Ballads ‘N’ Bullets

In Legend (Promo Picture)

Kritik

Dass das Metal-Genre mit all seinen Unter- und Unter-Unter-Genres zu den innovativsten und vielseitigsten musikalischen Richtungen gehört, ist unbestritten. In Legend, das Nebenprojekt von Bastian Emig, dem Drummer der A-Cappella-Metalband Van Canto, schickt sich an, das Genre um eine weitere Facette zu bereichern. Piano Metal nennt sich die Musik, die sich auf dem Album Ballads ‘N’ Bullets befindet. Emig selbst nennt sie ”Tori Amos auf Koks”. Na dann wollen wir uns doch mal selbst überzeugen:

Sanfte Pianotöne bestimmen die ersten Takte des Albums und des Tracks Heaven Inside, doch wird das Instrument recht schnell zum Schlaginstrument. Das klingt zumindest schon mal ungewöhnlich, aber auf keinen Fall schlecht. Die Vielseitigkeit des Pianos wird auch in Pandemonium deutlich, in dem es immer wieder ruhig und melodisch und dann laut und brachial zum Einsatz kommt. Allerdings merkt man dem Song die fehlende Gitarre schon etwas an, es fällt schwer, sich davon zu lösen – ansonsten geht der Song schon sehr ins Ohr. Elekbö bleibt dann auch einmal in fast voller Länge druckvoll, funktioniert wunderbar und gibt sich beinahe episch. Mit At Her Side wird In Legend auch endlich dem Albumtitel gerecht und liefert eine wirklich wunderschöne, mitreißende Ballade ab –  für solche Tracks ist ein Piano gemacht. Emigs Stimme kommt hier auch richtig zur Geltung. Vortex hinterlässt wieder einen zwiespältigen Eindruck. Der Song ist handwerklich einwandfrei und bringt neue Elemente ein – man ist geneigt zu sagen, es ist eine Metalvariante von Scooter – aber die Energie, mit der der Song geladen ist, kann durch das “schwere” Piano nicht so gut vermittelt werden. Das gelingt in Life Is Up To You und The Healer (incl. Remedy), nach dem man sich fragt, ob das Instrument das überlebt hat, besser.

Die zweite Hälfte des Albums wird durch das wunderschöne Pianostück Yue eingeleitet, bevor mit Soul Apart wieder voll in die Tasten gehauen wird, wobei einen der Song wieder ratlos zurücklässt, ob ihm etwas fehlt oder er schlicht genial ist. Für den Song Stardust hat sich Emig seine Van Canto Kollegin Inga als Verstärkung geholt und mit ihr zusammen ein sehr schönes Duett eingesungen. A Hanging Matter ist ein Up-tempo-Song, der mal wieder keine Rücksicht auf das Instrument nimmt, Prestinate und Heya halten das Niveau, ohne noch irgendetwas Neues hinzuzufügen oder besonders herauszustechen. Das gilt übrigens auch für den Gesang von Bastian Emig, der zwar keineswegs schlecht ist, dem aber irgendwie das gewisse Etwas und ein wenig Variabilität fehlt. Dass er dazu in der Lage ist, zeigt er schließlich im Abschlusssong Universe, der noch einmal zum Träumen einlädt und das Album abrundet.

Bei 14 Tracks ohne jegliches Füllmaterial kann man von Ballads ‘N’ Bullets auch umfangtechnisch von einer sehr guten Scheibe sprechen.

Fazit

Ohne Frage ist Ballads ‘n’ Bullets ein wirklich innovatives und gelungenes Debutalbum von In Legend geworden. Nicht ganz einfach ist der Zugang zu den Songs, die nur mit Bass, Drum und der geballten Kraft eines Klaviers auskommen, doch wenn man sich erst einmal reingehört hat, weiß der Sound durchaus zu gefallen, auch wenn man sich hier und da vielleicht doch mal eine Gitarre gewünscht hätte. Und auch wenn noch nicht jeder Song vollends zu überzeugen weiß: Piano Metal hat definitiv seine Daseinsberechtigung und von In Legend wird man in Zukunft sicher noch einiges erwarten können. Ein Probehören empfehle ich allen Klavierfreunden und jedem, der mal etwas völlig anderes hören möchte.


In Legend - Ballads 'N' BulletsIn Legend – Ballads ‘N’ Bullets (Album)

Facts:

  • Tracks: 14
  • Gesamtspieldauer: [xx:xx]
  • Releasedatum: 20.05.2011
  • Genre: Piano Metal
  • Homepage: www.inlegend.de
  • Anspieltipps: At Her Side,  The Healer (incl. Remedy), Stardust

Wertung: 7 von 10 Punkten

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CD-Check: Tyske Ludder – Diaspora

Tyske Ludder (Promo Picture)

Kritik

Es gehört schon einiges dazu, wenn eine Band nach über 10 Jahren Pause ein erfolgreiches Comeback feiert. Doch der Anfang der 90er Jahre gegründeten Electro-Band Tyske Ludder ist genau das im Jahr 2006 gelungen. Seitdem sind die Männer wieder sehr aktiv und stehen nun mit ihrem neuen Album Diaspora in den Startlöchern. Doch können sie ihr hohes Niveau halten? So viel vorweg: Ja, sie können und Genrefreunde werden mit der neuen Scheibe sicher zufrieden sein.

Los geht es mit dem stimmungsvollen, aber etwas zu lang geratenen Intro Templemount, das nahtlos in den Song Tempelberg übergeht, der harten Klängen und brachialem Gesang daherkommt, aber im Hintergrund von leichten elektronischen Klägen getragen wird. Das folgende Eugenix kommt trotz der beibehaltenen Härte ein ganzes Stück melodischer und vielseitiger herüber und fordert die Hörer quasi zur Bewegung auf. Tyske Ludder vermischen gekonnt alte und moderne Electro-Sounds, was zu sehr einprägsamen Tracks wie Wallfahrt oder Diaspora führt. Das Album wird die ganze Zeit über von einer düsteren Stimmung getragen, die sich auch in den teils provokanten, aber stets schonungslosen Texten niederschlägt, wie es zum Beispiel in Der Androgyne Held. Im Anschluss an das mit seinem harten, treibenden Beat etwas monotone For Their Glory schließt Konstanzphänomen die erste Hälfte des Albums mit geradezu beklemmenden Tönen und Worten ab.

Ohne langsam oder ruhig zu sein, nimmt Nur Ein Traum ein wenig das Tempo heraus und gibt sich regelrecht minimalistisch. Das darauffolgende Über Euch ist musikalisch sehr eingängig und eines der Highlights des Albums. Auch R.A.S.S. (Minus Vier) weiß durch die schon genannten Tugenden zu gefallen, ein bisschen mehr Experimentierfreudigkeit könnte aber nicht schaden, gerade bei einem Album mit 16 Tracks. Dieser Wunsch wird glücklicherweise direkt im Folgetrack namens Reiscräcker – ja, ihr lest schon richtig – erhört. So ungewöhnlich wie der Titel ist die Musik zwar nicht, aber hebt sich dennoch angenehm ab. Der Refrain von Abgesang hat beinahe etwas von Kinderreim und bietet ein paar neue musikalische Facetten, die bei genauerem Hinhören direkt auffallen. Die limitierte Erstauflage des Albums beinhaltet noch eine Coverversion des Tilt!-Klassikers Merciless, die als durchaus gelungen angesehen werden kann. Abgerundet wird Diaspora durch den Northborne-Remix von Abgesang und eine sehr ansprechende Minimal-Version des Songs Maschinenstaat vom Album Anonymous.

Insgesamt kommt Diaspora auf eine herausragende Gesamtspielzeit von über 1 Stunde und 13 Minuten. Nur 3 von insgesamt 16 Tracks – einer davon das Intro – haben eine Laufzeit von unter 4 Minuten. Man bekommt also für sein Geld reichlich Material geboten, dafür ist ein Extralob verdient.

Fazit

Mit Diaspora gehen Tyske Ludder ihren Weg unbeirrt weiter und liefern ein sehr umfangreiches und ausgereiftes Album ab, dass Fans der Genres EBM und Electro sicher nicht enttäuschen dürfte. Die leider nur marginal vorhandene Abwechslung ist sicher auch dem hohen Umfang geschuldet und nur ein kleiner Wermutstropfen, der den Gesamteindruck aber kaum trübt. Wer auf düstere elektronische Musik mit harten Beats und provokanten Texten steht, der wird sich mit Diaspora sicher sehr schnell anfreunden können.


Tyske Ludder - DiasporaTyske Ludder – Diaspora (Album)

Facts:

  • Tracks: 16
  • Gesamtspieldauer: 1:13:53
  • Releasedatum: 25.03.2011
  • Genre: Electro / EBM
  • Homepage: www.tyske-ludder.de
  • Anspieltipps: Eugenix, Wallfahrt, Über Euch

Wertung: 7.5 von 10 Punkten

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Pokerclub: Neues Turnier, neuer Preis, neue Seite

Der von mir vor einiger Zeit gegründete Pokerclub erfreut sich großer Beliebtheit und die bisher 28 Mitglieder scheinen wie ich viel Spaß dabei zu haben. Ich hatte ja einen Amazongutschein ausgelobt und diesen sicherte sich zunächst Sandrachen, die ihn aber direkt wieder in den Topf schmiss. Das nenne ich mal großzügig!

Diesen Gutschein konnte sich dann der Kamil angeln, der dann seinerseits als neuen Preis für den Sieger das Brettspiel Langfinger vom Pegasus-Verlag zur als Preis stiftet. Es wurde nur einmal geöffnet, ist aber ungespielt, also wirklich neuwertig. Um diesen Preis geht es am heutigen Sonntag um 21 Uhr – also macht doch mit! Wie ihr teilnehmt, erfahrt ihr im oben verlinkten Beitrag zum Pokerclub. Auch an Kamil ein herzliches Dankeschön für den Preis!

Um diejenigen Leser, die sich um Poker nun überhaupt nicht scheren, nicht zu vergraulen, werde ich demnächst eine Unterseite für den Pokerclub erstellen, in der dann auch alle Teilnehmer gelistet werden und es alle weiteren wichtigen Infos gibt. Damit ist wohl allen am meisten geholfen.

Gedankendeponie Song Contest 2011

GSC 2011

Bald ist es wieder so weit: Nachdem mein spontan ins Leben gerufener Blogger-Songwettstreit im letzten Jahr so gut angekommen ist, muss es 2011 natürlich eine Fortsetzung geben. Für alle, die es im letzten Jahr verpasst haben: Der GSC ist das Blogger-Äquivalent zum ESC. Alle Teilnehmer suchen sich ein Land und einen Künstler aus diesem Land aus, der sie vertritt. Nach und nach werden alle Beiträge beim Veranstalter des Contests veröffentlicht und vorgestellt, bevor es schließlich zur großen Punktevergabe kommt. Mehr Informationen findet ihr, wenn ihr euch die Beiträge vom letzten Jahr anschaut, dir ihr alle unter dem zugehörigen Schlagwort Gedankendeponie Song Contest finden könnt.

Im letzten Jahr konnte sich Julia mit Irland gegen die Konkurrenz durchsetzen und hat sich entschieden, in diesem Jahr den Contest selbst durchzuführen. Und obwohl ich natürlich Schirmherr des Contests bleibe und über alles ein wachendes Auge habe, freue ich mich, in diesem Jahr selbst einen Teilnehmer ins Rennen schicken zu dürfen. Die Anmeldung wird übrigens am Dienstag, vermutlichen am späten Nachmittag oder frühen Abend stattfinden. Also merkt euch den Termin vor oder abonniert am besten gleich den RSS-Feed von Julia. Dort werden im Ankündigungsbeitrag dann auch die (marginalen) Regeländerungen im Vergleich zum letzten Jahr bekannt gegeben.

Ich hoffe natürlich, dass ihr wieder großes Interesse an der Aktion zeigt und wir die limitierten Teilnehmerplätze füllen können.

Bei den offiziellen Logos (groß / klein) dürft ihr euch natürlich wieder gern bedienen und sie auch nach euren Wünschen zuschneiden.

Konna backt: Mars Cookies

Mein letzter Koch- bzw. Backbeitrag ist schon wieder eine Weile her. Das musste mal wieder geändert werden und da passte es mir sehr gut, dass meine kleine Schwester mich fragte, ob ich nicht mal ein paar Cookies machen könnte. Und weil ich ja ein guter großer Bruder bin, habe ich ihr den Wunsch natürlich sofort erfüllt. Entschieden habe ich mich für Mars Cookies, deren Herstellung ich euch direkt zeigen möchte. Folgende Zutaten braucht ihr:

  • 100 g Schokolade (Zartbitter)
  • 130 g Mehl
  • 80 g Butter
  • 1 Ei
  • 150 g brauner Zucker
  • 1 TL Backpulver
  • 1 EL Kakaopulver
  • Mars, Rolo oder ähnliche Karamel-Schokolade

Zuerst muss die Schokolade im Topf, im Wasserbad oder in der Mikrowelle geschmolzen werden, die Butter ebenfalls. Beides dann leicht abkühlen lassen. Das Ei mit dem Zucker und der Butter vermischen und schön cremig schlagen. Anschließend nach und nach Mehl, Backpulver und den Kakao unterrühren. Den entstandenen Teig ca. 15 Minuten kalt stellen.

Ei, Zucker und Butter gut vermischen Schokolade schmelzen - Achtung, verführt sehr zum naschen! ;) Wenn alles gut verrührt ist, haben wir einen leckeren Teig, der nun erst einmal in den Kühlschrank kommt.

Wenn der Teig abgekühlt ist, nehmen wir uns einen Teelöffel und stechen kleine Stücke ab und drücken sie schön flach. Da hinein kommen dann Marsstückchen (auf dem Bild ist es ein Rolo, aber ich habe auch welche mit Mars gemacht) und machen kleine Kugeln daraus. So, dass die eingewickelte Schoki schön umschlossen ist und beim Backen nicht ausläuft. Anschließend noch einmal etwa 30 Minuten kühlen (ich habe sie zu wenig gekühlt, daher sind sie vielleicht etwas stark auseinander gelaufen, schmeckt aber trotzdem).

Teig plattdrücken und rein mit der Schoki! Die Kugeln mit großzügigem Abstand zueinander in den Ofen stellen.

Die Kugeln mit großzügigem Abstand auf einem Backblech drapieren (sie zergehen ein ganzes Stück!) und anschließend 10-15 Minuten bei ca. 180° backen. Die Cookies sollten außen trocken sein. Es macht nichts, wenn sie noch weich sind, die härten aus, wenn sie abgekühlt sind. Nur zu lange sollten sie nicht drin bleiben, sonst werden sie zu dunkel und schmecken nicht mehr so gut. Wenn die Cookies dann ein bisschen fest geworden sind, sind sie fertig:

Ein ganzer Teller voll mit leckeren Cookies!

Das war’s auch schon. Die Form meiner Cookies ist nicht so schön, weil ich ihnen zu wenig Platz im Ofen gegönnt habe und sie sich teilweise verbunden haben. Aber es kommt ja auf den Geschmack an – und der stimmt! :)

 

CD-Check: Feuerschwanz – Wunsch Ist Wunsch

Feuerschwanz (Pressefoto)

Kritik

Findige Historiker behaupten ja, das Leben im Mittelalter sei alles andere als lustig gewesen. Dass das ziemlicher Quatsch ist, beweisen Feuerschwanz auf ihrer schon seit 2004 begonnenen Mission. Mit seinem neuesten Silberling Wunsch Ist Wunsch will “des Hauptmanns geiler Haufen” erneut für die eigene Sache werben und zur Belustigung des Volkes und Erhöhung des Metkonsums beitragen. Feiern, tanzen und lachen soll das Volk – und Feuerschwanz will es dazu bringen. Ob sie das schaffen, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Nach gewohntem und einstimmendem Es war einmal… startet das Album mit einer Ode an die Sackpfeife: Das rockige Wir Lieben Dudelsack zeigt direkt, dass die Produktion im Vergleich zu früher deutlich augereifter geworden ist. Dass die Songstrukturen eher konventionell sind und die Lyrik klar aufs Mitsingen und Feiern ausgelegt ist, beweisen Jungfernkranz und der titelgebende Track Wunsch Ist Wunsch – subtil ist anders und auf dem Niveauseil balanciert die Band ja seit je her, doch da sie sich selbst nicht wirklich ernst nimmt, kann man den Spaß getrost mitmachen. In die gleiche Kerbe schlägt auch Latte, das ein allzu männliches Problem auf amüsante Weise beschreibt. Monogamie lädt zu einem schnellen Tanz ein und macht musikalisch und textlich gute Laune. Man merkt der Truppe ihre Spielfreude sofort an, dass sie mit viel Spaß bei der Sache ist und dieser Spaß geht auch direkt auf den Hörer über. Die gute Laune hält sich auch bei Maria, das eine sehr charmante Geschichte über die Auswirkung von zu viel Alkohol erzählt. Gut aufpassen, Männer!

Die zweite Hälfte des Albums beginnt mit Des Kriegers Sohn, einer zunächst recht traurigen Geschichte in melancholischer Stimmung, aber einem unerwarteten Clou am Ende. Auch Der Henker ist textlich auch nicht mehr ganz so platt wie noch einige Songs zu Beginn des Albums. Dazu kommen natürlich immer die Folkinstrumente, die mit den rockigen Gitarren sehr gut harmonieren. Toleranz ist eine Hymne auf das Trinken und lädt jeden zum Mitmachen ein und vermittelt die Aussage, dass wir betrunken doch alle gleich sind – wenig vorbildhaft, aber Vorbilder wollen die Spielleute von Feuerschwanz auch beileibe nicht sein. Die Metmaschine kommt mit unerwartet harten Klängen daher und ein kleiner Stilbruch ist, der nur schwerlich einzuordnen ist. Nach dem eher unnötigen Vorspiel folgt mit Symposium ein besonderer Track, denn Alea von Saltatio Mortis gibt sich als Gastsänger die Ehre und harmoniert sehr gut mit dem Hauptmann. Der Song dürfte auch live sehr überzeugend sein und die Massen zum Mitmachen bewegen. Den Abschluss des Albums bildet Albrecht Der Bruchpilot, das ein wenig schwerfällig daherkommt – aber es muss ja nicht die ganze Zeit leicht und seicht zugehen. Insofern kann man auch von gewonnener Abwechslung sprechen.

Die 14 Tracks, von denen zwei (das gesprochene Intro und das Vorspiel von Symposium) keine vollwertigen Songs sind, haben eine gute Gesamtspielzeit von 48:22 Minuten. Das Album kommt in einem edlen Digipack daher und ist mit seiner hübschen Aufmachung ein echter Mehrwehrt.

Fazit

Feuerschwanz erfinden sich mit Wunsch Ist Wunsch nicht neu, sondern bieten den Hörern das, was man von ihnen erwartet: Spaß, Spielfreude und teils derben Humor, der aber hin und wieder ein Stückchen zu flach ist. Aufgewertet durch die ausgefeiltere Produktion gibt es aber einiges neues Material, auf deren Livedarbietung sich die Fans schon zurecht freuen können. Während die Abwechslung musikalisch schon sehr gut klappt, gibt es bei der Wahl der Themen für die Texte noch Steigerungspotential, da das Mittelalter noch deutlich mehr Klischees zu bieten hat, auf die man sich einschießen könnte. Fans werden aber von Wunsch Ist Wunsch sicherlich nicht enttäuscht sein und Freunde des Genres sollten auch unbedingt mal reinhören und ein Konzert besuchen, wenn möglich. Darauf ein großes Horn Met!


Feuerschwanz - Wunsch Ist WunschFeuerschwanz – Wunsch Ist Wunsch (Album)

Facts:

  • Tracks: 14
  • Gesamtspieldauer: 48:22
  • Releasedatum: 18.03.2011
  • Genre: Mittelalter Rock
  • Homepage: www.feuerschwanz.de
  • Anspieltipps: Wunsch Ist Wunsch, Maria, Symposium

Wertung: 7 von 10 Punkten

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